Autor Thema: Kirilow blubbert über "Von eigenen Gnaden"  (Gelesen 33554 mal)

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Offline kirilow

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Kirilow blubbert über "Von eigenen Gnaden"
« am: 26.12.2009 | 16:52 »
EDIT vom Jens: Thema aus der Blubberrunde abgetrennt, siehe auch folgendes Posting unten (hier nochmal als Zitat)

Mit Einverständnis vom kirilow hab ich diesen Beitrag mal abgetrennt und gebe für diesen Thread auch allgemeine Blubbererlaubnis über DSA-Abenteuer und kleine (!) Exkurse über das System an sich - denn ich finde das Thema hochinteressant und denke es bringt jedem mehr, wenn es eher wahrgenommen wird als "irgendwo auf Seite 15 des zweiten Blubberthreads über DSA" ;)

In diesem Sinne: fröhliches Diskutieren, blubbern, zerreißen oder… loben von DSA-Abenteuern und speziell "Von eigenen Gnaden" :)

kirilow schreibt was zu Von eigenen Gnaden — Ein paar Worte vorweg

Hintergrund dieser Reihe von Posts ist ein Disput zwischen TAFKAKB und mir im alten Blubberthread. Ich hatte mich da einst echauffiert, dass ständig behauptet wurde, DSA hätte die oftmals ausgemachten Schwächen inzwischen gar nicht mehr, obgleich mir doch die Rezensionen der neueren Produkte zu verraten schienen, dass alles beim alten sei. Dies sorgte für ein bisschen Empörung, mir wurde geraten, Buße zu tun und doch mal auf die Meinung  der DSA-Fans zu hören, und einen Blick in die am besten bewerteten Abenteuer zu werfen; die Bewertungen im DSA4-Forum würden nicht nur vom verfeinerten Geschmack des Fandoms zeugen, sondern auch den Weg zur wahren, neuen Qualität weisen. Nun war es aber an mir zu lachen, denn sie beste Bewertung dort erzielte das Railroading-Magnum-Opus der Borbarad-Kampagne! Doch dies ließ mein Gegenüber nicht gelten: erstens sei dies verklärten Erinnerungen geschuldet und zweitens schwächele man DSA chronisch bei den 'großen Dingern, der Kenner richte den Blick auf die Abenteuer auf den Plätzen danach. Vor allem -- und nun kommen wir langsam dem eigentlichen Thema hier näher -- seien die Regionalspielhilfen jüngeren Datums und das Abenteuer Von eigenen Gnaden zu nennen. Hier offenbare sich die wahre Größe des Schwaren Auge 4.0.

Dies zu untermauern, schickte mir der gute TAFKAKB auch gleich zwei Beweisstücke zu, die Regionalspielhilfe Schild des Reiches und das vielgerühmte Von eigenen Gnaden. Dafür hier noch einmal herzlichen Dank!

Vielleicht, da ich zurückschreckte vor dem verheißenen neuen Glanz des alten Aventurien, vielleicht weil die letzten Monate bei mir ein wenig anstrengend waren, auf jeden Fall habe ich die Begutachtung der erhaltenen Werke bis heute verzögert. Das tut mir Leid.

Nun bin ich aber endlich dazu gekommen, mich dem Abenteuer zuzuwenden und habe es auch fast zuende gelesen, es fehlen nur noch wenige Seiten. Es ist also an der Zeit, endlich hier meine Pflicht zu erfüllen. Die Spielhilfe habe ich erst einmal zur Seite gelegt, nach mehreren Anläufen habe ich feststellen müssen, dass ich sowas nicht mehr mit Vergnügen lesen kann. Schon nach wenigen Seiten überkam mich eine so agressive Langeweile, dass ich diesen Versuch vorläufig aufgeben musste. Da das Abenteuer zu lesen hingegen Spaß gemacht hat, fange ich damit nun an.

Soweit zur Vorgeschichte.

Es wird hier im folgenden weniger darum gehen, eine richtige Renzension zu schreiben, obwohl vielleicht am Ende etwas ähnliches herauskommen mag. Ich verfüge dafür auch kaum über die geeigneten Kompetenzen, schließlich habe ich DSA seit Jahren nicht mehr gespielt, abgesehen von einem kurzen Intermezzo mit DSA 4.1 sind meine Erinnerungen vom alten DSA der 1990er geprägt, ich habe nicht einmal die Borbarad-Kampagne und die nachfolgende Umgestaltung Aventuriens mitgemacht. Ich kann also weder die regelbezogenen Bestandteile des Abenteuers, oftmals 'crunch' genannt beurteilen noch die 'inneraventurische Stimmigkeit' -- um mal einen meiner Lieblingstermini aus dem DSA-Jargon zu verwenden.

Es wird hier in erster Linie um meine Eindrücke von diesem 'neuen DSA' gehen und dabei auch um eine Reise zurück nach Aventurien, wo so maches anders und vieles doch so (liebenswert) altbekannt geblieben ist.

Es soll aber nicht bei so romantisch verklärten Reisen zurück in die Jugend -- es ist dies ja keine Feuerzangenbowle-Geschichte -- gehen, sondern auch unseren alten Disput wieder aufgreifen. Ich setze im folgenden einfach mal voraus, dass Teilnehmern und Publikum des Blubberthreads klar ist, worum es bei den ominösen 'Schwächen von DSA', dem Ungeist wie ich es einmal genannt habe, geht: um einen merkwürdig zwanghaften Hang zum Railroading (das ich hier nicht definieren werde), der Degradierung der Helden zu Statisten und insgesamt ein spezielles Verständnis von Abenteuern als dramatisch ausgearbeiteten Geschichten des Meisters, die stimmungsvoll erlebt werden sollen.

Ich möchte hier keine Grundsatzdebatte führen, ob das nicht ein guter und legitimer Spielstil sei, der besondere Förderung durch die 'Redax' bedürfe. Das mag sein und ich habe nicht einmal Lust, mich hier als Verfechter irgendeiner Lehre zu gerieren; ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen, dass ein wenig Erzählonkelei viel Spaß bereiten kann. Doch darum soll es hier nicht gehen, schließlich wurde dieses Abenteuer nicht nur als Gegenbeispiel zu solchen (Un)Sitten herangezogen sondern scheint sich auch selbst einem offenerem Spiel verschrieben zu haben. Wir werden sehen, wie es sich da schlägt.

Ich habe vor, das Abenteuer in mehreren Posts zu besprechen, allerdings weiß ich weder wie viele das werden, noch wie das aufgebaut sein wird. Lassen wir uns überraschen.

Noch zwei Fragen
1. Zum Procedere: Ich werde hier fröhlich alle möglichen Dinge aus dem Abenteuer ausposaunen. Haltet Ihr es für nötig, das alles in Spoiler zu packen oder kann man im Blubberthread darauf verzichten?
2. Inhaltlich: Was sind "erfahrene oder Experten-Helden"? Kann man das irgendwie in Stufen übersetzen, damit ich mir etwas darunter vorstellen kann?

Grüße
kirilow

EDIT: habe mal die Abkürzung aus dem Threadtitel ausgeschrieben, damit auch nicht-Insider wissen, worum es geht.



Hier ein kurzes Inhaltsverzeichnis zu den (bisherigen) Teilen der Reihe. Ich rate aber dazu, die ganze Diskussion zu lesen, das ist vermutlich gewinnbringender als nur meine Kommentare zu lesen.
Teil I: Erste Eindrücke
Teil II: Einstieg ins Abenteuer
Teil III: Der Finstermann

« Letzte Änderung: 10.01.2010 | 22:12 von kirilow »
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Humpty Dumpty

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #1 am: 26.12.2009 | 22:32 »
Wow, kirilow, das ist ein vielversprechender Anfang. Zwei kleine Einschränkungen noch, die meine Glaubwürdigkeit hoffentlich nicht über Gebühr beeinträchtigen:

1. Bei den Abenteuern ist die Qualität keinesfalls breit angehoben worden. So schön es wäre, es stimmt nicht. Auch gröbste Patzer kommen in heutigen DSA-Abenteuern noch immer vor. Allerdings finden sich heute auch Perlen darunter, die marktübergreifend durchaus konkurrieren können. Die Kunst des Verfassens von Abenteuern ist eine schwierige. Selbst das nachgewiesen beste Setting, das jemals erdacht wurde, die oWoD-Vampire, ist am Verfassen von Abenteuern nahezu durchgehend kläglich gescheitert. Lediglich bei den Giovanni Chronicles fanden sich im zweiten und dritten Teil sehr gute Ansätze. Wenn ich nun genauer nachdenke, würde ich vielleicht sogar gerne meine Arbeitshypothese, dass DSA die großen Kampagnen in schöner Regelmäßigkeit verreisst, korrigieren (der zweite Teil der Drachenchronik ist nunmehr dermaßen für den Popo, dass ich nicht mal mehr rezensiere oder darüber sprechen mag): das Niveau von publizierten Rollenspielabenteuern ist gemeinhin unglaublich niedrig. Alle mir bekannten Verlage sind bislang daran gescheitert, dieses Problem zu meiner Zufriedenheit zu lösen (ja genau: meine Zufriedenheit wird alleinig durch clever gestaltete Dungeons und deren Derivate nicht erreicht, weshalb D&D mit der Zeitschrift Dungeon bei mir nicht so richtig zu punkten vermag). Teile von DSA und dessen Autoren sind allerdings lernfähig und so steigt der Anteil brauchbarer Abenteuer seit einigen Jahren. "Von eigenen Gnaden" ist dafür ein ganz gutes Beispiel. Dein Umreissen eines "Ungeists" fand ich sehr treffend. In etwa das sind die Problemchen, die DSA bisweilen (aus meiner Sicht vollkommen zu Recht) vorgeworfen wurden und werden.

2. Bei den Regionalspielhilfen habe ich leider nicht hinreichend mitgedacht, als ich Dir ein Muster zukommen ließ. Asche über mein Haupt. Solch ein Teil von vorne bis hinten zu lesen ist in der Tat eine grauenhafte Quälerei. Obwohl DSA nach meiner Ansicht verglichen mit sonstigen nationalen und internationalen Rollenspielprodukten ein sehr konkurrenzfähiges sprachliches Niveau vorzuweisen hat, ist die Lektüre noch immer kein Vergnügen - im Gegenteil. RSH lese ich deshalb und aufgrund des Umstands, dass mich die (fraglos zu berücksichtigenden) Genretopoi tierisch langweilen, quasi nie komplett. Stattdessen nehme ich RSH zur Hand, wenn ich ein paar Infos über bestimmte Landstriche brauche. Ich suche gezielt das Besondere, die gute Idee. Und das funktioniert wunderbar. Leider sind Teile der RSH aber noch immer von einer Form des Ungeists durchdrungen, den Du in Deiner Aufzählung vergessen hattest: Hartwurst. Neben dem klassischen Overkill von Informationen (Handelsherr & Kiepenkerl anyone?), der eigentlich nur in extremem Hartwursting enden kann, zähle ich dazu auch die in meinen Augen nervige Tendenz, diverse (beispielsweise pseudoakademische) Fakten über die Spielwelt so auszuwalzen, dass erstens die Optionalität der Verwendung gefährdet und zweitens ein Spezialistentum gefördert wird, das den Diskurs über und den Einstieg in das Spiel erheblich erschwert. Texte in Abenteuern, in denen auf den ersten zwei Seiten auf 78 verschiedene Quellen hingewiesen wird, zähle ich da ebenso zu wie (ohne Dir zu nahe treten zu wollen, Akhorahil, denn jeder soll das Spiel so spielen wie gewünscht) solche Beiträge. Bei mir führt das dazu, dass ich keine einzige RSH vollständig gelesen habe, sie aber in punkto Nützlichkeit großartig finde, da ich in der selektiven Verwendung von DSA-Material geschult bin. Mit dieser zugegenermaßen nicht unbeträchtlichen Einschränkung finde ich RSH großartig.

Freue mich sehr auf Deine Meinung!
« Letzte Änderung: 26.12.2009 | 22:39 von TAFKAKB »

Online Jens

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #2 am: 26.12.2009 | 23:51 »
Mit Einverständnis vom kirilow hab ich diesen Beitrag mal abgetrennt und gebe für diesen Thread auch allgemeine Blubbererlaubnis über DSA-Abenteuer und kleine (!) Exkurse über das System an sich - denn ich finde das Thema hochinteressant und denke es bringt jedem mehr, wenn es eher wahrgenommen wird als "irgendwo auf Seite 15 des zweiten Blubberthreads über DSA" ;)

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Offline Scorpio

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #3 am: 27.12.2009 | 04:45 »
Ich fand VeG super (Link zu meiner Rezi auf der DORP).

Es hatte mein Interesse an DSA wieder geweckt, das dann durch die Regelbücher wieder eingeschlafen ist. Ich warte da lieber auf das Material zur Südkontinent-Expedition, wo das Konzept von VeG meines Wissens nach wieder aufgegriffen wird.
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Offline Akhorahil

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #4 am: 27.12.2009 | 09:17 »
@TAFKAKB
Zitat
.....auch die in meinen Augen nervige Tendenz, diverse (beispielsweise pseudoakademische) Fakten über die Spielwelt so auszuwalzen, dass erstens die Optionalität der Verwendung gefährdet und zweitens ein Spezialistentum gefördert wird, das den Diskurs über und den Einstieg in das Spiel erheblich erschwert. Texte in Abenteuern, in denen auf den ersten zwei Seiten auf 78 verschiedene Quellen hingewiesen wird, zähle ich da ebenso zu wie (ohne Dir zu nahe treten zu wollen, Akhorahil, denn jeder soll das Spiel so spielen wie gewünscht)

Kein Problem. Die Texte um die es ging sollten den mythologischen Hintergrund vor dem das Konstrukt erdacht wurde veranschaulichen. Man muss für den Einstieg ins Spiel nicht das Maximum an Information haben, im Gegenteil, das überwiegende Gros wird einem Stück für Stück beigebracht. Aber wenn man schon blubbert, sollte man dies über Dinge tun, zu denen man möglichst viele Informationen hat - und bei einigen Posts bekommt man einen einen anderen Eindruck.
Auch ein Grund, warum ich 2-3 Einträge später etwas zurückgerudert bin, eben weil ich nach der Gegenthese quergelesen habe.

Würde mich auch freuen, wenn man sich auf dem nächsten Sommer-Grossen mal Live austauschen kann, ich hoffe bei mir klappt das, Winter war voll. Auch wenn wir vielleicht nicht die 100% gleiche Denkweise haben, so halte ich doch recht viel von krirlow und dir ( falls der Eindruck ein anderer sein sollte, das war nicht in meiner Absicht ).

Ich bin jedenfalls gespannt auf die "Rezi" :)
« Letzte Änderung: 27.12.2009 | 09:19 von Akhorahil »
"Habt ihr eine Schaufel ?"
"Ja - aber warum ?"
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Aufrgund der Rezession wird das Licht am Ende des Tunnels ab sofort ausgeschaltet.
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Offline Arkam

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #5 am: 27.12.2009 | 09:18 »
Hallo zusammen,

bekommt man bei VeG denn auch Tipps wie man die erspielten Ergebnisse dann auch in den DSA Metaplot einfügt?
Oder ist der gewählte Landstrich eine der Regionen in denen sich nach den Planungen der Redaktion der Spielleiter austoben kann?

Da ich mit DSA 3 aufgehört habe und der Versuch die Borbaradkampagne nach 4.1 durch zu spielen wieder eingeschlafen ist würde mich interessieren ob eine weitere DSA Krankheit ausgemerzt wurde. Da sind aus meiner Sicht die chronisch zu schwachen Gegner. Dabei rede ich nicht von den Metaplotcharakteren die auch schon Mal die Regeln brechen dürfen, der Schwertkönig etwa, sondern die "normalen" Gegner wie Dämonen, Drachen aber auch mächtige NPCs.
Dabei muss ich aber noch erwähnen das es in unserer Rund üblich war alle regeltechnisch möglichen Vorteile, also etwa Boni auf MR durch hohe Werte auf Seelenheilkunde, mit zu nehmen.

Gruß Jochen

Offline Akhorahil

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #6 am: 27.12.2009 | 09:28 »
Wobei letzteres editiert wurde und nicht mehr kumulativ zu den anderen Boni ist - aber ich weiss nicht, wo du aufgehört hast mit DSA3, mit dem Compendium Salamandris wurds geändert glaub ich ( aber nagelt mich nicht drauf fest ).

Die Wildermark ist bewusst als eine Art "Spielwiese" gehalten. Und "Von eigenen Gnaden" passt dort super rein, ist ähnlich frei aufgebaut wie "Die Herren von Chorhop", falls dir das was sagt.

Was die Gegner angeht, es ist sehr schwer den idealen Gegner für ein Kaufabenteuer zu designen, und das ist völlig Systemunabhängig. Du kennst deine Gruppe und ihre Fähigkeiten am besten : Gegner/Problem in Relation zur Gruppe setzen -> ggf. Gegner/Problem anpassen.
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Aufrgund der Rezession wird das Licht am Ende des Tunnels ab sofort ausgeschaltet.
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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #7 am: 27.12.2009 | 09:34 »
Bei ein paar Bierchen austauschen und fachsimpeln ist immer gut, Akhorahil.  Können wir sehr gerne tun und ich werde auf alle Fälle versuchen, es zum GROSSEN im Sommer zu schaffen. Und "Die Herren von Chorhop" war die Alternative als Rezensionsobjekt für Herrn kirilow. Ebenfalls ein großartiges Abenteuer. Vielleicht sogar noch einen Tick besser als VeG. Also, kirilow, wenn Du magst, können wir die nächste Rezension direkt anschließen  :D

Online Jens

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #8 am: 27.12.2009 | 11:50 »
Da sind aus meiner Sicht die chronisch zu schwachen Gegner.
Wegen den Werten, wegen der Taktik oder warum? VeG bekommt, was die Gegner angeht ja relativ gutes Feedback.

Offline Arkam

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #9 am: 27.12.2009 | 12:17 »
Hallo zusammen,

zunächst ein Mal waren die Gegner rein Wertetechnisch zu schwach. Man hatte den Eindruck das die Gegner als 1:1 Gegner gedacht waren aber die Schreiber nicht daran gedacht haben das man es mit einer Gruppe zu tun hat.

Vor allen die angegebenen Attacke und Parade waren im Vergleich zu den Werten die man als Charakter erreichen konnte deutlich zu niedrig.

Gruß Jochen

Online Quendan

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #10 am: 27.12.2009 | 15:04 »
Zu den Gegnern sagte ein bekannter Regelfuchser auf Vinsalt kurz nach Erscheinen des Bandes: "Endlich Gegner und keine Opfer!". Ob das auch die eigenen Ansprüche erfüllt muss man sehen.

Die Wildermark ist zwar auf begrenzte Zeit eine Spielwiese, aber auch eine Metaplot-Region. Denn sie liegt nun mal um die Ecke von Gareth. Es gibt im Abenteuer einen Ausblick auf die Ergebnisse der Kampagne, die in einigen Jahren (=nächstes Jahr) in einem zweiten Abenteuer aufgegriffen werden. Auf diese Sachen sollte man also grob hinarbeiten. Sind aber nur minimal einschränkende Sachen: Person X wird noch eine Rolle spielen, die Helden haben ihre Herrschaft etabliert, sie sollten auf der Seite des Reiches stehen (und wenn es nur aus Pragmatismus ist). Die Rückführung in den Metaplot geschieht dann im zweiten AB. Die Jahre dazwischen sind weitgehend frei und mit dem Band zu bestreiten.

Offline kirilow

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #11 am: 27.12.2009 | 21:43 »
kirilow schreibt was zu Von eigenen Gnaden — Teil I: Erste Eindrücke

Um gleich ein kurzes Fazit vorwegzunehmen: Von eigenen Gnaden ist eine Mogelpackung — aber mit nettem Inhalt.

Doch bevor ich diesen Satz näher begründe (das passiert erst in den nächsten Teilen), will ich mich erst einmal meinen ersten Eindrücken und damit auch gleich Layout und Illustrationen zuwenden.

Neues Layout...
Mir sagt ja das 'neue' (nicht 1990er) Layout nicht so zu. Die Seitenleisten und Grafiken in Graustufen wirken immer ein wenig wie des armen Mannes Farbdruck anstatt die ja durchaus vorhandenen Stärken des kontrastreichen Schwarzweißdruckes zu nutzen. Allerdings kann dieses Missfallen auch einfach daran liegen, dass ich ein nostalgischer alter Sack bin — ich vermisse auch die schwarzen Balken neben den Meisterinformationen! TAKFAKB, der ja eigentlich noch eher den alter-Sack-Status innehat, mag die DSA-Bände gerade auch wegen der Ästhetik — er ist halt jung geblieben. :-)
Besonders negativ in Hinsicht auf den Graustufendruck fällt der Ausschnitt der 'politischen' Provinzkarte auf. Dieser ist so dunkel, dass man kaum etwas erkennen kann und auch ansonsten sehr schlecht lesbar. Wie ich Dank des ebenfall vorliegenden Bandes Das Schild des Reiches feststellen konnte, liegt dieses Problem auch in der Vorlage schon vor. Die am Ende des Abenteuers abgedruckte In-Game-Karte ist hingegen sehr gelungen und weist die genannten Schwächen ob des Designs als Federzeichnung nicht auf — dafür fehlen dort wiederum die nicht unwichtigen Grenzen.

Die Abbildungen hingegen sind alle sehr schön, das war ich auch immer von DSA gewohnt und wurde da auch nicht enttäuscht. Besonders gefallen hat mir ja die Abbildung von S. 80, vielleicht kann mir ja hier jemand verraten, von wem die ist. Ansonsten stach mir noch das auf s. 54 abgebildete InGame-Bild ins Auge, diesmal wegen besonderer Kitschigkeit. Ich fühlte mich an die Drachenstatuetten und Bilder mit Glitzerstaub erinnert, die man in Asia-Läden kaufen kann.

Die Karten sind zwar schön gezeichnet, aber nicht sehr funktional. Ein Beispiel: die Karte von Zweimühlen — der Wirkungsstätte der Helden — nimmt eine halbe Din A4-Seite ein; dies wäre auch schn so eigentlich zu klein, verschärft wird das aber nch dadurch, dass ein Großteil der Fläche dann davn eingenommen wird, einen Pergamenteffekt herbeizuzaubern. Das ist zwar hübsch, aber wenn man sich überlegt, dass diese Karte sicherlich herauskopiert wird und dann während der Kampagne zu allerlei Planungszwecken auf dem Tisch liegen wird, hätte ich mir eine größere (cool wäre zum herausnehmen, aber mir ist klar, dass das zu teuer ist) und kopierfreundlichere Abbildung gewünscht. (Graue Schattierungen sehen kopiert immer scheiße aus!)
Dies ist allerdings Gejammer auf recht hohem Niveau, die Karten sind schn allesamt sehr schön ausgeführt.


... altes DSA
Haben sich Layout und Illustration seit meinen alten DSA-Tagen doch ordentlich verändert, so dass man es fast nicht wiedererkennt, so verfliegt dieser Eindruck doch sofort, wenn man in den Text schaut.
Bevor ich mich dem 'Plot' zuwende, will ich noch kurz drei DSA-typische Aspekte des Textes ansprechen, die mir nach so langer DSA-Abstinenz wieder richtig ins Auge traten. Diese sind weder gut noch schlecht, aber da das hier auch eine Art persönlicher Erfahrungsbericht ist, sollen sie zumindest kurz Erwähnung finden.

DSA bzw. Aventurien wohnt, stärker als anderen Fantasy-Rollenspielen, eine starke Sozialromantik (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein) inne. Hier gibt es sie noch, die gute Altvorderenzeit, wo die Mönche dick und die einfachen leute dankbar waren. Am einfachsten ist es wohl, zwei Zitate zu bringen:
Zitat von: S. 20
Die meisten Männer und Frauen blicken auf den Boden, kneten ihre Mützen und scheinen gerade wohl lieber woanders zu sein. Doch einige Blicken auch voll Hoffnung in Richtung der Helden.
Ja, so sind sie, die einfachen Leute.
Zitat von: S. 10f.
Der Bauer Hanno Erpeldinge (fast 60, grauer Haarkranz, herzlich und fröhlich) freut sich, den Geweihten und die Pilger aufzunehmen, und überschlägt sich förmlich mit der Gastfreundschaft. Seine schwer kranke Frau Katla (Mitte 50, von der Gicht geschwollene Gelenke, fromm) versucht, sich von ihrem Krankenlager zu erheben, um den Gästen dienlich zu sein, wenn die Helden dies nicht verhindern.
Nicht, dass dieses Familienbild irgendetwas schlechtes an sich hätte, mich erstaunt nur bisweilen das Verständnis von einer interessanten Rollenspielsitution: "Nein, meine Gute, machen Sie sich doch keine Mühe" — na, wenn das nicht atmosphärisch ist.

Amüsant finde ich auch das Engagement von DSA im Bereich Gender-Mainstreaming. Wohlgemerkt, ich finde daran nichts Schlechtes, es treibt nur wunderliche Blüten. Nicht nur muss man einem Untoten in seinen Träumen beim Coming Out besitehen, es geht auch ein Großteil sexueller Gewalt bei Von Eigenen Gnaden von Frauen aus. Mal zwei Kostproben:
Zitat von: S. 42
Einige Stadtwachen stehen nackt auf einer Empore und werden von lachenden Söldnerinnen ausgepeitscht, weitere liegen gefesselt in der Ecke.
Zitat von: ebd.
Ein nackter Jüngling hockt in der Ecke, bedroht von einer Söldnerin mit einem Schwert, deren linke Hand sich zwischen ihren Beinen befindet.
Die hat es übrigens besonders nötig, denn
Zitat
einzig Ohnmacht und Tod bringen sie von ihrem Vorhaben ab.
Na, hier werden Weiber halt noch wirklich zu Hyänen. Seit den Zeiten, wo lüsterne Orks herauszensiert werden mussten hat sich im ab-14-Bereich offenbar einiges getan. (Bei meiner Suche nach diesem Link habe ich übrigens entdeckt, dass es auch einen Eintrag im wiki-aventurica zu sexuellen Vorlieben von NSCs, von Homosexualität bis Zoophilie gibt.)

Als ebenfalls DSA-typisch empfinde ich die zahlreichen Hinweise an den Meister, wie er sein Handwerk ausüben soll.
Zitat von: S. 11
Inszenieren sie hier als Kontrast zu den sonst betrüblichen Abenden in der Wildermark ein ein fröhliches Beisammensein.
[...]
Sorgen Sie dafür, dass die Familienmitglieder den Helden ans Herz wachsen.
Viel einfacher wäre es, den SL darauf hinzuweisen, dass die Familie den nächsten Tag abgeschlachtet wird, statt das Ausspielen eines langweiligen Abends bei der Bauernfamilie anzuraten. Überhaupt scheint die Beziehung der Helden zu den NSCs dem Autor — und ich denke, er ist damit durchaus prototypisch für das DSA-Rollenspielverständnis — ein besonderes Anliegen zu sein:
Zitat
Pflegen Sie die persönlichen Bindungen der Helden. Wenn sie sich auf den Tavernenabend mit Ron freuen, dem nächsten Kampf Malines in der Blutgrube entgegenfiebern oder bei der Aussicht auf ein Verhandlungsgespräch mit Cordovan Weitzmann die Augen verdrehen, dann sind sie in Zweimühlen angekommen.
... und in der Langeweile des DSA-Tavernenspiels, möchte man ergänzen. Ich frage mich manchmal wirklich, ob die Schreiber solcher Zeilen ihre Fans als solche Sozialkrüppel empfinden, dass sie Tavernenabende mit Ron verbringen möchten.
An sich ist daran ja nichts falsches. Ich halte das nur schlicht für Platzverschwendung. Entweder hat man ein Händchen für sowas und die Spieler Spaß daran, dann macht man es eh, oder man hat es nicht, dann nützen auch die Hinweise nichts.

Doch genug davon, ich werde auf dieses und vieles andere noch zu sprechen kommen, wenn ich die einzelnen Abenteuer des Bandes bespreche.

Grüße
kirilow
« Letzte Änderung: 27.12.2009 | 23:42 von kirilow »
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Humpty Dumpty

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #12 am: 27.12.2009 | 22:02 »
Hervorragend. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile. Kurze Korrekturen bzw. Anmerkungen vielleicht:

Ästhetik: Die Ästhetik ist mir weitgehend egal. Ich trauer nur den Zeiten dieser beiden ungarischen Zeichner und den Karten von Don Matthies nach.

Sozialromantik: Ich mag das ja sehr und habe bislang noch nie eine Gruppe getroffen, die beispielsweise ein Ausspielen von Respekt und Dankbarkeit der Landbevölkerung nach vollbrachten Taten nicht zumindest ein bisschen genossen hätten. Es gibt ja übrigens auch keinen klassischen Stoff oder gar Hollywoodfilm, der das Potential von Stereotypen und Klischees nicht gierig nutzen würde.

Erotik: Ich halte das für ein amüsantes Detail am Rande. Die alte Garde von DSA kommt aus ziemlich hippiesk geprägten Verhältnissen und da gehörte und gehört freie Liebe und deren Folgen zum guten Ton. Bei ausgesprochenen Jugendbüchern fand ich den Grad an Eindeutigkeiten bisweilen etwas übertrieben, aber eigentlich weniger bei Kiesow (der augenscheinlich irgendeine Faszination/Schwäche für Lesben hatte) als bei Alpers. Letzterer ist mir mit seinem schlüpfrigen Geseier in Romanen ziemlich auf den Senkel gegangen. Den ersten der von Dir geposteten Links fand ich aber sehr, äh... geil.

EXTREM gespannt bin ich natürlich auf Deine Begründung der "Mogelpackung". Ich habe so eine Ahnung und würde dann sogar nicken. Aber erst mal erwarte ich ungeduldig, was da noch kommen mag  ;D

In jedem Fall danke ich Dir sehr herzlich, dass Du Dir solche Mühe gibst!!!
« Letzte Änderung: 27.12.2009 | 22:05 von TAFKAKB »

Offline kirilow

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #13 am: 27.12.2009 | 22:31 »
Sozialromantik: Ich mag das ja sehr und habe bislang noch nie eine Gruppe getroffen, die beispielsweise ein Ausspielen von Respekt und Dankbarkeit der Landbevölkerung nach vollbrachten Taten nicht zumindest ein bisschen genossen hätten. Es gibt ja übrigens auch keinen klassischen Stoff oder gar Hollywoodfilm, der das Potential von Stereotypen und Klischees nicht gierig nutzen würde.

Erotik: Ich halte das für ein amüsantes Detail am Rande. Die alte Garde von DSA kommt aus ziemlich hippiesk geprägten Verhältnissen und da gehörte und gehört freie Liebe und deren Folgen zum guten Ton. Bei ausgesprochenen Jugendbüchern fand ich den Grad an Eindeutigkeiten bisweilen etwas übertrieben, aber eigentlich weniger bei Kiesow (der augenscheinlich irgendeine Faszination/Schwäche für Lesben hatte) als bei Alpers. Letzterer ist mir mit seinem schlüpfrigen Geseier in Romanen ziemlich auf den Senkel gegangen. Den ersten der von Dir geposteten Links fand ich aber sehr, äh... geil.
Zu beidem volle Zustimmung. Mich stört weder Sozialromantik (die ich durch das heraufbeschwören einer romantisierten Altvorderenzeit sogar für eine der Stärken von DSA halte) noch die Erotik. (Ich finde diese beiden allerdings im Zusammenspiel etwas komisch.)
Witzig finde ich, dass gerade das schlüpfrige DSA so sittenstrenge Spieler wie K4M anzieht.

Grüße
kirilow

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #14 am: 27.12.2009 | 22:36 »
Ich ahne auch schon was mit der Mogelpackung gemeint ist. 8)


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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #15 am: 27.12.2009 | 22:44 »
Zu beidem volle Zustimmung. Mich stört weder Sozialromantik (die ich durch das heraufbeschwören einer romantisierten Altvorderenzeit sogar für eine der Stärken von DSA halte) noch die Erotik. (Ich finde diese beiden allerdings im Zusammenspiel etwas komisch.)
Witzig finde ich, dass gerade das schlüpfrige DSA so sittenstrenge Spieler wie K4M anzieht.

Grüße
kirilow
Die Sittenstrenge von K4M kenne ich nicht, mutmaßen aber angesichts von Ton und Materie, dass ich daran auch gar nichts ändern möchte. Ansonsten widerspreche ich Dir zur Abwechslung auch mal, denn das Zusammenspiel von Sozialromantik im Angesicht des Feindes und einer etwas angestrengten, unentspannten und/oder pseudooffenen Erotik scheint mir doch eher eine ganz gewöhnliche Kombination zu sein . Ich jedenfalls würde das in meinem Weltbild sofort und problemlos mit vielen Gestalten des öffentlichen Lebens, etwa Politikern aus SPD oder FDP, in Verbindung bringen können. Das sind nicht immer Personen, die mir zwingend sympathisch sein müssen. Aber wie gesagt: komisch im Sinne von selten oder ungewöhnlich finde ich das nicht. Eher unangenehm, son bisschen wie ein rollenspielerischer Altherrenwitz getarnt als Lockerheit.

EDIT: Kleine Anregung: lass uns doch gerne hier im Thread ein bisschen herumpalavern, aber stell die Rezension bzw. den Text doch parallel an den Anfang des Textes, damit der geneigte Leser sich Deine Gedanken ohne lästiges Zusammensuchen genüsslich zu Gemüte führen kann.
« Letzte Änderung: 27.12.2009 | 22:46 von TAFKAKB »

Offline kirilow

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #16 am: 27.12.2009 | 22:54 »
Ansonsten widerspreche ich Dir zur Abwechslung auch mal, denn das Zusammenspiel von Sozialromantik im Angesicht des Feindes und einer etwas angestrengten, unentspannten und/oder pseudooffenen Erotik scheint mir doch eher eine ganz gewöhnliche Kombination zu sein . Ich jedenfalls würde das in meinem Weltbild sofort und problemlos mit vielen Gestalten des öffentlichen Lebens, etwa Politikern aus SPD oder FDP, in Verbindung bringen können. Das sind nicht immer Personen, die mir zwingend sympathisch sein müssen. Aber wie gesagt: komisch im Sinne von selten oder ungewöhnlich finde ich das nicht. Eher unangenehm, son bisschen wie ein rollenspielerischer Altherrenwitz getarnt als Lockerheit.
Stimmt. Ich hatte das auch etwas falsch ausgedrückt: Sozialromatik + Altherrenwitz passt natürlich. Ich hatte eher die Mischung aus patriarchalischer Gesellschaftsordnung und Homo-Ehe (um es mal so zu sagen) vor Augen, habe das aber nicht so geschrieben.

EDIT: Kleine Anregung: lass uns doch gerne hier im Thread ein bisschen herumpalavern, aber stell die Rezension bzw. den Text doch parallel an den Anfang des Textes, damit der geneigte Leser sich Deine Gedanken ohne lästiges Zusammensuchen genüsslich zu Gemüte führen kann.
Muss ich mal drüber nachdenken.

Grüße
kirilow
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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #17 am: 27.12.2009 | 22:56 »
Ich fand VeG super (Link zu meiner Rezi auf der DORP).
Danke für den Hinweis! Werde ich auf jeden Fall lesen, aber erst, wenn ich hier durch bin. Will mich vorerst nicht beeinflussen lassen, auch auf die Gefahr hin, altbekanntes zu wiederholen.

Grüße
kirilow
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oliof

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #18 am: 27.12.2009 | 23:02 »
Ich finde die Teilanmerkungen zu den Traktat-Abschnitten ja deutlich lesbarer, als wenn oben immer ergänzt wird, und ich dann nicht weiß, worauf sich die Fachleute beziehen.

Bis hierhin bin ich hervorragend unterhalten und hoffe auf rege Fortsetzung.

Humpty Dumpty

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #19 am: 27.12.2009 | 23:04 »
Ich finde die Teilanmerkungen zu den Traktat-Abschnitten ja deutlich lesbarer, als wenn oben immer ergänzt wird, und ich dann nicht weiß, worauf sich die Fachleute beziehen.

Bis hierhin bin ich hervorragend unterhalten und hoffe auf rege Fortsetzung.
Parallel ergänzen, werter oliof. Nicht ersetzen.

Offline kirilow

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #20 am: 27.12.2009 | 23:05 »
Parallel ergänzen, werter oliof. Nicht ersetzen.
Ach so, jetzt verstehe ich das erst richtig. Mal sehen.
Momentan liebäugele ich ja mit einem verlinkten 'Inhaltsverzeichnis' im ersten Post.

Grüße
kirilow
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Callisto

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #21 am: 27.12.2009 | 23:06 »
Momentan liebäugele ich ja mit einem verlinkten 'Inhaltsverzeichnis' im ersten Post.

Dafür!

oliof

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #22 am: 27.12.2009 | 23:08 »
TAFKAKB: Ah, das ist durchaus nützlich und sinnvoll.

Humpty Dumpty

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #23 am: 27.12.2009 | 23:12 »
Ach so, jetzt verstehe ich das erst richtig. Mal sehen.
Momentan liebäugele ich ja mit einem verlinkten 'Inhaltsverzeichnis' im ersten Post.

Grüße
kirilow
Sehr schön. Der werte oliof hatte mich ja offenkundig ebenfalls missverstanden. Insofern schreibe ich das mal mir selbst zu und nicht Eurer Bräsigkeit   ;D

Eine Sache beschäftigt mich noch: Liest Du aus der genannten Sozialromantik eine patriarchalische Gesellschaftsordnung mit den Helden als deren Repräsentanten heraus? Lustig. Ich denke da sofort an Befreier und noble Helfer a la Robin Hood und Konsorten, sehe also eeher anarchische, klassenkämpferische oder liberale Prinzipien. Und deshalb passt das natürlich auch erstens ganz gut zu SPD und FDP und zweitens zur Homoehe. Ich sehe daran mal wieder, wie verdammt groß der Spielraum für Missverständnisse in der virtuellen Kommunikation ist. Du sprichst von Sozialromantik, bringst Beispiele und denkst an Patriarchat, während bei mir automatisch was von Anarchie und Selbstlosigkeit mitschwingt. Verblüffend.

Offline Elwin

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Re: Kirilow blubbert über VeG
« Antwort #24 am: 27.12.2009 | 23:30 »
Liest Du aus der genannten Sozialromantik eine patriarchalische Gesellschaftsordnung mit den Helden als deren Repräsentanten heraus? Lustig. Ich denke da sofort an Befreier und noble Helfer a la Robin Hood und Konsorten, sehe also eeher anarchische, klassenkämpferische oder liberale Prinzipien.
(kurzes Off-topic Memo: die Sozialromantik-Subdiskussion finde ich sehr spannend, ich habe das Gefühl, dass sie möglicherweise nützlich für einen Erkenntnisgewinn ist, warum manche Spieler das "neue DSA" ablehnen und das "alte" herbeisehnen. Und sie liefert mir vielleicht einen Erklärungsansatz, warum manche Spieler gerne alanfanische Sklavenjäger spielen wollen, die im Regenwald Mohas fangen/niedermetzeln gehen. Also nur weiter so!!!)

Gruß
Chris
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Was wäre das Internet ohne Rechthaber? - Verdammt leer!
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Rollenspiel wird am besten genossen ohne Stock im Hintern.