Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Tolle Welt, aber dem System abgeneigt
HEXer:
Die meisten Savage Worlds Settings, vor allem Beasts & Barbarians und Rippers. Evtl auch Hellfrost.
YY:
--- Zitat von: Ahab am 28.03.2016 | 23:49 ---Vielleicht sollte ich eher so fragen: welches Setting, deren hauseigenes Regelsystem Du eher als ungeeignet empfindest, möchtest Du gern mit einem anderen Regelsystem bespielen, und welches könntest Du Dir in puncto Spielgefühl als passend zum Setting vorstellen?
--- Ende Zitat ---
Dann formuliere ich meinen obigen Post neu:
Shadowrun ist ein Setting der GURPS-Kategorie 2.
Kategorie 1 ist "geht irgendwie auch mit GURPS"; Kategorie 2 ist "geht mit GURPS besser" ;D
alexandro:
Mit dem "entschärften" Threadtitel kommen noch ein paar Sachen dazu:
Exalted: In der ersten Edition schon unspielbar, die weiteren Editionen haben (in dem Versuch das Systemänderungen settingseitig zu erklären) dann auch noch nach und nach das Setting kaputtgemacht.
Changeling:the Dreaming: Auch wenn das System der WoD nicht ideal ist, kann man generell damit Spielen, da das Setting der meißten Spiele mit der klassischen Abenteuerstruktur funktioniert. Bei Changeling funktioniert diese aber nicht, daher läuft man ständig gegen Wände. Es sollte um Träume und Selbstverwirklichung gehen, aber das gibt das System nicht her (weswegen spätere Bücher sich immer mehr in die Feenpolitik versteigen).
Cosmic Patrol: Das Setting ist interessant, leider werden die Charaktere durch das System zu sehr verwässert (zu viele Aspekte, von denen die meißten laaaangweilig sind, merkwürdige Attributswahl)
Silver Age Sentinels: Eines der besten Superheldensettings, welches nicht auf einer etablierten Comiclizenz basiert (und sich trotzdem so anfühlt, als würde man in ein Universum mit reichhaltiger Geschichte eintauchen). Leider ist das Setting recht GURPSig, mit völlig aufgeblähten Statblöcken. Brauche ich nicht.
Mutant Year Zero: Die Idee mit der Erfoschung einer fremden Welt von einer Basis aus, der Bewältigung von inneren und äußeren Krisen, hat mich total angefixt (zur selben Zeit habe ich "The 100" für mich entdeckt). Leider versteift sich das System zu sehr auf den "äußeren" Teil, also Charaktere, die in die Ödnis hinausziehen und deren Heimat ziemlich belanglos für ihre Abenteuer ist. Bloß Fallout-Langeweile also.
Infinite Worlds: Wer GURPS normalerweise schon für träge und aufgebläht hält, der hat es noch nicht erlebt, wenn sämtliche Optional- und Settingregeln gleichzeitig eingeschaltet sind. Fühlt sich etwa wie ein Pentium II an, auf dem man Halo 4 zu laden versucht. ;)
Ziemlich alles von Ubiquity: Generell habe ich nichts gegen das System, aber es ist entweder zu langsam (wenn man alles auswürfelt) oder zu vorhersehbar (wenn man Mittelwerte nimmt). Das wäre nichtmal so schlimm, wenn es ein passendes Setting für dieses System gäbe (etwas wie die WoD könnte ich mir z.B. gut damit vorstellen), aber die prominentesten Settings (Hohlwelt-Pulp und Swashbuckling) passen. Sowas. von. gar. nicht.
Quaint:
Achja, ich hab auch so manchen Kandidaten, wo ich das Setting mag, aber das System nicht. Oder es gibt kein System. Oder kein aktuelles. Aber ich bin auch ziemlich wählerisch was die Regeln betrifft und hab da ziemlich feste Vorstellungen, denen ein Großteil der etablierten Rollenspielsysteme nicht gerecht wird.
Ein paar Beispiele
Elder Scrolls
Ich mag die Spiele, ich werd sogar mit dem MMO langsam warm, auch in meinem Umfeld erfreut sich das Ganze großer Beliebtheit, aber ein offizielles Rollenspiel gibt es nicht. Es gibt eine Reihe von Fanrollenspielen, aber da einen Überblick zu bekommen ist nicht ganz leicht und die Qualität von Fanmaterial ist ja auch oft durchwachsen. Ich werde wohl demnächst mal versuchen eine Kampagne damit anzuleiern und dafür ein selbstgebasteltes System verwenden, was leichtherzige, actionreiche Kämpfe gut kann und relativ flexibel in der Charakterdarstellung ist. Ich hab damit schon alles mögliche gemacht, von Mass Effect bis DSA mit anderen Regeln.
Unhallowed Metropolis
Das Setting spricht mich ja sehr an, und kürzlich hatten wir da als Lückenfüller einen Oneshot, den meine Frau geleitet hat. Aber es ist teilweise schon eher ungünstig aufbereitet und macht so schöne Sachen wie einen Kasten der die Charaktererschaffung zusammenfasst, aber diverse essentielle Informationen auslässt. Und als ich mal einen Testkampf geleitet habe, empfand meine Frau das als derart frustrierend, dass sie mir beinahe an die Gurgel gegangen wäre. Wir sind dann kurzfristig auf eine Umsetzung via Barbarians of Lemuria umgeschwenkt. Leider war das Einführungsabenteuer nach Introheftchen dann auch eher eine railroadige, teils unlogische Aneinanderreihung von Kämpfen. Vielleicht machen wir nochmal was damit, aber dann eigene Abenteuer und BoL statt dem mitgelieferten System.
Star Trek
Finde ich ein spannendes Setting, wenn auch oft inkonsistent. Es gibt ein paar offizielle Rollenspiele davon, aber so richtig überzeugt hat keins davon. Gut, ich hab mich auch nicht allzu intensiv damit beschäftigt, aber die schienen mir alle etwas detailliert, bürokratisch usw für ein Setting, das ja eigentlich viel Handwedelt. Jedenfalls versuche ich gerade, dass mit einer angepassten Variante von BoL zu bespielen, aber da muss ich vielleicht auch nochmal ans Reißbrett und einiges überdenken. Das aktuellste offizielle Spiel ist wohl das von Decipher, aber die haben schon bei ihrer Herr der Ringe umsetzung nicht so richtig überzeugt. Und dann haben sie unter anderem ein Klassensystem draus gemacht, in einer Franchise wo eigentlich alle möglichen Leute alles mögliche können, wenn es dem Schreiber der Episode gerade in den Kram passt. Und dann teils noch so klassen wie "orionischer Pirat". Da denk ich mir dann: Wenn auf einem orionischen Piratenschiff alle Leute Orionischer Pirat sind, haben die dann nicht Heidenprobleme alle wesentlichen Rollen auf dem Raumschiff zu besetzen? Und ist es nicht komisch, wenn z.B. ein Klingone orionischer Pirat wird? Kurzum: sowenig ich mich auch mit dem jüngsten offiziellen Rollenspiel beschäftigt haben mag, so wenig haben aber auch die wenigen Blicke, die ich hinein geworfen habe, überzeugt.
Ich könnte diese Ausführungen wohl noch eine Weile fortsetzen. Es ist wohl eher die Ausnahme, dass ich ein Setting mal mit dem dafür vorgesehenen System spiele, insofern es überhaupt eins gibt. Ich hab aber mindestens 3 Universalsysteme in meinem Repertoire, die dann oft zum Einsatz kommen. Die haben halt immer bissle einen unterschiedlichen Stil und verschiedene Stärken und Schwächen, und kommen dann je nach angestrebten Stil zum Einsatz.
Mann mit Ukulele:
Was Star Trek angeht: So wie unser SL das FFG-Star Wars RP leitet, fühlt es sich meistens wie Star Trek an, nur im SW-Universum. ^^
Hängt also evtl. auch von der Spielweise ab. Unsere Chars sind militärisch organisiert, sind eine Schiffsbesatzung auf einem Großkampfschiff etc...
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