Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

[SF] FTL-Konzept (für Redshift)

<< < (8/13) > >>

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 29.01.2015 | 16:10 ---
Allerdings ist das mit den Korridoren problematisch -- das läuft im Endeffekt auch wieder darauf hinaus, dass man sich zum Springen erstmal nahe an den Stern heranbegeben muss. Das würde zwar das Saturndilemma lösen, aber hätte halt wieder dramaturgisch die Nachteile aller Point-to-Point-Methoden.
--- Ende Zitat ---

Nicht unbedingt nah an den Stern - nur nah an den Sprungkorridor. Der kann, muss aber nicht, auf der anderen Seite des Sterns liegen.


--- Zitat ---Man muss ja auch ein bißchen an die anderen, zu kolonisierenden Systeme denken -- da kann es ja durchaus sein, dass mal ein wunderschöner habitabler Planet 2 oder 4 AU vom Stern entfernt ist, und wenn die Sternenschiffe dann jedesmal die ganze Strecke hin _und_ zurück gondeln müssten, würde das die Kolonisierung extrem langwierig und teuer machen. Auch darum würde ich lieber bei "Start Anywhere" bleiben.
--- Ende Zitat ---


Wenn der Korridor einigermaßen nahe an der Ekliptik-Ebene des Systems verläuft, ist jener Planet einmal pro Umlauf ziemlich nah am Korridor dran. Dadurch wären dann solche weiter "draußen" befindlichen Kolonien saisonal jeweils besser oder schlechter erreichbar - so wie früher im Segelzeitalter bestimmte Routen nur zu bestimmten Jahreszeiten in die eine oder andere Richtung sinnvoll befahrbar waren.


--- Zitat ---Hier noch ein kleiner Ausschnitt der o.g. Sternkarte mit Verknüpfungen und Entfernungsangaben in Parsec:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
--- Ende Zitat ---

Cool. Sehr cool.

Feuersänger:
Ja, aber wenn man sich mal die räumliche Geometrie anschaut, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man gerade so einen Korridor in Planetennähe hat, enorm gering. Überschlag doch mal, welche Oberfläche eine Kugel mit r=1AU hat (Antwort: ca 280 Millionen Milliarden Quadratkilometer), und wieviele "Korridore" des vorgeschlagenen Ausmaßes auf eine solche Kugel passen würden (ca 160.000). --> in den allermeisten Fällen wird ein Trip Richtung Stern angesagt sein, um die Oberfläche der virtuellen Kugel zu verkleinern.

Die Sternkarten findest du übrigens hier:
http://www.projectrho.com/public_html/starmaps/mapindex.php#winch

Allerdings ist die Methode mit den Verknüpfungen nur zwischen den nächsten paar Nachbarn nicht so wirklich praktikabel, weil dann ständig X Sprünge zwischen eigentlich recht nahegelegenen Sternen erforderlich wären.

Da gefällt mir mein bisheriges Konzept mit der Vektorangleichung insofern besser, als es noch einen interessanten Nebeneffekt bietet: prinzipiell könnte ein Schiff zwar zu jedem Stern in Reichweite springen. Aber ein Beobachter kann aus dem angenommenen Vektor schlußfolgern, wo genau es hinspringt.
Noch eine Besonderheit dieser Methode: die relativen Bewegungen sind kein Allgemeinwissen. Sie stehen mit wenigen Ausnahmen nicht in Wikipedia und sind auch ohne tiefergehende Spezialkenntnisse nicht berechenbar (also ich kann es jedenfalls nicht). Nur die Radialgeschwindigkeiten findet man, aber die alleine nützen nicht viel -- außer, ich bestimme per Autorenwillkür, dass es nur auf die Radialgeschwindigkeit ankommt (also, ob sich der Stern auf uns zu oder von uns wegbewegt).
Bedeutet: man kann bzw muss die Vektoren mehr oder weniger frei Schnauze bestimmen. Das kann man als Vor- oder Nachteil deuten. Ich persönlich betrachte es eher als Nachteil, weil ich lieber alles nachvollziehbar hätte. Unterm Strich bin ich damit also auch noch nicht so ganz glücklich.

Außerdem haben diese Sternkarten noch ein Problem: ca 20% der Sterne sind durch einen grünen Kringel markiert; das sind die, die laut Turnbull "habitabel" wären, also potentiell belebte Planeten haben können. Nur sind da die Kriterien m.E. nicht richtig durchdacht -- will sagen, da sind auch massig Sterne, bei denen aufgrund von Lebensdauer, Spektralklasse und Metallizität  bewohnbaren Planeten eigentlich nichts entgegensteht, die aber hier trotzdem nicht mit Kringel markiert sind. Umgekehrt sind da sogar einige Weiße Zwerge bekringelt, was für mich wieder überhaupt keinen Sinn ergibt.

--

Was ich also für mein FTL ganz gerne hätte, ist das Prinzip des "Anlauf nehmens" -- ein Schiff kann nicht einfach so von einer Sekunde auf die andere springen, sondern muss erst einen bestimmten Vektor aufbauen, was Stunden oder gar Tage dauern kann.
Wie aber sich dieser Vektor herleitet, das ist die andere Frage. Ansonsten sollte man in Sachen Startpunkt nicht besonders eingeschränkt sein.

Zweitens wie gesagt die Vermeidung des "Saturn-Paradoxes": ein Sprung von A über B zurück nach A' soll nicht interessant sein; weder für Privatunternehmer noch für große Logistikkonzerne die sich z.B. mehrere Crews zum Austauschen leisten können.

Drittens aber, das ist mir wieder eingefallen, sollen prinzipiell mehrere Sprünge in Folge machbar sein, jedenfalls wenn die Reichweite pro Sprung begrenzt ist. Will heissen, ein z.B. 10pc entferntes System soll nicht extrem schwierig zu erreichen sein, weil das Schiff alle 2pc zwei Monate Pause einlegen muss.
Prinzipiell dürfen aber die Kosten einer FTL-Reise proportional zur Entfernung sein.

Idealerweise: das FTL-System soll möglichst nicht bestimmte Stern- oder Systemtypen bevorzugen oder benachteiligen. Soll heißen, ein Planet sollte nicht deswegen für die Kolonialisierung uninteressant sein, weil z.B. Stern und Halbachse "zu groß" für eine wirtschaftliche Anbindung wären.

Einige Probleme lassen sich wohl mit Jumpgates lösen, wobei ich eben noch eine vernünftige Idee dafür brauche, wo diese Jumpgates liegen sollen bzw wodurch sich das bestimmt.

Quaint:
Wie wäre es denn damit, wenn man es so macht:

Als FTL Medium hat man eine Art Hyperraum, in den man relativ leicht hineinkommt (start anywhere). Der ist allerdings nach anderen Naturgesetzen usw. funktionierend so dass beispielweise normale Computer nicht funktionieren und auch Menschen ein wenig zu Fehlfunktionen neigen. So dass quasi die Länge des Sprungs begrenzt ist, weil z.B. ab 10 Stunden im Hyperraum auch der hartgesottenste Weltraumveteran nichtmehr zeitig den Knopf gedrückt bekommt sondern als berauschtes Wrack in der Ecke liegt.
Und raus kommt man nur an vorgefertigten Toren oder in starken Gravitationsbrunnen. Sprich wenn man kein Tor hat, muss man verdammt nah an eine Sonne. Der alte Vektor bleibt erhalten und da empfiehlt es sich, wenigstens die Fluchtgeschwindigkeit zu haben in eine halbwegs passende Richtung. Und da quasi ein berauschter Mensch mehr oder weniger nach Augenmaß den Knopf drückt, ist das halt nicht perfekt berechenbar. Drückt er zu weit draussen, kann die Translation nicht erfolgen (zu wenig Gravitation), drückt er anders falsch landet man in der Sonne und zwischendrin hat man halt so einen überlebbaren Bereich, wo man aber halt nicht genau weiß wieviel Treibstoff man noch verblasen muss um der Gravitation der Sonne zu entkommen. Kann die Translation nicht erfolgen, muss man ne Schleife im Hyperraum fliegen oder einen anderen Stern ansteuern, den Translationsgenerator wieder aufladen und hoffen, dass es beim nächsten mal (mit dem noch berauschteren Knöpfedrücker) besser funktioniert.
Das ABA Problem könnte man da auch in den Griff kriegen weil man ja weils einen neuen Vektor brauch und das frisst halt reichlich Zeit, Treibstoff und Energie. Von SOL nach Proxima Zentauri und wieder zurück, das sind ja unterschiedliche Richtungen und wenn man halbwegs sicher sein will brauch man bei der Methode halt vielleicht schon seine 50 km/s oder so.
Da hätte man dann die Möglichkeit bei Toren relativ sicher anzukommen und mit etwas mehr Spiel Spaß und Spannung auch ohne Tor einfach eine Sonne anzuspringen. Und in beiden Fällen wäre es quasi Anywhere to Point wie du es dir wünschst.

Feuersänger:
Ich hab jetzt mal die Nebendiskussion über interplanetaren Wassertransport abgetrennt und ins SwoF verschoben.
Hier also weiter mit FTL.

@Quaint: sozusagen ein duales System. Da muss ich mal ein bißchen drauf rumdenken. Da lässt sich sicher das eine oder andere übernehmen.

Es ist ja nebenbei auch die Frage, wenn man mit Sprungtoren arbeitet, ob dann in System mehrere Gates haben kann, und somit auch, ob diese gezielt angesteuert werden können.

In Punkto Position der Gates komme ich gerade nicht so richtig weiter.
Am plausibelsten fände ich diese Herleitung:
Erstmal muss so ein Gate an einem Ort mit möglichst neutraler Schwerkraft aufgestellt werden. Also nicht nur einfach irgendwo in der Weltgeschichte, sondern an einem Lagrange-Punkt.
Und nicht an irgendeinem x-beliebigen L-Punkt, sondern an einem zu den beiden massereichsten Körpern im System. Das wäre also in unserem Falle Sonne und Jupiter (der Olle Jupp vereint nochmal wieviel? 70% der planetaren Masse im Sonnensystem?)
L1 und L2 jedoch wären zu nah am Jupiter selber dran -- da hat man seine liebe Not, wenn ein Schiff den L-Punkt verlassen will.
L3 wäre besonders ungünstig, da damit die Jupitermonde selber den interstellaren Pol der Unzugänglichkeit darstellen würden.
Bleiben also L4 oder L5.
Beide haben die Eigenschaft, dass sie ebensoweit vom Jupiter selbst entfernt sind wie von der Sonne, also ca 5AU.
Zu bevorzugen wäre m.E. L4, da von diesem aus der Jupiter selbst leichter erreichbar sein dürfte als L5 (wenn mich meine Kenntnisse der Orbitalmechanik nicht trügen).

Im Sonnensystem ankommende Schiffe hätten also, egal wohin sie wollen -- ob Erde, Mars, Jupiter oder Saturn -- noch eine ganz schön weite Reise (zwischen 3,7 und 14,7AU) vor sich, je nach momentaner Planetenkonstellation. Es gibt allerdings sowieso nicht viel Anreiz für ein Sternenschiff, zum Saturn zu fliegen.

Das "Saturndilemma" wäre damit auch schon vor Berücksichtigung von Hyperraumbelastung etc schon stark entschärft -- eine Kombination mit dieser dürfte ihr Übriges tun.
Nach wie vor wären die Sprungtore nur für die Fokussierung des Ankunftspunkts erforderlich. Ob ein Sprung ohne Tor nun ganz unangenehm nah am Stern dran wäre oder ganz ekelhaft weit von ihm entfernt, muss ich noch überlegen.

Ich muss auch sonst noch ein bißchen drumrum überlegen, aber ich glaube, das gefällt mir gar nicht so schlecht. ^^ Meinungen?

Eulenspiegel:
Wenn du die Lagrange-Punkte als festen Zielort haben willst, musst du das nicht unbedingt über Sternentore machen.

Im augenblicklichen Setting wird ja gesagt: Man kommt immer über der Sonne an.

Und im neuen Setting wird dann halt gesagt: Man kommt immer an einem Lagrange-Punkt zwischen den beiden massereichsten Objekten im System an.

Das heißt, du müsstest nur den Zielort ändern, ohne unbedingt ein Sternentor einzuführen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln