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Entwaffnen - völlig sinnloses Konzept?

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Taschenschieber:
Das Problem ist ja, dass du damit die oben genannten Paradigmen brichst. Das ist aber schlecht, weil der Effekt, dass niemand mit nur einer guten Probe umkippt, ja meistens gewünscht ist.

Maarzan:
Ein Problem ist es dann, wenn das Waffenlossein keine ernsthaften Verteidigungsmali gibt und die Zweithandlung Waffenziehen (zum Ausweichen zusätzlich) automatisch ist und wiederum keinen Malus auf das Ausweichen gibt bzw. ein möglicher Treffer nicht wirklich weh tut oder mangels Wahrscheinlichkeit eines Treffers ebenfalls kalkulierbar wird.   

Entwaffnen erfordert letztlich ein Kampfsystem, welches nicht bereits so sehr abstrahiert ist, dass ein einzelner Treffer nicht sonderlich weh tut oder Benachteiligungen in dieser Größenordnung nicht wirklich relevant sind.

Dark_Tigger:
@Maarzan
Volle zustimmung.


@Topic
Ich würde es als Systementwickler vermutlich einfach so Handhaben das Entwaffnen zusätzlich zur Tatsache das der Gegner meistens eine Runde Opfern muss um seine neue Waffe zu ziehen auch noch Schaden macht. Und zwar den Schaden den man sonst auch mit der Waffe (oder der Hand) hat mit der man angreift.
Balanciert wird das dann darüber das Entwaffnen schwerer ist als ein normaler Angriff.

Yerho:
Ich weiß nicht, ob man hier überhaupt Realismus ins Spiel bringen sollte, aber wenn, dann müsste man sich auch vor Augen führen, dass Entwaffnen während des Schlagabtauschs nicht das Ergebnis von Können, sondern von Glück bzw. mehrerer, nicht unbedingt beeinflussbarer Faktoren ist.

Zwischen zwei Kämpfern muss es schon ein starkes Fertigkeitsgefälle (oder ein massiver Unterschied roher Körperkraft) geben, damit einer dem anderen die Waffe entwinden kann, ohne dabei dem Entwaffneten weitaus gravierendere physische Schäden zuzufügen, die den Verlust der Waffe zu einem sekundären Effekt degradieren.

"Entwaffnen" kam mir als Begriff bisher nur bei der H2H-Ausbildung und in diversen Law-Enforcement-Kursen unter und bezeichnete das Vorgehen, einem bereits überwältigten (!) Gegner auf Waffen zu durchsuchen bzw. alle Waffen oder waffenähnlichen Objekte aus dessen Reichweite zu entfernen oder - die große Ausnahme - einem klar unterlegenen Gegner die Waffe zu entwinden.

Regeltechnisch sehe ich das kompliziert. Wenn es Mali auf das Ziehen der Zweitwaffe gibt, müsste es noch größere Mali auf das Ziehen der Hauptwaffe bei Überraschungsangriffen geben, denn aus einer klaren Situation heraus den Dolch zu ziehen ist sehr viel schneller, als aus einer Überrumplung heraus das Schwert zu ziehen. Existieren solche Regeln nicht von vornherein, fehlt jegliche Basis. Aber auch wenn es solche Regeln gibt oder diese eingerichtet werden können, müsste Entwaffnen unter auch nur annähernd gleich starken Gegnern praktisch ausgeschlossen sein, weil der Rhythmus aus Angriff und Abwehr gar keinen Spielraum für Finessen mehr lässt - außer natürlich, es gibt Zufalls-/Schicksalsereignisse wie "Dein Gegner stolpert über eine Baumwurzel und hat in dieser Runde einen Malus von n auf x".

Das ist also ziemlich komplex und wenn man den spärlichen Nutzen/Effekt bedenkt, ist Entwaffnen im Kampf eher etwas für stark cinematische Systeme, in denen "Ich bin die coole Sau"-Aktionen ohnehin fest eingeplant sind. ;D

Gummibär:
Zur Zeit tendiere ich dazu, das Manöver Entwaffnen als etwas schwieriges, ineffizientes zu gestalten, was  man in einem normalen Kampf auf Leben und Tod nicht einsetzen würde, sondern nur dann, wenn man einen von einem Dämon besessenen bekämpfen möchte, ohne den unschuldigen Wirtskörper zu verletzen oder wenn man jemandem seine Kampfkünste demonstrieren möchte, es sich aber um ein eher sportliches Ereignis handelt, wo das Töten des Gegners evtl auch juristische Konsequenzen nach sich zieht.
Zusätzlich würde ich wahrscheinlich ein Manöver „Hand/Finger/Arm abschlagen/unbrauchbar machen“ einführen, das zwar auch ziemlich schwierig ist, aber nicht durch Aufheben der Waffe oder eine Reservewaffe vollständig negiert werden kann, wenn wir mal annehmen, dass alle Kämpfer Rechts- oder Linkshänder sind und nicht beidhändig begabt.

@ Taschenschieber
Ja, ich fänd es inakzeptabel, wenn ein Angriff von hinten während eines Kampfes oder aber ein Überraschungsangriff, wo die Gegner ihre Waffen noch nicht gezogen haben ermöglichen, mit einer einzige Attacke jemanden (Gleichstarken) aus dem Kampf nehmen.
Falls man jemanden entwaffnet und ihn dann absticht, fänd ich das ok.

--- Zitat von: Maarzan --- Ein Problem ist es dann, wenn das Waffenlossein keine ernsthaften Verteidigungsmali gibt und die Zweithandlung Waffenziehen (zum Ausweichen zusätzlich) automatisch ist und wiederum keinen Malus auf das Ausweichen gibt
--- Ende Zitat ---
Na das könnte man ja entsprechend regeln. Schließlich geht es darum, dass ich selbst ein Regelsystem entwickle.

--- Zitat von: Dark_Tigger --- Ich würde es als Systementwickler vermutlich einfach so Handhaben das Entwaffnen zusätzlich zur Tatsache das der Gegner meistens eine Runde Opfern muss um seine neue Waffe zu ziehen auch noch Schaden macht.
--- Ende Zitat ---
Das würde dann vermutlich dazu führen, dass ein Kämpfer, der jemanden entwaffnet, dies sehr oft anwendet, woraufhin dieser jedesmal seine Waffe aufhebt. Das wäre irgendwie Slapstick.

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