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Reiche des Guten bzw Bösen

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Maarzan:
Die Gesetze dürften auch immer ein Ausdruck dessen sein, was eine Gemeinschaft sich "leisten" kann.
Wo Diebstahl in einer Überflussgesellschaft eine Art Belästigung darstellen kann, kann sie in einer anderen Gesellschaft den Bestohlenen in existentielle Nöte schicken.
Oder bestimmtes Verhalten wird so zu einer Gefährdung der Existenz der gesamten Gruppe.
Exil kann kulturell schlimmer erlebt werden als Tod, weil es effektiv ein langsamer Tod ist. Oder wie bestraft eine ständig am Limit lebenden Nomadengruppe effektiv ernsthafte Übeltäter?

Feuersänger:

--- Zitat von: Scimi am  8.07.2013 | 21:15 ---Worum es mir ging: Wenn eine Gemeinschaft von chaotisch guten Individuen gut handeln kann, sind "gute" Gesetze zwingend weder Voraussetzung noch Folge eines guten Staates.

--- Ende Zitat ---

Mag sein, aber hier haben wir auch den Knackpunkt: ein CG Staat muss (vorwiegend) aus CG Individuen bestehen, um zu funktionieren -- das trifft bspw auf Elfen zu. CG heisst dann wohl soviel wie dass man keine detaillierten Vorschriften und Gesetze braucht, weil es schon in der Natur des Einzelnen liegt, seinen Mitbürgern nicht auf den Sack zu gehen.

In hauptsächlich von Menschen bevölkerten Ländern hingegen gibt es keine volks-inhärente Gesinnung. Die meisten Menschen sind vielleicht Neutral, und der Rest teilt sich auf die anderen 8 Gesinnungen auf, nicht notwendigerweise gleichmäßig. Auch in Cheliax oder wie das heisst sind die meisten Einwohner nicht Böse, sondern vermutlich eher Neutral und verhalten sich halt so, dass sie möglichst keinen Ärger bekommen.

Der Punkt ist: wenn man eine typisch menschliche Gesellschaft nähme und dort ein CG System aufstülpen würde, würde das ganze vermutlich entweder komplett den Bach runtergehen, oder zumindest massiv unter der Unterminierung des Systems durch Böse oder egoistische (CN) Elemente leiden.

Das erinnert mich gerade an eine Heinlein-Geschichte (Space Cadet), wo die (CG bis NG) Eingeborenen der Venus einen menschlichen Tunichgut gefangennehmen, der sogar mehrere von ihnen getötet hat, aber sie haben trotzdem keine Ahnung was sie mit ihm anstellen sollen. Sie kommen nichtmal auf die _Idee_ ihn aus Rache oder zur Strafe zu töten, und schon der Gedanke ihn permanent einzusperren bereitet ihnen arge Bauchschmerzen. Letzten Endes sind sie froh, als sie ihn der irdischen Raumpatrouille übergeben können und das Problem damit los sind.

Scimi:
"good" heißt ja nicht dämlich. Gute Charaktere müssen sich nicht ausbeuten und übertölpeln lassen und können sich durchaus wehren. Altruismus heißt nicht, dass man sich ausnutzen lassen muss.
Und anders als die Venus-Eingeborenen leben sie in einer Welt, in der es neutrale und böse Charaktere und Wesen gibt und sie haben Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen.

Ich denke schon, dass es möglich ist, eine komplett gute oder böse menschliche Nation zu konstruieren. Die Frage ist eher, ob das für das Spiel interessant ist.

Feuersänger:

--- Zitat von: Scimi am  8.07.2013 | 23:44 ---Ich denke schon, dass es möglich ist, eine komplett gute oder böse menschliche Nation zu konstruieren. Die Frage ist eher, ob das für das Spiel interessant ist.

--- Ende Zitat ---

Ist ja auch nicht nötig. Im Gegenteil - und wie du wohl implizierst - ist es wohl gerade eher interessant, zu welchen "Störungen" es in z.B. einem LG System kommen kann und wie dieses System damit umgeht. Natürlich heisst Gut nicht Dämlich, aber wie gesagt hat man ja einen moralischen Anspruch an sich selbst (als Vertreter des Guten Systems), auch wenn man sich dadurch zuweilen "unnötig das Leben schwer macht" (wie es ein Neutraler empfinden würde).

--

Naja, und dann halt wie gesagt die Frage "Was macht man mit jemandem, bei dem Detect Evil anspringt?"
Wie gesagt, präventiv killen (oder einsperren) dürfte eigentlich nicht in Frage kommen. Schließlich geht der Trend auch beim Spiel dahin, dass nur die Gesinnung allein keine Rechtfertigung (mehr) für Kill On Sight ist.
[Auch wenn das Gesinnungssystem in D&D vielleicht seinerzeit vor vielen hundert Jahren zu genau dem Zweck eingeführt wurde.]
Man müsste erstmal auch einem Bösen Angehörigen der Gesellschaft die Chance geben, sich einzufügen, solange er keine Untaten begeht. In der Praxis kann es aber freilich darauf hinauslaufen, dass bei jedem toten Huhn sofort der Verdacht auf den Bösen Fuchs fällt.

Jedoch denke ich, eine Gute Gesellschaft könnte es moralisch vertreten, einen eindeutig identifizierten Bösen rauszuschmeissen (ins Exil schicken, verbannen...), bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Ferner gibt es noch die Möglichkeit, die Gesinnung eines anderen zu verändern - im Falle des Atonement-Spells äußerst radikal (Verkehrung ins Gegenteil), aber nur bei dies aktiv wünschenden Subjekten.
Und ein Emissary of Barachiel gar kann selbst einer widerwilligen Kreatur einen Gesinnungswandel aufzwingen - mit einem Diplomacy Check. Das ist wohlgemerkt eine der heftigsten, unbalanciertesten Powers überhaupt, Marke "Kampagnenkiller" (man schwatzt einfach ein paar Minuten mit dem BBEG und schwupp verteilt er Spielzeug an Waisenkinder), woraufhin schon so mancher SL dem betreffenden Spieler den DMG zwangsgefüttert haben soll. ;)

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Feuersänger am  9.07.2013 | 00:55 ---Naja, und dann halt wie gesagt die Frage "Was macht man mit jemandem, bei dem Detect Evil anspringt?"
--- Ende Zitat ---
was bedeutet das in der Spielwelt?

Taschendieb oder ROTTEN FROM BIG DARK EVIL und wie sind Pallys aufgestellt.
Letztere würde ein Lensträger(Lensmen -Zyklus) durchaus auf der Stelle exekutieren

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