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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 28.07.2008 | 21:37 ---Keine Ahnung, hab ich noch nicht endgültig festgelegt -- die schönen Freiluftwelten könnten vielleicht im Mittel so 30LJ voneinander entfernt liegen, also etwa drei Sprünge. Nur so als grober Anhaltspunkt. Es werden jedenfalls eher drei Sprünge als dreißig sein.
--- Ende Zitat ---

Klingt gut. Also im Normalfall ein paar Wochen von einer bewohnten Welt zur anderen.


--- Zitat ---Die Idee ist grundsätzlich interessant, aber wenn man alle Register zieht, wird das viel zu komplex in der Buchhaltung. Logisch/plausibel ist auf jeden Fall, dass man nicht durch ein Gravitationsfeld durchspringen kann. Aber die meisten Sprünge werden eh zwischen Nachbarsternen stattfinden. Und wie da nun die Bahnen und Ekliptiken zueinander liegen, das wäre zumindest als SL zu blöd zum simulieren.
--- Ende Zitat ---

Ich dachte mehr an Handwedeln. Je nachdem, wie es gerade in den Plot passt, muss man halt eventuell einen kleineren oder größeren Umweg machen... "Die Sterne stehen zur Zeit nicht günstig für eine Reise nach X."
Für die ganz Zufallsversessenen würfelt man halt, und die Chancen stehen 50/50, dass der direkte Weg gerade frei ist.


--- Zitat ---Sowas kann es auch so geben. Ein Stern, der ein Stück außerhalb der Ekliptik der Milchstraße liegt, und deshalb mit den momentan existierenden Sprungantrieben nur von einem System aus angeflogen werden kann. Lass in diesem System irgendwas passieren -- ein lokaler Diktator errichtet eine Blockade oder so -- und das System ist erstmal abgeschnitten.

Ja. Man kann, was die Technik angeht, ohne weiteres quasi sofort nach Ankunft wieder springen. Auch wenn es der Besatzung den Magen umdreht. Könnte tatsächlich ein körperliches Risiko darstellen, aber das liegt nur an der Schwachheit des Fleisches. ;)

Man muss aber, wie gesagt, nicht erst zum nächsten Ankunftspunkt fliegen um loszuspringen; der Start ist mit o.g. Einschränkungen fast überall möglich.
--- Ende Zitat ---

Also ist ein Sprungpunkt damit automatisch ein Lagrange-Punkt? Hattest du bisher IIRC nicht ausdrücklich gesagt.


--- Zitat ---Hab ich mir auch schon überlegt, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. Evtl. könnte es sein, dass die Sprungpunkte nach Herkunftssystem sortiert sind. Also etwa: Schiffe aus Barnard's Star kommen an Jumpsphere Alpha an, solche aus Espilon Indi an JS Bravo und Ankömmlinge aus Arcturus an JS Charlie, und so weiter.
Wenn man bedenkt, wieviele Systeme im Umkreis von 10 LJ liegen können, wird es schwierig bis unmöglich, alle JS zu sichern. Das eröffnet z.B. einem bekannten Piraten die Möglichkeit, sich auf Umwegen über wenig benutzte JS in ein System zu schleichen. (Damit gäbe vielleicht auch Turning Wheel mal Ruhe ;) ).
Aus militärischen Gesichtspunkten wird es freilich dann haarig, aber könnte noch im Rahmen des Machbaren sein.
Was meint ihr?

--- Ende Zitat ---

In Anlehnung an die Idee mit den Piratenpunkten könnte man bestimmen, dass die L4- und L5-Punkte, als stabile Lagrangepunkte, leichter anzufliegen sind, und daher als "Haupteinfallstor" dienen. Die drei anderen sind schwieriger zu "treffen", aber für Piraten wäre es das Risiko vielleicht wert.

Und wenn man eine Welt angreifen will, könnte man zum einen die Scouts, die alles auskundschaften sollen, zum L1-, L2- oder L3-Punkt schicken, weil diese vielleicht weniger stark bewacht sind, oder aber ein paar Schiffe als Überfallkommando durch diese Punkte schicken, um Chaos anzurichten und vielleicht Wachschiffe von den L4- und L5-Punkten abzuziehen.

Man muss ja auch sehen, dass zu jeder Zeit wahrscheinlich ein guter Teil der Punkte nicht nutzbar ist - wenn beispielsweise Saturn ganz in der Nähe ist, könnte der L4/L5-Punkt von Jupiter deswegen nicht verfügbar sein.

Wobei... sind die L4-/L5-Punkte von Jupiter (und anderen Gasriesen?) nicht sowieso voller Asteroiden? Das würde doch sicher, wegen des Kollisionsrisikos und wegen der Schwerkraft der Asteroiden, ein Problem ergeben, oder?

Feuersänger:
Hmmm, die Einwände sind gut.
Korrigiere also: man kann zwar direkt am Ankunftsort erneut springen, jedoch nicht sofort nach Ankunft. Vielleicht muss erst das System abkühlen, dazu noch der nächste Sprung berechnet werden, womöglich muss der FTL auch frisch kalibriert werden, wenn man nicht irgendwo im Nirgendwo stranden will.

Ein paar Stunden zwischen den Sprüngen sollten also nötig sein.

Jumpspheres sind nicht direkt L-Punkte einzelner Planeten, sondern liegen meist weiter ab vom Schuss und außerhalb der Planetenbahnen. Ihre Position wird nicht nur vom Zentralgestirn und einem Planeten bestimmt, sondern von mehreren Planeten und wohl noch anderen, esoterischeren Faktoren.

Und ja, L4- und L5-Punkte sind ein Sammelbecken für Trojaner. Wäre zu gefährlich, da reinzuspringen. ;)

JohnStorm:

--- Zitat von: Feuersänger am 24.07.2008 | 20:57 ---Sprung
Der Sprung selbst dauert nur wenige Augenblicke bis Minuten, kann sich aber subjektiv stark längen und ist in jedem Fall ein Höllenritt, etwa wie eine Korkenzieher-Looping-Achterbahn rückwärts während eines Erdbebens. Nunja, ihr wisst was ich meine.
--- Ende Zitat ---

Ich habe einfach Verständnisfragen:
1. Welche plausible Begründung hast du, dass es ein Höllenritt ist? Was unterscheidet das Gehirn von jedem anderen elektrisch/chemischen System auf den Schiffen, dass es so beeinflußt wird?
In deinem Setting gibt es Cybertechnologie, Hochentwicklte Antriebe, Super-Computer usw. Diese ganze Technik müsste ebenso in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn nicht sogar stärker, wenn man bedenkt, dass heutzutage schon eine einfache elektrische Entladung (durch den Gang auf dem Teppich verursacht) einen Prozessor schädigen kann?

2. Irgendwo erwähnst du, dass der Sprung nur bei Bewußtsein geschehen kann. Welche plausible Erklärung hast du dir dafür überlegt? Wo soll der Unterschied sein bei jemand, der bewußtlos, im Koma liegend, bei Bewußtsein usw. springt, liegen? Wenn Bewußtsein nötig wäre, könnte das ganze Raumschiff nicht springen, weil es keines hat?

Eulenspiegel:

--- Zitat von: JohnStorm am 28.07.2008 | 23:11 ---1. Welche plausible Begründung hast du, dass es ein Höllenritt ist? Was unterscheidet das Gehirn von jedem anderen elektrisch/chemischen System auf den Schiffen, dass es so beeinflußt wird?
--- Ende Zitat ---
Stell dir einfach mal vor, du wirst in eine Schleuder gelegt und kräftig durchgeschüttelt. In einer Sekunde hast du 5g Richtung Füße und im nächsten Augenblick hast du 5g Richtung Kopf.
Eine Maschine kann man so lagern, dass ihr Ruckeleien nichts ausmachen. Aber einen Menschen, den man kreuz und quer hin und her schüttelt, dem wird meistens schlecht.

Stell dir außerdem vor, es gäbe im Hyperraum einen konstanten Ton: Und dieser hat verdammte Ähnlichkeiten mit einem Fingernagel, der über eine Schiefertafel kratzt. - Nur noch lauter und unangenehmer.
Einem elektronischen Gerät macht dieses Geräusch nichts aus. Aber einen Menschen kann es in den Wahnsinn treiben.

Feuersänger:

--- Zitat von: JohnStorm am 28.07.2008 | 23:11 ---1. Welche plausible Begründung hast du, dass es ein Höllenritt ist? Was unterscheidet das Gehirn von jedem anderen elektrisch/chemischen System auf den Schiffen, dass es so beeinflußt wird?
--- Ende Zitat ---

Es handelt sich eher um physische Schocks und Einflüsse, etwa so wie Eulenspiegel sich das vorstellt. Vielleicht wird ja sogar im Hyperraum das ganze Schiff extrem in die Länge gezogen, und die Atomstrukturen nehmen erst beim Austritt wieder ihre ursprüngliche Form an. Metall spürt keinen Schmerz, Lebewesen schon. Das wäre so in etwa die extremste Erklärung, muss auch nicht so sein, aber ungefähr so mag man sich zumindest fühlen. Immerhin wirst du gerade durch einen Tunnel gezogen, in dem völlig andere Naturgesetze gelten, und nach kurzer Zeit an einem Ort ausgespuckt, an dem die Bilder deiner Abreise erst in mehreren Jahren beobachtbar sein werden.

Cybertech wird wie gesagt gerade dazu eingesetzt, um diese Hyperraumkrankheit in den Griff zu bekommen. Vielleicht Traumadämpfer und sowas, "eiserne Mägen", was weiss ich.
Elektronik jeder Art muss für den Einsatz im Weltraum sowieso stabiler, z.B. "rad-hard" konstruiert sein, d.h. strahlungsresistent, damit nicht die nächste Sonneneruption sämtliche Bordsysteme grillt. (Das gilt bedingt sogar für heutige Flugzeuge; Airbusse z.B. hatten als Hauptrechner noch einen abgehärteten 386SX25, als in deutschen Kinderzimmern schon 486er und Pentiums standen).


--- Zitat ---2. Irgendwo erwähnst du, dass der Sprung nur bei Bewußtsein geschehen kann. Welche plausible Erklärung hast du dir dafür überlegt?
--- Ende Zitat ---

Ganz einfach; das war auch keine willkürliche oder gar esoterische Bestimmung, sondern eine logische Folgerung: im bewusstlosen Zustand könntest du dich nicht abstützen und würdest durchs Schiff klötern wie ein Klixbüll in der Spraydose. Man muss sich halt auf die Lageveränderungen einstellen. Das ist vereinfacht gesagt so ähnlich, wie wenn du in der U-Bahn stehst und bei Lastwechseln dein Gewicht verlagerst. Nur schlimmer.
Dem ließe sich vorbeugen, indem man das Gemüse ganz sorgfältig fixiert, aber auch da wäre nich die Gefahr gegeben, dass der Passagier z.B. an seiner Zunge erstickt.

Nota bene: dieses ganze "Höllenritt"-Szenario ist schiere, reine Colour. Es ist für den technischen Hintergrund vollkommen wurscht, wenn man mal von ein paar Sekunden Desorientierung nach dem Austritt absieht. Ich will damit lediglich rüberbringen, dass FTL-Reisen immer noch etwas nicht-alltägliches sind, und man sich ihnen nicht unbedacht aussetzt, wie wenn man heute in sein Auto steigt, um einkaufen zu fahren. Wer sich für ein Leben als FTL-Spacer entschieden hat, dem ist es ernst damit.

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