Autor Thema: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend  (Gelesen 4588 mal)

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Offline D. Athair

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Neben 13th Age verzichten auch RuneQuest 6 und Beyond the Wall darauf, eine Einführung ins Rollenspiel zu schreiben.
Und es gibt sicher noch eine ganze Reihe mehr davon. (Die gerne genannt werden dürfen!)

Da finden sich dann Sachen wie:

Zitat
The Beyond the Wall core rules assume that
players are familiar with the basics of playing
roleplaying games. We use the following
commonly accepted terms throughout the
rules: a gamemaster, or GM, is the player
running the adventure, a player character,
or PC, is a character controlled by one of the
players at the table, a non-player character,
or NPC, is any other character or monster
controlled by the gamemaster.

Was haltet ihr davon?


Ich finde das äußerst bedenklich, da gerade der Einleitungstext sehr viele Rückschlüsse zulässt, wie das gemeinsame Spiel von statten gehen soll. Kurz: Hier werden üblicherweise die Grundlagen dafür gelegt, wie SL und Spieler(innen) interagieren sollen und was von ihnen jeweils erwartet wird. Es wird deutlich, welche Art von Spiel ein System unterstützen will.

Wenn ich an das "Tutorial"-Heft aus LotFP Deluxe denke, dann war das ein riesiger Gewinn. Obwohl ich vorher bestimmt mehr als ein Dutzend von Rollenspieleinführungen gelesen habe. Selbst eine langweilige oder gewöhnliche Einleitung ist besser als keine. Für mich ist das - zusammen mit Charakterbogen und Klappentext - sowas wie der Fingerabdruck eines RSP. Wenn ein Spiel nur in einem der Drei punktet, bewegt es mich nur sehr schwer noch zum Kauf.
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Offline Sashael

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #1 am: 6.03.2016 | 17:53 »
Ich lese mittlerweile überhaupt keine "Was ist Rollenspiel?"-Abschnitte mehr. Ich weiß, wie das funktioniert. Wenn neuere Rollenspielbücher, die sich zudem oft an Nischenspieler richten, darauf verzichten, weil das durch die Mainstreamsysteme zur Genüge abgedeckt ist, halte ich das für okay.

Wer schon diverse Systeme ausprobiert hat, braucht das nicht. Spezielle Regelfälle, die im vorliegenden System anders gehandhabt werden als in den restlichen Werken, sollen dann im Regelwerk an den entsprechenden Stellen besprochen werden.
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Offline Rumpel

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #2 am: 6.03.2016 | 18:03 »
Ich freu mich als seit fast 30 Jahren Rollenspielender nach wie vor über solche Abschnitte, sofern sie gut und klar geschrieben sind. Die unterscheiden sich nämlich durchaus immer mal wieder deutlich je nach Regelwerk, und wenn die Autoren wissen, was sie vermitteln wollen, können sie durchaus gleichzeitig Neueinsteigern das wichtigste übers Rollenspiel und "Profis" dass Wichtigste über dieses Rollenspiel vermitteln.
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Offline Maarzan

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #3 am: 6.03.2016 | 18:24 »
Ich freu mich als seit fast 30 Jahren Rollenspielender nach wie vor über solche Abschnitte, sofern sie gut und klar geschrieben sind. Die unterscheiden sich nämlich durchaus immer mal wieder deutlich je nach Regelwerk, und wenn die Autoren wissen, was sie vermitteln wollen, können sie durchaus gleichzeitig Neueinsteigern das wichtigste übers Rollenspiel und "Profis" dass Wichtigste über dieses Rollenspiel vermitteln.

+1
Selbst wenn man von Rollenspiel an sich eine Vorstellung hat, zeigt insbesondere eine gute Einführung einem, wie sich der Autor dieses Rollenspiel gedacht hat und ist damit eine wichtige Hilfe den Rest einordnen zu können.
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Offline Pyromancer

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #4 am: 6.03.2016 | 18:27 »
Ich brauch kein Kapitel, das mit (nochmal) erklärt, wie man D&D spielt. Und da sich 90% aller Rollenspiele prinzipiell genau so spielen wie D&D, sind dementsprechend in 90% der Fälle diese Kapitel total überflüssig. 13th Age, Runequest und Beyond the Wall machen da in meinen Augen alles richtig.

In irgend einem alten Nischen-System gab es zwei Kapitel, eins für Neulinge, die noch nie Rollenspiele gespielt haben ("Was ist Rollenspiel?..."), und eines für erfahrene Rollenspieler ("Was ist bei XY anders als bei D&D und Konsorten?..."). Das ist auch eine sinnvolle Aufteilung. Aber nochmal eine ulkige Beschreibung a la: "Ja, und dann sitzen da Leute um den Tisch, und einer ist der SL, und der erzählt dann, und dann sagt der Spieler irgendwas, und dann wird gewürfelt..."? Ne, muss echt nicht mehr sein.
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Offline Chiarina

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #5 am: 6.03.2016 | 18:29 »
Das gehört in meinen Augen zu einem kompletten System dazu.
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Offline Sashael

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #6 am: 6.03.2016 | 18:39 »
Das gehört in meinen Augen zu einem kompletten System dazu.
Und warum?
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Offline Chiarina

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #7 am: 6.03.2016 | 18:48 »
Zuallererst einmal, weil man nicht ausschließen sollte, dass ein System auch mal ein Neueinsteiger in die Hände bekommt, oder?

Außerdem stimme ich Contains a Baran Do Sage vollkommen zu: Es gibt Systeme, da vermittelt dieses Kapitel ein erstes Gefühl für das Spiel. Und wenn das ein anderes Spielgefühl ist, als man bisher kennengelernt hat, dann ist das Kapitel nicht umsonst.

Und nebenbei ist es natürlich wunderbar, wenn Pyromancer ALLE Rollenspiele kennt und daher präzise angeben kann, dass sich 90% von ihnen prinzipiell genau so spielen wie D&D. In meiner unmaßgeblichen Rollenspielsozialisation fühlten sich ziemlich viele Rollenspiele sehr unterschiedlich an, auch von der Art des Spiels. Ich bin daher ganz dankbar über so ein Kapitel und lese es zum Warmwerden gern.
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Offline 1of3

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #8 am: 6.03.2016 | 18:54 »
Ist so ein bisschen der Schnelltest: Wenn du nicht erklären kannst, was Rollenspiel ist, wie soll das im Rest vom Buch klappen?

Offline Archoangel

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #9 am: 6.03.2016 | 19:36 »
Ist halt ein bisschen das Geiersyndrom: Neuspieler ansprechen sollen die anderen Systeme - wir ziehen nur bestehende zu uns ab. Klappt gut, solange nicht ein Großteil darauf umschwenkt, sonst sind wir gleich bei der Tabakindustrie, die ja nur noch auf "changing brands" bewirbt.
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Offline Sashael

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #10 am: 6.03.2016 | 19:47 »
Ist so ein bisschen der Schnelltest: Wenn du nicht erklären kannst, was Rollenspiel ist, wie soll das im Rest vom Buch klappen?
Vielleicht, weil sich manche Rollenspieldesigner dann doch eher auf fortgeschrittene Rollenspieler konzentrieren?
Ich seh das ähnlich wie Kurse in der Schule/Uni/Arbeit/etc: Irgendwann kann man einfach davon ausgehen, dass die Teilnehmer die Grundlagen kennen. Wozu nochmal die Basis erläutern?

Wie gesagt, ich überspringe mittlerweile diese Abschnitte immer und gehe direkt zu den Regeln über. Und es fehlt dadurch überhaupt nichts. Wenn diese Abschnitte nicht in den Büchern wären, würde ich sie auch ganz definitiv nicht vermissen. Ein (halbwegs reales) Spielgefühl habe ich durch die Lektüre dieser Geschichtchen auch nie bekommen. In Action stellte sich jedes Regelsystem immer deutlich anders dar als in den Geschichten von Bernd, Klaus und Natalie, die mit Sven [hier beliebiges Rollenspiel einfügen] spielen.

Klar, wenn man zum Rollenspiel kommt wie die Jungfrau zum Kinde, dann können diese Abschnitte helfen, einen ersten Eindruck zu bekommen. Aber erstens passiert das danke Abwesenheit der Rollenspiele in den Mainstreamgeschäften heutzutage eher ... selten und zweitens wird dieser Fall ja sowieso durch die GRWs der Massensysteme abgedeckt.

Wieso da jetzt ein kleines Nischensystem unbedingt den Kram auch nochmal aufkochen muss, erschließt sich mir immer noch nicht.
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Offline Auribiel

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #11 am: 6.03.2016 | 19:50 »
Ich brauch kein Kapitel, das mit (nochmal) erklärt, wie man D&D spielt. Und da sich 90% aller Rollenspiele prinzipiell genau so spielen wie D&D, sind dementsprechend in 90% der Fälle diese Kapitel total überflüssig. 13th Age, Runequest und Beyond the Wall machen da in meinen Augen alles richtig.

In irgend einem alten Nischen-System gab es zwei Kapitel, eins für Neulinge, die noch nie Rollenspiele gespielt haben ("Was ist Rollenspiel?..."), und eines für erfahrene Rollenspieler ("Was ist bei XY anders als bei D&D und Konsorten?..."). Das ist auch eine sinnvolle Aufteilung. Aber nochmal eine ulkige Beschreibung a la: "Ja, und dann sitzen da Leute um den Tisch, und einer ist der SL, und der erzählt dann, und dann sagt der Spieler irgendwas, und dann wird gewürfelt..."? Ne, muss echt nicht mehr sein.

Ich würde D&D zwar eher durch DSA oder anderes ersetzen, sehe das aber ansonsten wie Pyromancer.

Ich überblättere solche Abschnitte mittlerweile, da ich es einfach nicht schon wieder lesen kann. Das war hilfreich, als ich noch unerfahrener war. Heute erwarte ich, dass die Besonderheiten eines Systems an passender Stelle vermittelt werden, nicht im "Was ist Rollenspiel?", da fände ich es sogar kontrapoduktiv, wenn die Unterschiede zu anderen Rollenspielen in der Standard-Erklärung, was Rollenspiel eigentlich ist, untergebracht wird.

Und nw. möchte ich gerne schon VOR dem Kauf des Produkts wissen, wieso ich ausgerechnet dieses Produkt kaufen soll, d.h. was an Setting und Spielweise das besondere ist, dass mich zu Kauf dieses Produkts bewegen soll.
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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #12 am: 6.03.2016 | 19:53 »


Wie gesagt, ich überspringe mittlerweile diese Abschnitte immer und gehe direkt zu den Regeln über. Und es fehlt dadurch überhaupt nichts.

Wie willst du das wissen?

Okay, Spielbeispiele überspringe ich zugegebenermaßen auch. Und es gibt haufenweise Einführungen, die einfach nicht gut sind (und manchmal sogar im Widerspruch zum Regelsystem stehen). Das Problem sind dann aber schlechte Einführungen, nicht Einführungen an sich.

Darüber hinaus: Wer wirklich so von seiner totalen Überkenntnis des Hobbys überzeugt ist, dass er meint, für Einführer verfasste Perspektiven prinzipiell nicht mehr zu brauchen, für den sind so eine Einführung vielleicht zwei Seiten verschwendeter Text. Das ist in einem herkömmlichen RSP-Produkt ehrlich gesagt fast nichts, weil zumindest alles ansatzweise D&D-ähnliches ungeheuer viele Feats, Klassenfähigkeiten, Zaubersprüche usw. enthält, die man garantiert nie verwendet (und in den seltensten Fällen liest). Muss auch so sein, damit die Optionen da sind, aber: Mit fast jedem Rollenspielbuch kauft man Haufenweise Zeug, das man nicht braucht.
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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #13 am: 6.03.2016 | 20:10 »
Andere Überlegung:

Früher, also damals, also so Mitte der 90er, als es noch viele Rollenspielläden gab[Edit], oder so etwas sogar in Spielzeugläden, Buchläden oder sogar im Supermarkt einfach so rumlag[/Edit], konnte es durchaus passieren, dass man in Unkenntnis des Hobbys irgendwo über Rollenspielbücher gestolpert ist. Und dann noch gar nicht wusste, mit was man es da eigentlich zu tun hat.

Heutzutage aber gibt es so gut wie keine Rollenspielläden mehr, ebensowenig führen die Buch-/Spielzeugläden noch Rollenspielsachen (und wenn doch, sind es löbliche Ausnahmen). Eigentlich kann man nur auf Rollenspiel stoßen, wenn man bereits davon gehört hat und sich speziell dafür interessiert (z.B. aus Serien wie Big Bang Theory usw. - "Was ist denn dieses D&D von dem die da dauernd reden?"). Man zückt also sein allzeit bereits Inet (das es Mitte der 90er auch nicht in dieser Verbreitung gab) und informiert sich auf einschlägigen Seiten darüber - ehe man dann zum Produkt selbst kommt.

Kurz zusammengefasst: Früher brauchte man diese Einleitung, weil man entweder noch nicht wusste, auf was man sich einlässt und/oder nirgends nachschlagen konnte (da man meist noch kein Inet hatte). Heute in den vernetzten 2010ern hingegen braucht man diese Einleitung mMn nicht mehr unbedingt, da die meisten schon vorher wissen, was auf sie zu kommt, da man sich problemlos im vornherein darüber informieren kann. Und da hätte ich so etwas auch lieber in einem schönen Tutorial auf der Homepage des Spiels/Herstellers, als platzraubend vorne im Buch mit drin.
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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #14 am: 6.03.2016 | 20:11 »
Mir fehlt das nicht, auch wenn ich sowas durchaus gerne mal lese. Ich kann auch verstehen, dass man sowas weglässt, immerhin kann man dadurch einige Seiten einsparen oder mit was anderem füllen. Allerdings ist das natürlich auch eine klare Ansage daran, welche Zielgruppe man im Kopf hat. Wenn das aber gerade bei obskureren Spielen weggelassen wird, dann passt es ja wieder, weil die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering ist, dass man jemanden verschreckt, der damit neu in das Hobby einsteigen will.

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #15 am: 6.03.2016 | 20:15 »
Allerdings ist das natürlich auch eine klare Ansage daran, welche Zielgruppe man im Kopf hat.

Aber heute hat doch jedes große System seinen eigenen Schnellstarter, der sich ganz im Speziellen an Neueinsteiger (nicht nur ins System, sondern auch in das Hobby Rollenspiel) richtet. Wieso sollte man also das Gedöns nochmal im Regelwerk selbst aufwärmen, wenn man sogar ein eigenes Produkt für die Zielgruppe "Neulinge" herstellt? Das ist sogar mehr Service für Neuspieler, als es das Mitte der 90er (also zur Hoch-Zeit der Rollenspiele) so gab. Insofern würde ich da gar kein großes "Zielgruppe ausschließlich Alt-Spieler" ablesen wollen.
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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #16 am: 6.03.2016 | 20:31 »
Also ich wusste bei BARBAREN! auch, dass das sowieso keiner kauft, der nicht schon viele, viele Rollenspiele gespielt hat. Aber ich hab trotzdem so einen Text geschrieben, erstens, weil ich das immer schon mal schreiben wollte, zweitens, weil es irgendwie ohne ja doch unvollständig wäre, und drittens, wie Rumpel schon sagt, weil ich damit eben auch zeige, wie ich als Autor mir Rollenspiel vorstelle.

Wenn natürlich Regelwerke, wie z.B. Savage Worlds, im Wesentlichen als Kompendium geschrieben sind und schon alleine vom Aufbau her sowieso für einen Neuling kaum verständlich sind, dann ist es eigentlich nur konsequent, die Einleitung gleich wegzulassen. (Ich glaube, SW hat aber eine.)
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Offline Rumpel

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #17 am: 6.03.2016 | 20:42 »

Wenn natürlich Regelwerke, wie z.B. Savage Worlds, im Wesentlichen als Kompendium geschrieben sind und schon alleine vom Aufbau her sowieso für einen Neuling kaum verständlich sind, dann ist es eigentlich nur konsequent, die Einleitung gleich wegzulassen. (Ich glaube, SW hat aber eine.)

Ja habe ich aber kürzlich gelesen - ist aber so knapp, dass man sie sich echt auch hätte sparen können ...

Für mich ist das ganze glaube ich auch eine Frage des Ins-Lesen-Reinkommens bei einem neuen Spiel. Ich halte eher wenig von irgendwelchen Kurzgeschichten in Regelwerken, die einen einstimmen sollen (sind meistens einfach zu schlecht geschrieben); eine halbwegs vernünftige Einführung für Neulinge gibt mir hingegen das Gefühl, nicht einfach eine Gebrauchsanleitung von vorne zu lesen, sondern noch mal die Perspektive der Macher auf "Wozu machen wir das? Was soll man damit anfangen?" zu bekommen.

Und ein bisschen komme ich auch von der Händlerperspektive: Ich hatte tatsächlich in den letzten Wochen zwei Verkaufsgespräche mit Leuten, die wissen wollten, welche Systeme sie bei der Hand nehmen und ihnen alles von Anfang an erklären (einer ein Vater, der für seine beiden zwölfjährigen Söhne leiten wollte, die Rollenspiel ausprobieren wollen). Savage Worlds ist da dann beispielsweise wieder rausgefallen, obwohl ich es dem Vater anfangs empfohlen habe. Mit eine vernünftigen Einführung hätte es die Splittermond-Einsteigerbox vielleicht aus dem Feld geschlagen ...
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Offline Boba Fett

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #18 am: 6.03.2016 | 20:47 »
Ich finde, die "was ist Rollenspiel" Erläuterung ist ein "nice to have" aber kein "must".
Rollenspieler, speziell für Einsteiger (Beginners Box) sollte sowas haben.
Und:
Mal ehrlich, es gibt inzwischen davon genug auf Youtube und anderen Medien, so dass nun niemand, der nicht gerade zum Pinkeln gehen an die Hand genommen werden muß, da noch Probleme hat, eine Erklärung zu finden.
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Offline blut_und_glas

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #19 am: 6.03.2016 | 20:58 »
Insofern würde ich da gar kein großes "Zielgruppe ausschließlich Alt-Spieler" ablesen wollen.

Bei den angeführten Systemen mit einem entsprechenden separaten "Einführungs-/Einsteigerprodukt" vielleicht.

Bei Systemen ohne ein solches Zusatzprodukt ist das Fehlen einer wie auch immer gearteten Einführung (das könnte in minimaler Form ja beispielsweise auch ein Verweis auf eine andere gut (frei) zugängliche Quelle, wie die bereits weiter oben genannten Youtube-Videos oder andere einschlägige Vorstellungen im Netz, sein) aber in meinen Augen schon ein Bekenntnis zur Zielgruppe.

Das im Einleitungsbeitrag gebrachte Zitat aus Beyond the Wall macht das ja auch ganz deutlich: Dort steht, dass sich das Spiel an Spieler wendet, denen bestimmte Begriffe und die mit ihnen einhergehende (von ihnen implizierte?) Spielweise bereits ein Begriff sind. Wenn das keine Zielgruppen"einschränkung" ist, was ist es dann? ;)

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Offline Grandala

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #20 am: 6.03.2016 | 21:12 »
Das ist doch eigentlich einfach eine Frage von Adressaten. Will der Autor sich an  Menschen wenden, die das Buch in einem Laden sehen oder an solche, die das Ding kaufen, weil sie das Spiel als Rollenspiel interessiert, weil sie Rollenspieler sind. Wenn ich etwas für Drivethru machen würde, dann sehe ich den Sinn in diesem Text absolut nicht.
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Offline D. Athair

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #21 am: 6.03.2016 | 21:24 »
Ist so ein bisschen der Schnelltest: Wenn du nicht erklären kannst, was Rollenspiel ist, wie soll das im Rest vom Buch klappen?
Hab das gerade mal ausprobiert. Bei mir ist das tatsächlich so, dass ein Spiel, das mich nicht von Anfang an mitnimmt, erstmal ins Regal verbannt wird. Ob es da (jenseits von Verkäufen) nochmal rauskommt? Fraglich. [Weiteres sh. Rumpels Beitrag.]

Vielleicht, weil sich manche Rollenspieldesigner dann doch eher auf fortgeschrittene Rollenspieler konzentrieren?
Ich seh das ähnlich wie Kurse in der Schule/Uni/Arbeit/etc: Irgendwann kann man einfach davon ausgehen, dass die Teilnehmer die Grundlagen kennen. Wozu nochmal die Basis erläutern?
Hab oft genug erlebt, dass diese stillschweigenden Voraussetzungen sich irgendwann rächen. Wenn es drauf ankommt sind plötzich ... und völlig "aus heiterem Himmel" die Probleme da. Wobei ich jetzt auch kein Freund des "overexplaining" bin. Viele Rollenspiele bekommen es ja auch hin darauf eine Zielgruppe zu benennen, die Teile der Einführung überspringen können.

Ein (halbwegs reales) Spielgefühl habe ich durch die Lektüre dieser Geschichtchen auch nie bekommen. In Action stellte sich jedes Regelsystem immer deutlich anders dar als in den Geschichten von Bernd, Klaus und Natalie, die mit Sven [hier beliebiges Rollenspiel einfügen] spielen.
Ich habe dadurch verstanden wie LotFP, Urban Shadows und Prince Valiant funktionieren bzw. gemeint sind. Sicher, es gab auch Spiele, bei denen die "Beispielsequenz" (um die es um OP gar nicht mal unbedingt ging) Platzverschwendung war. Ein missratenes oder fehlendes Spielbeispiel kann auch durch ein gutes mitgeliefertes Abenteuer aufgewogen werden. (Weshalb ich die ebenfalls sehr wichtig finde. Schließlich sollen mir die Autoren sagen wie und was man mit dem Spiel machen kann. Der "Gau" für ein RSP ist mMn, wenn ich nach dem Lesen dastehe und sage: "Und was spiele ich jetzt damit?" Die Chance, dass es dann Staubfänger wird oder schnell verkauft wird, ist extrem hoch.)

Klar, wenn man zum Rollenspiel kommt wie die Jungfrau zum Kinde, dann können diese Abschnitte helfen, einen ersten Eindruck zu bekommen. Aber erstens passiert das danke Abwesenheit der Rollenspiele in den Mainstreamgeschäften heutzutage eher ... selten und zweitens wird dieser Fall ja sowieso durch die GRWs der Massensysteme abgedeckt.
Ich hab damals (Ende 90er bzw. Anfang 2000er) mit Indies (Daidalos, RISUS, Spotlight 24h) angefangen. Und da war ich wirklich froh, dass sich die Autoren die Einleitung nicht gespart haben. Fredis FERA-Spiel hat es - eben gerade auch deswegen - verkraftet, dass es mit Forge-Vokabular versehen war. Wir konnten es trotzdem gut spielen.

An den großen "Mainstream-Systemen" (DSA, Pathfinder, D&D 3, Shadowrun) hatte ich nie Interesse. Abgesehen vielleicht von von Shadowrun, wo wir anfangs recht begeistert waren. Aber das hat sich ganz schnell wieder gelegt.

Und gerade bei "abseitigen" Spielen wie Torchbearer, Don't walk in Winter Wood und Mutant: Year Zero fand ich die Einführungen sehr wichtig. Auch wenn sie knapp ausfallen, beinahe zu knapp für Neulinge. (Und bei solchen Spielen hilft es mMn recht wenig, die Einführung von z.B. DSA und Vampire gelesen zu haben.)
« Letzte Änderung: 6.03.2016 | 21:30 von Contains a Baran Do Sage »
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Offline Sashael

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #22 am: 6.03.2016 | 22:00 »
Naja, du kommst anscheinend eher mit sowas klar, ich les mir lieber die Regeln inklusive Erläuterungen durch. Das bringt mir gefühlt 1.000x mehr als diese (teils echt peinlich geschriebenen) Textchen am Anfang eines GRWs.

FATE z.B. hab ich erst kürzlich besser "verstanden", als ich mir das Toolkit zu Gemüte geführt habe und dort die Regeln in Aktion beschrieben sah. Diese ganzen Anekdotenbeispiele (die mir oft genauso vorkamen wie ein typischer Was-ist-Rollenspiel-Text) brachten mich da herzlich wenig weiter.

Hab oft genug erlebt, dass diese stillschweigenden Voraussetzungen sich irgendwann rächen. Wenn es drauf ankommt sind plötzich ... und völlig "aus heiterem Himmel" die Probleme da.
Das kann vorkommen. Ist in meinen Augen aber eher ein Zeichen für ein schlecht verständlich geschriebenes Regelwerk, als für ein fehlendes Einführung-ins-Rollenspiel-Kapitel.
Diese Zwei-Seiten-Pamphlete kann man sich bei einem gut geschriebenen Regelwerk imo schlicht und ergreifend schenken.

Scheint aber wohl eindeutig eine Frage des persönlichen Geschmacks zu sein. Also im Grunde ein Agree to disagree. ;)
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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #23 am: 6.03.2016 | 22:06 »

FATE z.B. hab ich erst kürzlich besser "verstanden", als ich mir das Toolkit zu Gemüte geführt habe und dort die Regeln in Aktion beschrieben sah. Diese ganzen Anekdotenbeispiele (die mir oft genauso vorkamen wie ein typischer Was-ist-Rollenspiel-Text) brachten mich da herzlich wenig weiter.

Anekdotenbeispiele sind aber noch mal etwas ganz anderes als eine Einführung "Was ist Rollenspiel?" Mit denen kann ich auch wenig anfangen, genausowenig wie mit seitenlangen dialogförmigen "Spielbeispielen". Wobei ich den Nutzen von letzteren für echte Neulinge durchaus nachvollziehen kann ...
Eine Einführung ist für mich tatsächlich ein: "Was ist Rollenspiel/Was ist dieses Rollenspiel", kein "Peter, Paul und Mary treffen sich heute Abend zum Rollenspiel. Peter hat Knabberkram mitgebracht, Mary macht noch schnell ihre Steigerungen, da klingelt auch schon der Pizzabote ..."
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Offline Sashael

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Re: Fehlende Einführung ins Rollenspiel als Trend
« Antwort #24 am: 6.03.2016 | 22:08 »
Eine Einführung ist für mich tatsächlich ein: "Was ist Rollenspiel/Was ist dieses Rollenspiel", kein "Peter, Paul und Mary treffen sich heute Abend zum Rollenspiel. Peter hat Knabberkram mitgebracht, Mary macht noch schnell ihre Steigerungen, da klingelt auch schon der Pizzabote ..."
Und in den meisten Fällen bekommt man das zweite. ;)
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