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Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)

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Kearin:
Eigentlich will ich ja nichts zu dem Thema sagen, aber ehrlich:



Das ist nicht sexistisch. Lawrence Croft sieht aus wie jeder x-beliebige Extremsportler. Die Leute sollten vielleicht erst einmal anfangen, Sexismus von Sexualisierung zu trennen. Gerade die Amis wird ihrer verkrampften, puritanischen Sexuallehre können das nicht. Nur weil Frauen (oder Männer) attraktiv dargestellt werden, ist das kein Sexismus.

Teylen:
In welchen Spielen kann man Lawrence Croft spielen? Oh, in keinem?  Es ist nur eine Konzept Zeichnung?
Eine total unwichtige Information, natürlich werden Männer genauso sexualisiert / als Objekt dargestellt wie Frauen  ::)

Einmal davon ab das eine kurze Google Recherche (Outdoor male model) kein Bild der Qualität von dem gezeigten hervorgebracht hat. Immerhin gab es ab und an nackte Oberkörper. Die wiederum blieben bei meinen Versuch aus (Extrem)Sportler zu finden. Also abgesehen von Strand-Sportarten.

Ansonsten, einmal Jimquisition zum Thema Objectification And... Men?

Arldwulf:

--- Zitat von: Sashael am  9.12.2013 | 22:09 ---Selbst in StarCraft ist die spielbare weibliche Figur keine normale selbstbewußte Frau, sondern eine mißhandelte PSI-Mutantin. Frauen können nur stark und selbstbewußt sein, wenn sie abnorm verändert wurden?

--- Ende Zitat ---

Selbstbewußt (und spielbar) war die gute Dame aber auch vorher schon, das ist also keine Folge ihrer Mutation. Und umgedreht sind die handelnden Kerle dort zwar Machos, aber gleichzeitig auch ziemlich gebrochene Existenzen.

Aber um auch ein Damsel in Distress Beispiel zu nennen: Goal ist fast immer bewußtlos, ausschaltbar oder manipulierbar. Ist natürlich durchaus ironisch und eine Persiflage auf Heldenspiele. Aber es bedient diese Klischees auch.

Sashael:

--- Zitat von: Edler Baldur am 10.12.2013 | 00:42 ---Mmh, kenne jetzt nicht soviele Spiele (abseits vom PC), aber mir würden zumindest Tomb Raider der neueste Teil einfallen, ebenso Giana Sisters, Portal 2, Borderlands 2, Skyrim (etwas gemogelt, wie bei D3), Saints Row IV, Orcs Must Die 2 einfallen, von den Spielen welche ich bereits gespielt habe. Sind auch schon etwas ältere Spiele dabei, aber so extensiv ist dann meine Spielebibliothek nicht.

--- Ende Zitat ---
Tomb Raider, Giana Sister und Portal stimmt. Metroid fällt mir da auch noch ein.
Borderlands, Skyrim, Saints Row sind genderneutrale Spiele, da es sowohl weibliche als auch männliche Hauptdarsteller geben kann. Was angesichts der restlichen Spielewelt halt wirklich ein schales Argument ist, da es in diesen Spielen nur auch weibliche Protagonisten gibt. Das wäre zwar der Idealfall, wenn das in ALLEN Spielen so wäre, aber es fehlen eindeutig alleinstehende weibliche Hauptfiguren in der Computerspielwelt.

Bei Tomb Raider und Metroid haben die Macher in den Reboots ja auch richtig tief ins Klo gegriffen. Die Message ist: Wenn eine Frau tough und kompetent ist, dann muss sie wohl irgendwann mal physisch und/oder psychisch mißbraucht worden sein. Also mindestens ne Fast-Vergewaltigung muss dabei gewesen sein.

Um mal einen der oben verlinkten Artikel zu bemühen:
Kriegen wir demnächst Duke Nukem: The Beginning, wo gezeigt wird, dass der Duke nur deshalb so ein chauvinistisches Machoarschloch ist, weil er in der Schule immer verprügelt wurde?

Yerho:

--- Zitat von: Sashael am 10.12.2013 | 09:23 ---Kriegen wir demnächst Duke Nukem: The Beginning, wo gezeigt wird, dass der Duke nur deshalb so ein chauvinistisches Machoarschloch ist, weil er in der Schule immer verprügelt wurde?
--- Ende Zitat ---

Das wäre relativ überflüssig, weil er als überchauvinistisches Übermacho-Überarschloc hbereits eine Karikatur der (nicht nur in Videospielen) vorherrschenden männlichen Ideale ist.

Übrigens halte ich die ganze Diskussion um Objektivierung von weiblichen und Idealisierung von männlichen Charakteren zwar für absolut wahr, aber dennoch für einen Nebenkriegsschauplatz. Objektivierung und Idealisierung sind beides Ergebnisse traditioneller Rollenmodelle, und da werden Männer und darin Frauen im Allgemeinen und Videospieler/innen im speziellen gleichermaßen äußeren Zwängen ausgesetzt.

Der Unterschied ist der, dass viele (gerade jüngere) Spieler mit dem für sie vorgesehenen Rollenmodell durchaus einverstanden sind, was aber nicht heißt, dass es deshalb gut für sie ist. Kurz gesagt, der pubertierende Videospieler kann sich mit den testosteronstrotzenden Kampfschweinen in gelegentlicher Beschützerfunktion sehr wohl anfreunden. Videospielerinnen können sich jedoch mit nur wenigen der angebotenen Rollen anfreunden, was aber eine Empfindungssache ist - daran, dass grundsätzlich und für beide Geschlechter gruselige Verdrehungen stattfinden, ändert das absolut nichts. Und so weit, dass dieses empfindungsmäßige Gefallen oder Nichtgefallen der dargestellten Rollenmodelle daran liegt, dass Videospiele überwiegend von Männern für Männer gemacht werden, waren wir bereits auf Seite 1 dieses Threads.

Eventuell sollten sich jede/r Diskussionsteilnehmer/in erst einmal darüber klar werden, was er/sie überhaupt will. Wenn es nämlich beispielsweise darum geht, dass Heroinen keine wahlweise schutzbedürftigen oder notgeilen Models in figurbetonenden Rüstungen sein sollen, dann ist auch die Forderung berechtigt, dass männliche Charaktere keine wahlweise beschützenden oder notgeilen Dressmen in figurbetonenden Rüstungen sein sollen. Was mich in dieser Diskussion stört, ist dieses ständige Wechseln zwischen spezifischem Störfaktoren und abstrakten Gender-Erwägungen, je nachdem, wo man gerade keine Argumente mehr oder besonders viele davon parat hat.

Den Ist-Zustand haben wir meines Erachtens zu Genüge erörtert. Jetzt kommt der Teil, wo Mut gefragt ist, nämlich der, wo man sagt, wie es sein soll oder zumindest sein könnte. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich so ziemlich alle hier bewusst oder unbewusst darum drücken, weil damit natürlich Diskrepanzen vorprogrammiert sind und man seine Meinung vertreten und ggf. verteidigen muss, statt einfach nur die Oberweite von Lara Croft mit dem Bizeps von Kratos in Relation setzen zu können. Also, liebe Leute, stattdessen mal Butter bei die Fische!

Ich lege vor: Beim hier als "neutral" beschriebenen Skyrim könnte ich bei der Charakter-Erstellung jedes Mal abkotzen, weil ich zum einen nur die Wahl habe, einen weiblichen Charakter in der Linie von Karl-Lagerfeld-Kleiderständer bis hin zu Unterwäschemodell zu bauen, zum anderen aber auch nur männliche Charaktere von Athlet bis Bodybuilder. Aber das nur am Rande. Als Mann müsste ich lügen, wenn ich behaupte, dass mich wohlgeformte weibliche Charaktere in Spielen stören würden - da stört es mich eher, wenn diese gleichzeitig auch als Deko charakterisiert werden - gleichzeitig aber auch, wenn sie so chrakterisiert werden, dass sie im Grunde männliche Stereotypen mit Brüsten sind. Und diese männlichen Stereotypen widern mich auch ohne Brüste manchmal geradezu an.
Ich wünsche mir Spiele, in denen das äußere Erscheinungsbild entweder belanglos oder tatsächlich frei gestaltet werden kann - und erzählt mir nichts von technischen Möglichkeiten, denn vorgefertigte 3D-Modelle kann man mit einem Mausklick von Ronaldo zu Ronald McDonalds besten Kunden machen. Und das ist nur die eine Seite, entscheidender ist das vorgefertige Agieren und die Aktionsmöglichkeiten des Spielers. Von den Kawaii-Ludern wegzukommen, wäre das eine ebenso große Leistung wie die, sich von den heroischen Yessirs zu verabschieden.

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