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Kriminalplots mit Fate

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Auribiel:

--- Zitat von: Naldantis am 25.08.2012 | 12:24 ---Natürlich kann das der SL wie Du sagst immer retten, nur muß er dazu soviel umbauen und so weite Bögen schlagen, daß zumindest ich als SL da streike.

--- Ende Zitat ---

Momentan spiele ich zu 90% völlig freies Rollenspiel. Und damit meine ich nicht nur, dass wir ohne Regelsystem spielen und in Entscheidungsfragen nur mal einen %-Würfel werfen, sondern auch, dass ich mit meiner Mitspielerin mit einem nur grob umrissenen Plot, der jederzeit umgeworfen und um völlig neue Details ergänzt werden kann spiele. Dann wird aus dem Erben eines mächtigen Sith-Lords im Nachhinein auch mal ein genetisch erschaffenes Experiment, dass diesem Sith-Lord noch mehr Macht verleihen sollte und dergleichen. Und diese neuen Details gehen IMMER eine elegante Fusion mit dem bereits vorhandenen ein.
Das geht aber natürlich nur, wenn alle Mitspieler am erzählen einer GEMEINSAMEN Geschichte interessiert sind. Wenn einzelne Spieler anfangen einen auf (nicht-Han) Solo zu machen, dann kann das nicht mehr klappen. Aber dann würd ich als SL auch den Solo-Player entsprechend "abwatschen".

Naldantis:

--- Zitat von: Jiba's Green am 25.08.2012 | 13:53 ---Ja, aber sobald sowas auftaucht, redet man doch drüber.
Das sind aber viele "Wenns"... zumal ja niemand was von "kurzer Zeit" schreibt. Was ist denn, wenn der SL sagt: "Oh, damit habe ich nicht gerechnet. Gebt mir 30 Minuten, dann gehts weiter."

--- Ende Zitat ---

Reicht ja wenn eines der wenns zutrift.
Ne, warum sollte man über sowas reden?
Ernsthaft, verraten Monk und Sherlock, Conan und Poriot, jeden Deduktionschritt wenn er ihnen einfällt?
Nein, sie inzenieren ihre Lösung groß und liefern sie erst, wenn sie alle Indizien zusammenhaben.
VIelleicht nehme ich mir da dsiese Figuren zu sehr als Vorbilder.


--- Zitat ---Ach, komm schon... wo ist es denn viel Aufwand und Umarbeiterei einfach zu sagen: "Hmm, ja, die Idee von Spieler Hans-Otto gefällt mir besser, dann machen wir es doch so." Und deine "weiten Bögen" müssen nur dann geschlagen werden, wenn ein SL wirklich das ganze Ding haarklein geskriptet hat.

--- Ende Zitat ---

Naja, also ich finde es schon schlimm genug, wenn auf einmal die große Hintergrundorganisation nicht mehr der Täter sein kann, oder eine vollständig neue Motivation benötigt, und diese nicht zu den anderen beiden Fällen passen, die vorbereitet sind, aber von denen den Spielern noch nichts wissen, usw.
Dann muß man on the fly den kompletten Hintergrund umschreiben...
....das wäre mir zuviel Aufwand, zumal ja sowas meißt einen Platz im Kontext der KAmpagne oder des Settings hat.

Aber dann habe ich noch nie ein Kriminalabenteuer als Stand-Alone geleitet, sondern stets als Teil einer fortlaufenden Kampagne, darum gilt das in anderen Fällen vermutlich nicht.

Auribiel:

--- Zitat von: Naldantis am 26.08.2012 | 00:44 ---Reicht ja wenn eines der wenns zutrift.
Ne, warum sollte man über sowas reden?
Ernsthaft, verraten Monk und Sherlock, Conan und Poriot, jeden Deduktionschritt wenn er ihnen einfällt?
Nein, sie inzenieren ihre Lösung groß und liefern sie erst, wenn sie alle Indizien zusammenhaben.
VIelleicht nehme ich mir da dsiese Figuren zu sehr als Vorbilder.
--- Ende Zitat ---

Moment... du kannst solche Figuren wie Monk und Sherlock, Conan und Loriot doch nicht mit den SCs gleich setzen. Damit will ich nicht sagen, dass nicht auch die SCs entsprechend aufgebaute Ermittler sein können. ABER der SL ist doch nicht das geneigte Publikum, das am Ende eines Abenteuers dann der allumfassenden Aufklärung des Detektivs lauscht. Die Spieler arbeiten doch nicht gegen den SL und überraschen ihn am Ende des Abenteuers auf einmal mit der Auflösung, ohne ihm vorher was davon mitzuteilen. Eigentlich wird die Auflösung doch MIT dem SL entwickelt und nicht gegen ihn.
Oder hab ich deine Intention da falsch verstanden?  wtf?

Jiba:

--- Zitat von: Naldantis am 26.08.2012 | 00:44 ---Naja, also ich finde es schon schlimm genug, wenn auf einmal die große Hintergrundorganisation nicht mehr der Täter sein kann, oder eine vollständig neue Motivation benötigt, und diese nicht zu den anderen beiden Fällen passen, die vorbereitet sind, aber von denen den Spielern noch nichts wissen, usw.
Dann muß man on the fly den kompletten Hintergrund umschreiben...
....das wäre mir zuviel Aufwand, zumal ja sowas meißt einen Platz im Kontext der KAmpagne oder des Settings hat.

--- Ende Zitat ---

Wie gesagt: Wenn der SL alles "haarklein geskriptet" hat, dann ist das ein Problem. Ich würde einfach nur in meiner R-Map bei der bösen Oberorganisation z.B. Motivation "religiöser Fanatismus" durchstreichen und "persönliche Rache" hinschreiben.

Ansonsten was Auribiel fragt/sagt.

Oberkampf:

--- Zitat von: Auribiel am 25.08.2012 | 15:52 ---
Das geht aber natürlich nur, wenn alle Mitspieler am erzählen einer GEMEINSAMEN Geschichte interessiert sind. Wenn einzelne Spieler anfangen einen auf (nicht-Han) Solo zu machen, dann kann das nicht mehr klappen. Aber dann würd ich als SL auch den Solo-Player entsprechend "abwatschen".

--- Ende Zitat ---

Solo-Player finde ich auch in gescripteten Abenteuern oft störend, aber da kommt es auch drauf an, wie sie stören. Reißen sie alle Aktionen an sich? Diskutieren sie plötzlich Regeln? Fangen sie unerwünschtes PvP an? Es gibt so viele Möglichkeiten, unkooperativ zu spielen,dass man das unabhängig vom Sl-Script fertig bringen kann.


--- Zitat von: Auribiel am 26.08.2012 | 04:28 ---Moment... du kannst solche Figuren wie Monk und Sherlock, Conan und Loriot doch nicht mit den SCs gleich setzen.

--- Ende Zitat ---

Ich weiß zwar nicht wie Naldantis Interpretation ist, aber an diesen Figuren sieht man doch das Problem vieler "Krimiabenteuer". Monk und Sherlock Holmes folgern aus vorliegenden Indizien deduktiv verblüffende Schlüsse, die mit dem Tathergang übereinstimmen. Wer Täter ist, warum und wie die Tat begangen wurde, ist im Idealfal für den Zuschauer eine Überraschung.

Und das klappt im Rollenspiel (zumindest im geskripteten) tatsächlich nicht, weil, wie Auribiel gezeigt hat, der SL eben kein überraschtes Publikum ist. Wenn überhaupt, dann werden in solchen Abenteuern die SPIELER überrascht, weil die Indizien im letzten Akt umkippen und einen bisher Unverdächtigen belasten. Hat das jemand noch nicht bis zum Erbrechen an seinem Spieltisch durchexerziert, vielleicht noch mitsamt "der Auftraggeber ist der Mörder"?   

Tatsächlich ist das Feld der Krimis aber viel größer als die englische Schule vermuten lässt. In sowas wie Law & Order steht (natürlich für den Fernseher aufbereitet) der Ermittlungsprozess im Mittelpunkt, ohne dass geniale Detektive irrwitzige Schlussfolgerungen aus Indizien ziehen. In den CSI-Staffeln läuft die "Ermittlung" über Techno-Babble. In Mafiathrillern spielen oft eher die Beziehungen zwischen den Protagonisten eine Rolle, die Aufklärung des Verbrechens ist Nebensache.

Wenn man einen "echten" Whudunit? spielen will, muss man meiner Meinung nach den Tathergang und die Spuren sehr detailliert planen, und dann steht unweigerlich das Verbrechen selbst im Mittelpunkt, nicht der Umgang der Charaktere mit dem Verbrechen. Die "einfachere" Variante ist die Zeugenreihe, welche die Spieler abmarschieren müssen, um am Ende zu erfahren, welcher Täter diesmal überraschend aus dem Hut gezogen wird, was natürlich sehr linear ist.

Meine Gruppe hat vorgestern auch über unser DF diskutiert, und wir kamen zu dem Schluss, dass bislang der Krimiteil des Abenteuers (Verschwörungen, Motive usw.) so verzwickt war, dass wir nurnoch im Nebel stochern, was einige Spieler (u.a. mich, aber tatsächlich auch andere ;) ) extrem frustriert. Deswegen wollen wir die Krimis jetzt weniger komplex machen, damit mehr Platz für die Spieler ist, um ihre Charaktergeschichte "hineinzuschreiben".

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