Autor Thema: Wieso ist Ubiquity pulpig?  (Gelesen 4026 mal)

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Online Ludovico

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Wieso ist Ubiquity pulpig?
« am: 26.01.2016 | 17:05 »
Ich hab es in einem vorigen Post zwar selbst geschrieben, dass Ubiquity eher pulpig sei, aber kurz darauf stellt sich mir die Frage, wieso das der Fall sein soll.
Den Anfang hat es mit HEX genommen, was tatsächlich Pulp in Reinform ist und Quantum Black scheint in eine ähnliche Kerbe zu stoßen.
Aber was ist mit den anderen Spielen?

eldaen

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #1 am: 26.01.2016 | 17:26 »
Die anderen veröffentlichten Settings sind zumeist bislang auch pulpig - was mich etwas ärgert, da das nichts mit dem System an sich zu tun hat. Das ist nämlich durchaus Shadowrun und WoD ähnlich, die beide kaum pulpig zu nennen sind. Mit zwei drei kleineren Stellschrauben hat man das an Horror angepasst (es gibt ja sogar schon ganz passable Horror- und Sanity-Regeln!).

Die Stellschrauben sind auch schon selbst in HEX angedacht: Anderer Umgang mit Stilpunkten ist das einfachste: Mehr Punkte für weniger Bonuswürfel udn schon ist es härter. Und anderswo gibt es (iirc "Guide to Gothic Horror")

Ich denke, es ist ein Rückschluss von den bisherigen Settings auf das System, und das wird ihm einfach nicht gerecht.
« Letzte Änderung: 26.01.2016 | 17:31 von HEXer »

Online Ludovico

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #2 am: 26.01.2016 | 17:38 »
Die anderen veröffentlichten Settings sind zumeist bislang auch pulpig - was mich etwas ärgert, da das nichts mit dem System an sich zu tun hat. Das ist nämlich durchaus Shadowrun und WoD ähnlich, die beide kaum pulpig zu nennen sind. Mit zwei drei kleineren Stellschrauben hat man das an Horror angepasst (es gibt ja sogar schon ganz passable Horror- und Sanity-Regeln!).

Die Stellschrauben sind auch schon selbst in HEX angedacht: Anderer Umgang mit Stilpunkten ist das einfachste: Mehr Punkte für weniger Bonuswürfel udn schon ist es härter. Und anderswo gibt es (iirc "Guide to Gothic Horror")

Ich denke, es ist ein Rückschluss von den bisherigen Settings auf das System, und das wird ihm einfach nicht gerecht.

Bei HEX stimm ich ja zu, aber bei den anderen Settings tu ich mich etwas schwer.
AfO wird gerne in die Mantel und Degen-Ecke geschoben (ich sehe es eher bei Sword and Sorcery), Space 1889 ist eher ein historisches Rollenspiel mit Steampunk-Elementen (es könnte pulpig sein, aber die Ausarbeitung spricht eher dagegen), Desolation hat auch nicht viel mit Pulp zu tun. Die League of Adventures kann ich nun recht schlecht beurteilen.
Ich sehe da irgendwie nicht sonderlich viel Rückhalt für die Behauptung, dass Ubiquity-Settings vor allem Pulp-Settings seien (es sei denn, man zieht die Wiki-Definition hinzu, aber dann wären über die Hälfte aller Rollenspiele Pulp-Spiele. 
« Letzte Änderung: 26.01.2016 | 17:41 von Ludovico »

Offline Der Nârr

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #3 am: 26.01.2016 | 17:51 »
Ich finde Ubiquity ziemlich realistisch mit seinen unendlich langen Skill-Listen und relativ fein granulierten Regeln usw. Habe es darum nach kurzem Ausprobieren nicht weiter verfolgt, mir fehlte nämlich eben gerade der Pulp im System.
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Offline aikar

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #4 am: 26.01.2016 | 18:39 »
Ich finde Ubiquity ziemlich realistisch mit seinen unendlich langen Skill-Listen und relativ fein granulierten Regeln usw. Habe es darum nach kurzem Ausprobieren nicht weiter verfolgt, mir fehlte nämlich eben gerade der Pulp im System.
+1. Deswegen verstehe ich auch nicht den immer wiederkehrenden Vergleich Ubiquity vs. Savage Worlds. Die beiden fühlen sich für mich einfach völlig unterschiedlich an.

Offline Althalus

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #5 am: 27.01.2016 | 08:59 »
Kommt mal wieder drauf an, wie man "Pulp" definiert.  ;)
Wenn man sich an den literarischen Vertretern wie Rice Burroughs und die Doc Savage Reihe orientiert, geht's vor allem um exotische Orte, uralte Geheimnisse, finsterste Machenschaften und Helden, die Larger-than-life sind. Und das alles macht Ubiquity ziemlich gut.
Aber das System unterstützt das zwar, macht es aber halt nicht aus - das muss das Setting leisten. Und scheinbar sind die Autoren doch recht "pulpig" unterwegs, denn prinzipiell könnte man wohl jede Art von Setting machen.
Zitat
AfO wird gerne in die Mantel und Degen-Ecke geschoben
Demnach M&D auch nur eine Spielart von "Pulp" ist ... oder gehört das Schwingen von Lüstern neuerdings zu realistischem Kampf?  ;)
Zitat
Space 1889 ist eher ein historisches Rollenspiel mit Steampunk-Elementen
Kommt auch drauf an, WIE man es spielt. Ich hab jede Menge Feuergefechte in meiner Runde und menschliche Wissenschaftler, die mal eben die uralte Mars-Technologie reparieren ... Wenn man sich aber komplett an die Bücher hält, wird's ohnehin ein Wettbewerb, wer den steifsten Charakter spielen kann ...  ;)
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Offline Boba Fett

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #6 am: 27.01.2016 | 09:17 »
Ich finde, grundsätzlich kann man keinem Regelkernsystem eine "Pulpigkeit" (oder andere Genrezugehörigkeiten) zuschreiben.
Denn sie lassen sich eigentlich immer auch für andere Genres verwenden.
Solche Attribute sind Setting-spezifisch, aber nicht Spielregeln spezifisch.
Ubiquity EIGNET sich gut für pulpige Settings, aber es eignet sich auch für anderes.
Daher: nicht pulpig
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Offline LushWoods

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #7 am: 27.01.2016 | 09:23 »
Ich hab mal woanders geschrieben das sich beide System für mich ähnlich und durchaus pulpig "anfühlen".
Das is aber eine rein subjektive Wahrnehmung die wohl tatsächlich zum Großteil von den veröffentlichten Settings herkommt.
Wenn man beide Systeme für sich genommen genauer betrachtet kann man damit, wie der HEXer schon sagt, sicher auch andere Settings gut darstellen.
Dieses neue Urban Fantasy/Horror Ding kann da sicher etwas dazu beitragen das die Möglichkeiten von Ubiquity transparenter werden.
Und dann werden auch bestimmt unpulpigere Settings folgen.

Edit: Quantum Black war's  :)

Offline KhornedBeef

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #8 am: 27.01.2016 | 09:31 »
Ich finde, grundsätzlich kann man keinem Regelkernsystem eine "Pulpigkeit" (oder andere Genrezugehörigkeiten) zuschreiben.
Denn sie lassen sich eigentlich immer auch für andere Genres verwenden.
Solche Attribute sind Setting-spezifisch, aber nicht Spielregeln spezifisch.
Ubiquity EIGNET sich gut für pulpige Settings, aber es eignet sich auch für anderes.
Daher: nicht pulpig
Da muss ich mal dazwischenjeinen. Manche Regelwerke machen es einem schon schwerer, bestimmte Genres nicht zu spielen. Barbarians of Lemuria z.B. ist ja auf pulpige Spielweise auch dadurch zugeschnitten, dass vieles so locker und "ja, wenns passt" geregelt ist. Magie? Macht...worauf du Lust hast, brauchst bloß zwei Minotaurenhörner und eine unberührte Waldlichtung im Neumondschein...Stell dir vor du wolltest damit Shadowrun spielen.
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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #9 am: 27.01.2016 | 09:38 »
Macht Pulp denn die unschärfe der Regeln aus? Vielleicht müsste man einmal klar definieren, was Pulp im Rollenspiel zwingend ausmacht. (Pulp als Trivial oder Schund?).

Generell glaube ich, dass Ubiquity für vieles zu gebrauchen ist und nicht nur für das Darstellen eines Stiles, den das beginnende 20igste Jahrhundert geprägt hat. Für alles und jedes aber glaube nicht. Spiele die einen hohen Grad an technischer Verliebtheit und Diversität erfordern, wären glaube nicht das richtige, auch wenn die Waffen in AfO z. B. schon recht feingliedrig sein mögen.

Ob Quantum Black nun ein Quanten-Sprung in der Entwicklung darstellt mag ich noch nicht beurteilen. Aber es scheint eher wie bei SW zu sein. Action ist regeltechnisch eher im Vordergrund. Charakterentwicklung und Rollenspiel muss schon von den Spielern kommen. Unter der Voraussetzung kann man mit Ubiquity natürlich fast alles spielen...

Offline Der Nârr

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #10 am: 27.01.2016 | 09:40 »
BoL-Shadowrun: Es wäre dann ein pulpiges Shadowrun. Halt weniger realistisches Shadowrun mit viel Geplane, sondern mehr locker einfaches rumgeballere und Gehacke. Fände ich ehrlich gesagt ziemlich cool!

Und das ist es übrigens, was mir bei Ubiquity fehlt. Das ist alles so festgezurrt! Ein bisschen wie Gurps halt. Da kann ich ja auch jeden noch so pulpigen Charakter detailliert nachbauen und die Leute können dann auch pulp-taugliche Stunts hinlegen usw., weil sie die Werte dafür haben.

Aber von einem pulpigen System würde ich sprechen, wenn das System selbst durch seine Spielweise auch das Genre widerspiegelt.

Ich finde ja, dass Cortex+ sehr pulpig sein kann. Nehmen wir Firefly. Die Charaktere sind extrem stereotyp und klischeebeladen, einfach weil bestimmte Charakterzüge - die Distinctions - auch immer wieder zur Schau gestellt werden und den Charakter massiv prägen. Aber in Ubiquity, naja, da habe ich diese Liste von Talenten usw., und muss mich da durcharbeiten und da wird schnell ein Grad an Komplexität erreicht, den ich für Pulp als zu hoch empfinde.

Ein Pulp-System muss ja nicht gleich total schwammig sein. Aber ich möchte, dass es mit Klischees und Stereotypen arbeitet. Die Charaktere müssen nur schablonenartig bestimmt sein usw.
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eldaen

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #11 am: 27.01.2016 | 09:46 »
Ich muss sagen, dass mich die Meinungen durchaus überraschen. Nicht, weil ich es anders sähe, sondern weil ich bislang den Eindruck hatte, es sei von der allgemeinen Wahrnehmung recht fest in der Pulp Ecke. Interessantes Feedback! :)

Offline Boba Fett

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #12 am: 27.01.2016 | 09:46 »
Manche Regelwerke machen es einem schon schwerer, bestimmte Genres nicht zu spielen.

Dagegen widerspricht meine Aussage oben in keiner Weise.
Deine Aussage dreht sich um "nicht-Eignung", nicht um verkörpern typischer Genre-Merkmale.
Und Grundregelmechaniken eignen sich sicherlich für bestimmte Genres oder eben auch nicht, aber sie verkörpern keine Genre-Merkmale. (meine These)
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Online Ludovico

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #13 am: 27.01.2016 | 09:51 »
Ich finde, grundsätzlich kann man keinem Regelkernsystem eine "Pulpigkeit" (oder andere Genrezugehörigkeiten) zuschreiben.
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Offline KhornedBeef

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #14 am: 27.01.2016 | 09:54 »
Macht Pulp denn die unschärfe der Regeln aus? Vielleicht müsste man einmal klar definieren, was Pulp im Rollenspiel zwingend ausmacht. (Pulp als Trivial oder Schund?).
[...]
In der Tat ist da eher ein gewisse Begriffsunschärfe in meine Kopf ;) deswegen habe ich nochmal Ursprungsforschung gemacht. Die Antwort ist: Ja, ursprünglich schon https://de.wikipedia.org/wiki/Pulp-Magazin
Genauer gesprochen, Pulp ist vermeintlicher Schund. Bunte, schamlose sensationalistische Geschichten, bei den Eltern ihren Kinder sagen "lies doch mal ein vernünftiges Buch!".
Aber auch Indiana Jones ist Pulp. Pulp muss nicht schlecht heißen.
Das ist jetzt alles aus literarischer Sicht. In den Rollenspielbereich ist sicherlich der Teil mit den wilden Storys eingegangen, die sich nicht um "Realismus" scheren, wenn dafür ein brustbehaarter Abenteuer dinosaurierreitend eine stolze Amazon von einer auf Lava schwimmenden Gesteinsscholle retten kann, bevor der Lavafall kommt.
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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #15 am: 27.01.2016 | 09:58 »
Das ist jetzt alles aus literarischer Sicht. In den Rollenspielbereich ist sicherlich der Teil mit den wilden Storys eingegangen, die sich nicht um "Realismus" scheren, wenn dafür ein brustbehaarter Abenteuer dinosaurierreitend eine stolze Amazon von einer auf Lava schwimmenden Gesteinsscholle retten kann, bevor der Lavafall kommt.

Also ist Star Wars auch Pulp :)

Aber es ging ja auch in der Ursprungsfrage nicht darum, ob Ubiquity ein Universalsystem wäre, sondern ob es mehr als Pulp ist. Und da ist die Antwort definitiv: Ja.

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #16 am: 27.01.2016 | 10:37 »
Also ist Star Wars auch Pulp :)

Hat irgendjemand je etwas anderes behauptet? ;)

Offline Althalus

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #17 am: 27.01.2016 | 10:42 »
Zitat
Also ist Star Wars auch Pulp :)
Aber definitiv. Der Unterschied ist halt, dass viele Sachen durch die Macht erklärt werden. Wenn Jedi mal eben aus fliegenden Gunships abspringen, machen sie nix Neues - aber man erklärt ihr Überleben halt durch die Macht.  :D
Oder Hans Stormtrooper-Scheuchen ... Noch pulpiger geht's eigentlich nicht.
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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #18 am: 27.01.2016 | 10:50 »
Könnte man sagen "Larger-than-live ohne Übermenschen zu sein"?

Finde das passt auf Solomon Kane, Indy, Tarzan oder Zorro ganz gut. Midi-Chlorianer :P lassen wir mal aussen vor.

Offline KhornedBeef

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #19 am: 27.01.2016 | 10:55 »
Könnte man sagen "Larger-than-live ohne Übermenschen zu sein"?

Finde das passt auf Solomon Kane, Indy, Tarzan oder Zorro ganz gut. Midi-Chlorianer :P lassen wir mal aussen vor.
Solomon Kane ist nicht nur Übermensch sondern auch Superheld. Seine Superkraft ist "Ganz furchbar sauer auf das unheilige Böse sein"
Sonst aber gar nicht so verkehrt. Oder auch: Meine Brusthaare sind mein Plotarmor.
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Offline aikar

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #20 am: 27.01.2016 | 12:43 »
In den Rollenspielbereich ist sicherlich der Teil mit den wilden Storys eingegangen, die sich nicht um "Realismus" scheren, wenn dafür ein brustbehaarter Abenteuer dinosaurierreitend eine stolze Amazon von einer auf Lava schwimmenden Gesteinsscholle retten kann, bevor der Lavafall kommt.
Jap. Ich verbinde mit pulpigem Spiel vor allem
  • Überlegenheit der SCs gegenüber der breiten Masse, der aber nicht unbedingt Ingame erklärbar sein muss (Ein SC wird mit 5 NSCs fertig, hat aber keine Superkräfte, die das erklären würden. Er ist einfach cool  8) )
  • Geringe Sterblichkeit auch bei etwas hirnrissigeren Aktionen (Wir springen vom fahrenden Zug auf ein Auto während uns die Kugeln um die Ohren fliegen)
  • Schnelles Spiel, das weniger bis keinen Wert auf Realismus, sondern vor allem auf übertriebene und angeberische Aktionen legt.

Die meisten Hollywood-Actionkracher sind für mich Pulp. Und Star Wars definitiv.

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #21 am: 27.01.2016 | 14:03 »
Gegen eine Pulplastigkeit von Ubiquity spräche demnach die Tödlichkeit des Systems.

eldaen

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #22 am: 27.01.2016 | 14:13 »
Ja, schon. Kommt aber drauf an: Wenn du z. B. einfach 2 Würfel für einen Stilpunkt an Bonus gibst, wird das System schon deutlich weniger tödlich. Drehst dus andersrum, so dass du 2 Stilpunkte ausgeben muss, um 1 Bonuswürfel zu bekommen, wird es härter. Ist auch schon im GRW so vorgesehen ("Style Point Options", S. 113). In einem Setting wie Desolation würde ich z. B. eher 2 Stilpunkte für 1 Bonuswürfel anpeilen...

Online Ludovico

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #23 am: 27.01.2016 | 14:25 »
Du meinst das HEX-GRW?
Nun, Desolation sagt per Default 1 SP = 1 Bonuswürfel. Das passt auch. Das ist schon so recht heftig. Wenn meine Runde mehr mit Kampf zu tun hätte, dann wären die Charaktere sicher schon mal durchgetauscht.

Also kann man Ubiquity pulpig spielen, muss aber nicht. Es fördert den Spielstil nicht sonderlich, kann ihn aber fördern.
Quasi also was Boba sagt.

Offline Lichtbringer

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Re: Wieso ist Ubiquity pulpig?
« Antwort #24 am: 27.01.2016 | 14:42 »
Ich vermute, das "pulpige" Spielgefühl stammt bei Ubiquity und Savage Worlds von der gleichen Eigenschaft der Würfelmechanismen: Bei beiden Systemen ist die Varianz sehr groß und steigt bei steigender Fähigkeit auch sehr drastisch an.
Das sorgt einerseits für die extremen Siege und Niederlagen, die man mit Pulp verbindet, und andererseits widerspricht es unserer Intuition dermaßen, dass jedes Gefühl von Realismus im Keim erstickt wird.