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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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el-Pi:

--- Zitat von: Tobias D. am 14.02.2008 | 21:34 --- dann wüsstest du auch, was für Energiemengen diese FTL-Ansätze brauchen würden.  ;)
Dafür mach ich dir locker ein "Brute-Force-Terraforming" der Venus, inklusive Installation von Schirmen, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren und Komplett-Austausch der Atmosphäre. Theoretisch alles kein Problem.

--- Ende Zitat ---
Ja, das ist mir alles bewusst (vor allem der Energieverbrauch bei FTL). Wollte eigentlich nur anmerken beide Projekte klingen gleich größenwahnsinnig.
Oder um meinen Vater zu Zitieren:
Du hast recht, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. ;)

Ich bin halt nur ein Anhänger von ein bischen FTL.

Waldviech:
Wie irgendwo vorher schonmal bemerkt: Ist halt ne reine Styleentscheidung !
"Lüge" ich mir beim FTL was in die Tasche oder beim Terraforming ? Mein Einwurf war halt, daß man auch ohne FTL, dafür mit Terraforming, eine ziemlich phantastische Space-Opera-Welt hinkriegen kann (umweltangepasste genmanipulierte Siedler auf dem Mars, fliegende Wolken-Städte auf der Venus, Raumkolonien in gigantischen Hohlzylindern.....)


--- Zitat ---Ich bin halt nur ein Anhänger von ein bischen FTL.
--- Ende Zitat ---
Bin ich im Normalfall ehrlich gesagt auch ! Und dazu ein Fan von exotischen Aliens und Laserkanonen mit bunten Energiestrahlen, denn Retro rulez !  ;D
Aber ich hatte den Threadersteller so verstanden, daß dieses SF-Weltraumsetting, wo es geht "bodenständig" (d.h. bei hypothetisch machbarer Technologie) bleiben und nicht zu stark in Richtung Mainstream gehen sollte.... ;)

Feuersänger:
So, endlich ma wieder on lein. Dann lasst uns mal sehen.
Also wie gesagt, soll es FTL geben, allerdings eben mit der beschriebenen eher "ungemütlichen" Methode, die deutlich machen soll, dass FTL-Reisen nichts Alltägliches sind, wie wenn man heute mal mit der Ubahn zur Arbeit fährt.

Die genannten Energieberechnungen von euch beziehen sich ja auf den "Foldspace" Ansatz, und das fand ich immer schon mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Um bei obiger Analogie zu bleiben, als ob der Pendler das Firmengebäude per Knopfdruck aufs Nachbargrundstück versetzen will, statt seinen Arsch in Bewegung zu setzen.

Also egal. Wir verwenden für FTL die genannten "Tunnel", bei denen man lediglich den Eingang mit einem gewissen Energieaufwand öffnen muss, dann flutscht das Schiff da von selber durch.
Die Gründe, warum ich FTL vor radikalem Terraforming den Vorzug gebe:
* quasi beliebig erweiterbares Universum; man muss nur ein neues System "öffnen". Dagegen ist die Zahl der auch nur theoretisch kolonisierbaren Objekte im Sonnensystem von Merkur bis Pluto stark begrenzt.
* mehr Action, da FTL-Kolonisation geeigneter Planeten im Zeitrahmen von wenigen Jahren zu sichtbaren Ergebnissen führen kann, während Terraforming "from scratch" tausende bis zehntausende Jahre dauert.
* zumindest IMHO bietet FTL ein intensiveres "Far Future" Gefühl als Landschaftsgärtnerei auf Nachbarplaneten.

Nebenbei, ich habe gerade dieses WE einen Roman gelesen "Harlekins Mond" von Niven/Cooper. Darin geht es genau um Terraforming. In diesem Setting gibt es kein FTL, dafür aber fortgeschrittene Cryo- und Nanotechnologie sowie KIs. Die Menschen können sich beliebig lange einfrieren und erwachen dann sogar noch verjüngt aus dem Kälteschlaf. Der Aufbau des bewussten Planeten dauert dann mal schlappe 60.000 Jahre, während derer die Protagonisten effektiv nicht altern. Das kann man überhaupt nur bringen, weil die Erde samt Menschheit den Recycler runtergegangen ist und die 2000 Leutchen auf dem Kolonieschiff die (vermutlich) einzigen Überlebenden sind.
Ist zwar zugegeben mal ein anderer Ansatz, aber nicht das, was ich mir so vorstelle.

Pyromancer:

--- Zitat von: Feuersänger am 19.02.2008 | 17:59 ---Die genannten Energieberechnungen von euch beziehen sich ja auf den "Foldspace" Ansatz, und das fand ich immer schon mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Um bei obiger Analogie zu bleiben, als ob der Pendler das Firmengebäude per Knopfdruck aufs Nachbargrundstück versetzen will, statt seinen Arsch in Bewegung zu setzen.

Also egal. Wir verwenden für FTL die genannten "Tunnel", bei denen man lediglich den Eingang mit einem gewissen Energieaufwand öffnen muss, dann flutscht das Schiff da von selber durch.
Die Gründe, warum ich FTL vor radikalem Terraforming den Vorzug gebe:

--- Ende Zitat ---

Ja, auch dafür braucht man Energien die wahrscheinlich den Energie-Inhalt unseres Universums (oder zumindest unserer Galaxie) übersteigen. Aber ich seh das auch nicht so eng. ;)


--- Zitat ---* quasi beliebig erweiterbares Universum; man muss nur ein neues System "öffnen". Dagegen ist die Zahl der auch nur theoretisch kolonisierbaren Objekte im Sonnensystem von Merkur bis Pluto stark begrenzt.

--- Ende Zitat ---

Äh. "Das ist kein Mond. Das ist eine Raumstation."
Wenn man künstliche Welten mitzählt, dann ist in unserem Sonnensystem ziemlich viel Platz. Und kein vernünftiger Mensch würde einen Planeten terraformen, wenn er für das gleiche Geld 48.000 Riesen-Habitate kriegt.


--- Zitat ---* mehr Action, da FTL-Kolonisation geeigneter Planeten im Zeitrahmen von wenigen Jahren zu sichtbaren Ergebnissen führen kann, während Terraforming "from scratch" tausende bis zehntausende Jahre dauert.
* zumindest IMHO bietet FTL ein intensiveres "Far Future" Gefühl als Landschaftsgärtnerei auf Nachbarplaneten.

--- Ende Zitat ---

Die Argumente lass ich gelten.

Lord Verminaard:
Ich sehe auch keinen tollen planwirtschaftlich-sozialistischen Staat, in dem es allen gut geht und man sich der Kunst und der Philosophie widmet. Vielmehr werden die einen in unendlichem Luxus schwelgen und die anderen gerade genug bekommen, dass sie nicht aufmucken. Arbeit gibt’s noch, aber nur noch für Hochqualifizierte (s.o. im Luxus schwelgen). Die Auslese setzt sehr früh ein.

Der Reiche hat Platz, tolle große Häuser mit einer unglaublichen Vielfalt an Wellness- und Multimedia-Zeugs, traumhafte Parks und ein orgiastisches Unterhaltungsprogramm einschließlich vieler sozialer Kontakte. Er unternimmt tolle Reisen zu denjenigen Teilen der Erde, an denen spektakuläre Natur und Kultur für Touristen erhalten worden ist – oder eine Kreuzfahrt zum Mond. Der Arme, Arbeitslose, Perspektivlose hingegen lebt in äußerst beengten Verhältnissen und von wenig Geld. Er kann in jeder Apotheke rezeptfrei und günstig moderne Antidepressiva kaufen, die ihn fügsam und zufrieden machen. Er hat platzsparende aber wirkungsvolle Unterhaltungsmedien zu Hause, die ihm das Leben erträglich machen, wahrscheinlich ziemlich viel Virtual Reality-Zeugs.

Weltraum-Pioniere sind eben solche, die sich mit diesem sinnleeren Leben nicht zufrieden geben wollen. Klar gibt’s auch auf der Erde noch Unternehmertum, neue Ideen, Start-Ups, Banken, Börsen. Aber den echten Pionier zieht es eben zu den Grenzen hin. Der typische selbständige Raumfahrer hat es bis an eine der großen Akademien geschafft, ist aber nicht in das staatliche Programm aufgenommen worden. Er wurde zu einem späten Zeitpunkt ausgesiebt, ist hochqualifiziert und voller Tatendrang. Und auf ihn hat sich eine kleine Industrie spezialisiert, die ihn mit ihren Finanzierungsangeboten lockt. Denn wenn der Markt gesättigt ist, sind auch die Zinsen niedrig, oder? Natürlich braucht man einen Business Plan, eine Projektion, ein Geschäftsmodell. Viel Spaß beim Erstellen, liebe Gruppe! Und als Kreditsicherheiten gibt’s ne Schiffshypothek (im Schiffsregister eingetragen) und ne Globalzession künftiger Forderungen sowie Verpfändung von Bankkonten.

Was das politische Gefüge angeht, scheint es mir bei Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung als Laie zunächst unwahrscheinlich, dass die heutigen Staaten 500 Jahre überdauern. Kulturen ja, Staaten nein. Wobei auch eine totale kulturelle Durchmischung („Das Ende der Kulturen“) ein interessantes Szenario wäre, befördert durch zunehmende Vernetzung und Englisch als globaler „Gemeinsprache“ (ja, Englisch, nicht Chinesisch, es sei denn die stellen auf lateinische Schrift um). 500 Jahre Erdengeschichte schreiben, wow, eine sehr interessante Aufgabe und die Möglichkeiten sind Legion. „USA, EU, China, Indien“ erscheint mir dabei eher laaaangweilig.

Interessant finde ich auch die gesellschaftliche Entwicklung, was z.B. Familienbild und Sexualmoral angeht. Die erdrutschartigen Veränderungen der letzten Jahrzehnte sind noch nicht vorbei, und wenn man bedenkt, wie lange sich hier vorher rein gar nichts getan hatte, finde ich die Frage doppelt spannend, wo es sich am Ende einpendelt bzw. verfestigt. Ich stelle mir eine diesbezüglich sehr diverse und auch verwirrende Welt vor. Mangels anderer Sorgen werden vermutlich die meisten Probleme im Alltag durch sexuell motivierten Beziehungsstress entstehen. Möglichwerweise sind die unterschiedlichen gesellschaftlichen Modelle sogar prägend für die neuen Staaten bzw. Blocks. Ein anderes Abgrenzungskriterium könnten der Umgang mit  fortschrittlicher Gentechnologie sein: Wie beantwortet man die sich daraus ergebenden ethischen Fragen?

Ich würde sagen, es gibt viele interessante Anworten, geh los und finde sie! :) 

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