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[Kino] Das große TRON-Sequel: Tron Legacy
Ranor:
--- Zitat von: Alrik am 22.12.2010 | 20:28 ---Der neue Tron ist zwar visuell ganz schön abgefahren in 3D. Aber die Story ist lahm und insgesamt war ich ziemlich enttäuscht. :-\
--- Ende Zitat ---
Hast du eine Preview gesehen? Oder bist du in den Staaten? Wie auch immer, mich würden ruhig ein paar mehr Details interessieren - vielleicht magst du ja noch etwas dazu schreiben? :)
--- Zitat --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich hab tatsächlich nicht gecheckt, dass Clue komplett CGI ist...
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(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Na ja, was heißt komplett CGI... Es ist schon Jeff Bridges, nur (anscheinend nicht wirklich überzeugend) digital verküngt, so wie Patrick Stewart in X3.
Chaosdada:
--- Zitat von: Alrik am 22.12.2010 | 20:28 ---Der neue Tron ist zwar visuell ganz schön abgefahren in 3D. Aber die Story ist lahm und insgesamt war ich ziemlich enttäuscht. :-\
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Der erste Tron hatte doch auch schon storytechnisch kaum etwas zu bieten. War also eigentlich zu erwarten, dass es nun nicht besser wird.
Alrik:
Der Film glänzt im ersten Teil mit einer sauber polierten Tron Welt. Die ersten Szenen im Cyberspace und das Bikerennen sind wirklich spitze und ich hatte Spaß bei dieser rasanten 3D Irrsinnsfahrt. Doch dann kommt die Story plötzlich zum Stocken und es wird ein Gang zurückgeschaltet, was ja ok ist für einen Actionfilm. Aber irgendwie gelingt es dann nicht, das Moment der ersten Minuten wieder aufzunehmen. Ich ignoriere dabei bewusst den eigentlichen Anfang in der Realwelt, denn der ist meiner Meinung nach einfach nur lächerlich. Wirklich... wtf?
Ok, jetzt zu den Details, die ich lieber in Spoiler packe, weil das... nun ja, das ist die eigentliche Story (und die Enttäuschung):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich hatte ja schon den Anfang in der Realwelt erwähnt, der etwa 15-20 Minuten des Films einnimmt. Hier wird uns der Sohn von Jeff Brigdes vorgestellt und es wird kein Augenblick ausgelassen, um zu zeigen wie badass er ist. Ja, ok ich hab's verstanden: er ist ein Rebell, dem das Erbe von ENCOM völlig am Arsch vorbei geht. Soweit so gut. Das traurige ist: Alle Charaktere, der derzeitige CEO des Konzerns, der neue Superprogrammierer werden kurz vorgestellt, um dann nie wieder aufzutauchen. Ohne Scheiß. Der gesamte restliche Film nimmt keinerlei Bezug mehr auf den fiesen Multikonzern ENCOM.
Um so besser: Mehr TRON Action! Und damit wurde ich zum Teil bedient, zum Teil jedoch nicht. Worum geht's also:
In der neuen Welt hat Clu die Herrschaft über die Programme übernommen. Jeff Bridges lebt ausserhalb der Cyberstadt mit einem (natürlich ziemlich heißen jungen) Programm, das, wie sich später herausstellt, die letzte Überlebende einer natürlich gewachsenen Programm Rasse ist. Jeff Bridges hat in den letzten Cycles tatsächlich nix anderes gemacht ausser in seinem Loft mitten in einem Gebirge ausserhalb Clus Fängen auf nem Kissen zu hocken und zu meditieren. Clu hat jung-Flynn in die Welt gelockt, damit ein Zugang zur Realwelt geöffnet wird, um an die Disk vom Architekten Jeff Bridges zu kommen, mit der er dann Armeen von Programmen in die Realwelt transferieren kann, um dann der Herrscher über die Erde zu sein. :o Echt. Ich weiß nicht, ob ihr das im Vorfeld schon wusstet, mir war dieser Plot nicht bekannt. Was für ein Schwachsinn. Die Story ist nun also: Flynn-Junior überredet Flynn-Senior, etwas gegen Clu zu unternehmen, der im Übrigen Tron als Wachhund hat. Die erste Gänsehaut habe ich dann bekommen, als der Architekt Flynn (von allen Programmen irgendwie mystisch bewundert) seinen ersten Fuss in die Cyberstadt setzt. Bumm. Man spürte förmlich die Macht, die er, der Superprogrammierer, ausstrahlt. Doch diese 2,5 Sekunden sind alles was wir bekommen. Danach kämpfen sich das Programm-Chick und der Flynn-Rebell den Weg frei bis zum Finale. Erst hier bekommt Flynn nochmal eine coole Szene. Und dann ist der Film auch vorbei: Flynn hat aus irgendeinem Grund einen Sinneswandel durchführt und sagt, er will die Kontrolle über ENCOM (ach ja, die Firma hatt ich ja schon fast vergessen) übernehmen und düst mit dem Programm, das es irgendwie von der Computerwelt in ein enges Lederoutfit geschafft hat (zum Glück bleiben uns da Einzelheiten erspart) in den Sonnenuntergang. Bäh. Disney. Bäh.
Fazit: Direkt nach dem Kinobesuch war ich zunächst ganz schön geflasht von all denEffekten und visuellen Stimulationen. Jetzt, mit etwas Abstand, muss ich sagen, dass der Film zwar irgendwie recht unterhaltsam war, aber auch nicht mehr. Die Story ist lahm, ich würde sogar sagen hirnrissig bescheuert und damit viel schlechter als seine Vorlage. Ein interessantes Konzept wurde reduziert auf Effekthascherei durch 3D, Playboybunnies und Bullet-time Actionszenen und ist in seiner Komplexität etwa auf dem Niveau eines beliebigen Actionstreifens. Die typische Disney-Brainwash Sülze mit Schwarz und Weiss eben (Verzeihung, rot und blau).
[Edit] Kleiner Nachtrag zu den Schauspielern. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Jeff Bridges lieber der Dude gewesen wäre. Neben den ganzen Programme-Darstellern, die ihren Job wahrscheinlich ganz gut tun als Computerprogramm, fällt nur David Bowie, ähm Michael Sheen auf, der irgendwie die einzig frische Brise ins Geschehen bringt. Der Hauptdarsteller ist ok. Den etwas emotionslosen Clu hatte ich einfach für Jeff Bridges mit mega Makeup gehalten. Mir war nicht bewusst, dass er computerüberarbeitet wurde.
Ranor:
Ach du meine Güte!
Den Plot kannte ich so detailiert tatsächlich noch nicht und... das klingt ganz schön bescheuert und bestätigt meine Befürchtungen gegenüber Legacy. Ich werde ihn mir trotzdem anschauen, schon um den Score im Kino zu erleben, aber, Himmel, ist der Plot dämlich.
Alrik, vielen Dank für die ausführlichen Informationen :)
Alrik:
Ja auf jeden Fall! Guck ihn dir an, denn es lohnt sich schon allein wegen dem Look und der Soundtrack ist ebenfalls sehr stimmungsvoll, auch wenn in dem Kino wo ich ihn gesehen hab bei den wirklich lauten Passagen irgendetwas im Saal derart mitgescheppert hat, dass es schon fast stoerend war. Schade ist halt nur, dass Tron so gehypt wurde und die Macher seit Jahren mit Teasern die Stimmung anheizen und dann etwas bei raus kommt, das die Erwartungen nicht erfuellt. Trotzdem: 3 von 5 Punkte.
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