Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Als Spieler mit den Regeln beschäftigen - zumutbar?
Seraph:
Ich hatte mal ein ähnliches Problem mit einer neuen Gruppe, und nach einer Weile bin ich auf die Idee gekommen, es wie in Neverwinter Nights zu machen: Die Charaktere starten in einer Akademie und durchlaufen eine Grundausbildung, in der ihnen ingame in RP eingebunden die Grundlegenen Fähigkeiten ihrer Klasse erklärt werden. Danach durchlaufen sie eine kleine Prüfung (ebenfalls ingame), wo sie ihren Ausbildern dann zeigen, was sie gelernt haben.
Im Falle des Klerikers würde ich es so machen: Er erhält von seinem Hohepriester/Bischof/Vorgesetztem erstmal die Grundzüge seines Glaubens erklärt (wenn der Spieler zu faul ist, sich einen Gott auszusuchen, dann gebe ich ihm einen vor, der möglichst neutral ist. Der Spieler kann im Laufe des Spiels (durch RP natürlich) den Glauben immer noch ändern. Als Götter hierfür empfehle ich bei Greyhawk Kord oder Pelor, bei Forgotten Realms Tymora oder Helm). Anschliessend muss er in seinem Tempel gewisse dienste leisten, z.B. Krankenpflege ("Konzentriere dich auf die positive Energie in dir. Kanalisiere sie in deinem Körper und lasse sie in deinen Patienten fliessen" ==> Er weiss jetzt, das er spontan heilen kann). Turn/Rebuke Undead kannst du ihm auf ähnliche Weise erklären, und dann weiss er eigentlich die Grundlagen. Die restlichen Zauber lernt er dann erst Stück für Stück kennen.
Ist zugegen etwas arbeit, aber es funktioniert!
@Natasz: Welches Level hat denn der Kleriker?
Natasz:
--- Zitat von: Wolf Sturmklinge am 27.06.2005 | 12:32 ---Ich sehe jeden Spielabend Verbesserung von seiner Seite. Vielleicht liegts dran, daß wir schon älter (um die 30) sind und ich eingesehen habe, daß Rollenspiel ALLEN Spaß machen sollte und der SL nicht der Feind ist.
--- Ende Zitat ---
Wenn so wäre, wäre ich ja froh. Leider läuft es genau anders herum. Während sich die anderen Spieler immer weiterentwickeln, langsam die Regeln verstehen bzw. damit umgehen können und sich in die Materie einarbeiten, bleibt der besagte Spieler auf der Stelle stehen und blockt alles andere ab. Wir sind auch schon alle um die 30, aber leider schützt das nicht vor Engstirnigkeit. Besagter Spielr scheint wirklch nur dann Lust zum Spielen haben, wenn er wirklich nichts anderes zu tun hat oder er sich durch die anderen Spieler genötigt fühlt - er könnte ja was verpassen. Aber selbst Energie in ein Spiel zu stecken (wenn nicht gespielt wird) scheint völlige Fehlanzeige zu sein.
Für mich als Spielleiter und als Spieler ist es selbstverständlich sich mit den Regeln vertraut zu machen oder gemeinsam mit dem SL etwas zu erarbeiten - insbesondere dann, wenn es Defizite gibt oder Dinge die man für seinen Charakter wissen muss. Allerdings ist der Spieler des SC davon sowas von baff, dass ich sowas verlange .... das ich schon selbst gezweifelt habe. Vielleicht sieht man es als langjähriger Spieler/SL vielleicht zu eng?! Aber nein, ich glaube eigentlich nicht ;)
@Seraph:
der Kleriker ist jetzt gerade in die 6 Stufe gerutscht - wir haben aber auch in der 3. Stufe begonnen. Im Grunde spielen wir auch schon eine kleine Weile. Bisher habe ich es immer auf die sanfte Tour versucht, ihm in kleinen Stückchen etwas zu erklären, habe Tabellen ausgedruckt, teilweise Infos zusammen geschrieben etc. pp. Die wurden dann immer schon abgeheftet und gut war.
--- Zitat von: Seraph am 27.06.2005 | 13:08 ---Die restlichen Zauber lernt er dann erst Stück für Stück kennen.
--- Ende Zitat ---
Leider eben nicht. Er hat sich anfangs eine kleine Liste mit vermeintlich "nützlichen" Zauber gemacht. Da steht dann der Name drauf und bei den Heilzaubern die Wirkung in Form der Würfel! Fertig. Alles andere lässt sich ja vom Namen her ableiten. Licht?! Ja klar, es werde Licht. Punkt. Ihm ist nichtmal klar, wo er nachschauen muss, ob er neue Zauber n einer neuen Stufe bekommt ....
Seraph:
@Natasz:
Ich glaube in dem Fall sind Divine Spellcasters die denkbar schlechteste Wahl für ihn, da diese eben die Qual der Wahl bei den Zaubern haben.
Möchte der Spieler wirklich unbedingt einen Kleriker spielen, oder wäre vielleicht eine alternative besser? Wenn er Spellcaster sein möchte, so wäre der Sorcerer die beste Wahl für ihn: keine Classfeatures (ausser Summon Familiar), nur sehr begrenzte Zauberauswahl (die du auch für ihn treffen kannst, abhängig von seinem spielstil), dafür aber viele Zauber pro Tag.
Ansonsten wäre Fighter für ihn noch eine gute Möglichkeit, da auch diese einfach zu spielen sind. Und wenn er unbedingt zaubern und kämpfen will, dann soll er eine Kombination aus Fighter/Sorcerer spielen.
Ansonsten: gibt es vielleicht einen bestimmten Grund dafür ausser "ich habe keine Zeit", dass er sich nicht besser Vorbereitet? Möchte er wirklich RPG spielen, oder ist er nur aus Gruppenzwang dabei? Vielleicht äre ein klärendes Gespräch mit ihm hilfreich. Denn wenn man ein Hobby ernstnimmt, sollte man auch bereit sein, ein bisschen Zeit hinein zu investieren, denn: Zeit hat man nicht, die nimmt man sich!
Selganor [n/a]:
Wenn er meint dass er WEISS was geht dann lass ihn in dem Glauben (und handhabe seine Aktionen trotzdem REGELGERECHT)
Wenn er glaubt sein Lichtspruch macht etwas stundenlang taghell... Lass ihn in dem Glauben aber beschreibe trotzdem wie weit er mit dem Spruch sehen kann und lass es nach 1 Stunde (bei Cleric 6) ausgehen.
Korrigiere ihn NICHT bei "falschen" Ueberlegungen die aus mangelnder Beschaeftigung mit den Regeln stammen sondern erklaere ihm einfach NACHDEM er "falsch gedacht" hat wo er die relevanten Sachen finden kann (evtl. noch mit Seitenangabe)
BTW: Wenn er keine Lust hat sich intensiver mit Regeln/Hintergrund/... zu beschaeftigen dann lass ihn KEINEN Fighter spielen (der hat zu viele Feats) sondern einen Barbaren oder einen D&D 3.0 Monk (die haben keine "Wahlmoeglichkeiten")
Wolf Sturmklinge:
--- Zitat von: Natasz am 27.06.2005 | 13:12 ---Wir sind auch schon alle um die 30, aber leider schützt das nicht vor Engstirnigkeit. Besagter Spielr scheint wirklch nur dann Lust zum Spielen haben, wenn er wirklich nichts anderes zu tun hat oder er sich durch die anderen Spieler genötigt fühlt - er könnte ja was verpassen. Aber selbst Energie in ein Spiel zu stecken (wenn nicht gespielt wird) scheint völlige Fehlanzeige zu sein.
--- Ende Zitat ---
Auf wiedersehen. Rollenspiel verlangt (imho) von jedem Mitspieler ein wenig zutun. Wer das nicht will, adieu. Wieviele Spieler seid Ihr denn?
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