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Mit dem Schiff ins Unbekannte - Plausibilitäts-Check
Eulenspiegel:
Die Passagiere stellen kein Problem da: Diese kann man im Zwischendeck einschließen und den Schlüssel verwahren. (Man muss nur aufpassen, dass die Meuterer nicht an den Schlüssel kommen und die Passagiere heimlich befreien.)
Das Problem sind die Manschaften. Diese stellen eine reelle Gefahr da.
Wenn man sich historische Meutereien anschaut, dann stellt man fest, dass die Mannschaft extrem lange vor den Offizieren gebuckelt hat. - Kam es dann jedoch zum Aufstand, hatten die Offiziere häufig nur geringe Chancen.
Es ist also tatsächlich eher die Drohkulisse und psychologische Einschüchterung, die viele Matrosen vom Meutern abhielt. (Und die Furcht, zu Hause bestraft zu werden.) Viele Matrosen auf Kriegsschiffen wurden ja gegen ihren Willen gepresst und haben dennoch nur selten gegen die Offiziere gemeutert.
Skele-Surtur:
Ja, stimmt. Viele Matrosen waren ja ohnehin geschanghait. Und offenbar hat's trotzdem funktioniert mit dem Reisen. Das bedeutet natürlich, dass es vielleicht manchen Matrosen auch egal ist. Eine richtige Heimat haben sie ggf. gar nicht mehr und daher auch nicht so einen Drang, nach Hause zurück zu kehren. Ein neues Leben an fremden Gestaden könnte besser sein, als ihr altes.
Das Problem wären vielleicht die Schiffsoffiziere. Will der Kapitän heim und nicht ins Nirgendwo segeln, dann könnte er seine Crew eventuell zu einer Meuterei führen, vor allem, wenn er seine Befehlsgewalt schon konsolidiert ist. Was bedeutet, dass die Entführer den Kapitän unter strenger Beobachtung halten werden.
Ich würde also grob schätzen (und das ist jetzt ein ziemlicher Schuss ins Blaue, hauptsächlich auf Bauchgefühl gestützt), dass etwa 30 Soldaten die Situation problemlos unter Kontrolle halten können.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Jon Snow am 30.07.2014 | 16:39 ---Die Passagiere stellen kein Problem da: Diese kann man im Zwischendeck einschließen und den Schlüssel verwahren. (Man muss nur aufpassen, dass die Meuterer nicht an den Schlüssel kommen und die Passagiere heimlich befreien.)
--- Ende Zitat ---
Nur wenn man sie dort verrecken lassen will und nicht das Unterdeck benutzen will.
--- Zitat ---Es ist also tatsächlich eher die Drohkulisse und psychologische Einschüchterung,
--- Ende Zitat ---
und die Marineinfanteristen
@Surtur
Für Handelsschiffe wurde gar nicht regulär shanghait
Pyromancer:
--- Zitat von: Surtur am 30.07.2014 | 17:05 ---Ja, stimmt. Viele Matrosen waren ja ohnehin geschanghait. Und offenbar hat's trotzdem funktioniert mit dem Reise.
--- Ende Zitat ---
Wie schon erwähnt hat da der soziale Druck auch eine große Rolle gespielt. Eine erfolgreiche Meuterei bedeutete doch nur, dass man sein übriges Leben auf der Flucht verbringt und gehängt wird, wenn man je von der Obrigkeit geschnappt wird. Dieser Druck fällt weg, wenn man eh nie in den Einflussbereich der Obrigkeit zurückkehren wird, bzw. die Schiffsentführer selbst auf der Flucht vor eben dieser Obrigkeit sind.
Außerdem WÄRE es ja nicht mal eine Meuterei, weil sie sich nicht gegen ihre rechtmäßigen Offiziere auflehnen, sondern gegen unrechtmäßige Ursupatoren, so dass auch der über Jahre und Jahrzehnte eingeprügelte Reflex: "Offizieren wird gehorcht, sonst AUA!" nicht mehr greift.
Dazu kommt, dass Feuerwaffen natürlich ziemlich praktisch sind, eine Mannschaft 24/7 in Schach zu halten, weil Pistolen und Gewehre pausenlos schussbereit gehalten werden können - etwas, das mit Bögen und Armbrüsten nicht geht.
--- Zitat ---Das bedeutet natürlich, dass es vielleicht manchen Matrosen auch egal ist. Eine richtige Heimat haben sie ggf. gar nicht mehr und daher auch nicht so einen Drang, nach Hause zurück zu kehren. Ein neues Leben an fremden Gestaden könnte besser sein, als ihr altes.
Das Problem wären vielleicht die Schiffsoffiziere. Will der Kapitän heim und nicht ins Nirgendwo segeln, dann könnte er seine Crew eventuell zu einer Meuterei führen, vor allem, wenn er seine Befehlsgewalt schon konsolidiert ist. Was bedeutet, dass die Entführer den Kapitän unter strenger Beobachtung halten werden.
--- Ende Zitat ---
Grundproblem: Auf See haben die Schiffsentführer keinen Hebel mehr. Der Kapitän kann einfach die Arbeit einstellen und sagen: "Dann segelt halt alleine!"
Oder er kann es geschickter anstellen, einen Plan aushecken, seine Offiziere und die Mannschaft einweihen und dann losschlagen. Z.B. kann er bei unruhiger See, bei Starkregen, hartem Wind und schlechter Sicht einen "Unfall" provozieren. "Ich brauche noch 20 Mann, um den geborstenen Mast zu bergen, sonst werden wir kentern! Schnell!", Und dann gibt er das Kommando zum losschlagen und die Entführer kriegen auf die Mütze. Das Ganze ist auch noch völlig risikolos, weil die Schiffsentführer ihn nicht bestrafen können, weil sie ihn brauchen.
--- Zitat ---Ich würde also grob schätzen (und das ist jetzt ein ziemlicher Schuss ins Blaue, hauptsächlich auf Bauchgefühl gestützt), dass etwa 30 Soldaten die Situation problemlos unter Kontrolle halten können.
--- Ende Zitat ---
Ich halte das für sehr optimistisch.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Pyromancer am 30.07.2014 | 17:27 ---Wie schon erwähnt hat da der soziale Druck auch eine große Rolle gespielt. Eine erfolgreiche Meuterei bedeutete doch nur, dass man sein übriges Leben auf der Flucht verbringt und gehängt wird, wenn man je von der Obrigkeit geschnappt wird.
--- Ende Zitat ---
man kann natürlich auch Pirat werden und btw die meuternden Schiffsentführer können Problemlos getötet werden, bzw verurteilt und gehängt.
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