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Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)

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Sun Wukong:
Die einzigen beiden Spiele mit weiblichen Protagonisten, bei denen ich mich an eine ansatzweise ähnliche Marketing-Aufmerksamkeit erinnern kann waren Bayonetta und Tomb Raider.

Aber ja, ich hoffe, dass sich der Markt da irgendwie von selbst reguliert. Das wird natürlich erschwert, wenn du da ein paar Altkluge in den Chefetagen sitzen hast, die meinen, ihre Kunden seien allesamt sabbernde Teenager, die nicht drauf klarkommen, wenn sie eine Frau mit Persönlichkeit spielen, die über Titten und Arsch hinausgeht. Eigentlich werden sie ja auch eines Besseren belehrt, immer hin hörte man überall Jubelschreie, dass die gute Lara neu definiert wird (eben nicht mehr nur über ihre.. Argumente).

YY:

--- Zitat von: Sun Wukong am  2.04.2013 | 10:48 ---Homophobie zu diesem Grad (oder auch nur Schwanzeinziehen aus Angst vor der Homophobie der Spieler) ist einfach nur erbärmlich.

--- Ende Zitat ---

Das sollte doch spätestens seit Mass Effect weitestgehend vom Tisch sein.

Oder habe ich seinerzeit den Shitstorm verpasst?

Darius der Duellant:

--- Zitat von: YY am  2.04.2013 | 23:22 ---Oder habe ich seinerzeit den Shitstorm verpasst?

--- Ende Zitat ---

Den zu Teil 3 und "OMG FORCED FAGOTTRY!!!!", da nun auch mänliche SC über homoerotische Szenen stolpern?

Ja.



--- Zitat von: Sun Wukong am  2.04.2013 | 23:15 ---Aber ja, ich hoffe, dass sich der Markt da irgendwie von selbst reguliert. Das wird natürlich erschwert, wenn du da ein paar Altkluge in den Chefetagen sitzen hast, die meinen, ihre Kunden seien allesamt sabbernde Teenager, die nicht drauf klarkommen, wenn sie eine Frau mit Persönlichkeit spielen, die über Titten und Arsch hinausgeht.

--- Ende Zitat ---

Das WAREN nunmal lange Jahre die Hauptkäufer, bevor Videospiele plötzlich ausserhalb der Loserecke hip und cool wurden.
Man kann sich ja ruhig darüber beschweren dass ein Genre gewisse Altlasten mit sich herumschleppt, dabei sollte man aber bitte auch beachten dass
das kein Zufall ist.

Und was das nicht-klarkommen angeht: Ein großer Teil der Videospielerkundschaft besteht immer noch aus hormonell herausgeforderten Jugendlichen von denen viele (abhängig vom Kulturkreis, hierzulande weniger, in Russland und den USA dafür um so mehr) wirklich noch ein Problem mit weiblichen Protagonisten und männlicher Homosexualität haben.
Es ist nunmal ein Faktum dass sich Call of Deppenfield & co wie geschnittenes Brot verkaufen.
Für einen Manager der vor allem den finanziellen Aspekt im Auge hat, gibt es wenig Gründe diesbezüglich Risiken einzugehen.
Das ist ärgerlich und schade, denn das sorgt (auch abseits der ganzen Feminismus-Debatte) für die immer gleichen Aufgüsse erfolgreicher Serien.
Es ist aber weder überraschend noch "schlecht" von diesen Leuten.
Mir geht es zwar auf den Zeiger weil ich gerne mal wieder mehr tolle Spiele abseits von Casualgedöns und Knöpfchendrückereien spielen würde, aber das Problem sind hier nicht umbedingt die Krawattenträger. Deren Job ist es, die Firma am laufen zu halten, aber nicht das unterstützen von politischen Agendas die keinen finanziellen Mehrwert bringen.

Will man hier was ändern helfen weder hysterische Youtube-Serien, noch Zirkeldiskussionen auf tumblr, stattdessen müsste man den relevanten Entscheidungsträgern zeigen, dass man auch mit Kram abseits der x-drölfzigsten Aufgüsse generischer Shooter ordentlich Kohle machen kann.

Callisto:
Ja nun. Ich kaufe keine Kriegsspiele und ich hab zwar GTA4 gekauft aber nicht wirklich viel gespielt. Wenn es aber nicht viel Auswahl neben den sich wiederholenden und sich in Richtung Shooter entwickelnden Reihen gibt und diese Auswahl kaum beworben wird, wie kann ich als Kunde dann zeigen, dass ich was Kreatives wünsche? Nur durch Online-Ranting. Its the only way. Nicht in geschlossenen Kreisen, die keinen Macher erreichen wie hier im Tanelorn, aber durch so eine Öffentlichkeit wie von Jimquisition oder einen passenden Shitstorm auf Twitter. Ich werd solange drüber reden, wie ich das Bedürfnis danach habe, obs dir passt oder nicht.

Btw, sehr schön war die Folge 2.16 von Grimm von letzten Freitag. Es ging um eine Videospielschmiede und abgesehen vom Chef, einem Toten, einem Exfreund und einem Täter die alle im IT-Bereich arbeiteten, spielten zwei Frauen eine mehr oder wenige wichtige Rolle in der Firma und in der Folge. Die wichtigste Nebenfigur, neben dem Täter, war die Leiterin des Entwicklungsteams.

Sun Wukong:

--- Zitat von: Darius der Duellant am  3.04.2013 | 00:01 ---Es ist aber weder überraschend noch "schlecht" von diesen Leuten.

--- Ende Zitat ---

Ich halte das sogar für ziemlich schlecht. Gewinnmaximierungsgedanken sind Gründe aber keine Ausreden für so ein Verhalten. Ich erwerbe mit meinem business-degree nicht gleichzeitig den Freibrief, ein Arschloch zu sein, auch wenn das sicher viele glauben. Solange man aber diese "Realitäten" als Rechtfertigungen bringt und durchgehen lässt, solange gestattet man es ihnen ja auch, sich damit rauszureden. Man darf ruhig auch als Konsument den Publisher mal an den Hörnern packen und kräftig schütteln, bis die Birne wieder gerade sitzt, sehe ich kein Problem drin.

Bestimmer über die Verhältnisse unserer Gesellschaft sollten immer noch wir sein. Wir sollten den Konzernen sagen, wo es für sie lang geht und wie weit sie gehen dürfen - und das nicht nur, indem wir ihre Waren boykottieren. Diese "sollte" ist auch alles andere als naiv. Wenn wir uns selbst allerdings immer wieder damit beschränken, dieses gerechtfertigte und uns eigentlich durch unseres politischen System zugesicherte Recht zu nutzen, indem wir es zu Wunschdenken aus dem Hundertmorgenwald deklarieren und uns den herrschenden Maßstäben der wirtschaftlichen Denkweisen unterwerfen, werden sich die Verhältnisse tatsächlich immer mehr dem viel beschworenen, alternativlosen System annähern.


--- Zitat ---Deren Job ist es, die Firma am laufen zu halten, aber nicht das unterstützen von politischen Agendas die keinen finanziellen Mehrwert bringen.

--- Ende Zitat ---

Und daneben haben die keinen weiteren Nutzen, nein? Sehe ich anders. Wie gesagt, gerade die sitzen am Hebel, etwas von ihrer Seite aus zu verändern. Und einige tun es. Ohne Risiken einzugehen gibt es auch keine Veränderung und keinen Fortschritt. Die, die das verstanden haben, werden morgen mit Sicherheit sowieso bessere Gewinne einfahren. Und selbst wenn nicht, haben sie trotz Verlusten vielleicht den Weg zu einer Veränderung oder Behebung eines Missstandes geebnet. Einigen ist das Gott sei Dank immer noch wichtiger, als der eigene Profit, auch wenn die Anzahl solcher Leute verschwindend gering wirken mag.


--- Zitat ---Will man hier was ändern helfen weder hysterische Youtube-Serien, noch Zirkeldiskussionen auf tumblr, stattdessen müsste man den relevanten Entscheidungsträgern zeigen, dass man auch mit Kram abseits der x-drölfzigsten Aufgüsse generischer Shooter ordentlich Kohle machen kann.

--- Ende Zitat ---

Wenn unser einziges wirksames Mittel zur Veränderung und Bewegung der Verhältnisse, die wir nicht gerne sehen, unsere Kaufkraft und die Entscheidung, was wir kaufen, wäre, säe es wirklich dunkel um uns aus. Soweit ich das sehe, ist das allerdings noch lange nicht der Fall. Dementsprechend halte ich Meinungsaustausch und Information über das Internet für alles andere als unnötig.

Nichtsdestotrotz spricht natürlich nichts dagegen, dieses eine Mittel - der Kaufkraft - für diese Zwecke einzusetzen, um etwas zu verändern. Ist sicher der direkteste Weg.

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