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[eclipse phase] praktische Erfahrungen mit dem Setting

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Ucalegon:

--- Zitat von: YY am 24.09.2014 | 18:59 ---Ein komplett OOC stattfindendes Problem wird man nicht nur mit Settinghinweisen und Ausspieltips beheben können.

Zumal das spätestens für Firewall-Agenten nur noch eingeschränkt gelten kann, Autonomist hin oder her.

--- Ende Zitat ---

Auf was beziehst du dich mit "komplett OOC"? Hast du nicht selbst geschrieben, dass das Setting (gerade für Firewall-Agenten!) Morphwechsel als komplett normal beschreibt? Dass die Regeln zur Customization ein Barbiespiel-Baukasten sind hat doch damit erstmal nichts zu tun bzw. widerspricht dem Setting in diesem Punkt auch nicht, oder? Wenn mein Körper ein spezialisiertes Stück Ausrüstung ist, dass ich im Zweifelsfall für eine einzige Mission so zusammengestellt und customized habe, gehe ich doch nicht davon aus, damit für den Rest meines Lebens rumzulaufen.

Aus meiner Sicht liegt das Problem vor allem auf der Settingseite. Wenn ich Mondsänger richtig verstanden habe, wollten seine Spieler ja auch nach dem Umstieg auf FATE nicht resleeven.

Edit:

--- Zitat von: YY am 24.09.2014 | 18:59 ---Ich würde eher sagen, SR und EP leiden unter der gleichen Fehlreaktion von Spielerseite.

--- Ende Zitat ---

Die Fehlreaktion wäre dann die übertriebene Planung zum Schutz vor Ebola in deinem Beispiel? Hm. Für mich sind die Ausgangssituationen der Spieler in SR und EP fast entgegengesetzt. Das meinte ich mit meinem Hinweis: Firewall Agenten ungleich Runner.

In SR dreht sich alles um dich als Runner und die perfekte Durchführung eines Runs, du willst also genau herausfinden, "wann du mit was rechnen kannst". (Das hat btw nix mit Cyberpunk zu tun, aber hey es gibt ja auch Elfen...)

In EP stehst du als Firewall Agent den TITANs und selbst deiner eigenen "Organisation" genauso hilflos gegenüber, wie ein DG Agent dem Mythos. Im Zweifelsfall ist es nicht entscheidend, ob du und tausend andere sich mit Exsurgent infizieren oder einen truedeath sterben, wenn dadurch ein neuer Fall verhindert werden kann. Dass du nicht weißt "wann du mit was rechnen kannst" ist also Teil deines Jobs -und wenn du es wüsstest, würdest du ihn nicht machen, sondern dich auf einem Simulspace-Server aus dem Sonnensystem schießen lassen. Auf ewig "on the beach, drinking mai tais and banging polynesian hookers until the fucking Old Ones show up" wie es Scott Glancy mal politisch unkorrekt über Delta Green Agenten gesagt hat. Das du es als Spieler(in) auch nicht wissen kannst, ist dementsprechend Teil des Settings/Genres.




Haukrinn:

--- Zitat von: Ucalegon am 24.09.2014 | 19:41 ---In EP stehst du als Firewall Agent den TITANs und selbst deiner eigenen "Organisation" genauso hilflos gegenüber, wie ein DG Agent dem Mythos. Im Zweifelsfall ist es nicht entscheidend, ob du und tausend andere sich mit Exsurgent infizieren oder einen truedeath sterben, wenn dadurch ein neuer Fall verhindert werden kann. Dass du nicht weißt "wann du mit was rechnen kannst" ist also Teil deines Jobs -und wenn du es wüsstest, würdest du ihn nicht machen, sondern dich auf einem Simulspace-Server aus dem Sonnensystem schießen lassen. Auf ewig "on the beach, drinking mai tais and banging polynesian hookers until the fucking Old Ones show up" wie es Scott Glancy mal politisch unkorrekt über Delta Green Agenten gesagt hat. Das du es als Spieler(in) auch nicht wissen kannst, ist dementsprechend Teil des Settings/Genres.

--- Ende Zitat ---

Da gebe ich dir völlig recht. Aber das ist nicht das was Regelbuch und auch diverse Abenteuer darstellen. Und es gibt mehr als genug Actual Plays von Gruppen für die EP primär "Shadowrun im Weltraum mit Uplifts" ist.

Xemides:
Das Transhuman Buch gibt neue Möglichkeiten der Charaktererschaffung an die Hand, vielleicht wäre das was.

YY:

--- Zitat von: Ucalegon am 24.09.2014 | 19:41 ---Aus meiner Sicht liegt das Problem vor allem auf der Settingseite. Wenn ich Mondsänger richtig verstanden habe, wollten seine Spieler ja auch nach dem Umstieg auf FATE nicht resleeven.

--- Ende Zitat ---

Ja, es ist kein Regelproblem, sondern ein Problem der meisten Spieler (wenn man es dazu machen will).
Die wollen nämlich ihren kewl stuff nie nicht wieder hergeben und wenn man das in irgendeiner Form doch haben will - weil man der Meinung ist, dass es so richtig oder besser ist -, muss man die Spieler eben davon überzeugen, dass es völlig in Ordnung ist, sich von seinem Kram zu trennen.

Das ist genau das Selbe wie in SR, wo die Leute an ihren gepimpten Knarren hängen, welche "normalerweise" jeder vernünftige Runner nach einer größeren Schießerei in tausend Stücke gefräst im Puget Sound versenken würde.

Bleibt eben die Frage, ob man den Weg des geringsten Widerstandes geht und das so akzeptiert oder den Versuch unternimmt, die Spieler entsprechend zu "erziehen". Mit ungewissem Ausgang und wackliger Rechtfertigung  ;)


--- Zitat von: Ucalegon am 24.09.2014 | 19:41 ---Dass du nicht weißt "wann du mit was rechnen kannst" ist also Teil deines Jobs -und wenn du es wüsstest, würdest du ihn nicht machen, sondern dich auf einem Simulspace-Server aus dem Sonnensystem schießen lassen.

--- Ende Zitat ---

Strategisch weiß man nicht, womit man zu rechnen hat. Taktisch kann (und muss) man es wissen, sonst sind erfolgreiche Operationen schlicht nicht möglich.
Das ist meiner Ansicht nach für Runner nicht sonderlich anders (und so ganz nebenbei ist komplettes Fischen im Trüben nicht gerade spielspaßfördernd).


Das Schöne bei EP ist aber immerhin, dass die Antwort auf die Frage, warum man den Scheiß überhaupt macht, sich für viele "modernere" Charaktere gar nicht stellt.
Die sind nämlich tatsächlich schon irgendwo in einer kleinen Dose unterwegs nach Weit Weit Weg.
Aber eben nicht nur, sondern auch ;)
Der Fork, den man tatsächlich spielt, kann sich also beruhigt und sehenden Auges opfern. Die Firewall-Leute wissen ja durchaus, worauf sie sich einlassen - jedenfalls abstrakt.


Und zuletzt: Der Fehler ist nicht unbedingt übertriebene, sondern ziel- und bezugslose Planung.
Actionable intelligence ist das Stichwort, und genau da hapert es eben bei den berüchtigten SR´schen Planungsorgien.
Wenn ein halbwegs brauchbarer Planungs- und Handlungsprozess läuft, dauert das auch nicht übermäßig lang. Nur machen das die betroffenen Gruppen eben nicht, sondern treiben sich durch immer verzweigtere virtuelle Probleme selbst in die totale Lähmung, statt mal zu gucken, was wirklich Sache ist. 

Ucalegon:

--- Zitat von: YY am 25.09.2014 | 00:01 ---Bleibt eben die Frage, ob man den Weg des geringsten Widerstandes geht und das so akzeptiert oder den Versuch unternimmt, die Spieler entsprechend zu "erziehen". Mit ungewissem Ausgang und wackliger Rechtfertigung  ;)

--- Ende Zitat ---

Du hast sicher Recht, dass es viele Spieler(innen) gibt, die viel Wert auf ihre Ausrüstung legen, aber warum sollte das "ihr Problem" sein bzw. es als SL bei mir liegen, sie da zu "erziehen"? Bevor ich meine Spieler(innen) zu irgendwas zwinge, das sie nicht wollen, lasse ich es entweder bleiben oder baue gemeinsam mit ihnen das Setting so um, dass es passt (wie es z.B. Mondsänger getan hat, indem er die EP Raumfahrt stärker gemacht hat).

Und auch im Setting selbst ist der Umgang mit Ausrüstung ja nicht überall gleich. Es gab z.B. in Know Evil einige wunderbare Szenen als die Firewall Agenten auf einer Scum-Barke ankamen und aufgefordert wurden all ihren Kram zur gemeinsamen Nutzung abzugeben. Irgendwelche Spezialanfertigungen kann man immer als Blueprint mit sich führen und bei Gelegenheit nachdrucken. Beim Morphwechsel muss man halt deutlich machen, dass ein großer Bedarf an Morphs besteht und man dementsprechend sehr viel tun muss, damit der eigene Spezialmorph irgendwo leer rumstehen kann, bis man wieder von Titan zurück auf dem Mars ist. Und dass man bei einem Notfall auf Ceres nicht mal eben ein paar Monate in einem Raumschiff verbringen kann, nur um mit seinem geliebten Morph da anzukommen.

Die entscheidende Frage ist nur, ob man sich als Gruppe auf die Eigenheiten des Settings einlassen oder lieber "Shadowrun-Murderhobos in Space" spielen will, was auch vollkommen in Ordnung ist - wenngleich ein bisschen schade.

Als Ratschlag würde ich nach der bisherigen Diskussion also eher formulieren, vor einer Kampagne genau solche Knackpunkte von EP in der Gruppe zu besprechen. Am Ende dieses Threads könnte dann eine Liste mit Dingen stehen, die man auf jeden Fall vorher erklären und absprechen sollte.

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