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[eclipse phase] praktische Erfahrungen mit dem Setting
GustavGuns:
Naja, vielleicht sind meine Ansprüche tatsächlich ein bisschen zu hoch. Der Hintergrund schüchtert mich ein bißchen ein, weil ich ihn einerseits sehr toll finde, er aber andererseits viele Probleme hat, z.B. können die ganzen Fraktionen ja teilweise überhaupt nicht miteinander (im Sinne von ideologischer Fundamentalopposition), andererseits können sie eigentlich auch nicht ohneeinander (was Ressourcen usw. angeht). Zudem möchte ich natürlich, wenn die sowas wie eine ganze Fraktion aus Anarchisten präsentieren, das auch in ein tolles, besonderes Setting verarbeiten (sonst brauche ich ja kein Anarchistenhab als Szenerie, wenn die Politik/Ökonomie dann gar keine Rolle spielt) , es wird aber da (wie auch bei den anderen, abgedrehteren Fraktionen) einfach nur sehr begrenzt klar, wie der real existierende Anarchismus denn nun funktioniert, Probleme werden ausgeblendet; und sehr sehr oft schlägt die rosa Brille der Entwickler zu, man hört sie gradezu: "Anarchisten, geil!" schreien und alle sich aus ihren tollen Ideen-Skizzen ergebenden Probleme konsequent ignorieren.
GustavGuns:
Viele meiner Kopf-Probleme mit dem Hintergrund löse ich nebenbei inzwischen damit, den ganzen Hintergrund als Polaroid zu begreifen, was sicherlich auch so beabsichtigt ist - damit meine ich, dass die Situation, so wie sie im Hintergrund beschrieben wird, keineswegs stabil ist, und sich theoretisch in sehr kurzer Zeit völlig wandeln kann. So kann man dann viele der "Das kann doch so gar nicht funktionieren"-Fragen einfach beantworten mit: "Nee, funktioniert auch nicht. Bricht auch eventuell in Kürze zusammen. Ist aber trotzdem grade so." Seitdem ich das so handhabe, habe ich meine Probleme mit dem Hintergrund merklich reduziert.
Xemides:
--- Zitat von: GustavGuns am 25.09.2014 | 22:48 ---Naja, vielleicht sind meine Ansprüche tatsächlich ein bisschen zu hoch. Der Hintergrund schüchtert mich ein bißchen ein, weil ich ihn einerseits sehr toll finde, er aber andererseits viele Probleme hat, z.B. können die ganzen Fraktionen ja teilweise überhaupt nicht miteinander (im Sinne von ideologischer Fundamentalopposition), andererseits können sie eigentlich auch nicht ohneeinander (was Ressourcen usw. angeht). Zudem möchte ich natürlich, wenn die sowas wie eine ganze Fraktion aus Anarchisten präsentieren, das auch in ein tolles, besonderes Setting verarbeiten (sonst brauche ich ja kein Anarchistenhab als Szenerie, wenn die Politik/Ökonomie dann gar keine Rolle spielt) , es wird aber da (wie auch bei den anderen, abgedrehteren Fraktionen) einfach nur sehr begrenzt klar, wie der real existierende Anarchismus denn nun funktioniert, Probleme werden ausgeblendet; und sehr sehr oft schlägt die rosa Brille der Entwickler zu, man hört sie gradezu: "Anarchisten, geil!" schreien und alle sich aus ihren tollen Ideen-Skizzen ergebenden Probleme konsequent ignorieren.
--- Ende Zitat ---
Rede mal mit real exitierenden Anarchisten, die können dir erklären, wie sich ich einen funktionierenden Anarchismus vorstellen.
Ucalegon:
--- Zitat von: Rumspielstilziel am 2.11.2014 | 17:57 ---Was ich mit "komplexer" meinte: Ich finde es persönlich interessanter, einen SC zu spielen, für den die Angst präsent ist, dass die Ich-Kontinuität durch irgendwelche Resleeving-Prozesse unterbrochen wird und der Tod immer noch der "wahre" Tod ist, auch, wenn ein quasi identisches Bewusstsein in einem anderen Körper zum Leben erweckt wird, als einen, der davon ausgeht, dass er locker von Morph zu Morph springen kann und dabei weiterlebt - einfach, weil durch ersteres Uploading und Morph-Wechsel als ernsthafte Entscheidungen erscheinen. Wenn der Common Sense ist, dass es nichts "bedeutet", den Körper zu wechseln, dann habe ich irgendwie das Gefühl, dass dabei alle schwierigen Fragen, die mit dem Thema zusammenhängen, vom Tisch gewischt werden.
Was bei EP für mich halt langweilig klingt, ist die Variante: "Ist doch egal, wenn wir mit einem toxischen Mem infiziert sind, wir burnen einfach diese Morphs und gehen zum letzten Backup zurück" - interessant wird es aber, sobald eine solche Entscheidung als denkbar, aber höchst problematisch erscheint. Bin ich bereit, "ein bisschen zu sterben", um die Ausbreitung eines toxischen Mems zu verhindern? Und letzteres wird halt erst mal stärker bei Mindjammer impliziert ...
--- Ende Zitat ---
Aus dem Mindjammer-Faden, aber imho sehr relevant für EP und die Frage, wie man es denn nun spielt/leitet.
Welche Rolle spielen für euch Backups - EP wird ja zuweilen als savepoint-System bezeichnet - bzw. die Unwahrscheinlichkeit eines truedeath? Weniger im philosophischen Sinn - dafür wäre vlt. ein neuer Thread besser - sondern in der Spielpraxis. Ist die Entscheidung, einfach "zum letzten Backup" zurückzugehen etwas, das häufig vorkommt und Spannung aus dem Spiel nimmt?
Was denkt ihr zu Rumpels Beispiel mit der Meme-Infektion?
Sind die "schwierigen Fragen" zu Uploading und Morph Wechsel bei euch ein Thema und wenn ja, wie setzt ihr das in einem Setting um, in dem per Egocast gereist wird, Morphs as written als Ausrüstung behandelt werden (mit einem Wert der sich irgendwo zwischen Auto und Haus bewegt?) und ich jemandem, den ich erschieße, als Wiedergutmachung einen neuen Körper kaufen kann?
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Ucalegon am 4.11.2014 | 22:36 ---Welche Rolle spielen für euch Backups - EP wird ja zuweilen als savepoint-System bezeichnet - bzw. die Unwahrscheinlichkeit eines truedeath?
--- Ende Zitat ---
1) Es nimmt natürlich die Gefahr zu sterben. Aber es gibt dennoch andere Gefahren: Wenn du sozial geächtet wirst oder im Gefängnis landest, hilft dir auch ein Backup nicht. Wenn jemand deine Firma beschlagnahmt, bleiben dir zwar deine Backups, aber du bist trotzdem pleite.
2) Wir hatten Backups mal als Abenteueraufhänger genutzt, indem alle Spieler Backups zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt gespielt haben, die aber gleichzeitig erweckt wurden. Ziel war es, herauszufinden, was mit dem Original passiert war und wieso wir gerade jetzt erweckt wurden.
--- Zitat ---Sind die "schwierigen Fragen" zu Uploading und Morph Wechsel bei euch ein Thema und wenn ja, wie setzt ihr das in einem Setting um, in dem per Egocast gereist wird, Morphs as written als Ausrüstung behandelt werden (mit einem Wert der sich irgendwo zwischen Auto und Haus bewegt?) und ich jemandem, den ich erschieße, als Wiedergutmachung einen neuen Körper kaufen kann?
--- Ende Zitat ---
Ich finde, das ist es doch erst, was transhumanistische Settings interessant macht. Ohne diese Sachen könnte ich auch gleich klassische Science Fiction spielen.
Btw, jemanden einen neuen Körper zu kaufen, ist das Mindeste. Zusätzlich musst du auch Schmerzensgeld zahlen. (Wenn dich jemand schlägt, verheilt die Wunde ja auch, aber trotzdem lassen sich die Wenigsten gerne schlagen.)
Wie wir es nun umsetzen:
- Biometrische Systeme werden kaum noch genutzt. Oberste Sicherheitsmaßnahme sind in unserem Setting Passwörter.
- Du darfst dir zwar einen beliebigen Körper zulegen, bist aber in den meisten Staaten verpflichtet, deine Identität anzugeben.
- Hauptsätzlich geht es bei uns um Intrigen, Spionage etc. Dafür ist Egocast zwar sehr hilfreich, aber auch kein Allheilmittel, da ja jeder weiß, dass es Egocast gibt.
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