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[eclipse phase] praktische Erfahrungen mit dem Setting

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Ucalegon:

--- Zitat von: YY am 25.09.2014 | 00:01 ---Das Schöne bei EP ist aber immerhin, dass die Antwort auf die Frage, warum man den Scheiß überhaupt macht, sich für viele "modernere" Charaktere gar nicht stellt.
Die sind nämlich tatsächlich schon irgendwo in einer kleinen Dose unterwegs nach Weit Weit Weg.
Aber eben nicht nur, sondern auch ;)
Der Fork, den man tatsächlich spielt, kann sich also beruhigt und sehenden Auges opfern. Die Firewall-Leute wissen ja durchaus, worauf sie sich einlassen - jedenfalls abstrakt.

--- Ende Zitat ---

I see what you did there ;D

Um mal wieder auf die praktische Erfahrung zurückzukommen, ist Forking tatsächlich auch so ein Problem. In einer der Continuity-Runden, die ich geleitet habe, war bspw. ein Spieler kurz konsterniert, als ich ihm sagen musste, dass ich als SL seinen Suicide-Fork im Zweifelsfall übernehme. Argument: "Wenn mein jetziger Charakter auch nur ein Fork ist, kontrollier mich halt jetzt auch, bitte, hier ist mein Blatt" *überreicht mir sein character sheet*. War ironisch gemeint, aber es hat mich ungemein gefreut, dass der Spieler offenbar eines der Kern-Probleme von EP verstanden hat ohne einmal ins Buch geschaut zu haben.

YY:

--- Zitat von: Ucalegon am 25.09.2014 | 01:58 ---Bevor ich meine Spieler(innen) zu irgendwas zwinge, das sie nicht wollen, lasse ich es entweder bleiben oder baue gemeinsam mit ihnen das Setting so um, dass es passt (wie es z.B. Mondsänger getan hat, indem er die EP Raumfahrt stärker gemacht hat).

--- Ende Zitat ---

Da kommt man gerade bei EP recht schnell an den Punkt, wo die Besonderheiten des Settings so weit verloren gehen, dass man auch was anderes spielen kann / hätte spielen können. Sieht dann z.B. aus wie das schon mehrfach angesprochene SR in Space - und wenn ich als SL gerne abgefahrene Transhumanismus-SF geleitet hätte, íst es schon ein bisschen ärgerlich, wenn nur so was dabei rauskommt.

Das ist zwar ein eigenes Thema, aber an manche Settings müssen sich mMn die Spieler anpassen, damit es überhaupt Sinn ergibt, sie zu bespielen.


--- Zitat von: Ucalegon am 25.09.2014 | 01:58 ---Irgendwelche Spezialanfertigungen kann man immer als Blueprint mit sich führen und bei Gelegenheit nachdrucken.

--- Ende Zitat ---

Wenn man Zugriff auf die entsprechende Maschinerie hat.
3D-Drucker ist nicht gleich 3D-Drucker - das kommt mir persönlich bei EP etwas zu kurz. Dort sind das ja die reinsten Wundergeräte.


--- Zitat von: Ucalegon am 25.09.2014 | 01:58 ---Beim Morphwechsel muss man halt deutlich machen, dass ein großer Bedarf an Morphs besteht und man dementsprechend sehr viel tun muss, damit der eigene Spezialmorph irgendwo leer rumstehen kann, bis man wieder von Titan zurück auf dem Mars ist.

--- Ende Zitat ---

Wenn der Morph sowieso verboten ist, ist das kein Thema ~;D


--- Zitat von: Ucalegon am 25.09.2014 | 02:14 ---Um mal wieder auf die praktische Erfahrung zurückzukommen, ist Forking tatsächlich auch so ein Problem. In einer der Continuity-Runden, die ich geleitet habe, war bspw. ein Spieler kurz konsterniert, als ich ihm sagen musste, dass ich als SL seinen Suicide-Fork im Zweifelsfall übernehme.

--- Ende Zitat ---

Ich habe mir das einfach gemacht:
Ein Spieler, ein Charakter. D.h. ein Spieler spielt genau einen Fork und kann sich jeweils beim Tod des gespielten Fork oder beim Erschaffen einer neuen Kopie entscheiden, mit welcher Version seines Charakters er weiter spielen will.

Haukrinn:
Ich hab das mit den Forks jetzt in dieser Form noch nicht ausprobiert, aber was spricht dagegen verschiedene parallel agierende Forks eines Charakters vom Spieler führen zu lassen?

Mondsänger:

--- Zitat von: Dr. Jan Itor am 25.09.2014 | 18:31 ---Ich hab das mit den Forks jetzt in dieser Form noch nicht ausprobiert, aber was spricht dagegen verschiedene parallel agierende Forks eines Charakters vom Spieler führen zu lassen?

--- Ende Zitat ---

Naja im Prinzip nichts. Die Motivation keine selbstmörderischen Aktionen zu starten sinkt aber genauso wie die Übersichtlichkeit für SL und Spieler.

GustavGuns:
Meine Erfahrung ist, dass der Hintergrund (und EP im Allgemeinen) mir zwar sehr gut gefällt, aber vom SL mindestens so viel Arbeitszeit wie oWoD Mage braucht, um überhaupt irgendwie gangbar gemacht zu werden. Extrem viele Dinge, die ein ganzes Quellenbuch rechtfertigen (wie zum Beispiel die "Facebook-Ökonomie" der Anarchisten), werden zu holzschnittartig ausbuchstabiert, um sich die realen Lebensumstände einer Person in so einem System vorzustellen.

Für die Spieler ist das auch eine ziemliche Zumutung, falls man nicht exklusiv begeisterte Transhumanisten und Sci-Fi-Leser am Tisch sitzen hat - nicht nur benötigen die massiven Umwälzungen viel Energie des SL, um sich dann auch praktisch am Tisch in alltäglichen Kleinigkeiten widerspiegeln zu können, die Spieler haben es oft mindestens genau so schwer, sich ernsthaft in ihre Charaktere hineinzudenken, und werden von den Möglichkeiten und Grenzen des Systems manchmal zu einer gewissen Passivität verleitet.

Aber kurz gesagt liegt das alles daran, dass der Hintergrund so innovativ und unkonventionell ist. Darum bin ich bereit, unglaublich viel zu verzeihen. In den meisten anderen Hintergründen fällt es den Spielern nur so leicht, sich in den Hintergrund hineinzudenken, weils letztendlich doch wieder der gleiche alte Käse in einer neuen Verpackung ist.

Meine Erfahrung beläuft sich hauptsächlich auf One-Shots, und ich bin dazu übergegangen, das System hauptsächlich auf Cons zu erproben, mit (vorbereiteten) re-instantiierten Fall-Survivors als Clanking Masses-Charakteren. Das erspart mir viel Gerede über den Hintergrund, andererseits bleibe ich bei der Präsentaton des Systems natürlich auch an der Oberfläche. Ich plane immer noch, eine kurze Kampagne für meine reguläre Gruppe zu leiten, die verschiedene Bereiche des Systems mit verschiedenen Charakteren abdeckt, aber ich habe einen super-komplexen Plan dafür entwickelt und das bedeutet natürlich, dass ich nicht besonders voran komme.

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