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FATE-Erfahrungen und -Akzeptanz

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Lysander:
Wenn ich eine Taschenlampe liegenlasse imaginiere ich ja nichts sondern es ist ein Fakt den ich dan auch wohl so behandle und mitenbeziehe oder eben als Out of Game behandle. Ich rede natuerlich  von den  imaginierten, erfundenen Anteilen .

JS:
Können wir das LARP-Thema zurückstellen?

Zum Thema: Ich habe mir nun auch FAE (Fate Turbo) bestellt, weil es nicht nur bemerkenswert preiswert ist, sondern in seiner knackigen Regeldarstellung auch etwas eingängiger als Fate Core. Ich befürchte allerdings, daß die Reduzierung der Fertigkeiten auf Methoden noch weniger Anklang bei meinen Jungs finden dürfte.
Fate als "Privatvergnügen" macht mir bisher jedenfalls Spaß, weil es für mich seit langem mal wieder ein richtiges Forschen und Erarbeiten ist, kein veteranenlässiges Aufsaugen beim Darüberfliegen.
:)

SirRupert:

--- Zitat von: JS am  5.08.2015 | 09:33 ---Ich habe mir nun auch FAE (Fate Turbo) bestellt, weil es nicht nur bemerkenswert preiswert ist, sondern in seiner knackigen Regeldarstellung auch etwas eingängiger als Fate Core. Ich befürchte allerdings, daß die Reduzierung der Fertigkeiten auf Methoden noch weniger Anklang bei meinen Jungs finden dürfte.

--- Ende Zitat ---
In meiner Gruppe haben die Herangehensweisen (Turbo-Fate: Methoden) dazu geführt, dass wir gedanklich nicht so stark durch "klassische Rollenspiele" beeinflusst wurden und uns besser auf das was Fate anders macht, bzw. anders machen möchte, konzentrieren und einlassen konnten. Der einzige ernsthafte Kritikpunkt ist die Charakterentwicklung, die bei FAE etwas mau ausfällt, bzw. weniger auf dem eigenen Charakterblatt, als in den Köpfen des SLs und der Spieler stattfindet.
Ich hatte an dieser Stelle aber auch den Vorteil, dass wir uns in der Gruppe explizit getroffen hatten um Fate auszuprobieren und alle Bock darauf hatten. Hinzu kommt, dass FAE unglaublich gut mit der Welt von Finsterland harmoniert, was auch ein wichtiger Punkt war, weshalb alle bei der Stange geblieben sind.
Allerdings muss man auch dazu sagen, dass wir alle noch öfter da sitzen und uns fragen was jetzt eine sinnvolle Umsetzung der Regeln ist und wir dann in der Nachbereitung uns FC zur Hand nehmen. Vieles wird dort einfach besser erklärt und vor allem die vielen Beispiele sind sehr hilfreich. Ich würde FAE nicht leiten wollen ohne vorher FC gelesen zu haben, aber ansonsten finde ich mittlerweile, dass FAE das bessere Fate ist.

JS:
Gestern in einer Theoriediskussion wurde die Befürchtung geäußert, daß das ganze Aspektkonzept bei Fate im Kern nur ein großes Feld ständiger Interpretationen und des Gelabers sei; es berge die Gefahr, daß es immer wieder zu Konflikten zwischen SL und Spielern komme und zu endlosen Disputen ("Nein, mein Charakter würde sowas nie tun, auch wenn der Aspekt es vielleicht hergibt." "Nein, in dieser Situation könnt ihr nicht das Detail erschaffen, daß dem Fluchtwagen der Reifen platzt.").
Wie bewertet ihr das nach euren Erfahrungen?

Ich habe unter meinen Leuten Spieler, die sehr phantasievoll Pläne schmieden, Lücken finden und Möglichkeiten im Rahmen des Spielgeschehens ausnutzen können. Außerdem auch Spieler, die es überhaupt nicht mögen, wenn man ihren SC als SL zuviel aufdrückt. Situation wie die obigen könnten Fate bei uns daher ziemlich schnell scheitern lassen. Die relativen Freiheiten von Fate erzeugen bei meinen Leuten in gleichem Maße Neugier wie Unbehagen.

La Cipolla:
Es gibt ein paar Lücken, aber im Prinzip rechnet Fate schon damit, dass sowas getan wird. Die Aspekte sind also nicht über die Häufigkeit ihrer Verwendbarkeit balanciert; man rechnet schon irgendwo damit, dass sich Aspekte finden, die sich erschaffen oder ausnutzen lassen.

Die Dispute müssen bei Fate konstruktiv sein (und als solche stehen sie ja auch offiziell in den Regeln) und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, alles andere macht keinen Spaß. Also ja, wer versucht, den SL um immer noch ein Quäntchen mehr auszuquetschen, benutzt wahrscheinlich das falsche Regelsystem oder muss sich wirklich mal auf was Neues einlassen. Selbst das "Aufdrücken" durch den SL (und umgedreht) wird bei Fate ja als etwas Konstruktives verstanden.

Zu den zuvor erwähnten Lücken: Die größte richtige Lücke im System ist imho die Möglichkeit, massive "Vorteil erschaffen" Aktionen aufeinanderzustapeln. Die Standardantwort an der Stelle ist, dass sich das durch die Narrative klärt, und ja, wenn man Fate so spielt, wie es gedacht ist, mag das stimmen, wobei der SL selbst dann SEHR viel in der Hand hat.
Die andere naheliegende Antwort (für Regelliebhaber wie mich) ist: Ja, mein Gott, dann begrenzt man es halt, etwa so, dass nur ein freier Einsatz pro Probe drin ist. Fate ist ja nicht umsonst ein Universalsystem, das sich leicht verändern lässt.

Aber ja, eigentlich sollte man auch generell mit Schwammigkeit leben können, die ist ein wichtiger Bestandteil des Systems, auch wenn man sie an vielen Stellen sehr vorbildlich "außerhalb" des Systems gelassen hat.

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