Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
IP-Proofing; CAP, Tiers und anderes
Feuersänger:
Nochmal zurück zum CAP. Das ist es nämlich im Endeffekt, was mich bei D&D 3.X am meisten ankotzt:
Alles was ein Nahkämpfer kann, kann ein Zauberer besser.
Und auch als das endlich bis zu den Autoren durchgedrungen war, und sie neue Klassen und Subsysteme eingeführt haben, die dieses Manko beheben sollen, haben sie auch sofort sichergestellt, dass man auch als Caster nicht auf diese Bonbons verzichten muss. Im Gegenteil, sie können es sogar mal wieder noch besser,
Siehe Tome of Battle. Natürlich gibt es darin auch Prestigeklassen für Cleric und Wizard, weil es kann ja nicht angehen, dass die Manöver nur strikt nichtmagischen Charakteren vorbehalten bleiben würden.
Aber da setzen wir noch einen drauf!
Adepten nutzen die D&D Action-Economy gründlich aus, insbesondere haben sie viele Optionen für Swift Actions. So viele, dass eine Swift Action pro Runde manchmal nicht ausreicht, bzw. man sich einfach mehr davon wünschen würde.
Und wie bekommt man mehr als eine Swift pro Runde? Man ist Cleric und wird Ruby Knight Vindicator! Dann kann man alles haben: Klerikerzauber UND Turn Undead UND Manöver UND bei Bedarf zwei Swift Actions pro Runde!
Echt, es kotzt mich an. Warum können die nicht einfach mal den Melees eine Option an die Hand geben, OHNE im selben Atemzug den Castern noch mehr Zucker in den Arsch zu blasen???
Skele-Surtur:
Tja. Gute Frage.
Ich schätze, dass bei jeder Option, die man anbietet eben sofort einem geneigten Autoren eine total stylische Idee kommt, wie man das mit Magie in irgend einer Form noch aufbohren könnte. Und irgendwie muss der Platz ja auch voll werden.
Es ist nunmal so, dass ein Krieger eben ein Mensch (oder sowas) mit menschlichen Optionen ist. Ein Zauberer ist genau so ein Menschen (oder sowas) und hat logischer Weise die selben Handlungsoptionen. Plus Magie.
Das ist die Krux (schreibt man das so?) an der ganzen Sache: Alles sieht mit Magie erstmal stylischer aus. Und es ist ja auch sehr intuitiv, dass Magier erstmal mächtiger sind, als normale Menschen.
Und dann kann man sich überlegen, ob man das so richtig findet und sich damit abfindet, oder ob man so ein kleinkarierter Balancingfaschist ist, der der Meinung ist, dass jeder Spieler eine gewisse Niesche haben sollte, in der er glänzen kann. Nun habe ich einfach festgestellt, dass ich nunmal ein Balancingfaschist bin, der mit der überlegenen Form des Rollenspiels, zu der es gehört, zu akzeptieren, dass Magier nunmal eine überlegene Lebensform sind, nichts anfangen kann. Ich will, dass jeder Spieler sein Zuckerle hat und das funktioniert mit 3.5 RAW nunmal nicht.
Also stellt sich mir die Frage: Spiele ich was anderes oder Hausregle ich das System. Mir gefällt aber die Grundkonzeption des D20 Systems. Und daher möchte ich mich erstmal an der Hausrgelung versuchen, ehe ich einfach was anderes spiele.
Feuersänger:
Ja, und da gehts mir eben ähnlich. Vom Grundkonzept her finde ich D&D toll, gerade das mit den kombinierbaren Klassen und Specials finde ich viel interessanter als z.B. klassenlose Systeme, in denen jeder alles lernen kann.
Aber da beisst sich die Katze in den Schwanz: Sinn und Zweck eines Klassensystems ist ja gerade, bestimmte Fähigkeiten _exklusiv_ für eine Klasse (oder zumindest nicht alle) zu machen. Und da haben die Designer versagt, weil sich so gut wie jede Fähigkeit mit Magie emulieren lässt. Himmel, seit dem SpC kann man quasi jeden beliebigen Feat durch einen billigen Grad-2 Zauber ersetzen!
Da müsste wirklich am allerdringendsten ausgemistet werden. Alles, was eigentlich eine Klassenspezialität ist, dürfte es nicht als magischen oder psionischen Effekt geben.
Skele-Surtur:
Ich vermute, dass das so gewollt ist. Gefallen muss es einem deswegen aber nicht. Ich sehe das aber auch so, dass man mal die Zauber ein wenig geradebürsten müsste.
Feuersänger:
Ursprünglich war es sicher so _gedacht_, dass alle Klassen gebalanced sein sollten und jede Klasse einzigartige Fähigkeiten hat. Das haben sie aber nur leider schon mit dem PHB verbockt, wie wir ja auch hier im Thread schon konstatiert haben.
Klar, Clr, Dru und Wiz _müssen_ das Spiel nicht sprengen. Wenn der Cleric sich auf ein Dasein als Heilbot beschränkt, der Druide den schrulligen Typen aus dem Wald mimt und der Wizard Feuerbälle schmeisst, haut das schon hin. Aber das sind halt nichtmal 10% des Potentials, das allein das PHB diesen Klassen bietet.
Schon nur mit Core und selbst wenn wir Summons und Gestaltwandel außen vor lassen, haben die Caster schon einige Möglichkeiten, den Nichtcastern ihre Nischen wegzunehmen. Der Druide kann z.B. besser Tracken als der Ranger, der Kleriker kann Fallen finden (und besser kämpfen als der Fighter), und so weiter. Aber wie das in späteren Splats dann überhand genommen hat, ist echt einfach nicht mehr feierlich.
Beispiel: da gibt es eine Liste, wie man an Pounce kommt (d.h. Charge + Full Attack). Auf dieser Liste sind 2 gute nichtmagische Möglichkeiten, mehrere schlechte (weil zu restriktiv), und dann eine ganze Latte mit magischen/psionischen/etc. Möglichkeiten, die viel besser sind als die meisten nichtmagischen. Das ist doch einfach nicht knusper!
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