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Reiche des Guten bzw Bösen

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Feuersänger:

--- Zitat von: kalgani am  8.07.2013 | 13:04 ---ich bleibe bei den standpunkt das eine gute gesellschaft grundsätzlich erstmal alles leben als schützenswert erachtet.
auch das von verbrechern (keine selbstjustiz usw zulassen)

--- Ende Zitat ---

Ja, das muss die Philosophie hergeben. Sonst ist man ja ganz schnell bei "Wir bringen uns alle um und sind sofort im Paradies". Und das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.

Tudor the Traveller:
Wobei da auch eben Lawful und Chaotic eine entscheidende Rolle spielen. Ich würde schon sagen, dass Lawful Good im Allgemeinen eine Fürsorge-Pflicht des Staates verwirklichen wird. Darunter fällt dann natürlich auch ein effektiver Schutz der Bürger vor Kriminellen. Und da stellt sich dann die Frage, ob sich der Staat teure Gefängnisse auf angemessenem Niveau leisten kann und will. Das Geld fehlt dann ja den anderen Bürgern. Ich würde da insofern keinen Automatismus draus machen; imo kann also auch ein LG Staat die Todesstrafe praktizieren. Zudem spielt bei der Frage ja auch wieder der Paladin mit seinem Smite Evil rein; das Töten ist insofern nicht kategorisch auszuschließen, nur weil die Staatsphilosophie "gut" ist.

Selbstjustiz ist dann auch wieder eine Frage der L-C-Achse. Ich denke, Selbstjustiz wird in CG Gesellschaften durchaus vorkommen. Die stehen ja nicht so auf formal-reglementierte Rechtsprechung.

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Tudor the Traveller am  7.07.2013 | 14:16 ---. Das fängt dann schon bei den typisch CG Elfenreichen an.
--- Ende Zitat ---
ich hatte oftmals gedacht die sind LG aber ihre Regeln sind auf maximale Freiheit und Respekt vor anderen ausgelegt


--- Zitat von: Wormys_Queue am  7.07.2013 | 18:13 ---es mit einer absoluten Herrschaft im Sinne der mittelalterlichen europäischen König- und Kaiserreiche zu tun zu haben. .

--- Ende Zitat ---
Waren diese auch nie, aber ein Vergleich mit den romantisierten  Reichen der Völkerwanderung/Highland Clans o.ä. dürfte passen

Adlige sind nicht primär Lehnshalters sondern Führer von Stämmen/Clans , Macht basiert auf Verantwortung und Pflichtgefühl

Feuersänger:
Hmh, bzgl "Gut" und Todesstrafe -- das ist ein weites Feld; aber für uns heute ist es halt ein Ausdruck unserer (europäischen) Zivilisation, dass wir uns eben _nicht_ das Recht anmaßen, über Leben und Tod zu entscheiden; Leben ist ein Grundrecht welches nichtmal ein Mörder verwirkt; wenn man seinen Rachegelüsten freien Lauf lässt, stellt man sich mit dem Mörder auf eine Stufe usw.

Amerikaner sehen das mehrheitlich anders, wie bereits vorher im Thread angeschnitten.Aber die sehen ihre "Vengeance" ja auch als Ausdruck von "Justice" und nicht von "Goodness".

Nichtsdestotrotz wird ein grobmittelalterlicher Staat allzu hohe Ausgaben für den Strafvollzug vermeiden wollen -- das lässt sich aber mit Zwangsarbeit vermeiden, und Zwangsarbeit ist immer noch besser ("Guter") als Todesstrafe.

Was nicht heißen soll, dass ein Guter Staat sich nicht das Recht vorbehalten kann, in besonders schweren Fällen auch die Todesstrafe zu vollstrecken. Bspw wenn der Täter so gefährlich ist, dass man ihn absehbar nicht im Zaum halten kann -- z.B. wenn es sich um einen Zauberer handelt, der mit seiner Magie jegliche mildere Maßnahmen wie Straflager, Verbannung, selbst Verstümmelung usw aushebeln könnte.
Eine Alternative wäre z.B. Feeblemind -- aber ob es nun moralisch so Gut ist, jemanden permanent auf den geistigen Status eines Huhns zu reduzieren, ist wieder eine andere Frage.

Falke359:
Zwei Anmerkungen:

Erstens: Impliziert die "gute" Gesinnung in D&D oft nicht ausdrücklich, das Böse auszumerzen, also als böse identifierte Kreaturen umzubringen? In einer Welt, in der man das "Böse" so objektiv bestimmen und "messen" kann (z.B. durch detect evil), können die Grenzen klar gezogen werden und damit lässt sich auch in einem guten Reich die Todesstrafe rechtfertigen bzw. kann sogar als notwendig angesehen werden.

Zweitens: Die Gesinnung eines Staates müsste sich vor allem an den Gesetzen messen lassen. Zudem bräuchte es eine neutrale bzw. objektive Instanz, die von außen betrachtet entscheiden kann, ob ein Gesetz "gut" oder "böse" ist. Also braucht es ein universales ethisches System, das z.B. durch das Götterpantheon durchgesetzt wird.

Mir fällt als "gutes" (idealistisches) Rechtssystem das Gesetz im Alten Israel ein (vor ca. 2900 Jahren), das z.B. "Mundraub" nicht nur toleriert, sondern gesetzlich explizit verankert: "Wenn Du in einen Weinberg gehst, darfst du mit der Hand so viele Weintrauben abreißen, bis du satt bist. Du darfst nur kein Gefäß mitnehmen".
Anderes Beispiel: Jede Landaufteilung und jede Lohnsklaverei ist nach sieben Jahren automatisch aufgehoben, danach wird das Land neu verteilt, damit es zu keiner Anhäufung von übermäßigem Reichtum auf Kosten anderer kommt. Das gilt auch und vor allem für den König. Wer darüber wacht? Die Götter natürlich.

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