Man muss sich halt darüber im Klaren sein, dass dieser Conan recht wenig mit Arnie-Conan zu tun hat. Conan ist kein Held. Der ist mitunter ein brutaler Verbrecher.
Und man muss sich bewusst machen, dass Howards Schreibe wirklich sehr sehr altbacken ist. Damit muss man zurechtkommen.
Na ja, wie die Schreibe in der "neuen Übersetzung" aussehen wird, muß man auch erst noch mal abwarten. Kommt da beispielsweise der englische Original-Howard in etwa so durch, wie damals geschrieben, oder wird da bewußt oder anderweitig merkbar "verneudeutscht"?
Was Conans "Heldenstatus" angeht, würde ich ihn im
ursprünglichen Sinne des Begriffs schon als Helden bezeichnen -- er leistet mit schöner Regelmäßigkeit Außergewöhnliches und Erzählungswürdiges. Trägt er dabei einen weißen Hut oder hat er sich ein S im Wappen auf die Brust tätowiert? Sicher nicht...aber wie die Formulierung schon andeuten mag, scheint mir der Gedanke, daß "Helden" immer die möglichst makellos Guten sein müssen, ein gutes Stück weit speziell der US-amerikanischen Medienselbstzensur ca. Mitte des 20. Jahrhunderts (Hays-Code für Filme, Comics Code Authority, und was es sonst noch gegeben haben mag) geschuldet und wird ansonsten normalerweise gar nicht groß verlangt -- Hauptsache, der "Held" taugt halbwegs zum Bewundern. Und daß
das auch mal ein Dieb, Pirat, oder Banden- und Söldnerführer leisten kann, zeigt uns ja schon allein die Realität.
