Autor Thema: Warum mir Traveller möglicherweise zum Teil nur bedingt gefallen können könnte  (Gelesen 23325 mal)

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Wellentänzer

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Traveller ist mir zuerst vor knapp 30 Jahren begegnet in seiner deutschen Inkarnation aus dem Hause FanPro. Schon damals fand ich viele Ideen großartig und war beeindruckt von der Andersartigkeit des Spieldesigns. Dennoch empfand ich Traveller nie als attraktiv, sondern eher als abstoßend. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, Charaktere auszuwürfeln und Raumschiffe auszustatten. Komisch. Über die Jahre sind mir in schöner Regelmäßigkeit glühende Fans von Traveller begegnet - und waren mir in ebensolcher Regelmäßigkeit herzlich unsympatisch. Naja: Ausnahmen bestätigen die Regel. So ähnlich ergeht es mir sonst eigentlich nur mit Fans und Material des strukturähnlichen Harnmaster.

Nachdem ich gerade zwei ebenso alte wie brilliante Travellerabenteuer zwecks Vorbereitung und Konversion für Edge of the Empire herausgekramt habe, überfiel mich direkt das mittlerweile wohlvertraute Gefühl gesunder Antipathie und ich weiß sofort wieder, was mich an dem Spiel so abstößt: es ist der antiseptische, gefühllose, kastriert neutrale Ton. Es ist die unbekümmert-offensiv vorgetragene Aura der eigenen Überlegenheit, der die Designer, die sich des eigenen Narzissmus kaum bewusst zu sein scheinen, umweht. Es ist die erschreckende Humorlosigkeit, die kalte Präzision und die nüchterne Verbissenheit der Sprache. Es ist der Verzicht auf Schönheit, auf Design, auf Verpackung, auf Ästhetik zugunsten reiner Form und Pragmatik. Es ist die Brutalität, Arroganz und Kompromisslosigkeit des spielerischen Ansatzes. Es ist die Kleinteiligkeit und Pedanterie des Tabellenfetischismus. Und es ist noch so vieles mehr. Vor allem aber ist das alles zusammen für mich in Summe unfassbar unsympathisch. Menschen, die sich von all dem nicht abgest0ßen fühlen, ticken auf eine unangenehme, inkompatible Art anders als ich. Gerade viele IT-Freaks und Historiker scheint das zu betreffen.

Aber viele der Bücher sind nichtsdestotrotz einfach geil - selbst wenn die Quälerei durch die Textwüsten nervt und es mich bei der Lektüre immer mal wieder vor Ekel schüttelt. Und nun weiter mit Murder on Arcturus Station. Danach Prison Planet. Edge of the Empire wartet. Danke für die Erlaubnis dieses kathartischen Posts. Lang lebe Marc Miller. Den Vogel würd ich ja gerne mal kennenlernen. Vermutlich würde es mich schütteln. Over and out.
« Letzte Änderung: 10.04.2013 | 12:56 von Wellentänzer »

Offline Private Baldrick

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #1 am: 8.04.2013 | 23:46 »
Ich hab ja gehört, der Admin dieses Forums würde ganz gern Traveller spielen  :D
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Offline Pyromancer

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #2 am: 8.04.2013 | 23:52 »
Ich werde das im Auge behalten und gegebenenfalls SolSec benachrichtigen.
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Offline Chief Sgt. Bradley

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #3 am: 8.04.2013 | 23:57 »
Naja die Nüchternheit des ganzen hat für mich den Vorteil, dass ich mich kreativ austoben kann. Ich selbst spiele eigenes Space Opera Setting mit Savage Worlds und habe den hier entdeckt. Superteil. Damit kann man UWP, Systeme und Subsektorkarten generieren. Da gibt es auch ziemlich nüchtern nur Daten und nich so tolle Weltkarten.
Aber das kann draus werden:

"Sutho
Äquatorialdurchmesser: 6.960km
Monde: 1
Atmosphäre: sehr dünn
Wasseranteil: 0%
Bevölkerung: 4 Millionen
Temperaturen: +383 °C bis +548 °C
Schwerkraft: 0,46 g
Planetenjahr: 68d
Planetentag: 26h
Eine große Kolonie der Thominas. Das Leben auf Sutho spielt sich größtenteils unter der Erde ab. Das einzige was man auf seiner Oberfläche findet, sind die Zugänge zu den insgesamt 10 unterirdischen Städten und, nah der Zugänge gelegen, die weitläufigen Flechtenzuchtplantagen. Die Bevölkerung besteht zum Großteil aus arbeitenden Thoms. Noch unter den subterranen Städten liegen die Eisen- und Barytminen des Planeten. Über den Städten befinden sich die Produktionsanlagen. Produziert werden hier hauptsächlich Barium, Botware, Kristallerzeugnisse, Kräuter, Stahl und Wüstenpflanzen."
« Letzte Änderung: 9.04.2013 | 22:58 von Chief Sgt. Bradley »
Für die Neuen
"Sir! We are surrounded!" - "Excellent! We can attack in any direction!"
Es gibt drei Arten von Grammatik: korrekt, falsch oder Yoda
Insgesamt hab ich das vorhin einer Bekannten am Telefon beschrieben mit "Guardians of the Galaxy in XXL und geiler!"

Offline Wawoozle

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #4 am: 9.04.2013 | 12:04 »
Aber viele der Bücher sind nichtsdestotrotz einfach geil.

Das kann ich bestätigen, den Rest deines Posts hab ich schon wieder vergessen :D
« Letzte Änderung: 9.04.2013 | 12:07 von Wawoozle »
Ihr wollt doch alle den Nachtisch zuerst !

Offline Kriegsklinge

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #5 am: 9.04.2013 | 12:10 »
Ein gelungener Rant! Ich habe Traveller zwar noch nie gelesen, geschweige denn gespielt, aber wenn, würde ich es jetzt etwa weniger mögen! Denkst du denn, dass das Problem bei Traveller wirklich ein rein kosmetisches ist, sprich: Wäre es das Spiel total geil, wenn alles etwas blumiger, aufgepimpter, eycandymäßiger, irgendwie earthdawniger wäre?

Offline Private Baldrick

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #6 am: 9.04.2013 | 12:44 »
Ich persönlich finde, dass Traveller nicht nur tonal, sondern auch technisch einfach keinen Spaß macht. Wer damit trotzdem Spaß haben kann, soll es ruhig spielen, für mich isses nix. Und ich glaube auch nicht, dass sich das kosmetisch reparieren ließe, die ganze überkomplizierte und technisierte Herangehensweise ans Rollenspiel stört mich.

Edit: Weil sich offenbar jemand von der Formulierung gestört fühlt.
« Letzte Änderung: 9.04.2013 | 13:23 von La Dolge Vita »
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Offline Crimson King

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #7 am: 9.04.2013 | 12:56 »
Das beschriebene Problem sehe ich bei so ziemlich jedem RHS-System.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
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J.W. von Goethe

Offline Pyromancer

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #8 am: 9.04.2013 | 12:59 »
Traveller bietet einen Haufen leckerer Zutaten zum Selber-Kochen. Wer ein Fertig-Gericht will, das man nur in die Mikrowelle stecken muss, der sollte wo anders suchen.
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Offline Pyromancer

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #9 am: 9.04.2013 | 13:02 »
die ganze überkomplizierte und technisierte Herangehensweise ans Rollenspiel stört mich.

Kannst du das bitte etwas genauer ausführen?
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Offline Dark_Tigger

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #10 am: 9.04.2013 | 13:12 »
Jop Traveller wirkt irgendwie kalt und mechanistisch. Trotzdem macht es irgendwie einen Teil des reizes aus den dieses Spiel auf mich auswirkt.

Um ehrlich zu sein würde ich aber Lieber ein komplexes Strategiespiel in dem Universum zocken (so Marke Paradox Games) als ein RPG, in dem man eine Bande DropOuts in einem Hochgelobten Blechsarg spielt.


Das beschriebene Problem sehe ich bei so ziemlich jedem RHS-System.
WTF heißt RSH
Zitat
Noli Timere Messorem
Im Gedenken an einen großen Schrifftsteller

Offline Private Baldrick

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #11 am: 9.04.2013 | 13:15 »
Leider nein. Ich habe beim Traveller-Lesen einfach das Gefühl, eine von Verwaltungsbeamten geschriebene Handels-Simulation vor mir zu haben und kein Rollenspiel. Die Tabellenlastigkeit war vielleicht mal zeitgemäß, mich nervt sie nur noch...
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Offline Crimson King

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #12 am: 9.04.2013 | 13:19 »
WTF heißt RSH

RHS = Rules Heavy Simulationism, meint Regelsysteme, die über möglichst realistische detaillierte Regeln verfügen und den Handlungsrahmen vermehrt über Zufallstabellen und reine Plausibilität der Ursache-Wirkung-Mechanismen gestalten. Vornehmlich ein Trend der 80er, hat sich aber bis heute gehalten.
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Offline Glühbirne

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #13 am: 9.04.2013 | 13:23 »
Bei Traveller fühle ich mich als SL unglaublich vom System supportet. Ich finde die Zufallsmechanismen und Regeln inspirierend und dennoch relativ zugänglich (Im Gegensatz zu z.B. DSA4 aber auch Pathfinder oder Shadowrun3)

Allerdings ist es dabei auch irgendwie Altbacken.

Offline Pyromancer

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #14 am: 9.04.2013 | 13:25 »
Spätestens seit "In a Wicked Age" sind Tabellen doch auch in der Indie-Szene wieder hip. ;)

Und ich reite immer wieder mit Freuden darauf herum, dass CT standardmäßig einen Modus für spielleiterloses Rollenspiel mitgeliefert hat und damit seiner Zeit um ca. 30 Jahre voraus war.
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Offline Grubentroll

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #15 am: 9.04.2013 | 13:51 »
Ich fand Traveller in den 80ern toll, aber es ist nun mal eindeutig ein Kind seiner Zeit. Da ist das "Science" in Science Fiction halt noch sehr sehr groß geschrieben.

Als mit "Elite" auf dem C64, "2001" als Film und "Perry Rhodan"-artiger SciFi großgewordenes Kind fand ich das damals ziemlich toll, heutzutage würde es mich nicht mehr reizen.

Offline Trichter

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #16 am: 9.04.2013 | 16:51 »
Ich finde Traveller transportiert eben in den angesprochenen Kritikpunkten (kompromisslos, antiseptisch, tabellenlastig, ...) einen Realismus den ich sonst bei keinem Science Fiction RPG bisher gefunden habe. Der Weltraum ist nunmal nicht hübsch und schön hergerichtet, sondern kalt, leer und lebensfeindlich (für Menschen zumindest). Schon die ersten Sätze im Kapitel zum Raumkampf fand ich super. Kanns jetzt nicht ausm Kopf aber es ging eben darum, dass Raumkämpfe in Traveller keine cineastischen Star Wars Schlachten sind, sondern sich die Raumschiffe auf tausende Kilometer Entfernung anhand berechneter Positionsdaten zu treffen versuchen. Das, sowie die ganzen Tabellen ohne die das SL-lose Spiel nicht möglich wäre machen für mich den Reiz von Traveller aus.

Im Gegenzug hab ich z. B. mit Storytelling Rollenspielen die Erfahrung gemacht, dass da sehr viel vom SL abhängt (in positiver und negativer Weise). Bei Traveller muss man hingegen eher das Setting und die Regeln (aka Tabellen ;) ) mögen. Dann macht es sogar alleine Spaß.

Offline Xemides

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #17 am: 9.04.2013 | 17:01 »
Warum muss man eigentlich etwas, nur weil man es nicht mag als Scheisse titulieren ? Tut es nicht ein "Nicht mein Geschmack" auch ? Kritisieren kann man doch alles, aber gleich herabwürdigen.

Ich merke bei unserer Nova-Runde, die sich ähnlich wie Traveller spielt, nur ein wenig Richtung Firefly/Star Trek und mit anderen Regeln, das mit das trockene Science-Fiction-Spiel weniger liegt.

Ich brauche offenbar auch bei SF einen Hauch Fantasy dabei, etwas spezielles, was das Setting von Hard SF abgrenzt. Durch 30 20 Jahre Perry Rhodan, Star Trek und Babylon 5 empfinde ich sowas mittlerweile als uninteressant.

Und durch Fading Suns was mich immer noch fasziniert liebe ich einfach die bunte Mischung au SF und Fantasy Elementen, wie sie schon Frank Herbert in Dune oder Star Wars hatte.

Ist Treveller deshalb Scheisse ? Sicher nicht. Es ist nicht mehr mein Geschmack (in den 80ern fand ich es toll, weil es eine neue Richtung des RPGs für mich war), aber andere können es ruhig mögen.
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Offline Arkam

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #18 am: 9.04.2013 | 17:34 »
Hallo zusammen,

ja Traveller ist staubtrocken aber auch erfreulich vollständig, wenigstens die neue Fassung.
Die Kunst ist es sich das heraus zu suchen was man braucht und was man ignorieren möchte.

Das eigentliche Spiel hat sich dann durchaus farbig gestaltet.
Eddie der Bordcomputer der stets den Hinweis gab:"Ein zwei Fronten Krieg ist auf jeden Fall zu vermeiden."
Die beiden Admiräle der Sternenflotte die nur noch per Antigrav Rollstuhl einsatzbereit waren. - Das dafür aber auch richtig.
Oder das Alien Szenario bei dem die Charaktere viel Unfug mit Sprengstoff machten.

Gruß Jochen

Offline Dash Bannon

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #19 am: 9.04.2013 | 17:52 »
also bei den Systemen die ich scheiße finde, ist mir ja die Zeit zu schade das in einem Thread zu verkünden den ich dann im entsprechenden Channel aufmache

Ich mag Traveller, sehr sogar :)
Es gibt drei Arten etwas zu tun. Die richtige Art, die falsche Art und die Dash Bannon Art.

Offline Gerrit

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #20 am: 9.04.2013 | 18:05 »
Mich hatte die Lockerheit in den Regelbuecher der alten Classic/13Mann-Linie überrascht, als ich es vor kurzem für mich entdeckte: Dass man z.B. einfach für eine Intrigen-Kampagne ein Attribut wie Charisma dazu nehmen soll (was klappt ohne dass alles über den Häufen geworfen wird). Denkbar wäre auch ein neue Attribut Seelisches Gleichgewicht für Lovecraftsche Kampagnen. Oder dass in der ersten Version man Aliens spielen konnte, das aber keine Auswirkungen auf den Charakter hatte (also in etwa 100 potenzielle Extra-Regeln wegfielen).
Außerdem war das Grundregelwerk recht vollständig und alles andere einfach nur optionale Spielhilfe: Ein Riesenplus in meinen Augen.

Offline Xemides

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #21 am: 9.04.2013 | 18:10 »
Naja Gerrit, das was du magst wäre für mich alles ein Grund, das System nicht zu mögen. ;D
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Offline Gerrit

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #22 am: 9.04.2013 | 18:12 »
Ok, die Geschmäcker sind unterschiedlich.  :)
« Letzte Änderung: 9.04.2013 | 18:17 von Gerrit »

Offline Sagittarius

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #23 am: 9.04.2013 | 18:24 »
Ich finde die Traveller Mechanismen gut so wie sie sind. Das Regelwerk reflektiert halt mehr die technische Seite eines SciFi RPGs. Die Tabellenlastigkeit ist zwar zuweilen anstrengend, hält aber auch das Spiel auf Kurs.
Der Hintergrund ist die "Konkurenz" zu Star Wars und fühlt sich auch so an (damit meine ich die 3 zuerst gedrehten Teile).
Sprich, ich mag die das Spiel, wenn auch die RW ein eher unansehnliches Design haben


Offline Greifenklaue

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RE: Warum mir Traveller zum Teil nicht gefällt.
« Antwort #24 am: 9.04.2013 | 18:36 »
Traveller ist mir zuerst vor knapp 30 Jahren begegnet in seiner deutschen Inkarnation aus dem Hause FanPro. Schon damals fand ich viele Ideen großartig und war beeindruckt von der Andersartigkeit des Spieldesigns. Dennoch empfand ich Traveller nie als attraktiv, sondern eher als abstoßend. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, Charaktere auszuwürfeln und Raumschiffe auszustatten. Komisch. Über die Jahre sind mir in schöner Regelmäßigkeit glühende Fans von Traveller begegnet - und waren mir in ebensolcher Regelmäßigkeit herzlich unsympatisch. Naja: Ausnahmen bestätigen die Regel. So ähnlich ergeht es mir sonst eigentlich nur mit Fans und Material des strukturähnlichen Harnmaster.

Nachdem ich gerade zwei ebenso alte wie brilliante Travellerabenteuer zwecks Vorbereitung und Konversion für Edge of the Empire herausgekramt habe, überfiel mich direkt das mittlerweile wohlvertraute Gefühl gesunder Antipathie und ich weiß sofort wieder, was mich an dem Spiel so abstößt: es ist der antiseptische, gefühllose, kastriert neutrale Ton. Es ist die unbekümmert-offensiv vorgetragene Aura der eigenen Überlegenheit, der die Designer, die sich des eigenen Narzissmus kaum bewusst zu sein scheinen, umweht. Es ist die erschreckende Humorlosigkeit, die kalte Präzision und die nüchterne Verbissenheit der Sprache. Es ist der Verzicht auf Schönheit, auf Design, auf Verpackung, auf Ästhetik zugunsten reiner Form und Pragmatik. Es ist die Brutalität, Arroganz und Kompromisslosigkeit des spielerischen Ansatzes. Es ist die Kleinteiligkeit und Pedanterie des Tabellenfetischismus. Und es ist noch so vieles mehr. Vor allem aber ist das alles zusammen für mich in Summe unfassbar unsympathisch. Menschen, die sich von all dem nicht abgest0ßen fühlen, ticken auf eine unangenehme, inkompatible Art anders als ich. Gerade viele IT-Freaks und Historiker scheint das zu betreffen.

Aber viele der Bücher sind nichtsdestotrotz einfach geil - selbst wenn die Quälerei durch die Textwüsten nervt und es mich bei der Lektüre immer mal wieder vor Ekel schüttelt. Und nun weiter mit Murder on Arcturus Station. Danach Prison Planet. Edge of the Empire wartet. Danke für die Erlaubnis dieses kathartischen Posts. Lang lebe Marc Miller. Den Vogel würd ich ja gerne mal kennenlernen. Vermutlich würde es mich schütteln. Over and out.
Trotz dieser ganzen Argumentation: Muss es dann nicht heißen: "Warum ich Traveller scheiße finde" statt "Warum Traveller scheiße ist".

Ein sprachlich kleiner, inhaltlich aber großer Unterschied  :)
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
Schwarzauge wird büssen."

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