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Kritik an 5E

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ElfenLied:
Man die blaue Pille nehmen, alles rationalisieren und sich einreden das schon alles passt. Das ist vor allem dann bequem, wenn der eigene bevorzugte Archetyp vom System begünstigt wird.

Alternativ nimmt man die rote Pille und es fallen einem teilweise massive Diskrepanzen auf, was auch zu Unzufriedenheit führt. Wer möchte schon aufgrund einer Stil Entscheidung Kompensationslos um bis zu 30% hinter anderen Charakteren zurückliegen? Klar gibt es Masochisten und Besserspieler, die sich einreden das ihnen das nichts ausmacht, doch allein die Tatsache das das System (unbewusst) derartige Diskrepanzen vorzuweisen hat ist Kritikwürdig.

Wormys_Queue:

--- Zitat von: Rhylthar am 18.10.2015 | 13:02 ---Aber auch ohne Zahlen (von Spielern) dafür zu haben, muss es doch einen Grund haben, warum z. B. sehr viele Spieler mit dem Ranger (Beast Master) unzufrieden sind und er kaum gespielt wird.
Oder warum manche Feats wahrscheinlich noch nie auf einem Charakterblatt erschienen sind ("Weapon Master"). Warum INT der beliebteste Dump-Stat ist. Und, und, und...

--- Ende Zitat ---

Naja, die grundsätzliche Frage ist ja, ob das so stimmt, oder ob das nicht auf den relativ kleinen Teil der Spielerschaft beschränkt ist, der sich a) intensiv mit den Regeln beschäftigt, b)diskussionsfreudig genug ist, um in Foren rumzuturnen, und c) das Primat der Spielbalance für selbstverständllich voraussetzt.

Persönlich kann ich nämlich Archoangels Erfahrungen bestätigen, dass nämlich zwischen dem, was praktisch am Tisch passierte, und dem, was in den entsprechenden Kreisen diskutiert wurde, ganze Universen lagen (und zwar über alle Editionen hinweg). Entsprechend kann ich ja auch (immer noch ^^) nicht Arldwulfs Argument folgen, dass ein höherer Balancegrad die Anzahl wählbarer Optionen erhöht. "Spiel was du willst, das passt schon?" Könnte unser Motto gewesen sein, weil das nämlich (bei uns) schon immer passte.

Dass Spieler,  die unter Punkt C) fallen, dann natürlich gegebenenfalls Probleme mit einem System bekommen können, dass nie versuchte, diesen Punkt überhaupt zu 100% umzusetzen, ist zwar verständlich. Mich wundert nur immer noch, warum ich gerade von solchen Spielern immer wieder gefragt wurde, warum ich denn überhaupt D&D spiele, weil meine Spielweise angeblich so gar nichts mit dem zu D&D passenden Spielstil zu tun habe. Dabei hatten die ja die Probleme,ihren Stil umzusetzen, meiner funktioniert(e) prächtig.

Quaint:
Also ich komm mit der 5e bislang gut klar. Vielleicht ist das Balancing nicht so gut wie es sein könnte, aber ich finde es ist schon viel besser als zu 3.x Zeiten.
Und einige Sachen, die hier massiv kritisiert wurden, hatte ich schon an meinem Spieltisch ohne damit in Probleme zu geraten. Wir haben also durchaus ganz aktuell einen Zwergenrogue und der kommt schon gut klar. Wir hatten auch ne ganze Weile nen Ranger/Beastmaster dabei und das ging schon. Dem sein Tierchen hatte halt auch einen hohen Utility-Nutzen und im Kampf hat ers halt gern vorgeschickt um Feinde zu binden und dann von hinten mit Sharpshooter und schwerer Armbrust draufgehalten. War halt nen Panther, der ist schon besser als so manches andere Vieh, auch da er Pouncen kann und so. Und es hatte ein paar Items, die halfen, es am Leben zu erhalten. Der zusätzliche HP Puffer wurde durchaus als nützlich wahrgenommen.
Also wenn es eine Edition 5.5 oder 5.25 gäbe, mit besserem Balancing, ich würd sie mir ansehen, aber ich kann durchaus auch mit dem Material as is Spaß haben.

Rhylthar:
@ Wormys_Queue:
Es sind ja nicht nur Foren, WotC veranstaltet regelmäßige Umfragen.

Dass es irgendwie geht, steht ausser Frage. Ob es nicht besser gehen würde, ist doch eher der Kernpunkt der Kritik.

Wormys_Queue:

--- Zitat von: Rhylthar am 18.10.2015 | 14:48 ---Dass es irgendwie geht, steht ausser Frage. Ob es nicht besser gehen würde, ist doch eher der Kernpunkt der Kritik.
--- Ende Zitat ---

Aber was heisst besser? Die 4E hat das Balanceproblem sicher besser gelöst als die Vorgängereditionen, hat aber damit neue Probleme (echte oder gefühlte) aufgeworfen, die sie für einen relevanten Teil der Spielerschaft uninteressant machte. Pathfinder hingegen, dem ja gerne zum Vorwurf gemacht wird, die ganzen Probleme der Originalversion übernommen zu haben, erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit.

Die 5E zieht daraus die Schlussfolgerung, dass die 4E in gewissem Masse ein ideologischer Irrweg war und kehrt wieder zum Ursprung des Systems zurück, demzufolge die Hauptverantwortung für balanciertes Spiel in einer Gruppe dem jeweiligen Spielleiter zukommt. Gleichzeitig versucht man das System so zu gestalten, dass möglichst Spieler aller Gruppen genügend finden können, was ihr Interesse an dem System weckt. Meine Behauptung ist, dass das zwangsläufig zu Unbalanciertheiten führen muss und von den Designern bewusst in  Kauf genommen wurde, also nichts mit Inkompetenz zu tun hat.

Das von dir genannte "irgendwie" ist also kein Bug, sondern ein Feature (und war es auch schon prä-4E). Ich kann natürlich gut verstehen, wenn jemand wie Arldwulf, der ja gerade die Balanciertheit als Qualitätsmerkmal der 4e hervorhebt, damit tendenziell unzufrieden ist. Aber als überzeugter Blaupillenschlucker  ~;D halte ich das für einen Schritt zurück in die richtige Richtung.

Was natürlich nicht heissen soll, dass die 5E außerhalb jeder Kritik stünde. Da will ich nicht falsch verstanden werden.

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