Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau
[SF: Redshift] Setting-Hintergrund
Funktionalist:
Wobei es Möglich sein könnte einzelne Beobachter, deren Position man kennt zu täuschen, wenn man entsprechend vorbereitet ist.
In etablierten Systemen dürfte das nicht praktikabel sein, aber in Grenzwelten mit WildWestatmo wäre es eine Option.
Feuersänger:
Nur mal eben kurz, werd mich erst ab morgen wieder eingehender um den Thread kümmern können:
--- Zitat ---Massediskrepanz lässt sich dadurch beseitigen, dass man genug sehr dichten (und damit sehr kompakten) Ballast mitführt, um massemäßig als beladener Frachter durchzugehen.
--- Ende Zitat ---
Dann nimmt man doch am besten gleich extraviel Treibstoff mit -- ist zwar nicht so kompakt, aber 1 Tonne pro Kubikmeter (=Wasser) ist auch nicht ganz wenig, und man kann damit noch was nutzbringendes anfangen.
--- Zitat von: SeelenJägerTee am 7.01.2011 | 23:00 ---Hat so ein Schiff, denn keine Ersatzteile dabei um seinen Antrieb zu reparieren? Wäre ja scheiße wenn der durch nen gesteinsbrocken der durch die Leere des Alls treibt zerlegt wird und dann alle des Todes sind.
--- Ende Zitat ---
Nicht allzu viel. Die "verwundbaren" Teile des Antriebs, nämlich die Hitze- und Strahlungsschilde, bestehen ausgerechnet aus Wolfram oder ähnlich dichtem Zeug. Wird eines der Schilde beschädigt, kann je nach Schwere des Schadens noch mit verminderter Leistung weitergelaufen werden (es darf halt nimmer so heiss werden). Ein paar Ersatzteile sind vielleicht auch vorhanden, so wie ein Auto heutzutage ein und nur ein Ersatzrad dabei hat. Würde man jedoch mehrere Schilde komplett wegschießen, wäre erstmal Feierabend.
Dies eröffnet übrigens eine valide Kontertaktik im Falle eines Piratenangriffs: wenden zum Frontalangriff. Die Frontpartie besteht aus mehreren Schichten Kohlenstoffpanzerung und ist immer am stärksten geschützt, da sie zufällig vorkommenden Impaktoren (lies, Mikrometeoriten et al) mit bis zu ca. 400km/s standhalten muss. Man kann als Faustregel vielleicht sogar sagen, dass der Frontschutz so massiv ist wie der Antrieb. Man bietet dem Gegner also die unempfindlichste Trefferfläche und macht das empfindlichste Ziel (den Antrieb) unangreifbar.
Klappt natürlich nur im 1-on-1, wo keine Zangenbewegungen möglich sind, und ist auch da noch leidlich riskant... aber immerhin eine Möglichkeit.
Captain:
Das stellt natürlich die Frage, ob man mit nem kleinen Schiff nicht vielleicht höhere Beschleunigungswerte erzielen kann als ein durchschnittlicher Frachter seine paar Tonnen Trägheitsmasse gewendet bekommt.
Yerho:
--- Zitat von: Feuersänger am 7.01.2011 | 20:05 ---Decoys, wie schonmal erwähnt, bringen nicht viel: man kann ja die o.g. Parameter erkennen. Ein Täuschkörper, der die gleiche Masse und Antriebsleistung wie ein echtes Raumschiff hat, kostet auch etwa genausoviel wie ein Raumschiff. Kann man sich also sparen.
--- Ende Zitat ---
Das ist hauptsächlich einfach eine Frage der Entfernung und der Auswertung/Einschätzung von Ortungsergebnissen.
Wenn man nicht gerade Star-Trek-Kristallkugelsensoren besitzt, kann man auf astronomische Entfernungen nicht sicher feststellen, was für eine Masse/Dichte ein Kontakt hat. Dafür sind mehr oder weniger aufwendige Schwerefeldmessungen aus der Nähe erforderlich, durch die man Anomalien feststellen kann - sofern man weiß, wie denn die normalen Verhältnisse vor Ort sind und was daher anomal zu bewerten ist. Und dadurch, dass man auf Nähe zum Kontakt gehen und Zeit investieren muss, macht man sich womöglich bereits zum Ziel, was jeder Kommandant kalkulieren wird.
Gefälschte Radio-, Wärme- oder visuelle Kontakte sind womöglich sogar sehr effizient, weil es sich der Gegner je nach Situation einfach nicht leisten kann, einen Kontakt zu ignorieren ... oder ihn genauer zu prüfen. Man weiß beispielsweise nicht, ob ein schwaches Radarecho durch einen kleinen Täuschkörper oder durch eine kleine Lücke in der Anti-Radar-Beschichtung eines echten Schiffes entsteht. Als Jäger muss man alle Kontakte überprüfen, um das Ziel zu finden, als Gejagter muss man alle als potentielle Bedrohung annehmen; in einer symmetrischen Kampfsituation wechseln diese Rollen situativ/operativ ständig.
Sprich: Man fülle ein ausreichend großes Kampfgebiet mit vielen mobilen Kontakten, um fehlende natürliche Deckung zu kompensieren und im All eine Situation zu erzeugen, die einem Seegefecht ähnelt.
Im Konflikt ziviler Frachter mit Piraten könnte ich mir vorstellen, dass der Frachter im Grunde keine Chance hat, nicht aufgebracht zu werden, wenn seine Position erst einmal bekannt und in astronomischen Maßstab erreichbar ist. Einmal vor Ort haben Piratenschiffe einfach die besseren Beschleunigungs- und Manövrierwerte, von der Bewaffnung ganz zu schweigen. Dann dürften Frachter entweder nur gesicherte Routen (bzw. Knotenpunkte) abfliegen, oder aber grundsätzlich im Konvoi unter Bedeckung.
Noch eine Sache, die mir gerade einfällt:
Generell stelle ich mir Piraterie in diesem Setting derzeit noch schwierig vor, da sich der Background momentan nicht so darstellt, als wäre die Inbetriebnahme eines Raumschiffs so leicht zu bewerkstelligen wie die Ausrüstung eines Kapers zur See. Ab einer bestimmten Komplexität und Kostenintensität ist Piraterie einfach nicht machbar: Die Mittel, um überhaupt erst einmal ein Schiff auszurüsten und zu betreiben, erfordern das Know-How und die Infrastruktur eines größeren Staates, und das Gewerbe wäre nur rentabel, wenn jeder aufgebrachte Frachter mit dem Äquivalent von purem Gold gefüllt wäre. Raumfahrt an sich müsste schon einen gewissen Jedermann-Status haben, damit überhaupt machbare Piratenschiffe auf ausreichend dichten Frachtverkehr stoßen.
Feuersänger:
--- Zitat von: Captain am 10.01.2011 | 08:20 ---Das stellt natürlich die Frage, ob man mit nem kleinen Schiff nicht vielleicht höhere Beschleunigungswerte erzielen kann als ein durchschnittlicher Frachter seine paar Tonnen Trägheitsmasse gewendet bekommt.
--- Ende Zitat ---
Nunja. Bessere Beschleunigung vielleicht, aber nur sehr relativ. Du kannst im Prinzip beliebig starke Beschleunigung haben, wenn du dafür delta-V opferst. Wenn du dir das so vorstellst wie in diversen Computerspielen, dass der Angreifer schneller um sein Opfer herumsaust, als dieses drehen kann -- das wird so wohl nicht funktionieren. Ohne das jetzt nachzurechnen, dürfte es wesentlich "billiger" sein (treibstoffbezogen), ein Schiff schnell zu drehen, als selbst ein kleineres Schiff seinen Vektor mehrmals komplett ändern könnte.
@Yerho:
Man kann die Masse nicht einfach so direkt messen, das stimmt schon. Aber man kann sie errechnen, jedenfalls sobald das Objekt seinen Antrieb anschaltet. Du kannst messen, wieviel Watt der Antrieb abstrahlt. Du kannst die Temperatur des Antriebstrahls erkennen und daraus Massedurchsatz und Ausströmgeschwindigkeit errechnen. Damit kennst du auch gleich den Schub. Du kannst die Beschleunigung des Schiffes messen. Und aus Schub und Beschleunigung lässt sich problemlos die Masse errechnen. Das hat NICHTS mit Kristallkugelsensoren zu tun, sondern ist alles ganz banale Technologie, wie wir sie heute schon längst haben.
In Sachen Background:
Das ist in der Tat immer noch etwas schwierig. Selbst ein gebrauchtes Schiff der vorherigen Generation und womöglich ohne Sprungantrieb dürfte immer noch, in heutigen Maßstäben gerechnet, einige Millionen kosten. Im Gegensatz zu heute reicht es nicht, ein altes MG auf ein Paddelboot zu montieren, um ins Piratengeschäft einzusteigen. Es ist schon für Zivilisten schwierig genug, die Akquise des ersten Raumschiffs überhaupt zu plausibilisieren. War ja auch schon Thema dieses Threads.
Piraten müssen sich da vielleicht aus ausgemustertem Weltraumschrott selber was zusammenbasteln, ich weiß nicht.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln