Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Reiche des Guten bzw Bösen
Slayn:
Guten Morgen.
Ihr fresst euch wohl gerne an den Untoten fest? Die sind zwar schön plakativ, bringen die Ausgangsfrage aber nicht weiter.
So als Vorschlag: Wenn "Böse" Handlungen in den Alltag integriert werden. Z.B. wenn es eine normale Freizeitbeschäftigung ist sich Gladiatorenkämpfe bis zum Tod anzusehen, wenn Missbrauch nichts strafbares mehr ist, Sklaven ohne Rechte, der sonntägliche Gottesdienst im Asmodius-Tempel.
Cheliax scheint so ein Beispiel zu sein. Das sind alles "ganz normale Leute" und trotzdem haben sie eine verderbte Kultur entwickelt.
kalgani:
cheliax ist eher ein beispiel für "mit teufeln sollte man nicht spielen".
die gesellschaft selbst versteht immer noch nicht wie sie unter die knechtschaft von asmodeus kommen konnte.
aber ganz allgemein ist cheliax natürlich ein sehr gutes beispiel für ein rechtschaffen bösen staat in den die bürger selber nicht böse sind.
Arldwulf:
--- Zitat von: Feuersänger am 7.07.2013 | 23:32 ---Was Thay angeht:
zu 3.X-Zeiten war da von Untoten-Reich keine Rede. Das Land wurde von (großteils lebendigen) Red Wizards beherrscht. Ich weiß jetzt nicht, wie sehr der Aufstieg von Szass Tam ein Retcon ist, habe aber den deutlichen Verdacht in die Richtung.
Der ganze Untoten-Kram ist jedenfalls erst in der 4E akut. Da gelten aber naturgemäß die 3.X-Regeln zur Erschaffung und Kontrolle von Untoten nicht mehr.
--- Ende Zitat ---
Es gab dazu mal ein Interview in dem die Entwicklung von Thay als logische Folge von Tams Machtfülle dargestellt wurde. Inwieweit dies nun wirklich unabdingbar war ist sicher diskutierenswert, aber klar ist auch:
Wenn man einen Nekromanten mit genug Macht ausstattet muss man sich nicht wundern wenn irgendwann immer mehr Untote herumlaufen. Es macht im Kontext der Geschichte des Lands durchaus Sinn.
Aber um beim Thema zu bleiben: Thay zeigt auch dass Reiche nicht statisch sein müssen sondern sich verändern können. Insofern muss man nicht nur darüber nachdenken was eine stabile Regierungsform sein kann. Viele Reiche die auf einer bestimmten Gesinnung und Idealen aufbauen können letztlich nicht dauerhaft stabil bleiben. Aber für eine gewisse Zeit existieren.
kalgani:
auch wenn der starke herrscher unsterblich ist?
denn wenn stalin oder mao unsterblich gewesen wären würden die sicher immer noch mit harter hand regieren. man muss sich nur mal nordkorea anschauen, die haben einen kult um ihre herrscherfamilie erschaffen gegen den das volk obwohl es darbend da nieder liegt nicht rebelliert!
Feuersänger:
Danke für den Hinweis auf Cheliax, habe da mal eben auf PFWiki nachgelesen -- kenne mich mit dem PF-Setting nicht aus, daher war das Neuland für mich. Jedenfalls, soviel zu der Behauptung "Länder haben keine Gesinnung".
Interessant finde ich da die Frage, wie in einem Land wie Cheliax der Alltag eines ganz gewöhnlichen Menschen aussieht. Da hält sich der Artikel relativ bedeckt. Ein Hinweis ist immerhin, dass es diverse absurde Gesetze gibt, die grundsätzlich nicht durchgesetzt werden, aber jederzeit herangezogen werden können um jeden beliebigen Chelaxier zu ficken, wenn man ihn loswerden will.
Weiters gibt es Sklaverei, aber ich finde keine Angabe zum Prozentsatz der Gesamtbevölkerung.
In einem LE-Staat kann man vermutlich davon ausgehen, dass jegliche Übereinkünfte penibelst in detaillierten Verträgen festgehalten werden. Das kurbelt auch die Papier- und Schreibzeugindustrie an. Es muss auch einen entsprechenden Justizapparat geben, um Streitfälle zu entscheiden.
Wobei: wie ist es, wenn bei einem Vertrag zwischen Angehörigen zweiter Stände der Höhergestellte seine Pflichten verletzt. Hat dann vor Gericht der Vertrag vorrang (nehmen wir an, die Vertragsverletzung sei eindeutig), oder die implizierte Protektion des Mächtigeren?
Und man kann sich wohl auch denken, dass alle nicht-infernalischen Religionen verboten sind, und die verbliebenen Anhänger ihren Glauben in aller Heimlichkeit ausüben müssen.
Aber wie sieht es aus z.B. mit Wehrpflicht, Steuerlast, Berufswahl?
Insgesamt jedenfalls ein sehr vielversprechendes Beispiel.
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