Pen & Paper - Spielsysteme > D&D - Dungeons & Dragons
Gedanken zum Klassenbalancing
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Maarzan am 8.11.2015 | 07:59 ---Kompromisse wirst du bei einem Spiel, wo die Mitspieler auch ein Mitspracherecht haben eh schließen müssen.
Aus meiner Sicht erscheint mir einer der giftigen Reize des regelarmen Spiels die Vorstellung wenn die Regeln mich nicht dazu zwingen, muss ich eben keine Rücksicht mehr nehmen und kann im Konfliktfall darauf hoffen eben am lautesten zu schreien oder gar direkt davon auszugehen, dass "gesunder Menschenverstand" sich eh generell mit der eigenen Meinung deckt.
--- Ende Zitat ---
Ja, wobei man andererseits nicht so viele Diskussionen mit den RAW-Fanatikern hat, die noch den größten Blödsinn damit rechtfertigen, dass der Regelwortlaut das nicht untersagt. Wobei ich das ehrlich gesagt nur aus Forendiskussionen kenne.
Im Prinzip spiel ich aber gerne regelreiche Systeme auf regelarme Weise. Ich hab mit Interesse eine Paralleldiskussion verfolgt, wo jemand danach fragte, ob er seine Fate-geprägte Spielweise auch mit SR5 umsetzen könne. Die meisten Antworten gingen in Richtung eines kategorischen Neins mit der Begründung, dass SR 5 so ein Regelmonster sei. Meine Antwort wäre eher gewesen: Klar kannst du. Wenn du nämlich die Regeln aus dem System nimmst, die dir gefallen und den Rest weghandwedelst.
Mir ist über Nacht noch mal ein Gedanke gekommen, warum ich mit "unbalancierten" Systemen ala 3E so wenig Probleme habe. Das steckt so ein bissl im letzten Post schon drin. In Wirklichkeit spiele ich nämlich gar kein 3.X, sondern eigentlich nur den d20-Systemkern, den ich ziemlich elegant und recht balanciert empfinde. Ansonsten nehme ich mir die Freiheit, da alles reinzuquetschen, was auf diesem Kern beruht. Das entspricht natürlich generell dem jeweils angesagten Grundsystem, wird aber je nach Lust, Laune und Bedarf modifiziert und um Elemente aus allen möglichen anderen Quellen erweitert. Was quasi in jeder neuen Runde eine andere Form annimmt, aber egal wie, ich hab aber immer noch das Gefühl mich in der 3.X-Welt zu bewegen, also nenn ich das auch so.
Bei der 4e besteht der Kern ja auch immer noch auf dem d20. Aber gerade weil das Design und die Balancierung viel stringenter durchgeführt wurde, ist mein Ansatz natürlich im 4e-Rahmen viel schwerer durchsetzbar. In den alten Dragons hat Gary Gygax seinerzeits viel Unmut hervorgerufen, weil er behauptete, dass jeder, der das AD&D-System irgendwie modifiziere, ein anderes Spiel spiele, dass nicht mehr AD&D genannt werden dürfe. Genauso gehts mir mit der 4E. Wenn ich die so modifizieren wollte, dass sie mir schmeckt, müsste ich die Powers zum Fenster rausschmeissen, würde die wohl kaum durch ein ähnlich balanciertes System ersetzen (können) und hätte am Ende irgendwas, was vielmehr nach einem AD&D/3E-Klon aussieht als nach 4E. Da könnt ich mich auch nicht mehr hinstellen und noch behaupten, dass ich 4E spiele.
Letztlich gehe ich aber prinzipiell mit Gary Gygax konform: The secret we should never let the gamemasters know is that they don't need any rules.
Thandbar:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 8.11.2015 | 10:35 --- Meine Antwort wäre eher gewesen: Klar kannst du. Wenn du nämlich die Regeln aus dem System nimmst, die dir gefallen und den Rest weghandwedelst.
--- Ende Zitat ---
Ich denke, das klassische Gegenargument dagegen ist wohl: Dann spielst Du aber kein SR5 mehr, sondern "Christina handwedelt" oder "Matthias macht, was ihm gefällt" etc.
--- Zitat ---Letztlich gehe ich aber prinzipiell mit Gary Gygax konform: The secret we should never let the gamemasters know is that they don't need any rules.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber damit kann man eben nur Handwedelspielstil spielen, wie oben bereits erwähnt. Das kann man machen und bringt ja auch Spaß - manchen auch so viel, dass sie gar nichts anderes wollen -, aber es ist eben nicht der ganze Kuchen, sondern nur ein Stück davon. Wohl noch nicht einmal ein Obelix-Stück davon.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Thandbar am 8.11.2015 | 11:08 --- Wohl noch nicht einmal ein Obelix-Stück davon.
--- Ende Zitat ---
och, als jemand, der von seinem Sohn gerne mal als "Obelix" veräppelt wird, bin ich qualifiziert zu sagen: Doch, ist es :D
--- Zitat ---Ich denke, das klassische Gegenargument dagegen ist wohl: Dann spielst Du aber kein SR5 mehr, sondern "Christina handwedelt" oder "Matthias macht, was ihm gefällt" etc.
--- Ende Zitat ---
Ja klar, aber warum sollte mich das kümmern? Ich betreibe meine Spielrunde doch nicht, damit irgendwelche Puristen in irgendwelchen Foren ihr Qualitätsurteil darüber abgeben können, sondern damit ganz konkrete Spieler an einem ganz konkreten Spieltisch ihren Spass haben. Und da muss ich bis dato erst noch auf einen Spieler stoßen, der mir mit diesem Argument ankommt.
Rhylthar:
@ Wormy:
Und in mir hättest Du den ersten Spieler. Ich kann mit einem Übermaß an Handwedeln so rein gar nichts anfangen.
Wenn ich ein System spiele, sind die Regeln ein Wirkungsraum, innerhalb dessen ich mich bewege. Und wenn nicht gerade Welt A auf System X konvertiert wird, will ich mich auch genau in dieser "Sicherheit" des Wirkungsraums bewegen. Natürlich ist nicht alles plan- oder berechenbar, aber immerhin ein Teil davon. Das ist für mich nötig, um mich in einem System wohlzufühlen.
Ich mag auch keine PC-Spiele mit zu großem Random-Faktor. Ich gehöre zu der Kategorie Spieler, die z. B. bei Wizardry VII mehr Zeit im Spiel verbracht hat, die Charaktere zu erschaffen (Faerie/Felpurr Ninja) oder Schätze so lange neuzuladen, bis der geeignete Loot dadrin ist, als wahrscheinlich mit dem Spiel selbst.
YY:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 8.11.2015 | 11:22 ---Ja klar, aber warum sollte mich das kümmern?
--- Ende Zitat ---
Weil die Frage war: Taugt SR5 für das, was ich vorhabe, nämlich XYZ?
Und wenn die Antwort lautet: Grundsätzlich ja, du musst dir aber erst mal alles durchlesen und dann überlegen, wie du das System zu großen Teilen so umbaust, dass es dir nicht mehr im Weg ist - dann ist die Antwort für mich eben Nein ;)
Der Tenor ging ja klar dahin, dass man für den genannten Zweck besser nur den Fluff klauen und direkt andere Regeln nehmen sollte, weil das wesentlich weniger Arbeit macht.
Wenn ich mit der genannten Zielsetzung eines regelleichten, dramfokussierten Spiels das SR5-GRW durchlese, denke ich mir doch bei 80% der Lesezeit: WTF, wer braucht denn diesen ganzen Regelschrott?
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln