Medien & Phantastik > Multimedia - Spiele

Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)

<< < (30/58) > >>

Bluerps:
Genau. Nur weil man damit nicht direkt bei den Managern großer Publisher ankommt, heißt das nicht man sich nicht lautstark beschweren darf, wenn einem etwas nicht passt. Mat hat zumindest immer die Chance andere davon zu überzeugen. "Vote with your wallet" ist schon ein guter Ratschlag, aber es nicht das einzige was man tun kann.

Zumal das ein Gerücht ist, das Spiele die nicht auf den stereotypen männlichen Teenager ausgerichtet sind zwangsweise weniger Geld bringen. Das ist eine gängige Weisheit, die sich niemand so recht traut in Frage zu stellen. Wenn es trotzdem einer tut, dann passiert das nur halbherzig, mit einem Bruchteil des Budgets eines vergleichbaren, auf Männer ausgerichteten Spiels. Was dann natürlich eine selbsterfüllende Prophezeiung ergibt.


Bluerps

Darius der Duellant:

--- Zitat von: Callisto am  3.04.2013 | 00:36 ---Ja nun. Ich kaufe keine Kriegsspiele und ich hab zwar GTA4 gekauft aber nicht wirklich viel gespielt.
--- Ende Zitat ---

Tut mir leid, du bist Teil des Problems.
Ein verkauftes Spiel ist ein verkauftes Spiel, ob du das danach hundert Stunden gespielt hast oder es hinterm Wandschrank verstaubt, fliesst in die Absatzzahlen nicht mehr ein.
Kauf es nicht, überrede andere Leute es nicht zu kaufen, aber mach doch so was nicht.
Das Studio hat dein Geld, wieso sollten sie jetzt noch etwas ändern?



--- Zitat ---Nicht in geschlossenen Kreisen, die keinen Macher erreichen wie hier im Tanelorn, aber durch so eine Öffentlichkeit wie von Jimquisition oder einen passenden Shitstorm auf Twitter.
--- Ende Zitat ---

Und was bringt es?
Massenhaft Kommentare die sich dazu äussern von dem "Gender-Stuff" die Nase voll zu haben.
Versetz dich doch mal in die Position eines Entscheidungsträgers der diese "Shitstorms" sieht. Du hast ein begrenztes Budget und kannst damit ein Spiel finanzieren.
Du hast dafür zwei Möglichkeiten:
a) Den x-ten Aufsatz einer Reihe die sich gut verkauft, für die es einen etablierten Kundenstamm gibt und bei der du bereits bestehende Werbemittel nur begrenzt anpassen musst.

b) ein "kontroverses" Projekt, bei dem du weisst dass es wohl einen Teil der alten Kundschaft vergrätzen wird, dafür aber wahrscheinlich eine unbestimmte Menge Neuspieler dazuholen könnte und das zu unschönen politischen Schlammschlachten im Netz führen wird

Bist du wirklich der Meinung, Myriaden an bis-zur-schliessung hochkochenden Streitthemen auf allen größeren Netzseiten sowie politische Flamewars sind ein guter Anreiz, sich für b) zu entscheiden?


--- Zitat von: Callisto am  3.04.2013 | 00:36 ---
Ich werd solange drüber reden, wie ich das Bedürfnis danach habe, obs dir passt oder nicht.

--- Ende Zitat ---

Lass dich nicht aufhalten, aber wundere dich nicht wenn überaufgeregtes und/oder aggressives Gerede irgendann einfach nicht mehr ernst genommen wird uns somit unterm Strich kontraproduktiv wirkt.
Den Fehler haben schon prominentere Gruppen gemacht, mit dem Ergebnis das "Der Zentralrat ist empört" schon zu einem geflügelten Wort geworden ist.

Nimms einfach als gut gemeinten Ratschlag an, du kannst zwar Recht haben, aber Recht bekommst du erst wenn du die richtigen Argumente zu richtigen Person bringst.
Und das ist (nicht nur) in diesem Fall eben nicht die Meute vor den Toren, sondern der Anzugträger im Saal.

Darius der Duellant:

--- Zitat von: Sun Wukong am  3.04.2013 | 00:50 ---Ich halte das sogar für ziemlich schlecht. Gewinnmaximierungsgedanken sind Gründe aber keine Ausreden für so ein Verhalten.
--- Ende Zitat ---

Und genau um Gründe geht es eben.



--- Zitat ---Man darf ruhig auch als Konsument den Publisher mal an den Hörnern packen und kräftig schütteln, bis die Birne wieder gerade sitzt, sehe ich kein Problem drin.

--- Ende Zitat ---

"Ihr" schüttelt aber nicht.
Was juckt EA ein Shitstorm im Netz, solange er keine Auswirkungen hat?
Das ist wie ein Schaal an den Hörnern des Stiers.
Mag vielleicht manchmal nervig sein, aber solange man damit nirgendwo hängenbleibt gibt es für den Stier kaum einen Anreiz, seinen Kopf in eine dunkle Box zu stecken (in der sonstwas passieren könnte) um das Ding vielleicht loszuwerden.



--- Zitat ---Bestimmer über die Verhältnisse unserer Gesellschaft sollten immer noch wir sein. Wir sollten den Konzernen sagen, wo es für sie lang geht und wie weit sie gehen dürfen - und das nicht nur, indem wir ihre Waren boykottieren. Diese "sollte" ist auch alles andere als naiv. Wenn wir uns selbst allerdings immer wieder damit beschränken, dieses gerechtfertigte und uns eigentlich durch unseres politischen System zugesicherte Recht zu nutzen, indem wir es zu Wunschdenken aus dem Hundertmorgenwald deklarieren und uns den herrschenden Maßstäben der wirtschaftlichen Denkweisen unterwerfen, werden sich die Verhältnisse tatsächlich immer mehr dem viel beschworenen, alternativlosen System annähern.
--- Ende Zitat ---

Sollte, müsste, könnte.
Wen du ein Problem angehen willst, hilft es nichts darüber zu philosophieren wie die Situation eigentlich sein sollte.
Du musst dich mit den konkreten Fakten auseinandersetzen und dir dann überlegen welche Hebel du umlegen kannst.
Wenn du über Netzproteste etwas ändern willst, müssen erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass eben jene Proteste auch etwas bewirken können.
Ansonsten bleiben sie das was sie sind, ein Zahnrad ohne Verbindung zur restlichen Maschiene, wodurch seine Form und Geschwindigkeit keinen Einfluss hat.


--- Zitat ---Und daneben haben die keinen weiteren Nutzen, nein? Sehe ich anders. Wie gesagt, gerade die sitzen am Hebel, etwas von ihrer Seite aus zu verändern. Und einige tun es. Ohne Risiken einzugehen gibt es auch keine Veränderung und keinen Fortschritt. Die, die das verstanden haben, werden morgen mit Sicherheit sowieso bessere Gewinne einfahren. Und selbst wenn nicht, haben sie trotz Verlusten vielleicht den Weg zu einer Veränderung oder Behebung eines Missstandes geebnet. Einigen ist das Gott sei Dank immer noch wichtiger, als der eigene Profit, auch wenn die Anzahl solcher Leute verschwindend gering wirken mag.
--- Ende Zitat ---


Risiken bergen eine Möglichkeit auf Gewinne und Verluste. Etwas um der lieben Veränderung willen zu ändern bringt zwar eben das (eine Veränderung) aber nicht notwendigerweise Fortschritt. Um einen Rückgriff aufs finanzielle zu machen: Apple fährt seit Jahren sehr gut damit, wenig bis keine Risiken einzugehen und nur geringfügige Änderungen an seinem Ökosystem vorzunehmen.
Microsoft hat mit Windows 8 einen ziemlich radikalen Schnitt gemacht.
Die Reaktionen darauf sind ja bekannt...



--- Zitat ---Wenn unser einziges wirksames Mittel zur Veränderung und Bewegung der Verhältnisse, die wir nicht gerne sehen, unsere Kaufkraft und die Entscheidung, was wir kaufen, wäre, säe es wirklich dunkel um uns aus. Soweit ich das sehe, ist das allerdings noch lange nicht der Fall. Dementsprechend halte ich Meinungsaustausch und Information über das Internet für alles andere als unnötig.
--- Ende Zitat ---

Das einzige Mittel?
Sicher nicht.
Im Gegensatz zu Zirkeldiskussionen in denen sich immer wieder die gleichen Leute gegenseitig eine Bestätigung geben aber zumindest ein wirksammes.

Callisto:
Ohne Onlineranting hätte FemShep anders ausgesehen. Ohne Onlineranting hätte Mass Effect nicht ein Update mit neuen Möglichkeiten wie das Ende aussieht bekommen.

Ich kauf die Spiele, die ich kaufen will. GTA4 ist ja nicht mal das neueste und soweit ich mich erinnere gibts da ne ganze Menge ZusatzDLCs, für die ich kein Geld ausgegeben habe. Resident Evil 6 oder auch RE Racoon City hab ich nicht gekauft, der erste Teil RE war super, aber die Berichte drüber werden immer langweiliger. God of War hab ich mir einen Teil auf PSP gekauft und danach nichts mehr. Wie will ich aber was beurteilen, dass ich nicht angespielt habe? Ein Spiel nicht zu kaufen, macht den Kohl nicht fett. Aber ein Spiel zu kaufen, dass ansonsten untergeht, weil es einen weiblichen Protagonisten auf dem Cover, das bringt eher was und das tue ich auch. Habe TR trotz kleinerer Vorbehalte bei erster Gelegenheit gekauft. Trotzdem jammern sie, weil sie sich mehr erhofft haben. Vielleicht hätten sie einfach paar mehr Rätsel einbauen sollen.

Was die Hysterie angeht: Wenns Dich nicht interessiert, kein Ding, kannst den Thread verlassen. Ich schick dir keine PNs über das Thema, keine Sorge.

Zirkeldiskussionen im kleinen Kreise sind natürlich recht unwirksam. Aber Jimquisition wird schon eher wahrgenommen, genau wie der Shitstorm auf Twitter betreffs weiblicher Spieledesigner wahrgenommen wurde. Ich könnte sogar fast wetten, dass die Folge 2.16 von Grimm kurz nach besagten Shitstorm geschrieben wurde.

Bluerps:

--- Zitat von: Darius der Duellant am  3.04.2013 | 01:09 ---Lass dich nicht aufhalten, aber wundere dich nicht wenn überaufgeregtes und/oder aggressives Gerede irgendann einfach nicht mehr ernst genommen wird uns somit unterm Strich kontraproduktiv wirkt.
--- Ende Zitat ---
Das bezweifle ich stark. Schon allein wenn man sich anschaut was sich in den letzten Jahren alles getan hat, merkt man das das nicht stimmt. Über solchen Bullshit wie den Hitman: Absolution Trailer hätte sich vor fünf Jahren kaum jemand beschwert. Mittlerweile sind wir soweit das sich der Entwickler in einem Interview dafür rechtfertigen muss.


Bluerps

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln