Autor Thema: Warum gibt es so wenig deutschsprachiges Material auf den Online-Plattformen?  (Gelesen 10235 mal)

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Offline Boba Fett (away)

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Es ist bedeutend gemuetlicher im Auto Musik aus dem CD Player zu hoeren, als aus Senheisser Kopfhoerern.
Nun und ich erwaehnte auch den Mangel an qualifizierten Abspielgeraeten fuer PDFs ^^,

Dann hättest Du aber auch den mangel an qualifizierten Abspielgeräten für MP3 bei Dir im Auto erwähnen sollen. Mein Auto spielt nämlich MP3 ohne Probleme ab. Und mein MP3 Player mit einem FM-Transmitter ("Radiosender") über wirklich jedes Autoradio ebenso.
Und mein Handy auch, mein TV auch, mein CD Player, meine Playstation, mein Notebook, und und und... ;)

Zitat
Wobei von den genannten nur iPad (oder WePads) in die richtige Richtung gehe,.  

Genau das sehe ich (als iPad und EBook Reader Besitzer) anders...
iPad ist toll, aber EPaper ist zum Lesen von EBooks besser!
Das iPad ist aber nicht für Ebooks alleine gemacht, sondern ein Multifunktionsgerät.
Problem: Die Prozessoren für EBooks sind derzeit noch zu lahm für große Displays und große Dateien.
Wenn man mit einem A4 EBookreader aber vernünftig Regelwerke lesen könnte, der EPaper verwendet, würde ich den in jedem Fall einem Pad vorziehen.
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!



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Nin

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Problem: Die Prozessoren für EBooks sind derzeit noch zu lahm für große Displays und große Dateien.

Bis zu welcher Seitenzahl funktioniert dass denn gut?

(Und noch ein Link, falls der hier nicht schon längst aufgetaucht ist: http://wiki.mobileread.com/wiki/E-book_Reader_Matrix)

Offline Dirk Remmecke

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Und gerade in der Hinsicht wären Bundles aus Buch und PDF eine Komfortbehandlung des Kunden, der an beidem interessiert ist. Macht das eigentlich irgendwer außer Paizo?

James Edward Raggi hat jedenfalls von einer Bündelung von PDF und Print bei seinem Lamentations of the Flame Princess abgesehen, weil er unter unkontrollierbarbaren steuerlichen Effekten zu leiden hätte (und er das Bündel effektiv teurer anbieten müsste).
Zugegeben, er sitzt in Finnland und ihn betreffen finnische Steuergesetze.

Weiß jemand, wie es in Deutschland mit der Mehrwertsteuer bei PDF-Verkäufen aussieht? Bei Bündelungen?
Wie verhält sich ein Bonus-PDF zur Buchpreisbindung und Zugabeverordnung?

Offline ArneBab

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Das Geld was man an Druck Kosten spart, verkauft werden muss es sowieso noch.
Geht unter Umstaenden wieder dadurch pleite das die Leute die PDFs raubkopieren.

Leider ist das aber schlicht mangelndes Vertrauen an die Kunden.

Der Rollenspielmarkt ist kein Millionenmarkt. Daher wäre die sinnvolle Möglichkeit für Verlage zu sagen: Wenn ihr das Buch toll findet, dann kauft es bitte, damit wir noch mehr solche Bücher produzieren können. Zusatz: Wir geben euch Onlinestatistiken, wieviel gekauft wird. Dann seht ihr, ab wann wir genug für ein weiteres Buch zusammen haben. Der Idealfall ist, dass es den Käufern wichtig wird, dass der Verlag (viel) Geld verdient.

Im Computerspielbereich hat das gerade wundervoll geklappt: 1,2 Millionen Dollar in einer Woche für indie-Spiele, obwohl die Kunden zahlen konnten, was sie wollten – angefangen mit 1c 
http://draketo.de/licht/politik/erfolg-alternativer-geschaeftsmodelle-im-netz-humble-indie-bundle

Und nein: Kein Kopierschutz. Wer das Spiel hat, der hat es. Und es gibt enzwischen zum Glück viele Leute, die nichts kaufen, was ihnen nicht wirklich gehört (d.h. DRM hat).

Wer DRM einsetzt, hat damit bei einer gewissen Käuferschicht (mich eingeschlossen) von Anfang an verloren. Denn DRM nimmt dir immer alle Kontrolle über deinen Rechner weg, wenn es effektiv sein soll (und das würde es irgendwann werden)
http://draketo.de/deutsch/freie-kultur/licht/gegen-drm-computer-werden-geblockt
http://draketo.de/stichwort/drm
« Letzte Änderung: 27.07.2010 | 10:20 von ArneBab »
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Online Teylen

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Wenn ihr das Buch toll findet, dann kauft es bitte, damit wir noch mehr solche Bücher produzieren können. Zusatz: Wir geben euch Onlinestatistiken, wieviel gekauft wird. Dann seht ihr, ab wann wir genug für ein weiteres Buch zusammen haben.
Also bei 20th Century Boys (Comic/Manga) hat das ueber den PoD Weg eher leidlich funktioniert und wurde danach nicht weiter versucht,..
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Offline ArneBab

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Also bei 20th Century Boys (Comic/Manga) hat das ueber den PoD Weg eher leidlich funktioniert und wurde danach nicht weiter versucht,..

Print on demand ist auch nicht PDF. Print on Demand ist „ihr zahlt die Druckkosten selbst“.

Und eine große Marge drucken ist einfach billiger als sehr oft ein Einzelbuch (und qualitativ oft hochwertiger).

Ein PDF ist für mich in zwei Fällen sinnvoll:

  • Leute wollen das Buch elektronisch oder
  • Die Auflage ist so gering, dass Print-on-Demand eh billiger ist.


Vorteil der PDFs bei Punkt 1: „schaut mal, was ich Geniales gefunden habe!“ ⇒ E-Mail mit dem Buch ⇒ „Wenn du es gut findest, kauf doch ein eigenes, damit die noch mehr von der Reihe produuzieren können“.

Und für out-of-print sowieso (das ist Punkt 2: die Auflage der alten wäre so gering, dass sich ein Druck nicht lohnt: Die Lagerkosten wären höher als der Gewinn). Dadurch gibt es dann nämlich viel Material, das Leute auch wieder zur Verlagsseite bringt und so Appetit auf aktuelle Produkte macht.

Eine Idee zum Ankurbeln der PDF-Verkäufe (für Preise ab 10€): Wer das PDF kauft, kriegt per Post drei stilvolle Würfel.

Und die alten PDFs für 2-3€, so wie alte Taschenbücher im Supermarkt. Idealerweise jeden Monat ein PDF für 1€, so dass Leute immer wieder vorbeischauen (die PDFs würden sich anders vermutlich gar nicht verkaufen, und so dienen sie als effiziente Kundenbindung und Nutzung des Archivschatzes der Verlage – und der Kunde hat wieder zugriff auf die tollen alten Werke)
« Letzte Änderung: 27.07.2010 | 10:30 von ArneBab »
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Print on demand ist auch nicht PDF. Print on Demand ist „ihr zahlt die Druckkosten selbst“.
Es war eigentlich ein, "bestellt genug vor dann wird es normal gedruckt".
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Offline carthinius

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Ich frage mich auch, ob hierzulande das Ransom-Modell, mit dem Greg Stolze seine eigenen Werke wie Reign realisiert, funktionieren würde.
Wer es nicht kennt:
Der Autor/Publisher setzt eine finanzielle Schwelle, die von den Interessierten erreicht werden muss, damit das Produkt verfügbar wird. Das hat er sowohl mit reinen PDF-Publikationen gemacht (die nach Erreichen des Wertes für jeden kostenlos herunterzuladen sind) als auch mit einem "wir drucken das für die, die es bestellen, wenn es genügend Vorbesteller gibt"-Produkt (das Reign Enchiridion, das sogar so erfolgreich war, dass sie es sogar regulär in Druck gegeben haben und es somit auch für Nichtvorbesteller als Buch zu erwerben ist IIRC).
Der Clou: Das Geld geht direkt an den Autor (bzw. Publisher), wird die Schwelle nicht erreicht, zahlt keiner etwas, aber es wird auch nicht veröffentlicht.
Vermutlich ist der Markt für sowas hierzulande zu klein - aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit für einige Systeme, Abenteuerbände auf den PDF-Markt zu bringen, die es sonst nicht gäbe (bzw. Kleinstdruckreihen zu vermeiden, die man nicht los wird, weil es so feste Abnehmer gibt).
Für OOP-Sachen wär es sowieso die beste Lösung, die Produkte einfach als PDF anzubieten: Wer es als "echtes Produkt" oder Sammler haben will, muss halt weiter eBay und ähnliches bemühen, wer einfach den Inhalt haben will (z.B. alte Abenteuer), kann ohne Wucherpreise an das Ersehnte kommen.

Achso, dass Wizards keine PDF anbietet, hat natürlich System. Die wollen schließlich ihren DDI verkaufen.
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Offline ArneBab

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Ich frage mich auch, ob hierzulande das Ransom-Modell, mit dem Greg Stolze seine eigenen Werke wie Reign realisiert, funktionieren würde.

Ich denke, wir haben hierzulande da noch mit einem anderen Problem zu kämpfen: „der will ja nur Geld machen“.

Meist als Qualitätsaussage: Dem geht es gar nicht um das Rollenspiel. Es geht ihm nur um Geld.

Das Problem an der Sicht: Wer sich wirklich für das Rollenspiel interessiert, das er schreibt, der sollte einen Weg suchen, Vollzeit daran arbeiten zu können. Und dafür muss er Geld verdienen.

(das Problem gibt es hier in vielen alternativen Szenen: „Geldmacherei“ wird als negativ angesehen, so dass der Schritt vom Hobby zum Beruf sehr schwer ist, solange man sich nicht auf ausgetretenen Pfaden bewegt. Entsprechend gibt es trotz einer starken Szene nur sehr schwache alternative Strukturen)
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Offline ArneBab

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Zusatz: Wir sollten jubeln, wenn ein Verlag eine Reihe herausbringt, für die tausende Leute gerne viel Geld ausgeben. Das würde den Weg in den Massenmarkt öffnen und großen Velagen Lust auf Rollenspiele machen.

Stattdessen jammern wir über Geldmacherei, kaufen das Buch aber trotzdem. Also war es sein Geld wohl wert und wir hätten eigentlich nichts zu jammern.

Einziges Problem an viel Geldverdienen: Es schließt diejenigen aus, die wenig Geld haben. Durch PDF+Luxusversion (Softcover vs. Hardcover) würde sich das aber lösen lassen ⇒ Es gab Umfragen: „Was wollt ihr?“. Ergebnis: Hardcover. Daher ist fast alles neue Hardcover. Hat irgendwer gefragt: „Was kaufen Neulinge?“
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Achso, dass Wizards keine PDF anbietet, hat natürlich System. Die wollen schließlich ihren DDI verkaufen.
Die Begruendung zieht aber nicht bei dem ganzen alten Archiv aller Out of Print Produkte frueherer Auflagen.
Und nicht aller Content der Buecher findet sich im D&D-Insider wieder, nur die "Regeltexte".

Abraham Maslow said in 1966: "It is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail."

Offline carthinius

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Die Begruendung zieht aber nicht bei dem ganzen alten Archiv aller Out of Print Produkte frueherer Auflagen.
Du meinst das, was sie kostenlos zu Verfügung stellen? Ja, das passt irgendwie nicht ganz ins Bild.

Und nicht aller Content der Buecher findet sich im D&D-Insider wieder, nur die "Regeltexte".
Wär ich zynisch, würd ich sagen, dass man da die Wertigkeit des Fluffs sieht... aber eigentlich liegt es wohl eher daran, dass man eher regelseitig elektronische Unterstützung braucht als fluffseitig - außerdem ist der Fluff ja nicht zwingend updatewürdig, die Regeln aber offenbar schon (wie man so hört).
Was letztlich nicht heißt, dass es nicht Bedarf an den PDFs der Bücher gäbe.
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Online Selganor

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Nein, ich meinte den RIESIGEN Katalog an Produkten der frueher fuer einen Fixpreis von ca. $5.-/Produkt bei "den ueblichen Verdaechtigen" als PDFs verkauft wurde.
Scans (groesstenteils nicht mit OCR) von AD&D-Produkten vor der 3. Auflage sowie wohl auch gute Teile der alten D&D Sachen
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Offline Dirk Remmecke

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Print on demand ist auch nicht PDF. Print on Demand ist „ihr zahlt die Druckkosten selbst“.

Ich würde so manches nur-PDF-Produkt gerne erwerben, wenn es denn parallel als Print on Demand erhältlich wäre... aber so verliert der Autor mich als Kunden.

Zitat
Eine Idee zum Ankurbeln der PDF-Verkäufe (für Preise ab 10€): Wer das PDF kauft, kriegt per Post drei stilvolle Würfel.

Viel zu teuer.

Speziell angefertigte Würfel, sagen wir mal 30 Cent pro Stück (aber den Preis bekommt man auch nur bei einer erklecklich hohen Auflage), plus Luftpolsterumschlag (50 Cent?), plus Porto (wegen der Dicke 1,45 Euro), plus Verwaltungsaufwand, und flugs ist man bei 3 Euro Gesamtkosten dieser Aktion.

3 Euro, die auf den Preis des PDFs aufgeschlagen werden müssen, bis jetzt ohne einen Cent Gewinnanteil für den Verlag. Was sich kein Verlag leisten kann, weil ja jeder Cent Investition auch Gewinn einbringen muss, sonst würde der Verlag ja mehr verdienen, wenn er sein Geld aufs Postsparbuch brächte...

Ich frage mich auch, ob hierzulande das Ransom-Modell, mit dem Greg Stolze seine eigenen Werke wie Reign realisiert, funktionieren würde.

Das klappt schon deshalb nicht, weil wir wahrscheinlich niemanden haben, dessen Name allein für eine gewisse (und ausreichend große!) Teilmenge der Rollenspieler ein Garant für interessantes Spielmaterial ist.
Stolze und Baur haben ihren Ruf innerhalb des klassischen Vertriebsmodells erworben und konnten darauf aufbauen.

Für wen gilt das in Deutschland? Thomas Römer, Tom Finn ... wen sonst?

Ich denke, wir haben hierzulande da noch mit einem anderen Problem zu kämpfen: „der will ja nur Geld machen“.

Das ist eine ganz spezielle deutsche Unart.

Offline ArneBab

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3 Euro, die auf den Preis des PDFs aufgeschlagen werden müssen, bis jetzt ohne einen Cent Gewinnanteil für den Verlag.

Der Gedanke unterschlägt halt, dass dadurch möglicherweise deutlich mehr PDFs verkauft werden.

Leute bezahlen gerne, auch wenn es andere Wege gibt an die Waren zu kommen (sonst wäre die Musikverschiebeindustrie längst Pleite, weil wirklich niemand kaufen würde), aber sie haben auch gerne noch etwas Mehrwert. „Guck, ich habe es *gekauft*!“ (Statusbonus) oder „Das häng ich mir an den Kühlschrank!“ (das Spiel stärker in die eigene Welt integrieren, auch außerhalb des Spiels ⇒ das eigene Selbstbild stärken).

Zitat
Für wen gilt das in Deutschland? Thomas Römer, Tom Finn ... wen sonst?

Feder und Schwert, Pegasus Press, Fanpro, …

Bei uns treten nur die Autoren stärker hinter den Verlagen zurück. Daher können das eher die Verlage machen. Das ist auch eine schöne Zukunft für Verlage: Mir für mich gute Rollenspiele empfehlen/zugänglich machen und als Dienstleister für Autoren guter Rollenspiele arbeiten.
« Letzte Änderung: 27.07.2010 | 13:11 von ArneBab »
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Offline Woodman

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Also der Vergleich mit der Musikindustrie lahmt gewaltig, die haben nämlich im Gegensatz zu Rollenspielen einen Absatzmarkt mit Millionen potentieller Kunden, da ist der Ansatz bei kleiner Marge große Massen abszusetzen durchaus sinnvoll, bei den wenigen tausend potentiellen Kunden im deutschsprachigen Rollenspielbereich sind die Leute auf etwas größere Margen angewiesen, damit genug verdient wird um das Essen für die paar Leute zu bezahlen. (Ist jetzt etwas überspitzt, aber müsste im Großen und Ganzen zur Lage passen)

-Spooky-

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Die Preise für digitale Waren sind, in keinerlei Hinsicht, wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Angefangen bei den Rohstoffen, hin zu den Presswerken, weiter zu Verpackung, Transportkosten / Auslieferungswege etc. *ui jui jui* Ein Server ist im Vergleich ja genauso teuer. Lächerlich. Globale Marktwirtschaft? Ohne feste Währung? Genauso lächerlich. Die Industrie fährt eine einfache Schiene: Ökonomisches Prinzip.

Metro Group (MM und Konsorten) - Riesige Mengen, kleine Marge, wenig Lohn für Angestellte etc.  - Masse statt Klasse .. Aber machen immer noch Gewinne.

Thema Ausland:
Warum kaufen die meisten Leute im Ausland? Weil sie es können. Ob ich 40 US $ für ein Computerspiel bezahle, oder im Vergleich 50 €. Das sind nun mal Welten für Vielkäufer.

Offline ArneBab

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Also der Vergleich mit der Musikindustrie lahmt gewaltig, die haben nämlich im Gegensatz zu Rollenspielen einen Absatzmarkt mit Millionen potentieller Kunden

Es geht nicht um die Kunden, sondern darum, dass überhaupt gekauft wird. Da haben Rollenspiele eigentlich sogar den Vorteil, dass sie kleiner sind, weil es für Rollenspieler wichtig ist, dass es weiterhin Verlage gibt.
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Offline Woodman

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Ja und damit es weiterhin Verlage gibt, müssen die genug Gewinn machen um ihren Angestellten und den Autoren den Lebensunterhalt zu verdienen. Und damit das klappt bräuchten sie bei sehr kleinen Margen eben Massenhaft Absatz, bei einem überschaubaren Käuferkreis, wie man ihn beim Rollenspiel nunmal hat, wird das aber nix mit Massenhaft Absatz, also müssen dementsprechend die Margen höher ausfallen.
Und wie mein BWL Prof. man so schön gesagt hat, das Konzept "wir machen pro Einheit 2€ Verlust, das müssen wir jetzt über die Menge wieder rein holen" wird nie aufgehen.

Offline oliof

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Ich glaube nicht, dass es Verlage geben *muss*. Ein Grossteil des Leistungsspektrums, dass Verlage den Autoren abnehmen ist entweder automatisierbar oder wird gleich weggespart.
https://plus.google.com/+HaraldWagener «» This Space Intentionally Left Free «» DAS: Das Abenteurer Spiel

Offline Glgnfz

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    • Von der Seifenkiste herab...
Irgendwie ist Deutschland nicht so scharf auf PDFs - nur mal als Beispiel - die Ausgabe 1 der Abenteuer., die von vielen lauthals verlangt wurde, hat sich bisher exakt zweimal verkauft und ist schon seit mehreren Monaten online...

Ich werde sie im Laufe der Woche mal noch bei rpgnow/drivethrough hochladen, da gibt es wenigstens ein paar mehr Deutschsprachige Käufer.
Visionär: "Geht weg ihr Rabauken mit eurer Rockmusik und den Rauschgifthaschischspritzen!"

Coldwyn: "Hach, was haben die Franzosen für schöne Produkte, wir haben irgendwie nur Glgnfz. Wie unfair."

Offline carthinius

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Irgendwie ist Deutschland nicht so scharf auf PDFs - nur mal als Beispiel - die Ausgabe 1 der Abenteuer., die von vielen lauthals verlangt wurde, hat sich bisher exakt zweimal verkauft und ist schon seit mehreren Monaten online...

Ich werde sie im Laufe der Woche mal noch bei rpgnow/drivethrough hochladen, da gibt es wenigstens ein paar mehr Deutschsprachige Käufer.
Das demonstriert aber schön das "Wo kann ich XY denn überhaupt finden?"-Problem - ich weiß von der Abenteuer., aber nicht, dass es dazu die PDFs zu kaufen gibt oder gar wo. Bei DriveThru wär mir das vermutlich schon mal aufgefallen.
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Bzw. haben wir hier auch stückweise das, was als Amazon-Problem bekannt ist. Der durchschnittliche Internetbenutzer will sich nicht bei zig Internethändlern registrieren, nur weil er dort einmal einen Artikel kaufen würde.

Offline Woodman

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Ja und je kleiner und exotischer der Shop desto größer der Unwille.

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Ist eh die Frage ob es nicht cleverer wäre RPGs gleich als Ebooks über Amazon zu verkaufen.