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[Vampire] Sind Vampire "Superhelden mit Fangzähnen"?
Shield Warden:
--- Zitat von: Red Auri Bonney am 5.10.2012 | 06:41 ---Vielleicht liegt's dran, dass ich gerade etwas übermüdet bin, aber wo liegt jetzt nochmal genau das Problem?
V:tM lässt sich durchaus als "Superhelden/-schurken mit Fangzähnen" spielen und wurde auch in vielen Editionen so unterstützt.
Aber nur weil man das System aushebeln kann, heißt das noch nicht, dass das System komplett unsinnig für das eigentliche Anliegen ist: Mitte der 90er hat meine Runde mit einem mit der WoD sehr vertrauten SL ordentlich personal horror gespielt, abseits jeder "SH+FZ"-Schiene - und das zu Zeiten, wo gerade noch die SRler zu Vampire überschwappten, wegen der "kewl powerz". Und wir hatten kein Problem, das mit dem System entsprechend abzubilden, da der SL diese Art Spiel (auch durch sinnige Regelnutzung) unterstützt hat und die Settings entsprechend ausgelegt waren.
Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass Lord Verminards (hatte den Beitrag ja schonmal verlinkt) Ansatz, diese Art von Spiel noch besser unterstützt, aber SO schlecht waren die Original-Regeln dafür auch nicht. Und verantwortlich dafür, dass manche Spieler das System zu anderen Gunsten ausgehebelt haben, sind Autoren und Regeln auch nicht. Munchkins finden immer und überall ihre Nischen. Abgesehen davon: die meisten Systeme kann man auf mehr als nur eine Art spielen - und solange alle Mitspieler damit zufrieden sind, gibt es doch auch kein Problem?
--- Ende Zitat ---
Erstmal :d seh' ich genauso!
Das Problem ist meiner Meinung nach, dass einige hier im Thread (und in ähnlichen Diskussionen, wenn man sich umsieht..) auf Biegen und Brechen versuchen, das System und Setting als absolut unfunktional und generell "broken" darzustellen, mit dem sowieso nichts anderes geht, als das, was man hier "Superheldenspiel" nennt. Ich weiß auch nicht, warum der Drang dazu da ist, ich könnte damit leben wenn wir deine Worte als Schlusswort der Diskussion stehen lassen aber wer bin ich schon ;D
--- Zitat von: SLF am 5.10.2012 | 07:37 ---Bloß weil ein Spiel mechanisch nicht viel anderes als eine Ansammlung cooler Powers liefert, ist es kein Superheldenspiel.
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Und bloß weil das deine persönliche Wahrnehmung ist (und die einiger anderer), ist das noch lange kein Fakt, dass das Spiel nur eine Ansammlung von kewl powerz ist ;)
--- Zitat von: SLF am 5.10.2012 | 08:17 ---Die Frage ist doch viel eher: Welche Genres werden von Rollenspielern individuell/im Durchschnitt geschätzt, und welche als Banane empfunden?
--- Ende Zitat ---
Das ist für mich keine wirkliche Frage, weil sie nicht wirklich zu beantworten ist. Selbst wenn in einer angeblich repräsentativen Umfrage rauskäme, dass 66% der Rollenspieler Vampire doof und penlich fänden, hat das nicht die Geringste Auswirkung auf die, die das anders sehen oder ein Grund, von objektiven Qualitäten oder deren Abwesenheit zu sprechen.
6:
--- Zitat von: Shield Warden am 5.10.2012 | 10:26 ---Das Problem ist meiner Meinung nach, dass einige hier im Thread (und in ähnlichen Diskussionen, wenn man sich umsieht..) auf Biegen und Brechen versuchen, das System und Setting als absolut unfunktional und generell "broken" darzustellen, mit dem sowieso nichts anderes geht, als das, was man hier "Superheldenspiel" nennt.
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Nee. Broken ist das System zwar (zumindest oWoD). Aber das ist bei dem System (zumindest für mich) nicht das Problem. Das Setting war damals, als es raus kam, absolut im Trend der Zeit und vollkommen innovativ! WW war auch mit den folgenden Setting-Teilen (Werewolf, Mage, Changeling) meistens seiner Zeit voraus. Auch das System war damals unglaublich modern gewesen.
EDIT: Die Settings waren teilweise so weit ihrer Zeit voraus, dass sie damals nicht oder nur schwer spielbar waren (Wraith) oder nur schwer verständlich waren (Mage). Ironie: Je innovativer der Ansatz desto weniger wurde es von der Kundschaft akzeptiert.
Naldantis:
--- Zitat von: SLF am 5.10.2012 | 07:37 ---Das sehe ich völlig anders. Natürlich steht der Umgang der Politik und Gesellschaft mit Metamenschen im Mittelpunkt, aber das geht doch ein bisschen über das Niveau der Machtkämpfe adliger Verbrecherbanden hinaus. Vampirpolitik (also in besagtem V:tM) beschränkte sich eigentlich darauf, das, was man in Fantasy-Settings als Hofintrigen gespielt hat, nachts in einem Gegenwartssetting stattfinden zu lassen.
--- Ende Zitat ---
Hmmm, also in den konventionellen modernen Vampir-Settings sind die PCs kleine, neue, einzelne Individuen mit sehr markanten Bedùrfnissen und leicht erkennbarer Natur zwischen zwei massiven, skrupellosen und paranoiden Machtgruppen, die ihre Finger auch in vielen alltäglichen Aspekten des Lebens der PCs haben - politisch / gesellschaftlich kluges Verhalten wird zur notwendigen Überlebensstrathegie.
Bei den konventionellen Superhelden / -schurken hingegen ist Politik und ein gesellschaftliches Leben rein optional (selten gibt es ein screening oder eine nenneswerte Überwachung) Toni Stark und Bruce Wayne habe es, ebenso She-Hulk und Koriandar; aber die allermeisten können erfolgreich eine Geheimidentität aufrechterhalten oder - wenn sie den Wunsch verspüren - einfach mal das Cape an den Nagel hägen.
Und der moralische Aspekt ist zwar prinzipiell eine Sache des Spielers, aber hier kenne ich bis jetzt kein Supers-RPG, das dieses Regeltechnisch einfordert, während V:tM wenigstens
Ansätze davon (Humanity, für alle verbindliche Hierarchie, Strafverfolgung) anbietet.
Shield Warden:
--- Zitat von: 6 am 5.10.2012 | 10:40 ---Nee. Broken ist das System zwar (zumindest oWoD). Aber das ist bei dem System (zumindest für mich) nicht das Problem. Das Setting war damals, als es raus kam, absolut im Trend der Zeit und vollkommen innovativ! WW war auch mit den folgenden Setting-Teilen (Werewolf, Mage, Changeling) meistens seiner Zeit voraus. Auch das System war damals unglaublich modern gewesen.
EDIT: Die Settings waren teilweise so weit ihrer Zeit voraus, dass sie damals nicht oder nur schwer spielbar waren (Wraith) oder nur schwer verständlich waren (Mage). Ironie: Je innovativer der Ansatz desto weniger wurde es von der Kundschaft akzeptiert.
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Das Letzte kann ich verstehen ja, aber ein System "broken" oder von mir aus dys / unfunktional zu nennen, dass für einige offenbar ohne große Anpassung genauso funktioniert, wie es sollte geht über mich hinaus ;D
6:
--- Zitat von: Shield Warden am 5.10.2012 | 11:49 ---Das Letzte kann ich verstehen ja, aber ein System "broken" oder von mir aus dys / unfunktional zu nennen, dass für einige offenbar ohne große Anpassung genauso funktioniert, wie es sollte geht über mich hinaus ;D
--- Ende Zitat ---
"Broken" heisst nicht automatisch dysfunktional. Broken heisst erstmal nur, dass das System per Optimierung gebrochen werden kann. Fällt diese Optimierung weg, weil die Spieler es nicht wollen oder können, dann fällt diese Problematik garnicht auf. Ein clevere Magespieler wischt mit fast jedem Vampircharakter den Boden. Aber wenn die Magespieler garnicht darauf aus sind Vampire zu "versächlichen" (;)), dann bricht das System für sie nicht.
Dysfunktional bedeutet dagegen, dass das System den bevorzugten Spielstil nicht unterstützt oder gar entgegen arbeitet. Das bedeutet wiederum nicht, dass damit der bevorzugte Spielstil nicht spielbar wäre, sondern eigentlich nur, dass es Optionen gäbe, die den bevorzugten Spielstil besser unterstützen würden.
Oder anders ausgedrückt:
Nur weil das System seine Kanten und Ösen hat, heisst das noch lange nicht, dass damit keine für die Mitspieler genialen Runden zu Stande kommen können.
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