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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Funktionalist:
Dann steht hinter jedem "Zivilist" halt ein ganzer Feudalstaat und schuftet.
Wir haben doch keine Obergrenze an Kapitalaustattung der Welten und an ANzahl der Menschen.

Sonnensystem 22Mrd. mit einer Geschihcte von 300Jahren Raumfahrt haben dann genug Schiffe im System. Man auch heute noch mit ner K98 ballern, wenn sie gepflegt ist und sie hat immer den gleichen Rumms.
So ein Raumschiff muss ja nicht, größer, schneller und besser werden, wenn es neuer ist, es reicht, dass es viel billger herzustellen ist. (Die guten alten Titanrahmen! Die halten auch ein Feuer aus, nicht so, wie die neuen Kohlenstoffmembran-Ultraleicht Shuttles.)

SeelenJägerTee:
@ Piraten
Wie wäre es mit Freibeutern?
Die könnten ja von ihrem Land ein Schiff gestellt bekommen, um die Wirtschaft des Feindes zu schwächen.
Die bringen Transporter auf, welche sofort nach Piratenmanier in die Piratenflotte integriert werden. Jetzt hat auch der erste Offizier ein Schiff. Nehmen wir mal an, eine Regierung stattet nur 10 Freibeuter aus.
Jeder von denen kapert 5 Schiffe, bis durch eine Meuterei 1 Schiff in die Hand von "freischaffenden Piraten" fällt.
Jetzt lassen wir das mal 100 Jahre laufen*.
Und jetzt wechselt die Regierung ihren Kurs und beendet das Freibeutertum - wie viele von denen werden wohl auf "eigene Rechnung" weiter machen?
Schon hat man eine "Startpopulation" die durch Knospung (erbeutete Schiffe) weitere piraten Produziert.


*Wobei 100 Jahre natürlich schon echt lange sind. Wenn man mal die Geschichte der letzten 200 Jahre anschaut, dann passieren weltbewegende Umwälzungen ja eigentlich so etwa im 20 Jahre-Takt.
Das heißt es würde auch reichen, wenn die Regierung schon nach ~20 Jahren die Kaperbriefe nicht erneuert.

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 10.01.2011 | 14:11 ---
In Sachen Background:
Das ist in der Tat immer noch etwas schwierig. Selbst ein gebrauchtes Schiff der vorherigen Generation und womöglich ohne Sprungantrieb dürfte immer noch, in heutigen Maßstäben gerechnet, einige Millionen kosten. Im Gegensatz zu heute reicht es nicht, ein altes MG auf ein Paddelboot zu montieren, um ins Piratengeschäft einzusteigen. Es ist schon für Zivilisten schwierig genug, die Akquise des ersten Raumschiffs überhaupt zu plausibilisieren. War ja auch schon Thema dieses Threads.
Piraten müssen sich da vielleicht aus ausgemustertem Weltraumschrott selber was zusammenbasteln, ich weiß nicht.

--- Ende Zitat ---

Zum Thema "Wie kann sich ein Zivilist ein Raumschiff leisten" fällt mir was ein.

Könnten nicht Staaten günstige Kredite zum Raumschiffkauf anbieten, und/oder ihre eigenen ausgemusterten Schiffe verkaufen, und Gegenzug muss sich der Kreditnehmer verpflichten, im Kriegsfall sein Schiff als "Flottenreserve", also zum Truppen- und Nachschubtransport, mobilisieren zu lassen? Sie könnten zumindest ihren eigenen Raumflotten-Veteranen, die ja wohl als verlässlich bekannt sind und schon die nötige militärische Ausbildung und Erfahrung haben, so ein Arrangement anbieten. Dadurch müssten die entsprechenden Raumflotten in Friedenzeiten weniger Transportkapazität vorhalten.

Ansonsten könnte es Subventionen und dergleichen für Schiffe geben, deren Eigner sich verpflichten, bei Bedarf bis zu einer bestimmten Menge "offizielle" Fracht billig oder kostenlos zu transportieren, oder die bereit sind, bestimmte Routen zu fliegen - oder Risikokapitalgeber, die Finanzierung vorschießen, falls Handel und Frachttransport profitabel genug ist.

So oder so dürften aber die allermeisten privaten Frachter größtenteils der Bank gehören. Und die meisten privaten Eigner machen Monat für Monat einen Wettlauf gegen die Ratenzahlung.

Yerho:

--- Zitat von: Feuersänger am 10.01.2011 | 14:11 ---Nunja. Bessere Beschleunigung vielleicht, aber nur sehr relativ. Du kannst im Prinzip beliebig starke Beschleunigung haben, wenn du dafür delta-V opferst. Wenn du dir das so vorstellst wie in diversen Computerspielen, dass der Angreifer schneller um sein Opfer herumsaust, als dieses drehen kann -- das wird so wohl nicht funktionieren.
--- Ende Zitat ---

Du traust mir ja ein Verständnis zu ... ;)

Was ich meinte ist folgendes: Ein Piratenschiff kann aufgrund seiner geringeren Masse (oder mindestens aufgrund eines besseren Antriebs-Masse-Verhältnisses) die nötigen Manöver zum Abfangen und Entern durchführen und den konventionellen Treibstoffverbrauch gering zu halten. Ein Piratenschiff wäre darüber hinaus womöglich sogar von vornherein eher ein Träger, welcher in Reichweite der potentiellen Prise ein paar Enterboote ausschleust. Diese kriegen noch eine ordentliche Ausgangsgeschwindigkeit des Mutterschiffs mit, bevor dieses ziemlich stark verzögern müsste, um seine Geschwindigkeit dem Frachter anzugleichen. Ein Boot geringerer Masse hat logischerweise eine geringere Verzögerung und kann sich weitaus schneller drehen und (innerhalb für die Besatzung verträglicher Parameter) deutlich besser beschleunigen. Ein Dogfight wird logischerweise trotzdem nicht daraus, aber um bei Bedarf verschiedene neuralgische Punkte am Ziel auszuschalten oder dieses wirksam einzukesseln, muss man schon mehrere kleine Plattformen haben, denen es in einem Zielanflug pro Plattform (für mehr dürfte der Treibstoff schwerlich reichen) gelingt.

Ich stelle mir das am effizientesten so vor, dass drei bis vier Boote am Frachter vorbei schießen und auf dem Weg möglichst viele wichtige, aber nicht unbedingt kritische Bereiche bepflastern, um den Frachter an der Flucht zu hindern oder wenigstens zur Aufgabe zu zwingen. Dann geht ein großer oder mehrere größere Transporter längsseits, nimmt/nehmen die Beute auf - das Ganze unter Zeitdruck, weil das Mutterschiff weiter fliegt, um eben nicht zu viel "Fluchtgeschwindigkeit" opfern zu müssen. Der Transporter und die Boote kehren zurück, docken wieder an und man ist weg, bevor etwaig herbeigerufene Hilfe überhaupt so richtig losgeflogen ist.

Vom Übernehmen des kompletten Frachters halte ich nicht viel, da dieser und seine Crew wohl eher eine Last wären. Man kann die Leute nicht abmurksen, weil sich dann in Folge niemand mehr ergeben würde und man kann das Schiff kaum irgendwo veräußern, weil es unabsehbar viele Identifkationsmerkmale und sonstwo versteckte Sender gibt; ganz zu schweigen davon, dass man nicht zu viele Schiffe aus dem Verkehr ziehen darf, wenn das Piratengeschäft rentabel bleiben soll - besser ist es, die gleichen Leute später noch mal "abzuziehen", denn dann kennt man sich schon und die Plünderung läuft reibungsloser. ;D


--- Zitat ---Man kann die Masse nicht einfach so direkt messen, das stimmt schon. Aber man kann sie errechnen, jedenfalls sobald das Objekt seinen Antrieb anschaltet. Du kannst messen, wieviel Watt der Antrieb abstrahlt. Du kannst die Temperatur des Antriebstrahls erkennen und daraus Massedurchsatz und Ausströmgeschwindigkeit errechnen. Damit kennst du auch gleich den Schub. Du kannst die Beschleunigung des Schiffes messen. Und aus Schub und Beschleunigung lässt sich problemlos die Masse errechnen.
--- Ende Zitat ---

Das ist richtig. Nur dürfte "Spurten und Gleiten" (Was im modernen Seekrieg gängig ist ...) auch im All zu den üblichen Manövern gehören, schon allein der Treibstoffeffizienz wegen. Sprich, beschleunigt ohnehin nicht ständig, ganz besonders dann nicht, wen man unentdeckt bleiben will. Dann strahlt man nur noch passiv Wärme ab, was schwer zu unterbinden, aber mit billigen Täuschkörpern leicht aktiv zu imitieren ist. Ferner reflektiert man Radiowellen, was sich von Täuschkörpern noch leichter imitieren und durch Beschichtung eventuell sogar blocken lässt. Ein nicht beschleunigendes Schiff in einem weit verstreuten Schwarm von zigtausend Täuschkörpern ist zwar gewiss nicht aus dem Sinn, aber definitiv aus den Augen, da man schwerlich alle Täuschkörper abschießen will (oder kann). Da ist dann Hirnschmalz und Taktieren gefragt, also genau das, was Spannung bringt. :)


--- Zitat ---Piraten müssen sich da vielleicht aus ausgemustertem Weltraumschrott selber was zusammenbasteln, ich weiß nicht.
--- Ende Zitat ---

Wobei selbst das wenig plausibel ist: Warum sollte jemand ... Ach was, etliche brillante Köpfe, die ein etliche Milliarden teures Raumschiff aus Schrott bauen können, eine Karriere als Piraten-Ingenieure für erstrebenswert halten? Klar, ein paar gestrauchelte Genies wird es geben, aber dass die Beherrschung von Raumschiffstechnik nicht den Verbreitungsgrad einer heutigen Kfz-Bastlerwerkstatt hat, setzt dem Ganzen doch enge Grenzen.

Aber womöglich ist unsere Vorstellung von Piraterie auch schon zu sehr durch bestimmte Aspekte geprägt. Die Ursprünge von Piraterie war die Plünderung von Schiffen, die sich nicht auf Fahrt befinden, und da haben wir ja im Grunde bereits angesetzt.

Ich würde das präzisieren wollen: Space-Age-Piraten brauchen im Grunde keine eigenen Schiffe, sondern lediglich eine gute Tarnidentität, falsche Papiere und eine Möglichkeit, Waffen von A nach B zu schmuggeln. Dann reist die Piratenbande ganz legal, zeitversetzt und einzeln zu einem Knotenpunkt (z.B. eine Handels- und oder Tankstation), sammelt sich dort, kapert das Schiff und haut damit ab. Man muss gar nicht weit damit kommen: Ein lauschiger Rendezvous-Punkt, an dem die Ladung und auf einen eigenen (gemieteten?) Frachter oder den des Hehlers/Kunden gebracht wird, reicht vollkommen. Mit dem reist man dann auch gleich weiter und kann vom Anteil am erfolgreichen Coup wenigstens ein bis zwei Jahre gut leben. Damit ist Piraterie selten und nicht raumkampftechnisch spektakulär, aber nichtsdestotrotz spannend und durchaus für Legenden geeignet, weil viel Tollkühnheit und Undercover-Kompetenz dazu gehören.

Feuersänger:
@Chaos: ja, zu einigen dieser Schlussfolgerungen bzw. Möglichkeiten bin ich auch schon gekommen.  Besonders erfolgversprechend erscheint mir der Ansatz, dass gerade die Kolonien solche "Existenzgründer" mit entsprechender Starthilfe ausstatten, denn die brauchen jede Tonne Lift, die sie kriegen können. Das könnte soweit gehen, dass Erden-Banken solche Kredite nur mit Risikoaufschlag und heftigen Zinsen ermöglichen, aber Kolonien das Geld als zinsloses Darlehen und womöglich sogar subventioniert vorschießen. Dadurch werden auch gleichzeitig die Raumfahrer an die jeweilige Kolonie gebunden.

Die Frachtraten für "Consolidated Freight" (die also nicht der Schiffsbesatzung selber gehört) müssen sich, damit das Ganze funktioniert, nach Distanz (FTL und IP getrennt) und Geschwindigkeit richten. Das kann u.U. heissen, dass ein Transport zwischen den inneren Planeten zweier Systeme billiger ist als z.B. ein Transport zwischen Erde und Neptun, aber das nur am Rande.
Real-World-Exkurs: heutzutage ist Seefracht ziemlich billig; wird nach Volumen und Masse (und Strecke) abgerechnet, aber liegt so größenordnungsmäßig bei ~200 Euro pro Tonne. Luftfracht hingegen schlägt mehr so mit 3-10 Euro pro kg (!) zu Buche, wobei sich der Preis nicht nach der Distanz, sondern nach dem "Lift" richtet, also der Transportkapazität auf einer bestimmten Strecke.

Weiter:
Ich möchte den Weltraum so weit wie möglich "demilitarisiert" halten, da sonst sofort eine unendliche Rüstungsspirale losgeht. Denn leider läuft es bei konsequent durchdachtem Szenario immer darauf hinaus, dass der mit der größeren Kanone gewinnt. Zur Erinnerung: Es gibt kein Waffendreieck à la Schlachtschiff > Zerstörer > Torpedoboot > Schlachtschiff. Aber selbst das größte Kampfraumschiff hätte die Arschkarte gegen planetare Verteidungslaser gezogen, somit gibt es eigentlich auch kaum einen Anreiz, überhaupt Kampfraumschiffe zu bauen.
Wie gesagt soll es ein Settingmerkmal sein, dass es eben _keine_ Kriegsraumschiffe gibt, und wenn es mal zu den ersten interplanetaren oder -stellaren Kriegen kommt, die aus irgendwelchen Gründen Raumkämpfe erfordern, müssen Zivilschiffe halt irgendwie umgerüstet werden.

Die Idee mit den Freibeutern und Kaperbriefen ist jedenfalls gut, hatte ich letztens auch schon. ;)

@Yerho:
Die Idee mit den Beibooten ist gar nicht schlecht, denke ich. Allerdings siehe oben: da dürfte der Frachter selbst mit seiner leichten Bordkanone den Pinassen an Feuerkraft überlegen sein, womit wieder die obige Regel gilt. Also zumindest ist es keine ausgemachte Sache, dass die Piraten gewinnen.

Deiner Einschätzung gegen das Übernehmen von Schiffen stimme ich zu.

re "Spurten und Gleiten": im Prinzip ja. In der Praxis ist bereits die "Spurtphase" quer durchs ganze Sonnensystem sichtbar. Wenn die Gleichungen auf Atomic Rockets korrekt sind (das kann ich nicht überprüfen) ist ein Schiff bereits ab 250MW Verlustleistung auf ganze 9AU detektierbar. Bei meiner Settingtechnologie gehe ich bei Raumschiffen der aktuellen Generation von etwa 80MW Verlustleistung _pro Tonne_ Leermasse aus.

Dann hab ich inzwischen den Faden verloren, wozu die Täuschkörper jetzt gut sein sollen. Wenn sich da ein Schwung von dutzenden (die "zehntausende" lassen wir mal stecken) Irgendwassen auf einem Abfangkurs zu mir bewegt, kann das doch nicht gut sein.

So, jetzt kann ich mich nimmer konzentrieren, bis demnächst. ^^

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