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Kritik an 5E

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ElfenLied:
Meine Kritikpunkte an der 5e sind eigentlich nur kleine Kritiken, da mir das System eigentlich gut gefällt. Paar Punkte stossen mir aber schon auf:
Rassen

* Der reguläre Human ist relativ scheißesuboptimal. +1 auf alle Attribute hört sich zwar toll an, aber da die meisten Klassen nur maximal drei Attribute benötigen, landet man auch nur gleichauf mit anderen Rassen, welche meist +3 bis +4 vergeben und die zeitgleich  auch noch weitere Rassenboni erhalten.
* Im Gegensatz dazu ist der Variant Human zu stark. Auf Stufe 1 mit Polearm Master, Crossbow Expert oder Heavy Armor Master anzufangen erhöht den Schadensaustoss um ~50-100% bzw trivialisiert den Großteil der Kämpfe.
* Das führt dazu, dass man in Runden mit Feats&Variant Human diese Rasse sehr häufig sieht, während man in Runden ohne Feats auf einmal Menschenmangel hat.Feats

* Feats unterstützen mundane Kampfstile nicht im gleichen Maße. Manchmal graben sie anderen Kampfstilen sogar das Wasser ab, wie z.B. bei Polearm Master und Two Weapon Fighting. Letzteres wird von ersterem nahezu komplett invalidiert.
* -5/+10 Feats sind ein No-Brainer. Nicht jeder Kampfstil bekommt diese, und diese, die ihn bekommen, ziehen die anderen Kampfstile klar ab.
* Feats sind ein Luxusgut für die meisten Rassen/Klassen. Die Idee mit dem ASI/Feat Tradeoff ist prinzipiell toll, aber dadurch das der Variant Human sie umgeht sind Feats für Klassen vor Stufe 8 ausser Fighter eine teure Investition.Klassen

* Ein paar Rohrkrepierer Archetypen sind nur bedingt spielbar. Allen voran der Berserker Barbar. Exhaustion ist eine sauharte Mechanik und viel zu teuer für den vergleichsweise kleinen Vorteil, den es auch per Feat gibt.
* Intelligenz als Attribut wirkt sich zu wenig auf das eigentliche Spiel aus. Es ist kein reeller Nachteil, als Nicht-Wizard einen niedrigen Wert einzusetzen. Jedes andere Attribut tut als Dumpstat mehr weh.Magische Gegenstände

* Die Tabellen sind mit zuviel Schrottsituativen Gegenständen gestreckt. Spielt man rein nach Zufallstabelle dann kann es schnell passieren, dass die Gruppe entweder keine hinreichend passenden Gegenstände findet oder das einige Spieler leer ausgehen.
* Festwert Statbooster (v.a. Stärke) sind problematisch, da sie die ASI/Feat Ökonomie brechen. Kommt man früh an einen solchen Gegenstand oder kann damit planen, dann bekommt der Charakter quasi Feats geschenkt. Kommt der Gegenstand erst spät und bringt keinen reellen Vorteil (z.B. Attribut 21 Gegenstand bei ausgemaxtem Attribut), dann profitiert davon jemand der nicht investiert hat und der Spieler der investiert hat wird dadurch indirekt bestraft.
* Unzureichende Preis/Craftingregeln. In Verbindung mit den Tabellen bedeutet das, dass man unpassenden magischen Loot nichtmal umwandeln kann in was brauchbares.Monster

* Save-or-Die Monster auf niedrigen Stufen, wie z.B. der Basilisk. Der braucht nur jede Runde Disengage oder Dodge ansagen und sich dann so hinstellen, dass möglichst viele SCs in seinem Radius drinstehen.
* Resistenzverteilung führt dazu, dass Poison als Schadensart nahezu wertlos ist. Das weiss der normale Spieler aber nicht, bis er das Monsterhandbuch durchgeblättert hat.
* Zu wenige Monster greifen Intelligenz an. #Dumpstats
Wie gesagt, alles nur kleine Punkte, die im Gesamtbild allerdings doch störend wirken.

Koruun:
Als jemand, dessen letzte D&D Version 3.0 war, bin ich sehr zufrieden mit der 5e. Keine tausend Builds & Prestigeklassen, keine hundert Supplementbücher, keine Übermagier, Charaktere sind keine Halbgötter mehr weil auch auf Stufe 15 ein Orkpfeil noch treffen kann, kein in Stein gemeißeltes Regeldiktat an den SL wie es in der 4e der Fall gewesen sein soll. Alles in allem unterstützt die 5e mich als SL darin, den Fokus auf die Story zu legen und ist biegsam genug, um hier und da etwas anzupassen an die eigene Kampagne.

Arldwulf:
Advantage / Disadvantage würde ich noch nennen, und das rudimentäre Skillsystem.

Ersteres ist als Bonus zu leicht zu erhalten und gleichzeitig zu groß um noch Raum für andere Boni/Mali zu lassen, und nur sehr schlecht kombinierbar. (hat aber den Vorteil simpel zu sein, natürlich)

Und beim zweiten haben die Umstellungen im Design natürlich eine Menge kaputt gemacht. Am meisten stört mich dort, das es keine Trennung zwischen Skilltypischen Attributswürfen und nichtskilltechnischen Attributswürfen gibt. Dadurch spielen plötzlich Fertigkeiten einzelner Klassen auch in andere Themen hinein, z.B. initiativwürfe.

Feuersänger:
Was die Bounded Accuracy angeht, da hat es auch einige Zeit gedauert, bis ich damit einigermaßen warm geworden bin. Da hatten wir damals auch einen langen Thread zu dem Thema. Inzwischen hab ich mich damit arrangiert, wiewohl ich mir nach wie vor einen etwas steileren Anstieg wünschen würde.

Inzwischen mag ich die 5E recht gern; ich erkenne einige Qualitäten (was sie auf jeden Fall besser macht als frühere Editionen) und habe mich mit einigem angefreundet, was ich zunächst abgelehnt hatte. Aber deswegen muss man ja nicht gleich fanboy-artig jegliche Kritik mit Fingern in den Ohren abschmettern und so tun, als wäre es Gottes Geschenk an die Rollowelt.
Bei manchen Aspekten (HP-Dmg-Verhältnis) bin ich noch etwas skeptisch, wie das auf höheren Stufen funktioniert, aber bin gespannt darauf, es rauszufinden.

Es gibt noch ein paar Punkte, die ich nach wie vor irgendwo zwischen schade und doof verorte -- meistens Kleinigkeiten, aber wenn wir schon dabei sind, sind das so Sachen wie:
- fehlende Illustrationen von Waffen und Rüstungen im PHB. Manche Menschen wissen eben nicht, wie sie sich eine Glaive vorzustellen haben.
- statistische Doubletten und Lücken bei der Ausrüstung; z.B. Glaive und Halberd haben exakt die gleichen Werte, aber dafür fehlen analoge Piercing- und Bludgeoning-Waffen (z.B. Ranseur, Lucerne Hammer)

Größere Kritikpunkte beziehen sich auf die Klassen. Manche Klassen werden wieder mal abgehängt, manche Archetypen sind einfach unattraktiv. Vor allem:
- Rogue (jenseits eines 2-3 Stufen Dips)
- Monk (plus ça change, plus c'est la même chose)
- Ranger (v.a. Beastmaster, aber offenbar auch Hunter jenseits von Level 11)
- sowie der von EL genannte unspielbare Berserker.

Bei manchen Klassen / Archetypen sind nur einzelne Aspekte kontraproduktiv designt. Zum Beispiel:
- Eldritch Knight ist zu eingeschränkt in der Zauberauswahl - fast nur Abjuration und Evocation. Der EK ist kein Blaster. Statt Evo wäre Transmutation eine viel interessantere und passendere Schule gewesen.
- Paladin hat in letzter Minute (iirc so etwa zwischen letztem Playtest und Release) den Con-Save verloren. Bei einer Klasse, die sich selber buffen und dann an vorderster Front stehen soll. Damit wird Resilient(Con) fast zum Pflichtfeat, wenn man mit seinen Slots tatsächlich zaubern will und nicht nur smiten.

Klar, der Paladin ist schon eine gute Klasse. Aber ich finde grundsätzlich, dass jede Klasse mit den Handwerkszeugen geliefert werden sollte, die für sie am besten funktionieren. Man gibt dem Fighter ja auch nicht nur Medium Armor und sagt "Wenn du Heavy willst, nimmt halt nen Feat, oder fang als Paladin an".

- Dann das leidige Thema TWF. Haben wir ja schon in anderen Threads besprochen. Aber irgendwie zieht sich das so durch alle Editionen von D&D -- irgendein Kampfstil muss wohl immer abstinken.

Zu guter Letzt kritisiere ich noch das, was _nicht_ im PHB steht. Vieles von dem, was bisher so an Errata, "Klarstellungen" oder Rulings kam, ist einfach panne und steht z.T. dem gedruckten Regeltext 180° entgegen (von wegen Klarstellung). Um die Sache abzurunden, gibt es zum Teil zu ein und derselben Frage zwei unterschiedliche und entgegengesetzte Sage Advice.

P.S.: die meisten von EL genannten Punkte kann ich ebenfalls unterschreiben.

Arldwulf:

--- Zitat von: Koruun am 10.10.2015 | 11:36 --- kein in Stein gemeißeltes Regeldiktat an den SL wie es in der 4e der Fall gewesen sein soll.
--- Ende Zitat ---

Ehrlich gesagt geht die 5e da wieder den Weg etwas näher hin zu fixen Regeln bei einigen Formulierungen, die 4e hatte sich viel mehr den "say yes!", "it's your Game, adjust it!" und Improvisationen  zugewandt. Der Ansatz dort war in vielen Dingen sicher noch etwas freier als der jetzige.

Aber in Stein gemeißelte Regeldiktate sind natürlich beide Editionen nicht.

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