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Mächtigkeit von Magiern

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Chiungalla:

--- Zitat ---Ich bleibe dennoch dabei, daß die Kombination aus notwendiger Befähigung und Lernmöglichkeiten sich für den definierten Dieb leichter ergeben als für den Magier.
--- Ende Zitat ---

Da würde ich sogar zustimmen.
Wir gingen aber von einer Situation aus, wo die Magiebegabung des SC schon feststeht. Sprich ein Magier und ein Dieb versuchen beide einen Lehrmeister zu finden.

Und das finden ist halt beim Dieb das Problem, weil die nicht gefunden werden wollen. Und dann sind auch Diebe nicht unbedingt dafür zu haben, dass sie einem etwas beibringen.

Coyote:
Diesen Teil habe ich aber gerade durchaus mitbehandelt. Wenn ich so frech sein darf dich zu bitten die letzten beiden Drittel meines vorherigen Posts noch einmal unter diesem gesichtspunkt zu lesen?!

Chiungalla:
Ja, aber Deine Schlüsse stimmen da auch nur, wenn man außen vor lässt, dass es für Magier Institutionen der Lehre gibt: Magierakademien.
Dort wird es kein Problem sein, einen Magier zu finden, der die Sprüche beherrscht.
Oder aber wenigstens ein Schriftstück finden, in dem das Wirken des Spruches beschrieben ist.

Für Diebe gibt es derartiges nicht.

Und das macht es dem Magier sehr viel leichter.
Auf zur Gilde, Geld bezahlen oder Dienste verrichten. Zauber lernen.
Und ich gehe davon aus, dass es in jeder halbwegs großen Stadt eine Magierakademie mit recht breit gefächerten Bibliotheken gibt.

Für den Dieb läuft es dann so ab.
Dieb finden, garnicht so leicht.
Wenn man zuviel rumfragt, wird deren erster Verdacht sein, dass man ein Mann der Stadtwache ist.
Oder jemand den sie beklaut haben, und der sein Zeug wieder haben möchte.
Dann muss man ihn noch davon überzeugen einen Konkurenten auszubilden, was wohl nicht billig wird.

Unter Dieben ist das gegenseitige Unterrichten nämlich vor allem eins:
sehr viel unüblicher als bei Magiern, gerade wenn es um Fremde geht.

Coyote:
Warst es nicht sogar du, der gesagt hat, daß Diebesgilden sehr wohl Ausbildungsinstitutionen sind?
Ich will das nicht bestätigen, weil ich nicht dieser Meinung bin, aber eine Funktion hat eine Diebesgilde sehr wohl in fast jeder, denkbaren Konstellation/Welt/Setting:

Sie kontrolliert die Unterwelt einer Stadt/Lokalität.
Hierhingehend funktioniert sie wie das moderne, organisierte Verbrechen. Jeder Ganove einer Stadt, der in irgendeiner Form zwielichtigen Aktivitäten nachgeht, wird eher früher als später von den Augen und Ohren der Diebesgilde (neben den ganzen herumlaufenden Schurken auch oft die Bettler) bemerkt werden. Dann wird man ihn auffordern seinen Anteil an die Gilde abzuführen. Nominell, weil die Gilde meistens den Schutzpatron spielt und beispielsweise allzu populistische Politiker mit Anti-Verbrechensprogrammen ebenso ausbremst wie sie als Informationssammelstelle fungiert.
je nach Organisationsstruktur mögen die Diebe einer Stadt sich ihre Ziele von der Gilde täglich zuteilen lassen oder sie stellt nur einen lockeren Verbund dar, der in Wahrheit der Deckmantel für die Kontrolle des 'Dons' (nenn es wie du willst) der Stadt bietet und diesem erlaubt an allen krummen Dinger zu verdienen.
Gibt es mehrere Gilden wird die ganze Sache 'politisch' komplizierter, aber für den 'low-profile-thief' ändert sich nicht viel.

Aber:
Durch die Gemeinschaft, die oftmals auch durchaus erzwungen sein mag, kommt der Dieb in Kontakt mit seinesgleichen. Und so erhält er Kontakte zu Personen, von denen er durchaus etwas lernen kann.
Spitzendiebe mögen Einzelgänger sein, aber die arbeitende Mittelklasse kann sich das nicht leisten. Sie bilden Gruppen in denen ein Neuling vielleicht erst Schmiere stehen muß, aber wenn er es packt wird er mehr Einblicke erhalten.
Ungelernte Anfänger mögen vor ihrem ersten Kontakt mit solchen Gemeinschaften 'Brecher' sein, die nicht knacken, sondern aufhebeln, aber da es geradezu absurd einfach ist ein typisch mittelalterliches Schloß zu knacken liegt diese weniger auffällige und leisere Methode schnell nahe.

Der Magier hat im Gegenzug dazu vielleicht einen beinahe automatischen Zugriff auf generelles Wissen, wenn wir allerdings schon voraussetzen, daß jeder Magiebegabte auch den Weg über die Akademie wählen kann ohne das es hier Hindernisse gibt müssen wir ohnehin zugestehen, daß der Dieb ebenso in der Diebesgilde oder von einem Diebesrentner (oder gar von einem Schlosser) lernen konnte, sonst messen wir ja mit zweierlei Maß.
Davon ab hat der Magierzögling ja wohl kaum uneingeschränkten Zugang zur Bibliothek. Ebensowenig wie man wollen wird, daß jeder Hans und Franz einen explosiven Feuerball beherrscht wird man auch den Zugriff auf einen Lockmaster beschränken. Außerdem wirft der Wunsch diesen lernen zu wollen wie geschildert Fragen auf. Und abgesehen davon erinnere ich mich gelesen zu haben, daß im gewählten Setting auch dieser Spruch als ‚selten’ klassifiziert wurde, was man mit meinen Argumenten ingame begründen könnte.

Der Dieb hat also durchaus Zugriff auf den Lehrmeister, der ihm diese Fertigkeiten auch bebringen wird. Außerdem kann er den Skill autodidaktisch erlernen, was bei dieser Tätigkeit nicht schwierig ist, wenn man ein Schloß und einen Satz Dietriche einfach vor sich legt und anfängt zu experimentieren. Darüber hinaus handelt es sich um eine von wenigen Fertigkeiten, die integral für den Dieb sind und getrost als unverzichtbar betrachtet werden können. Und er hat keine moralischen Skrupel die Sache zu erlernen und anzuwenden, denn die hat er hinter sich gelassen als er seinen Beruf wählte.
Der Magier hat potentiellen Zugriff auf einen Lehrmeister, wenn er begründen kann weswegen er den Zauber lernen will. Will er autodidaktisch lernen ist das ebenso schwierig wie das erlernen jedes anderen Zaubers ohne Lehrmeister und zudem muß er auch hier eine Quelle für die Mechanismen finden und sich darauf für eine recht lange Zeitspanne den Zugriff sichern. Er kann nicht einfach mal loslegen und schauen ob er einen Dämon beschwört oder das Schloß aufgeht.
Darüber hinaus muß er sich selbst die Frage stellen, ob dieser Zauber es wert ist erlernt zu werden und er muß überhaupt erst einmal von der Existenz dieses Spruches erfahren bzw. die Gerüchte darüber ausreichend verifizieren. Und letztendlich muß er als theoretisch normalerweise gesetzestreuer Bürger sich dazu entschließen eine Fähigkeit zu erlernen, die man nur in sehr geringem Umfang legal verwenden kann. Sicherlich gibt es da Anwendungen, aber jeder, der einen Lockmaster erlernt und nicht als Magier für die Polizei oder eine Detektei arbeitet wird sich der illegalen Anwendungen deutlich bewußt sein. So als würdest du als gesetzestreuer Mensch der Jetztzeit darüber nachdenken das Kurzschließen eines Autos zu erlernen oder das unauffällige Überwinden von Alarmanlagen.

Alles in allem bleibt weiterhin unterm Strich: Die Menge an Wesen mit der Fertigkeit ‚Schlösser öffnen’ wird im Setting auch prozentual weit höher sein als die Menge der Magiebegabten mit dem Zauber ‚Lockmaster’.
Grund: Es ist einfacher (das bleibt, wenn ich alle Aussagen auf den Kern herunterbreche).
SC’s sind sicherlich immer gerne die Ausnahmen, aber bei Banestorm würde ich mal diesen Themenkomplex in den Raum werfen und sie auffordern zu erklären weswegen sie den Zauber haben und woher.

Chiungalla:

--- Zitat ---wenn wir allerdings schon voraussetzen, daß jeder Magiebegabte auch den Weg über die Akademie wählen kann ohne das es hier Hindernisse gibt müssen wir ohnehin zugestehen, daß der Dieb ebenso in der Diebesgilde oder von einem Diebesrentner (oder gar von einem Schlosser) lernen konnte, sonst messen wir ja mit zweierlei Maß.
--- Ende Zitat ---

Natürlich messen wir da mit zweierlei Maß, weil es angebracht ist.
Die Mitgliedschaft in einer Diebesgilde ist für einen SC-Dieb fast ausgeschlossen.
Die Mitgliedschaft in einer Magiergilde hingegen ganz gut möglich.

Denn in einer Diebesgilde ist man Mitglied wenn man in der Stadt aktiver Dieb ist, und sich den Bedingungen der Diebesgilde unterwirft. Nicht wenn man von Stadt zu Stadt tingelt immer auf der Suche nach Abenteuern.

Und ehemaliges Mitglied einer Diebesgilde zu sein, ist oft kein sehr gesunder Zustand.


--- Zitat ---Sie bilden Gruppen in denen ein Neuling vielleicht erst Schmiere stehen muß, aber wenn er es packt wird er mehr Einblicke erhalten.
--- Ende Zitat ---

Und wie sehen Deiner Meinung nach diese Einblicke aus?
Er wird besser in suchen. Eventuell im Wahrnehmungsattribut. Aber ganz sicher nicht im schlösser öffnen, davon das er Schmiere steht, während andere Schlösser knacken.


--- Zitat ---Ebensowenig wie man wollen wird, daß jeder Hans und Franz einen explosiven Feuerball beherrscht wird man auch den Zugriff auf einen Lockmaster beschränken.
--- Ende Zitat ---

Du verwechselst hier das Mittelalter mit heutigem Sicherheitsdenken.
Den Fürsten war nur Recht wenn ihre Bürger wehrhaft waren, genau wie es den Gilden Recht sein dürfte, wenn ihre Mitglieder wehrhaft sind.

Und nichts schreckt den Gegner mehr davon ab, eine Burg mit Belagerungsgerät zu stürmen, als das Wissen, dass in der Burg mehrere Magier explosive Feuerbälle werfen können.


--- Zitat ---Und abgesehen davon erinnere ich mich gelesen zu haben, daß im gewählten Setting auch dieser Spruch als ‚selten’ klassifiziert wurde, was man mit meinen Argumenten ingame begründen könnte
--- Ende Zitat ---

Das war soweit ich weis, eine Fehlinformation.


--- Zitat ---Außerdem kann er den Skill autodidaktisch erlernen, was bei dieser Tätigkeit nicht schwierig ist, wenn man ein Schloß und einen Satz Dietriche einfach vor sich legt und anfängt zu experimentieren.
--- Ende Zitat ---

Mit einem Dietrich brauch man den Skill nicht.
Und den Skill kann man nicht wirklich gut autodidaktisch lernen.


--- Zitat ---Und letztendlich muß er als theoretisch normalerweise gesetzestreuer Bürger sich dazu entschließen eine Fähigkeit zu erlernen, die man nur in sehr geringem Umfang legal verwenden kann.
--- Ende Zitat ---

Wie, nur in geringem Umfang legal nutzen?
Alleine die Option alle eigenen Schlüssel einzuschmelzen um das Risiko eines Diebstahls zu minimieren, halte ich für garnicht so illegal und auch für durchaus erstrebenswert.
Zumal wenn man bedenkt wieviele kostbare Dinge Magier oft lagern.

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