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Near Future - Timeline - Brainstorming
Ein:
--- Zitat ---Und so utopisch find ich Transhuman Space jetzt auch nicht.
--- Ende Zitat ---
Hab ich von utopisch gesprochen?
Ich halte nur diese ganzen Dystopisierung, die da gerne getrieben wird, einfach zu emohaft. Das Leben an sich ist nervenaufreibend genug, dafür braucht man keine Supermassenvernichtungsmittel, Gleichschaltungsregime oder kommerzielle Vereinnahmung der Gesellschaft.
Und die andere Richtung, der Futurismus (Gentechnik fürs Kinderzimmer), ist nicht weniger albern.
Aber naja, ich lasse euch mal euren Spaß.
Imago:
--- Zitat ---Hab ich von utopisch gesprochen?
--- Ende Zitat ---
Nee, aber halt von positiv (woraus ich in meinem Kopf jetzt "human", "nett", "besser als jetzt" und damit halt auch "utopisch" mache).
Ich könnte natürlich mal andersrum fragen, was findest du an THS positiv und rollenspielfördernd was es in anderen Settings so nicht gibt?
--- Zitat ---Ich halte nur diese ganzen Dystopisierung, die da gerne getrieben wird, einfach zu emohaft. Das Leben an sich ist nervenaufreibend genug, dafür braucht man keine Supermassenvernichtungsmittel, Gleichschaltungsregime oder kommerzielle Vereinnahmung der Gesellschaft.
--- Ende Zitat ---
Ist das jetzt eine Kritik an Rollenspielsettings oder an der Plausibilität der "Dystopien"? Ich finde die zB nämlich plausibler als die weltweite, demokratisch - ökologische Wohlstandsgesellschaft.
Wenn es ersteres ist ... naja, ein Setting lebt von interessanten Konflikten. Je mehr davon desto besser. Tendenziell erreichst du das eher mit einer kaputteren als einer heileren Welt. Aber wies gesagt ich hätte da persönlich lieber keins der beiden Extreme, bzw. eine versteckte Dystopie.
--- Zitat ---Und die andere Richtung, der Futurismus (Gentechnik fürs Kinderzimmer), ist nicht weniger albern.
--- Ende Zitat ---
Abgesehen von der wahnsinnigen technologischen Entwicklung die es bis dahin braucht, wieso?
--- Zitat ---politik wird wahrscheinlich noch eine ganze weile das gleiche hauen und stechen sein wie seit ner ganzen weile...
--- Ende Zitat ---
Die Frage ob das so wirklich stimmt war für mich mit ein Hauptgrund diesen Thread aufzumachen. Ich denke halt schon das sich da durch die Globalisierung einiges ändern könnte. Je mehr Wirtschaften untereinander verflochten werden desto problematischer werden größere Konflikte zwischen Nationen, bzw wahrscheinlich verlagern sie sich nur ins assymetrische. Oder lieg ich da falsch?
Ein:
--- Zitat ---Ich könnte natürlich mal andersrum fragen, was findest du an THS positiv und rollenspielfördernd was es in anderen Settings so nicht gibt?
--- Ende Zitat ---
THS ist eines der wenigen SciFi-Settings, die sich mit grundlegenden moralischen Aspekten und Fragestellungen beschäftigt. Z.B. wann ist man ein Mensch? Was bedeutet Tod? Was ist Intelligenz? Darf man jemanden instrumentalisieren, den man selbst geschaffen hat?
In der typischen Dystopie dagegen gibt es entweder ein klares Böses oder alle sind böse. Damit verkommen solche Settings immer recht schnell, zu einer bloßen Entschuldigung für Gewalt und Grausamkeiten. Das ist grundsätzlich nichts schlimmes oder sollte man dann mM auch bei der Wahrheit bleiben: Es geht nicht um irgendwelche tieferen Überlegungen, es geht einfach nur um den Appeal von Gewalt und Grausamkeit.
Ich bin der Meinung, dass Gewalt und Grausamkeit nicht die einzigen Konflikte sind, die man im Rollenspiel behandeln kann. Andere Medien bekommen das ja auch hin.
--- Zitat ---Abgesehen von der wahnsinnigen technologischen Entwicklung die es bis dahin braucht, wieso?
--- Ende Zitat ---
Weil es sich nur um Visionen handelt. Wenn wir uns die Visionen der 60er angucken, dann würden wir heute alle mit atombetriebenen Flugautos durch die Gegend düsen. Aber einerseits ist das wirkliche Leben wird immer weit weniger aufregend sein, sondern einfach anders sein, und trotzdem bietet es genug Konflikte. Und andererseits macht es keinen so großen Unterschied, ob man zu Fuß, mit der Kutsche, dem Auto oder dem Raumschiff unterwegs ist, die eigentlichen Geschichten entstehen unabhängig von solchen Technologien.
--- Zitat ---Ich denke halt schon das sich da durch die Globalisierung einiges ändern könnte.
--- Ende Zitat ---
Wenn sich einmal ansieht, wie stark die Weltregionen zum Höhepunkt des Imperialismus politisch, militärisch und wirtschaftlich verknüpft waren, dann sieht man schnell, dass unsere "Globalisierung" weder neu noch besonders intensiv ist. Es gab immer weltweite Wechselwirkungen zwischen Kulturen, die vornehmlich vom Handel vorangetrieben wurden.
Pyromancer:
--- Zitat von: Ein am 9.12.2008 | 08:37 ---Und die andere Richtung, der Futurismus (Gentechnik fürs Kinderzimmer), ist nicht weniger albern.
--- Ende Zitat ---
Du meinst, so albern wie der Kosmos Experimentierkasten Genetik (Altersempfehlung: 10 oder älter), den du für 15 Euro bei Amazon bestellen kannst?
Imago:
--- Zitat ---THS ist eines der wenigen SciFi-Settings, die sich mit grundlegenden moralischen Aspekten und Fragestellungen beschäftigt. Z.B. wann ist man ein Mensch? Was bedeutet Tod? Was ist Intelligenz? Darf man jemanden instrumentalisieren, den man selbst geschaffen hat?
In der typischen Dystopie dagegen gibt es entweder ein klares Böses oder alle sind böse. Damit verkommen solche Settings immer recht schnell, zu einer bloßen Entschuldigung für Gewalt und Grausamkeiten. Das ist grundsätzlich nichts schlimmes oder sollte man dann mM auch bei der Wahrheit bleiben: Es geht nicht um irgendwelche tieferen Überlegungen, es geht einfach nur um den Appeal von Gewalt und Grausamkeit.
--- Ende Zitat ---
Ist jetzt zwar total OT aber es interessiert mich doch. Spiegeln eure THS - Spiele diese Fragestelungen wieder? Und in welcher Form tun sie das? Du hast recht das die meisten Cyberpunk-Systeme fast nur stylische Action bieten. Ich würde da aber jetzt auch nicht so den Widerspruch sehen. Wenn ich mir zB meine Hauptinspiration (Ghost in the Shell) ansehe, dann habe ich da eine Welt die klar aus kaputten und weniger kaputten Elementen besteht, totale Überwachung hat aber trotzdem nicht dystopisch ist. Und halt genau diese Fragen auch stellt.
Trotzdem ist die typische GitS-Folge vor allem eine Ansammlung von Baller-Choreographie.
Wenn ich richtige Dystopie spiele (wie zB momentan meine Endzeit-Runde) dann liegt der Hautpfokus auch nicht auf Gewalt sondern eher auf Überleben...wo bekomme ich warme Sachen her, wo genug Essen, bekomme ich mein Kind versorgt? Allerdings ist Action schon etwas was es wie nichts anderes schafft die ganze Gruppe auf einmal zusammenzuschweißen.
Ich denke dafür könnte man fast einen neuen Thread aufmachen (wenn es den noch nicht gibt) ist nämlich eine sehr interessane Frage.
Edit: Ich hab mal einen dazu aufgemacht: http://tanelorn.net/index.php/topic,44852.0.html
--- Zitat ---Aber einerseits ist das wirkliche Leben wird immer weit weniger aufregend sein, sondern einfach anders sein, und trotzdem bietet es genug Konflikte. Und andererseits macht es keinen so großen Unterschied, ob man zu Fuß, mit der Kutsche, dem Auto oder dem Raumschiff unterwegs ist, die eigentlichen Geschichten entstehen unabhängig von solchen Technologien.
--- Ende Zitat ---
Klar. Aber dann könnte man ja auch "Deutschland 2008" spielen.
Bei solchen Dingen geht es halt vor allem um die Color. Und auch da würden sich ja moralische Fragen stellen:" Ist es richtig Leben als Spielzeug zu gebrauchen?" oder wenn man die weniger abgefahrene Variante haben möchte "Ist es richtig Leben als Werkzeug zu gebrauchen?"
--- Zitat ---Wenn sich einmal ansieht, wie stark die Weltregionen zum Höhepunkt des Imperialismus politisch, militärisch und wirtschaftlich verknüpft waren, dann sieht man schnell, dass unsere "Globalisierung" weder neu noch besonders intensiv ist. Es gab immer weltweite Wechselwirkungen zwischen Kulturen, die vornehmlich vom Handel vorangetrieben wurden.
--- Ende Zitat ---
Dickes Jein ;)
Unsere Globalisierung verfügt über komplett andere Vorrausetzungen, in erster Linie die extreme Geschwindigkeit mit der sie abläuft. Zu Zeiten ds Imperialismus war das (verglichen mit heute) eine ziemlich einseitige Sache. Heute hast du intensive Bewegung in beide Richtungen. Die läuft zwar immer noch ungleich ab, aber so eine einseitige Kolonialherrschaft ist unwidersprochen garnicht mehr möglich weil Informationen sich viel zu weit verbreiten. Es wird auch keine homogenen, ethnischen Bevölkerungen mehr geben (wenn es sowas jemals gab) was auch Rassisten (und da schere ich jetzt einfach mal die Spitzen der damaligen Kolonialmächte alle über denselben Kamm) das Leben ganz schön schwer macht.
Mein Fazit: Neu bestimmt nicht, aber tausendmal intensiver als jemals zuvor.
Aber ich glaube auch das Thema könnte Stoff für eine interessante Auskopplung sein.
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