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Spieldesign (Weibliche Charaktere, Umgang mit Minderheiten / Rassismus)

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Teylen:
Das sich männliche Spieler mit den männlichen Spielfiguren identifizieren können liegt daran das diese als Identifikationsfiguren gedacht und designed sowie entsprechend präsentiert werden. Möchte sich eine weibliche Spielerin mit einer weiblichen Spielfigur identifizieren besteht das Problem dahingehend das diese nicht als Identifikationsfiguren gedacht und konzipiert sind sondern als Objekte für eine (vermeintlich) männliche Kundschaft.
Das heißt die Zwänge sind in ihrer Natur unterschiedlich und nicht im gleichen ausmasse adressiert. Während männliche Spieler hinsichtlich der Identifikationsfiguren eine Auswahl haben die bei Dante anfängt [eher androgyn, metrosexuell] endet diese in der Varianten Vielfalt irgendwo deutlich hinter Snake aus MGS und wettergegerbten, bulligen Marines wohl über 40. Weibliche Spieler hingehen stehen vor einer Herausforderung wenn es darum geht eine weibliche Identifikationsfigur zu finden, geschweige eine die nicht aussieht wie ein Model in den teens bzw. tweens.


--- Zitat von: Fantomas am 10.12.2013 | 10:10 ---Jetzt kommt der Teil, wo Mut gefragt ist, nämlich der, wo man sagt, wie es sein soll oder zumindest sein könnte.
--- Ende Zitat ---
Zumindest Anita hat dies im Abschluss der Behandlung des Damsel in Distress Tropes getan:
http://www.youtube.com/watch?v=UZKtFfHIGr


--- Zitat ---Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich so ziemlich alle hier bewusst oder unbewusst darum drücken, weil damit natürlich Diskrepanzen vorprogrammiert sind
--- Ende Zitat ---

Einerseits wird es nicht getan weil selbst die Diskussion darum noch belastet ist.
Wenn Aussagen getroffen werden welche die Existenz von Tropen oder Sexismus verneinen.
Andererseits halte ich die Übung für recht sinnlos.
Es wäre ein Diskurs um heiße Luft.


--- Zitat ---Ich wünsche mir Spiele, in denen das äußere Erscheinungsbild entweder belanglos oder tatsächlich frei gestaltet werden kann - und erzählt mir nichts von technischen Möglichkeiten, denn vorgefertigte 3D-Modelle kann man mit einem Mausklick von Ronaldo zu Ronald McDonalds besten Kunden machen.
--- Ende Zitat ---
Zumindest in Saints Row ist dies wohl durchaus möglich.
Das heißt wenn Jimquisition seinen Saints Row Character den er in Videos zeigt nicht per Mod zustande gebracht hat.

Ludovico:
Wie sehen ueberhaupt die Spielfiguren aus, die sich weibliche Spieler erschaffen. Das gibt im Rollenspielbereich und auch MMORPG-Bereich mehr als genug Beispiele, wo der Charakter vom Aussehen her frei konzipiert werden kann.

Slayn:
@Teylen:

Also ganz ehrlich, ich bezweifle wirklich, wirklich, das sich irgend ein "normaler Mann" dort draußen mit einer der Figuren ernsthaft identifizieren kann. Die meisten "Heroen" laufen analog zu Action Filmen oder Anime und mit denen kann sich doch auch niemand identifizieren. Es ist nur die reine Gewohnheit, solche Figuren als Protagonisten zu sehen.

Silent Hill 2 war so ungefähr das einzige Spiel, wo mal Identifikation mit dem Protagonisten möglich war.

Teylen:
Dem widersprechen Aussagen von Entwicklern bzw. Produzenten sowie Beobachtungen hinsichtlich der Spielerszene. Das heißt die Figuren werden schon als Idealvorstellung angenommen und sich darüber identifizieren. Auch in entsprechenden Filmen und anderen Erzählungen.

Die Frage ob ein Charakter der Protagonist ist, ist unabhängig davon ob der Protagonist als Identifikationsfigur bzw. Projektstionsfläche konzipiert wurde oder als Objekt.

Die These das es nur bei Silent Hill 2 der Fall ist erscheint mir abwegig und stark von persönlichem Geschmack geprägt.

Grey:

--- Zitat von: EensZweeDrü am 10.12.2013 | 07:07 ---Nur weil Frauen (oder Männer) attraktiv dargestellt werden, ist das kein Sexismus.

--- Ende Zitat ---
Stimmt. Nicht nur deswegen.

Allerdings muß ich dem "empörten" Lager dahingehend recht geben: Sobald die sexuelle Attraktivität der Figur eine größere Rolle spielt als das, was sie leistet, ist es Sexismus. Und das sehe ich -- leider -- im Design weiblicher (und ausschließlich weiblicher) Protagonisten in etlichen Spielen, Filmen und Comics von vornherein so angelegt. Dankenswerterweise nicht (mehr) in allen, aber meinem subjektiven Eindruck nach in einem überwältigend großen Anteil.

(Dieses Motiv wird übrigens in dem Parodie-Comic Superbabe ausgesprochen gekonnt demaskiert.)

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