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Kritik an 5E

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Ainor:

--- Zitat von: ElfenLied am 12.10.2015 | 03:57 ---Wir sehen also: Der Ranger mit Roguedip ist einem reinen Rogue um Längen überlegen, wenn es um Schaden geht.

--- Ende Zitat ---

Na so einfach ist das auch nicht. Auf Stufe 7 ist der Unterschied grade am grössten. Aber bis Stufe 6 fehlt die extra attack, weshalb der Schaden dort vergleichbar ist.
Und auf Stufe 8 bekommt der Rogue Dex 20, der Rogue/Ranger noch nicht. Ausserdem braucht der Rogue kein Sharpshooter. Für Variant humans ist das schwer vergleichbar,   
aber für alle anderen wäre das erstmal ein weiteres +1/+1.

Bis lvl 20 bekommt der Rogue weitere 6w6 Schaden, womit sich sein DPR fast verdoppelt. Der Hunter bekommt quasi nichts, wodurch der Rogue wieder vorne liegt.
Ein Ranger 5/ Rogue 15 dürfte allerdings ab lvl 5 vorne liegen.

Ansonsten kommt es darauf an was an Unterstützung vorhanden ist. Mit Advantage wird der Rogue relativ ein wenig besser, weil die Chance dass er mindestens einmal trifft steigt.
Und falls ein Battle Master mit Commander's Strike anwesend ist profitiert der Rogue davon auch deutlich mehr.

Arldwulf:

--- Zitat von: Scurlock am 12.10.2015 | 13:10 ---Ich glaube hier liegt die Fehlannahme. Es wird davon ausgegangen, dass ein regelgerechtes Balancing in jeder Hinsicht von Nöten und erwünscht ist. Diese durch die die direkten Vorgängereditionen vorgegebene Regelausrichtung ist in der 5E eben nicht mehr gegeben. Das gilt für die Verteilung der magischen Gegenstände wie auch für die Berechnung der Encounter. Dies mag für den balancingdomestizierten Spieler ein grosser Kritikpunkt an der 5E sein, liegt aber am Ende viel mehr in einer falschen Erwartungshaltung begründet.
Die Ausrichtung der 5E ist in der Hinsicht des Balancings wohl eher an den Editionen D&D/AD&D ausgerichtet, in denen das Balancing mehr pi x Daumen orientiert war und nicht wie später in der 3er, und noch mehr in der 4E, durchreguliert wurde.

--- Ende Zitat ---

Das ist nicht die Fehlannahme: Das ist die Annahme. Genau dies von dir beschriebene ist es was ich dort mehr oder weniger annehme. Balancing war im Design weniger wichtig. Es ist viel mehr über den Daumen gepeilt.

Oben schreibe ich nur über die Konsequenzen dieser Annahme. Und die sind leider halt nicht, dass es dadurch z.B. einfacher wird auf magische Gegenstände zu verzichten. Im Gegenteil, die 5E führt z.B. wieder Resistenzen gegen nichtmagische Waffen ein, und natürlich ist auch in der 5E ein Charakter mit magischen Gegenständen stärker als einer ohne. Sogar wesentlich mehr als dies in manchen anderen Editionen der Fall war.

Geb ich meinem Barden einen Gürtel der Hügelriesenstärke und ein magisches Schwert so wird er natürlich deutlich stärker sein als ohne dies - und dieser Unterschied ist auch deutlich größer als er dies zuvor war, die Auswirkungen sind deutlich größer.

Man darf nur nicht glauben, weil die Konsequenzen von fehlendem Balancing und derartigen Einschränkungen vorhanden sind bedeutet dies auch niemand spielt mehr einen Schurken, oder niemand spielt mehr mit oder ohne magische Gegenstände.

Es ist halt viel kein entweder / oder, einfach nur ein "ein gut ausbalanciertes System fördert eine freie und abwechslungsreiche Wahl von Charakterkonzepten" und "Wenn in das Spiel Gedanken zum Spiel ohne magische Gegenstände eingeflossen sind, fällt es leichter ohne diese zu spielen".

Aber wie oben schon ein paar mal gesagt: Das sind keine Dinge mit denen man sich nicht arrangieren kann. Es ist nur Kritik.

Feuersänger:
Ich finde auch, es ist überhaupt keine Fehlannahme, wenn man erwartet dass jede Klasse einen gleichwertigen Beitrag zum Spiel leisten können soll. Sich da darauf zu berufen, dass das in Steinzeiteditionen auch so und so war, ist da wenig zielführend. Analogiealarm: Autohersteller würden sich ja auch nicht trauen, wieder ein Modell ohne Sicherheitsgurte und Erbex anzubieten, weil man das vor 50 Jahren ja auch nicht hatte.

Nicht, dass die 5E hinsichtlich Balancing _derartig_ rückschrittlich wäre. Es muss auch gar nicht alles bis in die dritte Nachkommastelle ausgeglichen sein; erst recht nicht wenn dies zu einem "Jacke wie Hose" Spielgefühl führen würde.
Manche Balance-Probleme werden halt vor allem bei etwas größeren Parties relevant, wenn eine Nische mehrfach besetzt wird. Wenn ich z.B. zwei Spieler habe, die Damagedealer spielen wollen, und der eine Charakter drückt konstant 25% mehr Schaden raus als der andere, dann ist das ein Problem. Insbesondere, wenn der weniger effektive DD "zum Ausgleich" auch noch leichter zu treffen ist und weniger aushält, und etwaige Stärken nur eher selten ausspielen kann.

Samael:
Die "Steinzeiteditionen" waren in der Hinsicht doch fortschrittlicher als 3.x.

Feuersänger:
Naja, die 3E ist in der Hinsicht ein Fall von "Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht". Da sollten die Klassen durchaus gebalanced sein, aber das kann freilich nicht funktionieren, wenn die Designer ihr eigenes Spiel (also wie die Mechaniken sich auswirken) nicht verstanden haben. Insofern, ja, war es effektiv die unbalancierteste D&D-Edition. Aber das war wie gesagt eher Pech und Unverständnis als Absicht.

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