Autor Thema: Im Schatten der zweiten Sonne (Icarus)  (Gelesen 363 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Smoothie

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 608
  • Username: Smoothie
Im Schatten der zweiten Sonne (Icarus)
« am: Gestern um 02:06 »
in erster Eindruck zur neuen Kampagnenbox von Donnerhaus „Im Schatten der zweiten Sonne“
Um transparent zu machen, auf welcher Basis die Rezension steht. Ich hab die Box ausgepackt, und die Spielerfibel (die Regeln), den Storyleitfaden (die Kampagne) sowie „Willkommen an Bord“ (eine kleine Einführung in die Seefahrt) gelesen.
Die Prequel Abenteuer „War Stories“ hab ich noch nicht gelesen. Und ich habe noch nichts davon gespielt. Ich überlege gerade, ob ich es für eine meiner Runden an den Start bringe, bin aber noch unentschlossen.
Ich werde ein bisschen was zum Inhalt der Box schreiben und bewerten, dann ein bisschen was zum  Regelsystem. Alles inhaltliche zur Kampagne werde ich in Spoiler setzen, weil man über die Kampagne nicht spoilerfrei sprechen kann. Also das wirklich nicht lesen, wenn ihr das als Spielende erleben wollt.

Ich weiß nicht genau, was meine Box für ein Kickstarterlevel war, sie ist ein Geschenk meiner Rollenspielgruppe. Aber in meiner Box befinden sich:

Die Spielerfibel (168 Seiten)
Der Storyleitfaden (480 Seiten!)
Willkommen an Bord (50 Seiten)
Das NSC Heft (52 Seiten)
25 Charakterbögen mit Pregens, aus denen ausgewählt werden kann, eigene Charaktererschaffung ist nicht vorgesehen
15 A3 Karten, Schöne Spickzettel und Spezialbögen (z.B. für Schiffe)
Ne Menge Token
Ne Menge Ausrüstungs und andere Spielkarten
Und ein paar D 10
Die PDFs gabs im Kickstarter dazu.

Die Box macht wirklich Eindruck. Sie ist liebevoll gestaltet, mit vielen coolen Extras. Z.B. kann man auf einzelnen Kartons einen zusammenhängenden Comic lesen. Die Bücher sind bis auf „Willkommen an Bord“ alles Paperbacks, machen aber einen sehr guten Eindruck. Sie sind umfangreich bebildert (keine KI), trotzdem meist sehr übersichtlich gelayoutet.
Für mich ist Bebilderung in Rollenspielwerken eher unwichtig und das meiste nehme ich nicht mal zur Kenntnis, aber hier kriegt man schon einen guten Eindruck und die Optik transportiert die Stimmung der Kampagne sehr gut. Leute, die auf schöne Grafik stehen, werden aber sicher nochmal eher auf ihre Kosten kommen.

Zu den Regeln. „Im Schatten der zweiten Sonne“ verwendet eine aktualisierte Fassung des Icarus Systems, des Haussystems von Donnerhaus. Hier nur kurz, das Regelbuch hat 168 Seiten und braucht diese auch.
Proben werden gegen eine festgelegte Schwierigkeit gewürfelt, wobei Attribute, Fertigkeiten, Vorteile, passende Gegenstände zusammengezählt werden, dann kann man davon 5 abziehen, um Würfel (D10) kaufen zu können. Die man dann würfelt und dazu zählt. Und für alle Würfel, darf man dann was opfern (Moral, Ausdauer, Gesundheit, Zustände), um das Ergebnis weiter zu erhöhen. Es gibt 6 verschiedene Ergebniskategorien, Ja und, Ja, Ja aber, Nein aber, Nein, und Nein und.
Es gibt auch einfachere Blitzproben, bei denen man davon ausgeht, dass sie geschafft werden und nur noch ermittelt wird, wieviele Ressourcen man dafür aufwenden mußte.
Und dann gibt es noch sehr viele Sonderregeln.

Es gibt viele Tokens und Karten, sieht ein bisschen nach Brettspiel aus. Und die Empfehlung ist auch, den Charakterbogen am Ende der Session zu fotografieren, damit man das nächste mal wieder alles aufgebaut bekommt.

Ich tue mich ein bisschen schwer damit, das Regelsystem einzuordnen. Es ist definitiv kein Leichtgewicht. Für narrative Systeme, auf jeden Fall das simulationistischste, das ich kenne. Aber es ist ein narratives System. Die Grundprämisse ist, dass man (fast) alles schaffen kann, wenn bereit ist genug dafür zu opfern. Die Würfelei ist deutlich weniger aussagekräftig als bei fast allen anderen Systemen, die ich kenne.
Die Prämisse finde ich spannend und ich glaube, das das System sie auch gut umsetzt.
Unklar sind mir gerade zwei Sachen. Geschwindigkeit und Balancing.
Es sollten auf jeden Fall alle die Regeln sehr gut kennen und die Spielerfibel wirklich gut durchlesen, damit man hier eine Chance hat, das einigermaßen flüssig hinzukriegen.
Das ist einer der Gründe, warum ich gerade zögere, das mit meiner Gruppe zu spielen. Hier müssen alle schon viel Zeit und Engagement in Regelkenntnis investieren, v.a. auch da das Icarus System etwas sehr eigenständiges ist, das aus meiner Gruppe bislang niemand kennt.
Und vermutlich sollte man auch eher mit weniger Leuten spielen. Diese Proben dauern auch im Optimalfall einfach Zeit.  Positiv muss ich bemerken, dass die Regeln imho gut und verständlich geschrieben sind.
Wie gut das Balancing ist, muss ich auch erst beim Spielen rausfinden. Denn diesen Crunch tue ich mir nur an, wenn die Regeln wirklich funktionieren, dann aber auch gerne. Umständliche Regeln, die nur Ärger machen und die man dann ständig Handwedeln muss, kann man hingegen gerne einfach weglassen… Ich bin gespannt.

Und nun zur Kampagne selbst im Spoiler
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
« Letzte Änderung: Gestern um 02:18 von Smoothie »
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

Offline Smoothie

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 608
  • Username: Smoothie
Re: Im Schatten der zweiten Sonne (Icarus)
« Antwort #1 am: Gestern um 13:50 »
noch ein kleiner Nachtrag zu den Sicherheitstechniken, da es wieder um Inhalte geht, wieder im Spoiler
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...