Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau
Der Kampf, der mit einem Wurf entschieden ist
Arldwulf:
Aber ist das nicht widersprüchlich? Wenn mir etwas nicht wichtig ist dies auszuspielen (damit ist jetzt nicht gemeint dies im Rollenspiel lang und breit auszubreiten sondern nur es überhaupt ins Spiel reinzubringen, also in diesem Fall zu sagen: würfel mal ob du das Kettenhemd findest was du suchst) warum sollte mir dann das Ergebniss wichtig sein? Ob der Spielleiter mir das Ergebnis sagt oder der Würfel macht kaum Unterschied, solange ich beides nicht beeinflussen kann.
Irgendwie wirkt das ganze wie "eigentlich ist es mir nicht wichtig, aber eigentlich ja doch!"
Und gerade bei Kämpfen hab ich eher die Erfahrung gemacht dass diese Spieler vor allem dann langweilen wenn sie darin zu wenig Entscheidungsmöglichkeiten haben. Zu wenig Einfluss, zu wenig Möglichkeiten den Charakter auszuspielen. Den Spruch "da wird nur gewürfelt, das ist gar kein Teil des Spiels, eher ein Minispiel" hört man dort recht oft.
Die Blackbox-Ein-Würfel Lösung hat für mich neben den ganzen Fragen nach der Umsetzbarkeit eigentlich vor allem genau dieses Problem...für mich würde das Kämpfe einfach unglaublich langweilig und stimmungstötend darstellen, ja sogar auch andere Elemente im Spiel störend. In einem System das sie so umsetzt würde ich Kämpfe wahrscheinlich dann lieber ganz weglassen.
Eulenspiegel:
Das Ergebnis ist wichtig, weil es in einem anderen Aspekt, der mir Spaß macht, relevant ist.
Es macht mir keinen Spaß, das Einkaufen von Enterhaken+Seil auszuspielen. Es macht mir aber Spaß, den Einbruch in eine Burg auszuspielen. Und je nachdem, ob ich Enterhaken+Seil nun habe oder nicht, kommt eine andere Planung zum Tragen.
Einem anderen Spieler macht es vielleicht keinen Spaß, die Suche nach dem Kettenhemd auszuspielen. Aber ihm macht Kampf Spaß. Und je nachdem, ob er das Kettenhemd nun gefunden hat oder nicht, ändert sich seine Taktik im Kampf.
--- Zitat von: Arldwulf am 7.11.2012 | 16:23 ---Wenn mir etwas nicht wichtig ist dies auszuspielen (damit ist jetzt nicht gemeint dies im Rollenspiel lang und breit auszubreiten sondern nur es überhaupt ins Spiel reinzubringen, also in diesem Fall zu sagen: würfel mal ob du das Kettenhemd findest was du suchst) warum sollte mir dann das Ergebniss wichtig sein?
--- Ende Zitat ---
Richtig. Und wenn du die langweilige Kettensuch-Szene mit einem einzelnen Wurf abhandelst, wieso sollte man die langweilige Kampfszene nicht auch mit einem einzelnen Wurf abhandeln können?
--- Zitat ---Irgendwie wirkt das ganze wie "eigentlich ist es mir nicht wichtig, aber eigentlich ja doch!"
--- Ende Zitat ---
Du musst unterscheiden:
Ausspielen: Unwichtig!
Ergebnis: Wichtig!
Insofern: Ja, das eine ist wichtig und das andere ist unwichtig.
--- Zitat ---Und gerade bei Kämpfen hab ich eher die Erfahrung gemacht dass diese Spieler vor allem dann langweilen wenn sie darin zu wenig Entscheidungsmöglichkeiten haben. Zu wenig Einfluss, zu wenig Möglichkeiten den Charakter auszuspielen. Den Spruch "da wird nur gewürfelt, das ist gar kein Teil des Spiels, eher ein Minispiel" hört man dort recht oft.
--- Ende Zitat ---
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich bei Kämpfen hauptsächlich die Spieler langweilen, die mehr Wert auf soziale Interaktion, Intrigen, Logikrätsel, Detektivgeschichten etc. legen.
--- Zitat ---In einem System das sie so umsetzt würde ich Kämpfe wahrscheinlich dann lieber ganz weglassen.
--- Ende Zitat ---
Aus Logik-Ingame Gründen kann man sie aber nicht immer weglassen. Wenn du beim Einbruch von der Wache gesehen wurdest, dann kommt es nunmal zum Kampf.
Wenn du in einem historischen Setting spielst, in dem es Duelle gab, ist es unplausibel, wenn du plötzlich auf eine Duell-Forderung verzichtest.
Und, wie du doch selber sagtest: Einkäufe findest du auch langweilig. Trotzdem verzichtest du nicht darauf. Einfach, weil es furchtbar unplausibel ist, wenn man einen reichen Adelsmann spielt und er immer nur mit dem gleichen Inventar herumlaufen kann.
ArneBab:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 7.11.2012 | 16:59 ---Aus Logik-Ingame Gründen kann man sie aber nicht immer weglassen. Wenn du beim Einbruch von der Wache gesehen wurdest, dann kommt es nunmal zum Kampf.
--- Ende Zitat ---
Der Grund, warum ich bei 1w6 das Ein-Wurf-System entwickelt habe sind diplomatische Missionen.
Es interessiert mich nicht, wie meine Leibwächter mit den Ninjas umgehen. Aber es ist essenziell zu wissen, ob mich die Ninjas gefangennehmen oder nicht. Ob ich in Ketten den Anführer der örtlichen Unterwelt überzeugen muss, mich gehen zu lassen, oder ob ich beim Polizeichef vorbeischaue und ihm die ausgeschalteten Ninjas übergebe, um danach mit dem König zu reden, sind zwei völlig unterschiedliche Situationen.
Arldwulf:
Ich glaube irgendwie ist das von mir gesagte wohl noch zu mißverständlich, jedenfalls wieder du dort ein paar Dinge durcheinander welche so nicht gemeint waren.
Der Einkauf mit einem Wurf und der Kampf mit 20 würfen sind für mich die gleiche Kategorie. Solange ich Einflussnehmen kann.
Stell dir einen interaktiven Film vor, den du jederzeit anhalten kannst um etwas anders zu machen. Es gibt Szenen bei denen du Stopp rufst und solche die du vorbeiziehen lässt.
Die Szenen bei denen man Stopp ruft sind es die ich als ausgespielt bezeichnen würde. Es sind Szenen auf die ich Einfluss nehmen will. Das bedeutet nicht das die anderen Szenen keine Bedeutung für die Geschichte haben, nur das ich auf sie keinen Einfluss nehme. Auch die Szenen bei denen ich nicht stopp rufe sind genauso passiert - nur eben off Screen und nach Standardvorgehen.
Sowohl Kampf als auch Einkauf könnten Kategorie 1 oder 2 sein. Ein Wurfelwurf ohne Einflussmöglichkeit sprengt dieses System aber, es ist ein "ich mochte Einfluss haben, aber auch nicht" oder eben auch ein "ich interessier mich für die Szene, aber eigentlich auch wieder nicht" ein meckern über das langweilige Fernsehprogramm das man selbst angeschaltet hat.
Was bedeutet das für deine Beispiele?
Wenn mich Einkäufe nicht interessieren laufen sie einfach off Screen, genauso wie Kämpfe oder eben die Wegbeschreibung von Stadt A nach Burg B.
Und alles was mich interessiert, was ich beeinflussen will spiele ich aus. Das ich einen Standardausrüstungsgegenstand vergesse zu besorgen kann Off Screen nicht passieren, dafür aber auch nicht das ich einen mitnehme weil ich so eine clevere Idee hatte.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Arldwulf am 7.11.2012 | 17:49 ---Der Einkauf mit einem Wurf und der Kampf mit 20 würfen sind für mich die gleiche Kategorie. Solange ich Einflussnehmen kann.
--- Ende Zitat ---
OK, und das sehe ich anders:
[*]Der Einkauf mit 20 Würfen ist die gleiche Kategorie wie der Kampf mit 20 Würfen.
[*]Der Einkauf mit 1 Wurf, bei dem ich Einfluss üben kann, ist die gleiche Kategorie wie der Kampf mit 1 Wurf, bei dem ich Einfluss üben kann.
[*]Und der Einkauf mit 1 Wurf, bei dem ich keinen Einfluss üben kann, ist die gleiche Kategorie wie der Kampf mit 1 Wurf, bei dem ich keinen Einfluss üben kann.
[/list]
Es geht in diesem Thread doch gerade um 20 Würfe vs. 1 Wurf. Da ist es doch geradezu widersinnig, die 20 Würfe beim Kampf und den 1 Wurf beim Einkauf in die gleiche Kategorie zu stecken.
--- Zitat ---Sowohl Kampf als auch Einkauf könnten Kategorie 1 oder 2 sein. Ein Wurfelwurf ohne Einflussmöglichkeit sprengt dieses System aber, es ist ein "ich mochte Einfluss haben, aber auch nicht" oder eben auch ein "ich interessier mich für die Szene, aber eigentlich auch wieder nicht" ein meckern über das langweilige Fernsehprogramm das man selbst angeschaltet hat.
--- Ende Zitat ---
Was verstehst du unter "Einflussmöglichkeiten"? Inwiefern hast du bei einem Einkauf oder der Suche nach einem Kettenhemd mit 1 Wurf Einflussmöglichkeiten?
--- Zitat ---Wenn mich Einkäufe nicht interessieren laufen sie einfach off Screen, genauso wie Kämpfe oder eben die Wegbeschreibung von Stadt A nach Burg B.
--- Ende Zitat ---
Das ändert ja nichts daran, dass sie ablaufen müssen. Dass irgendwie festgelegt werden muss, ob du die Sache nun eingekauft hast oder nicht.
Von mir aus können auch die Kämpfe off screen ablaufen. Trotzdem muss man festlegen, ob man sie gewonnen oder verloren hat.
--- Zitat ---Und alles was mich interessiert, was ich beeinflussen will spiele ich aus. Das ich einen Standardausrüstungsgegenstand vergesse zu besorgen kann Off Screen nicht passieren, dafür aber auch nicht das ich einen mitnehme weil ich so eine clevere Idee hatte.
--- Ende Zitat ---
OK, du weißt, dass du heute Abend einen Einbruch planst, bei dem du Enterhaken+Seil benötigst. Es ist gerade morgens. Die Geschäfte haben offen. Dass du auf den Dorfmarkt gehst und nach Enterhaken+Seil suchst, ist das Natürlichste der Welt. Trotzdem muss man ja irgendwie festlegen, ob du das bekommst, wie teuer das ist etc. Ob du das nun off screen oder on screen machst, ist mir erstmal vollkommen egal. Es muss dennoch irgendwie das Ergebnis festgelegt sein.
Oder wenn du erfährst, dass der Gegner nur durch stumpfe Hiebwaffen bekämpft werden kann, ist es auch wichtig zu erfahren, welche Art von stumpfer Hiebwaffe du bekommst, obwohl der Einkauf selber total langweilig ist.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln