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Mit dem Schiff ins Unbekannte - Plausibilitäts-Check
Slayn:
--- Zitat von: Surtur am 22.08.2014 | 02:23 ---Bis geerntet werden kann, muss man sich mit Nahrung versorgen. Dafür gibt es nur drei Möglichkeiten: Jagen, Fischen, Sammeln. Also werden einige Leute jagen gehen. Und wenn sie noch nicht gut genug jagen können, werden sie lernen und besser werden. Noch ein Grund, warum sie früh damit anfangen sollten. Ich wüsste auch nicht, was dagegen spricht, dass einige der Soldaten passable Jäger sind.
--- Ende Zitat ---
Die Kritik an den Soldaten als Jägern hat mehr damit zu tun das es die vermeintlich leichteste Aufgabe ist. Natürlich ist es ein probates Mittel eine Kolonie am Anfang durch erlegtes Wild zu unterstützen, besonders dann wenn es damit einher geht das Umfeld zu kartografieren und die Umgebung zu sichern, aber genau es dem Grund nur als nützlicher Nebeneffekt zu sehen denn als ihre Hauptaufgabe. Die klassischen Trapper und Scouts halt.
Der zeitweilige Rückschritt zum Jäger und Sammler Zustand ist auch ok, gerade weil eben Nüsse und Beeren sowohl Fette als auch Vitamine liefern und das wird in der Anfangsphase wichtig werden. Wildkräuter und Co. sollte man dabei auch nicht unterschätzen. Da kann man sich mal bei uns umsehen wie viel schmackhaftes und nahrhaftes da dabei ist und einfach durch den Wohlstand von der Speisekarte verdrängt wurde. Bestes Beispiel: Girsch.
Findet man überall, wächst wie Unkraut (hah!), schmeckt nicht schlecht und ist verdammt hartnäckig.
Was ich z.B. aus dem Oregon Trail Buch spannendes ziehen konnte ist wie wichtig es ist die Methoden zur Konservierung zur Hand zu haben, also Räuchertechniken (kommunale Räucherhütte), Pökelsatz und -Nitrat und Essig. Anscheinend dauert es fast ewig bis man mal so weit ist diese Sachen selbst herzustellen, daher ist ein großer Startvorrat hier echtes Gold wert.
An Viecherzeugs lohnen sich auch die ganzen "Schnellbrüter", etwa Meerschweinchen. Leicht im Transport, in der Zucht, schmecken btw. gar nicht mal schlecht und vermehren sich wie die Seuche.
Was die Unterkünfte betrifft: Es ist erstaunlich zu sehen wie schnell man mal so ein Blockhaus errichten und decken kann, wenn das Thema Transport geregelt ist, also etwa indem ein Ochse den Stamm zieht. Wir reden hier von der Arbeit von wenigen Tagen.
Noch erstaunlicher ist wie schnell so ein Wald schwinden kann, sofern erst mal mit der notwendigen Köhlerei begonnen wird.
Dennoch: Meeresfrüchte. Muscheln, Hummer und Krebse (plus Algen) sind mit der einfachste Start, zudem wird man sich am Meer aufhalten wollen um kleine und einfache Salinen bauen zu können.
Nachtrag: Ich habe mich eine Weile lang mit solchen Dingen wie systematischer Pilzzucht, Anbau von Soja und Weiterverarbeitung zu Tofu beschäftigt, daher finde ich das Thema sehr interessant.
Slayn:
Damit drehen wir uns auch irgendwie zurück zu den anfänglichen Fragen:
Wenn die Bewaffneten unterwegs sein müssen (Jagt, Kartografieren, Prospektieren), wer hält dann den "Mob" unter Kontrolle?
Mann mit Ukulele:
Zum Thema Gefügigkeit des Mobs würde ich gern anmerken, dass trotz Entführung etc. die Leute insgesamt großteils bei der Stange gehalten werden dürften,
wenn es den Führungspersonen gelingt, das Bild von der "Schicksalsgemeinschaft", die zwar unfreiwillig zusammenkam, aber nunmal hier gelandet ist, in den Köpfen zu verankern.
Menschengruppen lassen sich ganz leicht kontrollieren, wenn es gelingt, den Großteil der Gruppe gegen eine Minderheit einzunehmen.
Wer nicht mitmachen will, wird verbannt und wird allein in der fremden Wildnis auf jeden Fall zugrundegehen. Wer mitmacht, "wo ihr nun schon einmal hier seid", hat zumindest die Chance,
nicht zugrundezugehen, auch wenn es hart wird.
Skele-Surtur:
--- Zitat von: Slayn am 22.08.2014 | 08:08 ---Die Kritik an den Soldaten als Jägern hat mehr damit zu tun das es die vermeintlich leichteste Aufgabe ist. Natürlich ist es ein probates Mittel eine Kolonie am Anfang durch erlegtes Wild zu unterstützen, besonders dann wenn es damit einher geht das Umfeld zu kartografieren und die Umgebung zu sichern, aber genau es dem Grund nur als nützlicher Nebeneffekt zu sehen denn als ihre Hauptaufgabe. Die klassischen Trapper und Scouts halt.
Der zeitweilige Rückschritt zum Jäger und Sammler Zustand ist auch ok, gerade weil eben Nüsse und Beeren sowohl Fette als auch Vitamine liefern und das wird in der Anfangsphase wichtig werden. Wildkräuter und Co. sollte man dabei auch nicht unterschätzen. Da kann man sich mal bei uns umsehen wie viel schmackhaftes und nahrhaftes da dabei ist und einfach durch den Wohlstand von der Speisekarte verdrängt wurde. Bestes Beispiel: Girsch.
Findet man überall, wächst wie Unkraut (hah!), schmeckt nicht schlecht und ist verdammt hartnäckig.
Was ich z.B. aus dem Oregon Trail Buch spannendes ziehen konnte ist wie wichtig es ist die Methoden zur Konservierung zur Hand zu haben, also Räuchertechniken (kommunale Räucherhütte), Pökelsatz und -Nitrat und Essig. Anscheinend dauert es fast ewig bis man mal so weit ist diese Sachen selbst herzustellen, daher ist ein großer Startvorrat hier echtes Gold wert.
An Viecherzeugs lohnen sich auch die ganzen "Schnellbrüter", etwa Meerschweinchen. Leicht im Transport, in der Zucht, schmecken btw. gar nicht mal schlecht und vermehren sich wie die Seuche.
Was die Unterkünfte betrifft: Es ist erstaunlich zu sehen wie schnell man mal so ein Blockhaus errichten und decken kann, wenn das Thema Transport geregelt ist, also etwa indem ein Ochse den Stamm zieht. Wir reden hier von der Arbeit von wenigen Tagen.
Noch erstaunlicher ist wie schnell so ein Wald schwinden kann, sofern erst mal mit der notwendigen Köhlerei begonnen wird.
Dennoch: Meeresfrüchte. Muscheln, Hummer und Krebse (plus Algen) sind mit der einfachste Start, zudem wird man sich am Meer aufhalten wollen um kleine und einfache Salinen bauen zu können.
Nachtrag: Ich habe mich eine Weile lang mit solchen Dingen wie systematischer Pilzzucht, Anbau von Soja und Weiterverarbeitung zu Tofu beschäftigt, daher finde ich das Thema sehr interessant.
--- Ende Zitat ---
Danke! Das ist wahnsinnig nützlich für mich.
Was den Mob angeht: Das ist natürlich ein Problem, das ich aber aufgrund der vorherigen Überlegungen im Thread für lösbar halte, in dem man...
den Leuten eine Perspektive bietet ("langfristig gesehen werdet ihr es hier besser haben!")
die Alternativen minimiert (Ohne Schiffe *Blubb* gibt es ohnehin keinen Weg zurück)
die Schicksalsgemeinschaft betont ("Wir sitzen hier alle im selben Boot")
sich selbst als wichtig hinstellt ("Ihr braucht uns! Ihr wisst nicht, was da draußen auf euch lauert!", "Wir haben einen Plan, wenn ihr tut, was wir sagen, wird alles gut gehen!")
bereits vorhandene, gewohnte Hierarchien anwendet (Wer sich ganz selbstverständlich als Anführer gibt, wird regelmäßig auch als solcher akzeptiert, besonders in Extremsituationen)
Das größte Versprechen an die Siedler ist, dass sie hier Freisassen werden können - die überwältigende Mehrheit besteht aus den untersten Gesellschaftsschichten und in dem Setting sind die untersten Gesellschaftsschichten verdammt weit unten.
Also ziemlich genau das, was Sefli auch geschrieben hat.
Ich habe mich aber inzwischen auch dazu entschlossen, die Unfreiwilligkeit zu reduzieren und den Soldaten die Möglichkeit zu bieten, in der Heimat ein gerüttelt Maß an Freiwilligen zu bekommen. Erstmal unfreiwillige Siedler werden nur mitgenommen, um noch Lücken zu füllen und sich daher in überschaubaren Grenzen halten. Ein paar brauche ich noch für einen Plot, darum kann ich nicht ganz auf sie verzichten, aber es ist schon glaubhafter, dass die Sache hinhaut, wenn die Soldaten insgesamt stärkeren Rückhalt haben.
Yerho:
--- Zitat von: Schwerttänzer am 21.08.2014 | 22:25 ---was die vor allem brauchen sind Zugtiere
--- Ende Zitat ---
Zugtiere sind Luxus, denn sie ersetzen etwas, was mit menschlicher Muskelkraft zu bewältigen ist. Sie können allerdings notwendig werden, wenn der Boden irgendwann durch ständiges Beackern so ausgelaugt ist, dass man ihn tiefer umpflügen muss. Aber da die Neuankömmlinge quasi eine jungfräuliche Scholle vorfinden, braucht man hauptsächlich viele Hände die dabei helfen, Steine wegzusammeln.
--- Zitat ---ähem, das klappt nur ohne Raubtiere und ohne andere grosse Tiere, ansonsten sehe ich keine tolle Nische Für Hausschwein und Ziege vs Wildschwein und Reh.
--- Ende Zitat ---
Du hast mich falsch verstanden: Es geht erst einmal nicht darum, dass die Siedler Haustiere mitbringen, sondern darum, dass schon vorher Schiffe an diesem Landstrich vor Anker gegangen sind und das Verfahren praktiziert haben, dort Ziegen und Schweine auszusetzen, damit es sich dort selbst versorgen und vermehren und man beim nächsten Besuch leichter an frischen Proviant kommt.
Aber es wäre auch nicht dumm, ein paar Ziegen und Schweine mitzubringen, denn diese kann man ebenfalls erst einmal sich selbst überlassen und später leichter wieder domestizieren, als wenn man mit Wildtieren bei Null anfängt.
Ziegen sind schon deshalb hilfreich, weil sie weniger Fleisch als vielmehr Milch liefern. Und Milch wird spätestens dann wichtig, wenn der erste menschliche Nachwuchs ansteht, denn erstens ist in so einem Setting die Müttersterblichkeit recht hoch und zweitens können Ziegen aus Futter noch Milch generieren, wenn menschliche Frauen aufgrund suboptimaler Ernährung nicht genug zum Stillen ihrer Kinder haben. Aber auch sonst ist Milch ein guter und handlicher Energielieferant - immerhin wird aus trockenem Gras wertvolles Protein!
--- Zitat ---wenn sie mehr Kalorien bei Jagd etc verbrauchen als durchs Fleisch reinkommt, war das ein Minusgeschäft.
--- Ende Zitat ---
Dafür muss man sich aber schon sehr dämlich anstellen. Wenn es jagdbares Wild gibt wird jemand, der sich mit der Jagd auskennt, zwangsläufig auch Beute mit nach Hause bringen. Es verlangt ja niemand, dass sie Kaninchen mit der Hand fangen - dafür legt man Schlingen. Parallel kostet es aber wenig Kalorien, einem Stück Schwarzwild aufzulauern und der Fleischgewinn ist beträchtlich. Je größer das Wild ist, dass man mit den vorhandene Jagdwaffen erlegen kann, desto besser die Ausbeute. Bei Großwild, bei dem die Jagdwaffen zu schwach sind, braucht man wieder Fallen, und zwar große Fallen.
--- Zitat ---Fallenstellen und Fischfang sind effektiver, btw Skorbut u.ä.
--- Ende Zitat ---
Was Fischfang angeht, ist das ganz mein Reden. Auch sollte jede freie Hand, die nicht gerade Unterkünfte bat, das Feld bestellt oder auf die Jagd geht damit beschäftigt sein, Früchte, Beeren, Pilze und essbare Wurzeln zu sammeln, denn mit diesen als Nahrungsergänzung komm man auf seine Vitamine. Das können auch Kinder und Alte erledigen.
--- Zitat ---Wer kennt die Pflanzen? Essbar, giftig, Heilpflanze
--- Ende Zitat ---
Bei Tieren ist es einfach: Man kann prinzipiell jedes unbekannte Tier essen, wenn man die Haut und die Eingeweide (diese möglichst unbeschädigt) entfernt und das Fleisch kocht. Für Ausnahmen von dieser Regel muss man schon auf einem anderen Planeten landen.
Bei Pflanzen wäre es gut, wenn man einen Pflanzenkundigen dabei hätte. Der kennt dann zwar sicher auch nicht alle dort wachsenden Arten, aber er erkennt Gattungen, was schon enorm weiterhilft, um die wirklich fiesen Alkaloide auszuschließen. Was übrig bleibt, kann dann zwar immer noch leicht giftig oder ungenießbar sein, aber ist zumindest schon auf dem Level, wo man vorsichtige Mengen probieren kann und sieht, ob es schmeckt und irgendwelche Nebenwirkungen hat. Von ein wenig Durchfall und/oder Erbrechen wir keine gesunde Testperson umkommen.
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