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Mächtigkeit von Magiern
Coyote:
So wie Magier ihr Studium mit dem kopieren von Schriften beginnen werden oder gar das Labor des Alchemie-Magisters ausfegen, so steht ein Diebeszögling eben Schmiere und lernt seine Wahrnehmung zu schärfen etc.
Wenn wir von einer Lehre ausgehen, dann ist das sehr wohl vergleichbar. Aber wer hat dir, Chiungalla, den Zahn eingepflanzt es ginge um eine vergleichbare Lehre im klassischen Sinne?
Diebe lernen sicherlich weit mehr on the job als Magier, was aber ja bei einer ganz grob handwerklichen Tätigkeit die zudem noch illegal ist völlig normal sein dürfte. Der Magier geht auf eine Uni und der Dieb lernt ein Handwerk. Das hier Unterschiede bestehen zwigt uns schon der Vergleich mit der Realität.
Und ein Teil deiner Argumentation verschließt sich mir leider.
Wenn man mehr Diebe hat als Magier so bedeutet das doch unwiderlegbar und faktisch, daß ersterer Beruf leichter zu erlernen ist als letzterer. Ob und inwiefern das auch mit Voraussetzungen wie einer Magiebegabung zu tun hat ist dabei zunächst nebensächlich, denn Voraussetzungen gibt es immer. Für die meisten Berufe sind beispielsweise zwei gesunde Hände eine Voraussetzung die auch nicht als Kriterium besonders hervorgehoben oder als Argumentationsgrundlage für eine Häufigkeitsdiskussion verwendet wird.
Die Frage lautet also auch bei mir: Worauf willst du eigentlich hinaus?
Chiungalla:
--- Zitat ---Wenn man mehr Diebe hat als Magier so bedeutet das doch unwiderlegbar und faktisch, daß ersterer Beruf leichter zu erlernen ist als letzterer.
--- Ende Zitat ---
Nein, tut es eben nicht.
Denn wie oft ein bestimmter Beruf vorhanden ist, hängt von deutlich mehr Faktoren ab, als wie leicht er zu erlernen ist.
z.B. auch nach der Nachfrage für den Beruf (oder im Falle von Dieben wieviele sich davon ernähren können), dem Interesse der geeigneten Kandidaten an dem Beruf, der Gefährlichkeit des Berufs u.s.w.
Ihr reduziert allerdings dieses komplexe Wechselspiel verschiedener Faktoren, auf den einzigen Faktor "leichter erlernbar". Und das ist schlicht weg falsch.
Nicht ein bischen vereinfacht, sondern falsch.
Sonst überleg mal ne Weile wieviele Berufe Dir einfallen, die zwar leicht zu erlernen sind, die aber trotzdem niemand machen möchte.
Wieviele Berufe zwar selten sind, aber trotzdem leicht zu erlernen.
Weil nach dieser Berufsgruppe eben keine große Nachfrage herrscht.
Warum ist nicht jeder Müllmann? Hafenarbeiter?
Alles keine schwer zu erlernenden Berufe.
Aber erstens ist die Nachfrage danach begrenzt.
Zweitens besitzen die Jobs kein sehr hohes Ansehen.
Und es ist keine sehr angenehme Arbeit.
--- Zitat ---Ob und inwiefern das auch mit Voraussetzungen wie einer Magiebegabung zu tun hat ist dabei zunächst nebensächlich, denn Voraussetzungen gibt es immer.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber nur in den seltensten Fällen sind die schon bei der Geburt längst festgelegt. Oder das was man zu dem Job mitbringen muss derart rar.
Coyote:
Ich habe zu keiner Zeit behauptet es wäre der einzige Faktor. Ich habe genaugenommen weiter oben sogar erwähnt, daß Diebesgilden keine Ausbilgunsstätten sind.
Aber ich verstee weiterhin nicht was du zu sagen versuchst, denn deine Argumentation erweckt noch immer den Eindruck als wolltest du vermitteln, daß es gleich viele Magier wie Diebe geben müßte.
Also nochmal: Worauf willst du hinaus?
Chiungalla:
Hast Du wohl, oder wie willst Du den Satz interpretieren:
--- Zitat ---Wenn man mehr Diebe hat als Magier so bedeutet das doch unwiderlegbar und faktisch, daß ersterer Beruf leichter zu erlernen ist als letzterer.
--- Ende Zitat ---
Da tätigst Du jawohl zweifelsfrei mit dem Brustton höchster Überzeugung die Aussage, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der häufigkeit einer Berufsgruppe und deren Erlernbarkeit liegt.
Und das ist halt falsch, weil es zig Faktoren außen vor lässt.
--- Zitat ---Also nochmal: Worauf willst du hinaus?
--- Ende Zitat ---
Darauf das es nicht zwangsläufig schwerer ist, Magiebegabung vorrausgesetzt, zum Magier ausgebildet zu werden, als zum Dieb.
Die Schwierigkeiten sind halt ganz andere.
Aber nicht unbedingt mehr oder größere.
Krieger (nicht Ritter), Müller, Bäcker o.ä. zu werden, ist im Vergleich deutlich einfacher. Aber Dieb und Magier sind beide sehr schwer.
Und ich zweifle mittlerweile sogar daran, dass es mehr gute Diebe (die zu einer Ausbildung eines SCs in der Lage wären) gibt, als gute Magier.
Es wird sicherlich eine Menge zwielichtiges Gesindel geben.
Einbrecher, Räuber, Beutelschneider, Erpresser, Zuhälter, Meuchler u.s.w.
Keine Frage.
Aber gibt es wirklich soviele gut geschulte Diebe, welche gut darin sind Schlösser zu knacken, zu schleichen, Fallen zu erkennen u.s.w.?
Ich vermute das ein erheblicher Prozentsatz der Fantasy-Diebe realistisch eher zum Brecheisen als zum Dietrich greifen würde, wenn sie eine Kiste oder Tür offen haben wollen.
Und all diese fallen als Lehrmeister für einen wirklich klassischen Dieb mit Schlösser öffnen, Fallen finden, Schleichen u.s.w. halt schon mal aus.
Vanis:
--- Zitat von: Chiungalla am 12.02.2007 | 13:06 ---Nein, tut es eben nicht.
Denn wie oft ein bestimmter Beruf vorhanden ist, hängt von deutlich mehr Faktoren ab, als wie leicht er zu erlernen ist.
z.B. auch nach der Nachfrage für den Beruf (oder im Falle von Dieben wieviele sich davon ernähren können), dem Interesse der geeigneten Kandidaten an dem Beruf, der Gefährlichkeit des Berufs u.s.w.
--- Ende Zitat ---
Ich will dir da auch gar nicht widersprechen, dass die Häufigkeit eines Berufs von mehreren Faktoren abhängt.
Dann überlegen wir doch mal, warum es einfacher (und lohnender) sein könnte, einen "handwerklichen " Beruf wie den des Diebes zu erlernen, als den des Magiers:
Eine mittelalterliche Gesellschaft, wie sie auf Ytarria vorherrscht, ist ständisch organisiert. Um Magier zu werden, muss man erstmal über bestimmte Kontakte verfügen, um in einen Orden/einer Akademie aufgenommen zu werden. Die Machthabenden teilen ihre Macht eben nicht gern, wodurch im Prinzip nur andere Adlige oder Stadtbürger mit entsprechendem Reichtum in Frage kommen.
Eine derart nach oben undurchlässige Gesellschaft produziert zwangsläufig eine große "Unterschicht". In Megalos gibt es Sklaven, leibeigene Bauern bilden den Großteil des Volkes. Magie wird dazu genutzt, technische Weiterentwicklungen zu verhindern wie sie die Industrielle Revolution auf unserer Erde ergab. Aus dieser Ausweglosigkeit heraus wird es wohl "einfacher" für manch einen Zweit- oder Drittgeborenen Sohn einer armen Familie sein, in die Illegalität abzurutschen. Da ist es dann erstmal egal, ob es riskant ist oder nicht. Die Leute machen das, um überleben zu können.
Natürlich kommen da selten klassische "Fantasie-Meisterdiebe" bei raus. Genauso gibt es aber auch selten "Meistermagier". Eine abgeschlossene Ausbildung heißt erstmal nur, dass man eventuell seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, sagt aber nichts darüber aus, ob man dann auch ein großes Talent ist.
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