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Gedanken zum Klassenbalancing
Der Oger (Im Exil):
--- Zitat von: Feuersänger am 12.11.2015 | 02:25 ---Der Thread ist gerade geschlossen, allerdings kann ich Ogers letztem Beitrag keinen Anklang von "Schlusspunkt" entnehmen, und interpretiere die Schließung daher als Versehen (und mache wieder auf).
Sollte der Thread wirklich geschlossen bleiben, bitte diese Absicht in einem abschließenden Beitrag kundtun; danke.
--- Ende Zitat ---
Ja, es war ein Versehen, bitte um Entschuldigung.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Arldwulf am 12.11.2015 | 08:07 --- Wormy hat das oben schön beschrieben, ursprünglich haben diese Spielelemente einen anderen Zweck. Und das sorgt dann auch für die Nebenwirkungen.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber das ist ja der Punkt bei der Sache. Diese Nebenwirkungen bekämpfe ich dann eben nicht, indem ich das System von Grund auf neu aufsetze und plötzlich die Spielbalance zum obersten Prinzip erhebe, sondern indem ich diese Spielelemente möglichst gut austariere. Und dadurch werden diese Spielelemente dann eben doch zur Balancierungsmassnahme.
Dass dadurch Balancierung schwieriger wird, bestreitet glaube ich niemand. Wahrscheinlich bestreitet auch niemand, dass der andere Ansatz prinzipiell eher geeignet ist, um ein balanciertes Design hinzubekommen. Nur ist das ja keine binäre Geschichte. Die Frage lautet nicht: Ist mein System balanciert? Sondern: Ist es balanciert genug?
Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten. Und nicht nur: im balancierten System geht alles genauso, nur viel einfacher und besser. Das balancierte System ist erst mal nur eines: balancierter. und in dem Moment, in dem das nicht dein Hauptanspruch ist, sind dir andere Eigenschaften des Systems vielleicht wichtiger. Zum Beispiel, dass es deine Narration besser unterstützt, oder dass es bestimmte Dinge simuliert, die dir wichtig sind.
Arldwulf:
Das klingt für mich ziemlich verkehrt herum gedacht. Balancing ist doch kein Selbstzweck, sondern nur ein Mittel um Spielstile zu unterstützen. Und dementsprechend kenne ich auch keine Systeme welche Balancing zum oberstem Prinzip erheben, nur solche die es benutzen um andere Ziele zu erreichen. Charaktervielfalt, breite Anwendbarkeit und möglichst viele Wege um ein Problem zu lösen wären da die typischen Dinge welche man erreichen mag damit.
Aber es bleibt nicht mehr als ein Mittel.
Das sieht man z.B. auch beim narrativem Spiel, weil dort wichtig ist das narration und Mechanik zusammen passen. Aber das Ziel ist dort eben nur diese Spielweise zu unterstützen, nicht den eisernen Thron aus tausend eingeschmolzenen Powerlevelwaagen zu bauen.
Das oberste Ziel ist nicht Balancing, es ist tolles Rollenspiel. Du stellst es teilweise so dar als sei dort irgendetwas für das man sich als Ziel entscheiden müsste, ob man nun Balancing wolle oder andere Dinge. Das ist überhaupt nicht der Fall.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Arldwulf am 13.11.2015 | 00:12 --- Balancing ist doch kein Selbstzweck, sondern nur ein Mittel um Spielstile zu unterstützen.
--- Ende Zitat ---
Um bestimmte Spielstile zu unterstützen. Spielstile, die ohne Balancing auskommen, unterstützt es in keinster Weise.
--- Zitat ---Du stellst es teilweise so dar als sei dort irgendetwas für das man sich als Ziel entscheiden müsste, ob man nun Balancing wolle oder andere Dinge. Das ist überhaupt nicht der Fall.
--- Ende Zitat ---
Nein tue ich nicht. Ich stelle es so dar, dass ein Designer eine Priorität verfolgt, und das kann eben Balancing vor allem anderen sein, oder eben andere Dinge vor Balancing. Und natürlich kommen da unterschiedliche Dinge heraus, weil der Ansatz ein anderer. Die 3E ist nicht in erster Linie so geworden, wie sie ist, weil die Designer absolut unfähig waren, sondern deswegen, weil ihnen andere Dinge wichtiger waren. Und dass beim Design der 4E als Gegenbewegung der Balancegedanke komplett im Vordergrund stand, willst du ja woll nicht ernsthaft abstreiten.
Ich halte es bis zum Gegenbeweis schlichtweg für nicht möglich, das Design der 3E so zu verändern, dass es genauso balanciert ist, wie die 4E, ohne dabei seinen Charakter zu verlieren. Also müssen ich und du entscheiden, was uns wichtiger ist. Offensichtlich haben wir dabei andere Prioritäten.
Oberkampf:
Man müsste mal rangehen und fragen, welche Spielstile Balancing denn nun konkret unterstützt und welche nicht, und ich würde wetten, das Endergebnis ist, dass es nicht vom "Spielstil" abhängt, sondern von persönlichen Präferenzen, welche Edition man spielt. Klar wird kein 3e-Spieler sagen "Balancing finde ich toll" und klar wird kein 4e-Spieler sagen "Balancing ist für mich die Krätze", aber mich würde es nicht wundern, wenn sich sowohl 3e- als auch 4e-Spieler finden, die von sich behaupten, in erster Linie herausforderungsorientiert oder erzählerisch oder sonstwie zu spielen.
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