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[Yet Again] Die Welle (diesmal aus Deutschland)
Boba Fett:
--- Zitat von: Sidekick am 13.02.2008 | 16:13 ---Lehrer gibt es derer drei Arten:
--- Ende Zitat ---
Aha...
ohne pauschalisieren zu wollen ;D
muss ich berichten, dass ich dann wohl von so manchem Nicht-Lehrer in meiner Schulzeit unterrichtet wurde. ;)
Hr. Rabe:
--- Zitat von: Sidekick am 13.02.2008 | 16:13 ---Das Buch und das Experiment beziehen sich auf eine Zeit, in der Lehrer noch als Autoritätspersonen anerkannt wurden und Schüler daran glaubten, dass Lehrer tatsächlich etwas wissen und ihnen etwas beibringen können. Die Jugendlichen von heute sind zwar leichter zu täuschen als früher, haben aber eine große Ablehnung vor Autorität eingepflanzt. Daher halte ich eine 1:1 Transplantation der Welle ins 2000er Zeitalter für unangebracht.
--- Ende Zitat ---
Naja, mal nicht auf 'Die Welle' sondern auf das Manuskript über den tatsächlichen Vorhang (hat weiter oben jemand gepostet) bezogen, halte ich das durchaus immernoch für möglich. Menschen ticken eben so: Gerade dieses 'Disziplin, Gemeinschaft, Aktion' Schema würde ein Vakuum in einigen Kiddies füttern, das (rein intuitiv) heute wahrscheinlich noch größer ist, als in den 60ern.
Wenn man dann noch den Muselmann anstelle des Juden als Feindbild hernimmt ist das Süppchen eigendlich schon fast gekocht. :gasmaskerly:
Plansch-Ente:
Ich glaube diese Geschichte hat mir wieder mal die Schule kaputt gemacht...alles totinterpretiert...
wjassula:
Ugh, nee, ich hab neulich so einen schlimmen Fernsehbeitrag gesehen, wo die beteiligten Schauspieler meinten, an dem Film könne man sehen, wie sich die Jugend nach Autorität sehne und die dürfe nicht vom Faschismus kommen, sondern von den Guten, und deshalb müsse jetzt mal Schluss sein mit dem ganzen windelweichen Getue und endlich wieder Napola-Style, nur halt vom Sozi-Lehrer, und Schuld sind -tada!- "die 68er". Isch kann des net mehr höre. Aber interessant, wie sich der Zeitgeist so ändert.
Sidekick:
meine Erfahrung aus fünf verschiedenen Schulen ist es nunmal, dass sich die meisten Lehrer in die drei Achretypen einteilen lassen (mehr oder weniger, es geht ja um eine vereinfachte Darstellung). Schüler, die sich nach einer Autoritätsperson sehnen, sind mir fremd. Das halte ich für realitätsfremdes Wunschdenken; Ich habe nur mit Schülern die Klassen geteilt, welche Autorität in unterschiedlichen Graden ablehnten. Das ging von der Toleranz eines Autoritären Unterrichtsstils (vielleicht 15%) flüssig abgestuft bis zur empfundenen Kampfansage (ca. 10%).
Keiner meiner Mitschüler hat sich bei einem Autoritären Lehrkörper ein "ja, bitte mehr Führung" gedacht bzw mir signalisiert, dass er so empfindet. Man fühlte sich ja auch immer etwas eingeängt... Autorität ist in der Schule nunmal out. Respekt von Mensch zu Mensch ist vorhanden, aber man fühlt sich als Krone der Möglichkeiten menschlich gleichwertig mit dem lehrkörper. Je Autoritärer die Lehrer meiner vergangenheit wahren, desto stärker wurden sie von den Schülern entmenschlicht. Das ging sowiet, dass man einen Autoritären "Jetzt ist Lehrstoff und nichts anderes"-Pocher als "Aufsageautomat" empfand.
Daher halte ich das Konzept der Welle, das Vorleben des Mechanismusses "Führung und Erfolg" für überholt. "Die Welle" kann auf anderer Ebene noch funktionieren, in dem man etwa den Schülern suggeriert, es würde eine Gefahr drohen und man müsste sich dagegen formieren. So könnte eine radikale Schülerbewegung glaubwürdig entstehen.... aber ein Lehrer erfindet "eine grosse Bewegung" und alle machen mit? Überholt, ein Gedankenbild, welches in Deutschland seit jahrzehnten überholt ist. Selbst die letzten grossen Bewegungen (68er) funktionierten anders, man hätte sich besser an ihnen orientieren sollen.
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