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5E Hausregelthread - Diskussionen

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Scurlock:

--- Zitat von: Rhylthar am 28.10.2015 | 11:41 ---Es würde wenigstens für alle Klassen gelten.

--- Ende Zitat ---
Und nochmal,  ein generelles Reputationssystem berücksichtigt nicht die speziellen Rollen,  die Klassen wie Paladin, Warlock und Priester in der Spielwelt haben. So ein System greift viel zu weit.

Archoangel:
Soso.

Erstens: "dann ist es kein Rollenspiel mehr" ... für dich nicht, ja! Für andere schon. Rollenspiel hat keine allgemeingültige Definition, höchstens eine solche wie "Ballspielen". Wenn sich Rhyltar, Scurlock, der Oger und Ich mich zum "Ballspielen" verabreden, Rhyltar in Fußballermontur, Scurlock mit dem Golfschläger, der Oger mit dem Basketball und ich mit Tischtennisausstattung daherkommen ... DANN haben wir ein Problem. Weshalb man solche Details möglichst im Vorfeld abklären sollte. Einige Leute mögen sehr ähnliche Vorstellungen von "Rollenspiel" haben, einige recht unterschiedliche. Dennoch sind sie alle Rollenspieler. Bitte bedenken :) .

Zweitens: Ich gehörte früher auch zu der Fraktion, die - vor allem Divine-Charaktere - gerne mal sanktionierte, wenn sie sich meiner Auffassung nach nicht korrekt verhalten. Wobei ich da auch ziemlich hochnäsig meine Wahrheit(TM) als die Einzige annahm, was doch schon recht frech gegenüber den (Mit)Spielern ist. Auch hier hilft in der Regel "reden" recht gut, möglichst (siehe "Erstens") im Vorfeld. Nach einer sehr ausfürlichen Diskussion mit Arldl`bin ich übrigens von meinem Standpunkt weitgehend abgekommen, einfach weil ich ihn noch mal genauer überdenken konnte.

Drittens: Sollte man mit Sanktionierung spielen wollen, so sollte man - nachdem man sie im Vorfeld mit den Spielern abgesprochen, besprochen und - eventuell natürlich auch - modifiziert hat (... jaja ... die Mitspieler sehen das möglicherweiße ganz anders als man selbst, unglaublich sowas ;) ) ... äh ... ach ja ... so sollte man sich darüber im Klaren sein, was aus dem Charakter NACH einer Sanktionierung wird. Wenn alle um mich herum super-kewle-Pauas haben, ich aber plötzlich so effektiv wie ein Gemüsebauer der 12. Stufe bin ... dann kann der Spielspaß eventuell ein wenig leiden, was sich wiederum selten gut auf die Gruppenstimmung und somit dann auch auf den Fortbestand der Kampagne auswirkt ... und ich glaube nicht, dass es auch nur einen GM/SL hier gibt, der gerne bereit ist seine Kampagne zu opfern, nur damit er/sie die eigenen Moralvorstellungen durchsetzen konnte.

In der 2nd wurde aus einem gefallenen Paladin ein Kämpfer - mit allen Konsequenzen; d.h. er hat dann eventuell plötzlich `ne Stufe mehr gehabt und durfte sich auf Waffen spezialisieren usw. Damit war der Char nicht unspielbar und nach einem etwaigen "Atonment" war er wieder ganz der Alte.

Entsprechendes sollte hier auch laufen. Was wird also aus dem gefallenen Kleriker/Paladin/Warlock?

Scurlock:
Wow, so viel moderate und auch treffende Töne hätte ich vom guten alten Archoangel gar nicht erwartet...irgendwie fast schade eigentlich  ;). Dass der SL sich im Vorfeld einer Spielrunde mit den Spielern zusammensetzt und mit ihnen über die Erwartungshaltungen spricht, ist natürlich selbstverständlich. Ein Konsens sollte dabei immer irgendwie gefunden werden. Wenn aber die Vorstellungen von Spielern und SL grundsätzlich nicht kompatibel sind, dann sollte man auch die Konsequenzen ziehen.
Als SL sollte man nicht gegen seinen Willen und allein im Interesse der Spieler eine Kampagne leiten, die den eigenen Vorstellungen von einer guten und interessanten Kampagne widerspricht. Funktioniert nicht.
Andererseits macht es auch keinen Sinn in einer Gruppe zu verbleiben, deren Spiel(leitungs)stil nicht kompatibel ist mit den eigenen Präferenzen.

--- Zitat von: Archoangel am 28.10.2015 | 12:08 ---Was wird also aus dem gefallenen Kleriker/Paladin/Warlock?

--- Ende Zitat ---
Paladin wird zum Oathbreaker oder eben zum Kämpfer.
Die Fähigkeiten und Zauber des Klerikers werden von einer anderen Gottheit gewährt, einer Gottheit, die dem bisherigen Verhalten des Klerikers wohlwollender gegenüber steht.
Auch der Warlock würde seine Fähigkeiten sicher nicht verlieren, hat sich aber einen mächtigen Gegner geschaffen, der alles tun wird, um den Warlock auf die ein oder andere Art zur Strecke zu bringen. Schließlich gehört die Seele ihm.

Feuersänger:
Auch ein Paladin könnte gegebenfalls "fallen" und dann von einer anderen Macht mit einem anderen Eid wieder "aufgehoben" werden. Oder verkürzt gesagt, den Eid wechseln. Klassischerweise - in Richtung "tiefes Ende des Alignmentpools" wäre dies z.B. weg von Devotion, hin zu Vengeance.

BTW hab ich erst neulich einen netten Fantasy-B-Movie gesehen, in dem einer der Protagonisten genau die umgekehrte Entwicklung durchmachte: er war sozusagen Vengeance Pala, bekam aber irgendwann Skrupel seinen göttlichen Auftrag so rücksichtslos zu erfüllen, und wurde daher von seiner Göttin verstoßen. Und als er da so ausgelutscht am Boden lag, kam die Göttin der Liebe (oder so) daher, hat sich seiner angenommen und ihn zum Devotion Pala gemacht.
Weiß nicht mehr wie der Schinken hieß, aber kam erst vor ein paar Wochen auf Tele5, dem Besten Sender der Welt.  ;D

Erg:
Ich denke, beim Thema Sanktionen spielen nicht die Moralvorstellungen des Spielers, des SC oder des SL die entscheidende Rolle, sondern die Moralvorstellungen der beteiligten Gottheit (oder sonstigen "höheren" Macht). Und die Festlegung deren Urteils sehe ich durchaus als Aufgabe des SL. Natürlich schraubt der SL den Spielern damit "seine" Wahrheit aufs Auge, aber das tut er immer, wenn er die Reaktion von NSC auf das Verhalten der SC festlegt (bzw. immer, sobald er irgendeine Entscheidung trifft. Welche Wahrheit sollte er auch sonst nehmen?). Ob der NSC nun ein Bauer, ein Wirt, ein König oder ein Gott ist, macht da keinen grundsätzlichen Unterschied.
Um beim Beispiel des möglicherweise eidbrüchigen Paladins zu bleiben: ob die Grundlage der Beurteilung der Wortlaut des Eides ist oder der Sinn (Oath as written oder Oath as intended), oder wie der Eid interpretiert werden soll, das ist vermutlich stark von der jeweiligen Gottheit abhängig. Ebenso, was aus einem Eidbrecher wird: da reicht die Bandbreite von "Solange die Absicht rein war, passts scho" über "bereue aufrichtig, und Dir wird vergeben" bis zu "ein rachsüchtiger Gott bin ich, und ich will verfolgen die Missetat der Väter  bis ins siebente Glied". Und dazwischen ist noch reichlich Platz. Ob Buße tun möglich ist, und welche Form sie annimmt, hängt wohl ebenfalls von der Gottheit ab.
Grundsätzlich bin ich ein Freund von "je schwerwiegender die Verfehlung, desto härter die Strafe, und umso aufwendiger die Buße". Unumkehrbares "Fallen" finde ich weniger ansprechend.

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