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Kritik an 5E
Arldwulf:
Hast du schon ganz gut gesagt. Und natürlich war der Schritt zur 5e auch eine bewusste abkehr von der Philosophie. Nicht nur beim Balancing, sondern ja auch bei anderen Dingen, gerade Nichtkampfsituationen und Improvisation sind ja inzwischen wieder deutlich zurück geschraubt und aus den vielen Individualisierungsmöglichkeiten sind letztlich recht fixe Pakete geworden.
Selbst bei den übernommenen Mechaniken hat man die Idee dahinter oft über Bord geworfen, so das oft eher der Name blieb statt der eigentlichen Regel.
Dabei ist die 5e wie gesagt rein mechanisch der 4e noch am nächsten, zu anderen Editionen sind die Anknüpfungspunkte ja noch geringer. Man hat so viel umgeschmissen, und hatte dafür wenig Konzept und offenbar auch wenig Entwicklungs-/Testzeit.
Aber natürlich durchaus eine gute Idee es zu verkaufen mit der "Unified" Aussage.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Arldwulf am 18.10.2015 | 17:55 ---Dabei ist die 5e wie gesagt rein mechanisch der 4e noch am nächsten, zu anderen Editionen sind die Anknüpfungspunkte ja noch geringer.
--- Ende Zitat ---
Gut das kann ich mangels konkreterem Interesse nicht so genau beurteilen. Beim schnellen Durchlesen der Schnellregeln zu Beginn hatte ich schon das Gefühl, auch die anderen Editionen wiederzufinden, und wahrscheinlich sieht man dann schon eher das, was man sehen möchte. Aber wenn ich halt Scurlocks eher positive Sicht auf das System lese und dann deine eher kritische Haltung dazunehme, habe ich schon den Verdacht, dass sich das System weit genug von der 4E wegentfernt hat, um für mich wieder interessant zu werden.
Leider können meine Kids noch nichts mit englischsprachigen Büchern anfangen, insoweit werd ich wohl eher nicht in den Genuss kommen, das System mal tatsächlich auszuprobieren.
Feuersänger:
Ich seh das auch ganz anders als Arldwulf. Die 5E hat ein _paar_ Sachen aus der 4E mitgenommen, z.B. was in Richtung Rast-Mechanik, Death Saves und sowas angeht. Aber die Grundmechanik ist wieder deutlich näher an 2E bis 3E dran. Allein schon das Magiesystem, was wieder deutlich mehr in Richtung Vancian Casting geht. Genauer gesagt ist genau diese Mechanik (Zauberauswahl vorbereiten, dann spontan casten) in der 3.5 entstanden, damals als Spezialität des Spirit Shaman. Auch die Zauber selber sind fast alle direkte Konversionen aus 3E (oder früher), nur halt entschärft durch wiederholbare Saves und so.
(Umgekehrt haben es nicht _alle_ Zauber aus früheren Eds in die 5E geschafft; Solid Fog z.B. war wohl einfach zu mächtig und wurde daher komplett geaxt.)
Arldwulf:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 18.10.2015 | 19:43 ---Gut das kann ich mangels konkreterem Interesse nicht so genau beurteilen. Beim schnellen Durchlesen der Schnellregeln zu Beginn hatte ich schon das Gefühl, auch die anderen Editionen wiederzufinden
--- Ende Zitat ---
Ist auch durchaus so - aber eben in erster Linie in Form des Layouts und an einigen Stellen auch der angedachten Spielweise, und um da nicht missverstanden zu werden: Die Aussage ist in erster Linie ein: Man hat nicht viel mechanisches übernommen. Auch bei der 4e sind die Anleihen da eher kosmetisch.
Mir ging es dabei also eher darum zu sagen, dass die Designer sehr viel neu gemacht haben, und das dies mit dem geringem Entwicklerstab wohl ab und an zu viel war. Zumindest zu viel um die im Ausgangsthread bemängelten durchdachten Konzepte zu bauen.
@ Feuersänger: Klar, aber der spirit shaman ist nun auch nicht gerade die klassische 3.5 Magieklasse, und die Zauber wäre sich immer ähnlich.
Scurlock:
--- Zitat von: Arldwulf am 18.10.2015 | 17:55 ---Hast du schon ganz gut gesagt. Und natürlich war der Schritt zur 5e auch eine bewusste abkehr von der Philosophie. Nicht nur beim Balancing, sondern ja auch bei anderen Dingen, gerade Nichtkampfsituationen und Improvisation sind ja inzwischen wieder deutlich zurück geschraubt und aus den vielen Individualisierungsmöglichkeiten sind letztlich recht fixe Pakete geworden.
Selbst bei den übernommenen Mechaniken hat man die Idee dahinter oft über Bord geworfen, so das oft eher der Name blieb statt der eigentlichen Regel.
--- Ende Zitat ---
Improvisation zurückgeschraubt? Unsinn. Gerade die 5E-Philosophie der "Rulings not Rules" befördert doch die Improvisation. Da ist also nichts zurückgeschraubt, sondern viel eher ein bewusstes "back to the roots" von D&D und AD&D. Also wieder mehr Improvisation, und nicht weniger.
--- Zitat von: Arldwulf am 18.10.2015 | 17:55 ---Dabei ist die 5e wie gesagt rein mechanisch der 4e noch am nächsten, zu anderen Editionen sind die Anknüpfungspunkte ja noch geringer. Man hat so viel umgeschmissen, und hatte dafür wenig Konzept und offenbar auch wenig Entwicklungs-/Testzeit.
Aber natürlich durchaus eine gute Idee es zu verkaufen mit der "Unified" Aussage.
--- Ende Zitat ---
Mechanisch mag die 5E mit der 4E in einigen Punkten oberflächlich betrachtet näher sein. Tatsächlich ist sie aber viel eher ein überarbeitetes AD&D im Geiste. Diese Entwicklung muss man nicht mögen, insbesondere wenn man die völlig verregelte Vorgängeredition bevorzugt. Nur sollte man dann doch nicht alles durcheinander bringen und den Designern aus Enttäuschung über das gebrochene Versprechen der "Unified"-Aussage Schluderei und Überforderung vorwerfen.
Tatsächlich greifen viele Elemente der 5E doch recht gut ineinander und erlauben am Tisch einen sehr flüssigen Spielablauf, gerade weil Spielern und Spielleiter wieder mehr Raum gegeben wird. Und Mängel im Gamedesign und Balance hatte bisher jede D&D-Edition, ja wahrscheinlich jedes Rollenspiel, vorzuweisen, die 4E vielleicht mal ausgenommen. Die hatte aber eben ganz andere Probleme und deren Spiel-Philosophie wurde nicht umsonst wieder revidiert.
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