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Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)
Crimson King:
Das müsste man eben mal - wie ich gewünscht habe - auf einer wissenschaftlichen Ebene machen.
Ansonsten steht auch für mich außer Frage, dass die Rollenbilder sich im Wandel befinden. Die Männer ziehen da quasi um zwei Jahrzehnte zeitversetzt nach. Aktuell sieht es nach meiner Wahrnehmung aber so aus, dass einerseits auf einer bewussten Ebene ein neues Männerbild vermittelt wird - nicht zu knapp darüber, dass man nicht mehr so sein soll, wie es das althergebrachte Männerbild propagiert, also über Negation anstatt positiver Definition - , während auf der unbewussten Ebene die wesentlichen Merkmale des klassischen Rollenbildes - der Mann als starker, niemals zweifelnder, aufrechter Kämpfer, der es so weit wie möglich nach oben schaffen soll, hetereosexuell, attraktiv und potent, Ernährer der Familie etc. - volle Breitseite auf die Männer abgefeuert werden.
Identitätskonflikte sind da vorprogrammiert und werden sicherlich auf sehr unterschiedliche Weisen gelöst. Die Methode, sich als Lösung einfach das gängige, den starken Mann propagierende Modell als Vorgabe raus zu picken, wird da nach meiner Wahrnehung ziemlich oft verwendet.
Teylen:
--- Zitat von: Nocturama am 14.07.2012 | 10:12 ---Teylen, wenn das auf mich gemünzt war, hast du mich missverstanden.
--- Ende Zitat ---
Ich bezog es auf den Beitrag von Crimson King.
--- Zitat ---Dabei halte ich es für einen Fehler, einfach nur ein Geschlechterbild zu untersuchen (das weibliche) und das andere als Norm zu sehen. Aussagen eines Mannes gegenüber einer Frau wie „Geh doch in die Küche, da ist dein Platz“ oder „Du musst mal ordentlich vergewaltigt werden, damit du vernünftig wirst“ (aus den Vorwürfen gegenüber Anita) zeigen nicht nur, welches Frauenbild diese Typen haben, sondern geschieht auch aus einem ganz bestimmten Selbstbild der eigenen männlichen Geschlechteridentität heraus.
Und die sollten meiner Meinung nach ebenfalls untersucht werden.
--- Ende Zitat ---
Ich finde an dieser den Schutz des tatsächlichen Opfers interessanter und notwendiger als die Täter in eine Opferrolle zu konstruiert zu schieben.
Maarzan:
--- Zitat von: Teylen am 15.07.2012 | 19:53 ---Ich finde an dieser den Schutz des tatsächlichen Opfers interessanter und notwendiger als die Täter in eine Opferrolle zu konstruiert zu schieben.
--- Ende Zitat ---
Kurzfristig sicher, aber langfristig wirst du das nur bekämpfen können, wenn du es verstehst. Das hat dann noch lange nicht mit Verständnis aka Rechtfertigung zu tun.
Und allgemein ging es hier doch wohl eher um Rollenbilder, denn um akute Gefahrenabwehr, oder?
Nocturama:
--- Zitat von: Teylen am 15.07.2012 | 19:53 ---Ich finde an dieser den Schutz des tatsächlichen Opfers interessanter und notwendiger als die Täter in eine Opferrolle zu konstruiert zu schieben.
--- Ende Zitat ---
Noch mal: Es geht hier nicht darum, zu sagen: "Männer werden diskrimiert, weil es bestimmte männliche Rollenbilder gibt." Von Opferrolle war keine Rede. Ich weiß wirklich nicht, wo du das aus meinem Beitrag herausgelesen hast.
Es geht darum, zu fragen: "Welche Rollenbilder von Männern werden in unserem Kulturkreis konstruiert?" Es geht um eine gendertheoretische Auseinandersetzung mit Männerbildern. Es geht darum, sich bewusst zu machen, welchen Geschlechterbildern man folgt. Wenn die Pseudo-Machos in den Kommentaren das gemacht hätten, würden sie wahrscheinlich nicht so einen Scheiß schreiben.
Vielleicht störst du dich am Begriff "konstruiert", weil das klingt, als wäre es ein bewusster Prozess. Das ist er in den meisten Fällen nicht. Gesellschaftliche Diskurse (Medien, Wissenschaft, Gesetz, etc.) generieren und präsentieren immer bestimmte Rollen, egal ob es um Geschlecht, Alter, Nationalität, gesellschaftlichen Status, etc. geht.
Callisto:
Ich finde die Täterrolle, und damit die Auseinandersetzung (in diesem Fall) mit den männlichen Rollenbildern irgendwie... interessanter. Weil, um Opfer zu sein, macht man selbst ja nix, sondern es wird mit einem gemacht. Aber der Täter hat ja ein bestimmtes Bild nicht nur vom Opfer sondern auch von sich. Das Bild das der Täter vom Opfer hat, interessiert mich da eher weniger, weil ich es für Schwachsinn halte. Aber wieso fühlt er sich so sehr angegriffen in seiner Männlichkeit, dass er sie zum Schweigen bringen muss, was geht da in seinem Selbstverständnis von ihm vor?
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