Also Teil 2 von Season 5 war für mich ein deutlicher Abstieg im Vergleich zu Teil 1. Mike und Lucas sind nun komplett zu unbedeutenden Nebendarstellern degradiert worden, was ich schade fand. Mir war der Holly Arc und das finale Gespräch viel zu lang. Von Derek hätte ich gerne mehr gesehen. Dafür hat aber Jamie Campbell Bower eine Glanzleistung hingelegt. Und der Arc von Will in Folge 7 hat ziemlich konstruiert und deplatziert gewirkt.
Auf Reddit nehmen ich und
andere eine Flut von Posts wahr, die sich Deiner Meinung anschließen.
Ich sehe S5V2 in Teilen anders. Bis auf Kleinigkeiten halten die Duffer-Brüder in meinen Augen ihr Niveau und (nur mit wenig Abstrichen) auch ihr Tempo.
Seitdem Max in Trance liegt, liegt auch der Lucas-Max-Arc auf Eis. Und weil Max sich "alleine" - mit Support von Holly - aus Henrys Hirn rausarbeiten muss, hatte Lucas tatsächlich wenig in der 5. Staffel zu tun. Aber Holy Moly, was hatte Caleb McLaughlin in der Waschküche des Krankenhauses zu schauspielen, und wie losgelassen haben er und Sadie Sink das hingekriegt! Ich erwarte, dass im Finale dieses nun wieder hergestellte Paar nochmal heftig zu leiden haben wird.
Dass Mike mehr zum Nebencharakter geworden ist, da stimme ich Dir zu, aber das ist er schon seit längerem. Und auch El ist in dieser Staffel nicht länger die Hauptfigur, denke nur an Will und Max. Stranger Things war aber schon immer eine Ensemble-Serie. Ja, El stand über viele Staffeln hinweg im Mittelpunkt, aber schon die Finale der Staffeln 3 und 4 rückten andere Figuren in den Fokus. Mike hat eigentlich schon mehrere Staffeln lang nichts anderes zu tun, als Els Freund zu sein und für das Herz der Gruppe gehalten zu werden.
Ja, Hollys und Max' Aussprache war etwas zu lang, das fand ich auch. Ebenso wie bei
Der Arc von Will ist der am längsten angelegte der gesamten Serie: Schon in Staffel 1 erzählt seine Ma Joyce dem Sheriff Hopper, dass Will wegen Gayishness ausgegrenzt wird. Dieses kluge, aber ängstliche Kerlchen hält am längsten am gemeinsamen Spielen fest, als wollte er nicht erwachsen werden und sich seiner unabwendbaren Persönlichkeit stellen. Vecna weaponized Scham, Geheimnisse und Schwächen, und nur das vollständige Outing vor Familie, Freunden und Fremden nimmt Vecna die Macht über Will - und gibt Will in der Welt von Stranger Things Kräfte. Das Outing war also über 5 Staffeln hin angelegt, und es war nicht nur wunderbar geschrieben, sondern auch herzzerreißend fantastisch gespielt.
In Behind-the-Scenes wird gesagt, dass sie erst die Kameraeinstellung auf Will gedreht haben, und danach die Reaction-Shots seines Publikums - und Noah Schnapp hat im Off als Anspielperson seine Szene wieder und wieder und immer so emotional umgesetzt, dass die Reaktionen darauf leicht zu spielen waren.
Ich würde soweit gehen zu sagen, dass, wer von sich behauptet, Stranger Things als Serie gut zu finden, und diese Wandlung des ängstlichen Kinds in einen mutigen jungen Mann - sichtbar gemacht durch sein Outing - "langweilig", "unpassend" oder "konstruiert und überflüssig" findet, nach meiner Meinung die Serie und einen ihrer Hauptarcs nicht verstanden hat.
Was ging Dustin mir diese Staffel auf die Nerven - und wie fantastisch wurde das erklärt und aufgelöst: Dustin hat ein Verlusttrauma wegen Eddie: Seine Wut war in Wahrheit Angst! Das ergibt Sinn, erklärt Dustins Attitüden, und die Versöhnungsszene zwischen ihm und Steve ist wieder so ein fantastisch gespielter Moment. Auch bei diesem wieder hergestellten Paar befürchte ich böses fürs Finale...