Autor Thema: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger  (Gelesen 767 mal)

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Offline Tarendor

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Im Zuge meiner Vorbereitung auf die eigene Kampagne, sinniere ich über Szenario-Klischees  in DSA.

Was sind die typischen Abenteueraufhänger, Herausforderungen, Begegnungen und Belohnungen in offiziellen und den tausenden inoffiziellen Stufe 1/Einsteiger-Abenteuern?

Ich gehe davon aus, dass der DSA-Fundus jedes Einzelnen groß genug ist, um Muster zu entdecken.
Auch hier interessiert mich die Meinung zu allen Editionen, von DSA1 bis DSA5.

Diese Liste wäre dann ein hübsches HowNotTo.

Offline Andras Marwolaeth

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #1 am: 24.03.2019 | 08:57 »
Warum sollte so eine Liste ein hübsches "HowNotTo" sein?
Letztlich kann man mit Klischees auch spielen und sie brechen oder in anderen Kontext setzen, so dass die Spieler sie wiedererkennen, aber trotzdem überrascht werden.

Offline Weltengeist

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #2 am: 24.03.2019 | 11:15 »
Spontan fällt mir da für DSA1 der Zwangs-Abenteueraufhänger ein. Die Helden werden gleich zu Beginn gefangen genommen, ohne etwas dagegen tun zu können, und zwar völlig egal auf welcher Stufe sie sind. Entweder spielt man das aus oder es ist schlicht Teil des vierseitigen Vorlesetextes, den sie zu Beginn verkündet bekommen (Beispiele: Das Wirtshaus zum Schwarzen Keiler, Das Schiff der verlorenen Seelen + Die sieben magischen Kelche, Verschollen in Al'Anfa, Die Fahrt der Korisande).
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

Spielleitermotto: Ein Kaufabenteuer ist eine Geschichte, wie sie hätte passieren können, wenn man keine Spieler darauf losgelassen hätte.

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Offline sindar

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #3 am: 25.03.2019 | 10:43 »
Unter dem Nordlicht ist sogar noch schlimmer, weil sie da laut Abenteuertext _absolut alles_ weggenommen kriegen.
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Offline Weltengeist

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #4 am: 25.03.2019 | 10:50 »
Unter dem Nordlicht ist sogar noch schlimmer, weil sie da laut Abenteuertext _absolut alles_ weggenommen kriegen.

Stimmt. Unter dem Nordlicht und Durch das Tor der Welten hätte ich auch noch nennen sollen. Und war da bei "Der Quell des Todes" nicht auch was in der Richtung?
(Scheint fast einfacher, die frühen Abenteuer OHNE Zwangseinstieg aufzulisten...)
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

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Offline Faras Damion

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #5 am: 25.03.2019 | 11:05 »
Im Zuge meiner Vorbereitung auf die eigene Kampagne, sinniere ich über Szenario-Klischees  in DSA.

Was sind die typischen Abenteueraufhänger, Herausforderungen, Begegnungen und Belohnungen in offiziellen und den tausenden inoffiziellen Stufe 1/Einsteiger-Abenteuern?

Ich gehe davon aus, dass der DSA-Fundus jedes Einzelnen groß genug ist, um Muster zu entdecken.
Auch hier interessiert mich die Meinung zu allen Editionen, von DSA1 bis DSA5.

Diese Liste wäre dann ein hübsches HowNotTo.

Ich sehe nicht ganz, warum man Klischees vermeiden sollte. Anfängern hilft das.
Und ein Standardabenteuerschema "Aufhänger - Erste Herausforderung - Zweite Herausforderung - Wendung-Finale" benutze ich mit viel Erfolg auch bei erfahrenen Rollenspielerinnen.

Ich sehe eher andere Fallstricke:

Anfängerinnen:
- Keine Paranoia wecken: Also nicht zu viel Verrat oder Fallen. Das macht das Spiel schnell sehr mühsam.
- PvGM: Die Spieler nicht tritzen.
- Alle Arten von Fanatikern vorsichtig einsetzen (Praiosgeweihte, Novadis)
- Keine zu komplexe Plot: Lieber einfach und übersichtlich. gerne mit Klischees.
....

Erfahrene Spielerinnen
- Klischees aufbrechen*)
- Graue anstatt Schwarz-Weisse Welt
- Komplexe Plots
...


*) Was ich persönlich für ausgenudelt halte:
- Mr. Johnson verrät die Gruppe
- Der Standard-Zwischenszenen-Raubüberfall auf die hochstufige Gruppe ohne dramaturgische Bedeutung
- Kleine blonde Mädchen sind böööse.
- Motivation durch Geld
- Wild gemischte Heldengruppen.
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Offline Tarendor

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #6 am: 25.03.2019 | 21:11 »
Ich sehe nicht ganz, warum man Klischees vermeiden sollte. Anfängern hilft das.

Ich selbst spiele seit fast 30 Jahren und habe auch keine Anfänger in der Runde und vermeide es grundsätzlich, für Rollenspielanfänger eine Kampagne zu leiten.
Dieser Thread ist umgekehrt für all jene gedacht, die sich mit DSA sehr gut auskennen und die für DSA-Veteranen Abenteuer schreiben und leiten.
D.h.: Erfahrene DSA-Spieler, die auf Stufe 1 beziehungsweise Einsteiger starten.

Dass die Charaktere ihrer gesamten Ausrüstung zu Beginn eines Abenteuers entledigt werden, ist tatsächlich so ein DSA-Klischee.

Weitere Klischees
, die mir so aufgefallen sind, wenn ich vor allem inoffizielle DSA-ABs Revue passieren lasse:

- Orks oder Wölfe als Aufwärmgegner
- das Böse ist immer entweder der Namenlose oder errechnet sich aus der Erzdämonen-Arithmetik
- die Charaktere werden zu Unrecht eines Verbrechens bezichtigt und müssen sich mittels Abenteuerplot freikaufen
- sie starten in einem Dorf
- es geht um Beziehungsprobleme zwischen NSC
- es ist ein Reiseabenteuer, weil die Charaktere unnötigerweise für die Queste von A nach B über C nach D reisen müssen, obwohl man alles auch in A und B regeln könnte
- der Gegner ist meist ein Schwarzmagier
- wenn ein Krimiplot auftaucht, dann besteht dieser meist aus einem Zauberritual, das Opfer fordert und das im Finale knapp verhindert wird
- das wichtigste Handout ist ein zu findendes Tagebuch, das die Charaktere am Schluss des Abenteuers finden und in dem entweder die Lösung steht, der noch fehlende Letztbeweis oder eine Zusammenfassung der SL-Hintergründe zum Abenteuer
- Recherchen in Zwölfgöttertempeln bringen keine Ergebnisse
- Druiden und Hexen, die von der Bevölkerung als finster verschrien sind, die sich aber dann als die guten Helfer entpuppen
- Alpträume als Plot Device
- Borbarad kommt darin vor
« Letzte Änderung: 25.03.2019 | 21:38 von Tarendor »

Offline Ruinenbaumeister

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #7 am: 25.03.2019 | 21:21 »
Wenn du Klischees vermeiden willst, dann lasse auf keinen Fall als Abenteuereinstieg auf der Landstraße plötzlich eine junge Frau aus dem Gebüsch hervorbrechen, die von einem Wildschwein oder Bären verfolgt wird.
Und wenn ich mich im Zusammenhang
des Multiversums betrachte, wie oft bin ich?

Offline Tarendor

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #8 am: 25.03.2019 | 21:29 »
Wenn du Klischees vermeiden willst, dann lasse auf keinen Fall als Abenteuereinstieg auf der Landstraße plötzlich eine junge Frau aus dem Gebüsch hervorbrechen, die von einem Wildschwein oder Bären verfolgt wird.

Stimmt, es gibt ja noch die obligatorische Land-/Reichsstraße, auf der die Charaktere seit Stunden unterwegs sind, und sie sich deshalb nach einer Taverne oder einem Gasthaus umschauen.

Die Wetterverhältnisse kennen nur zwei Situationen: Entweder scheint Praios' Antlitz herunter (beschauliches Wetter) oder es beginnt zu regnen (ungemütliches Wetter).

Weiter geht die Geschichte im besagten Dorf, wo in der Taverne der Auftraggeber erscheinen wird.

Offline hassran

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #9 am: 25.03.2019 | 23:14 »
Bei erhöhtem Abstraktionsgrad wird aber irgendwann aus Klischee dann "narratives Strukturelement"...

Grüße

Meta-Hasran

Offline tartex

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #10 am: 25.03.2019 | 23:27 »
Geister ( meist von 2 Liebenden), deren Seelen man Ruhe bringen kann. Am besten als Sidequest ohne Bezug zum Hauptplot... Geister sind neben Dämonen wohl so ziemlich das größte Klischee auf dieser Seite von DSA1.

Mißverstandene Hexen sind auch so ein Ding.

Der bescheuertste Plottwist: NSCs, die sich Artefakte klauen lassen, die ihnen die Helden gebracht haben, oder die die NSCs den Charakteren auf keinen Fall überlassen wollen.

Und in letzter Zeit: Artefakte oder Flüche, die Menschen in Rage oder Blutrausch versetzen.
« Letzte Änderung: 26.03.2019 | 10:42 von tartex »
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Offline Lord Verminaard

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #11 am: 26.03.2019 | 08:58 »
Das schlimmste aller Klischees, in allen Fantasy-Rollenspielen: Der "Auftraggeber", der irgendwelche hergelaufenen Vagabunden anheuert, um etwas für ihn immens wichtiges zu tun, statt es selbst zu erledigen, die Obrigkeit einzuschalten oder kompetentere Leute anzuheuern. Noch schlimmer nur der "Auftraggeber", der ein falsches Spiel spielt und die Helden am Ende übers Ohr haut.
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Offline DasLammDerWolf

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #12 am: 26.03.2019 | 09:11 »
Das dümmste an der ganzen Geschichte ist, dass die "Level 1 Abenteuer" immer absichtlich spektakulär UNepisch sind. Mal gehts um die entlaufene Schafherde von Bauer Alrik, und mal um die entlaufene Kuhherde von selbigem Bauer Alrik. Die Idee scheint also zu sein, dass man sich epische Plots "verdienen" muss.
Dumm nur, dass es in DSA literally keinerlei bemerkenswerte Progression gibt, die Helden bleiben also größtenteils völlige Nulpen, während die Plots plötzlich Schritt für Schritt epischer werden, was irgendwie echt Immersionsbrechend ist. Weil epische Monster dann entweder keine epischen Werte haben dürfen, oder die Helden niemals ohne die Hilfe von epischer Plot-Weaponry epische Monster töten können.

Offline Faras Damion

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #13 am: 26.03.2019 | 09:43 »
Weiteres, was sehr häufig vorkommt:
- Der Hinweg ist mühsam, der Rückweg total einfach.
- Ein Held wird als Belohnung zum Ritter geschlagen.
- NPCs verlieren Plotdevices.
- NPCs haben grauselige Werte.
- NPCs bekommen nichts ohne die Helden auf die Reihe.
- Die merkwürdigste Gruppe wird angeheuert.
- Ein Gasthaus brennt ab.
- Ein Tempel wird entweiht.
- Traviageweihte sind Single.
- Praiosgeweihte sind irre, ungerecht und leben wie katholische Mönche.
- Böse Minions sind männlich.
- Zum Abschluss gibt es ein Dorffest.
- Es findet ein Turnier statt.
- Es kommen Artefakte vor, deren Wert dem Jahreseinkommen einer Baronie entspricht.
- Einhörner kommen vor.
- Alle Bösewichter haben eine plausible Hintergrundgeschichte und dürfen nie einfach nur Böse sein.
- Es gibt eine Konkurrenz-NPC-Heldengruppe.
- Anhänger alter Gottheiten treten auf.
- Bei Mordfällen darf der SL den Mörder frei wählen.
 

@DasLammDerWolf: Du erweckst den Eindruck als wärst du sehr unglücklich mit DSA und solltest ganz dringend das System wechseln. Sollen wir dir gute Systeme für dich empfehlen? :)
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Offline Lord Verminaard

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #14 am: 26.03.2019 | 09:46 »
Das dümmste an der ganzen Geschichte ist, dass die "Level 1 Abenteuer" immer absichtlich spektakulär UNepisch sind. Mal gehts um die entlaufene Schafherde von Bauer Alrik, und mal um die entlaufene Kuhherde von selbigem Bauer Alrik. Die Idee scheint also zu sein, dass man sich epische Plots "verdienen" muss.

Das ist bzw. war zumindest bis DSA3 ja schon irgendwie identitätsstiftend, Stichwort Bauergaming bzw. Hotzenplotzigkeit (Kaffeemühlen und Buxtehude). Kann man mögen oder nicht, aber wenn man das weglässt, hat man nicht weniger Klischee, sondern nur weniger DSA.

Zitat
Dumm nur, dass es in DSA literally keinerlei bemerkenswerte Progression gibt, die Helden bleiben also größtenteils völlige Nulpen, während die Plots plötzlich Schritt für Schritt epischer werden, was irgendwie echt Immersionsbrechend ist. Weil epische Monster dann entweder keine epischen Werte haben dürfen, oder die Helden niemals ohne die Hilfe von epischer Plot-Weaponry epische Monster töten können.

Hm von welcher Edition sprechen wir da?
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Offline Tarendor

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #15 am: 26.03.2019 | 10:28 »
Das UNepische DSA1-3-Abenteuer kann ich jetzt nicht bestätigen. Ich habe spaßenshalber zufällig 30 Abenteuer aus der 1.-3. Edition heausgezogen und mir den Abenteuraufhänger angeschaut.
Allesamt episch, spannend und keinerlei Bauergaming & Co.
Als Gegenbeispiel fällt mir "Der schwarze Turm" ein, der recht beschaulich startet um dann umso mehr zu eskalieren.

Was mir für die Abenteuer der 1.-3. Regeledition eher auffällt ist, dass die Abenteueraufhänger epischer sind als das tatsächliche Abenteuer.
Berühmtestes Beispiel dürfte wohl "Ingerimms Schlund" sein, trifft aber witzigerweise wiederum auf fast alle der herausgezogenen 30 Abenteuer zu.

Unabhängig davon, dass dies allesamt nicht zwingend "Stufe 1-3"-Sachen sind, sehe ich bei DSA1-3 eher eine Tendenz zu epischen Quests mit fast schon beschaulicher Abenteuerentwicklung.
Was wiederum witzig ist, wenn man bedenkt, dass DSA den Ruf der Hotzenplotzigkeit und des Bauerngamings hat, tatsächlich aber die Abenteuer der ersten beiden Jahrzehnte total episch und extrem abenteuerlich sind.

OT: Diese Abenteuerkrankheit haben sogar noch einige Myranor-Abenteuer. Besonders im Gedächtnis blieb mir "Das Lied des Lor", das vor Epicness nur so trieft, aber was im Heft steht ist mehr Sparflamme.

Offline Lord Verminaard

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #16 am: 26.03.2019 | 10:42 »
Na es war ja schon explizit von Anfängerabenteuern die Rede. Klar, am Ende läuft es immer auf den total epischen Plot hinaus, aber es kommt eben auch immer darauf an, dass die Helden diese Bodenständigkeit/Verwurzelung im piefigen aventurischen Alltag mitbringen, damit sie dann umso ehrfürchtiger staunen können. ;)
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Offline Lichtschwerttänzer

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Re: HowNotTo: Klischee-Szenarien für Stufe 1 und Einsteiger
« Antwort #17 am: 26.03.2019 | 11:02 »
Das schlimmste aller Klischees, in allen Fantasy-Rollenspielen: Der "Auftraggeber", der irgendwelche hergelaufenen Vagabunden anheuert, um etwas für ihn immens wichtiges zu tun, statt es s
in Profis zu investieren.

Auch meine ach so ehrenhaften Krieger, Rondrageweihten, Ritter erwarten eine angemessene Vergütung für den Job.
Andererseits machen die auch wiederum nicht alles, egal wieviel bezahlt wird

ggf machen sie es umsonst, weil die Sache gerecht und ehrenhaft ist und der um Hilfe bittende nicht angemessen zahlen kann, es ihrer Agenda entspricht etc

Die Idee scheint also zu sein, dass man sich epische Plots "verdienen" muss.
das Problem ist, das episch und High Power gleichgesetzt werden.
Beutlins.

Aber Kampagnen von St 1 - X  ist wirklich nicht ein  DSA Konzept
Gurk zum anderen Gurk :" Was soll denn das für`ne Schlacht sein?
Wir sind 5000 und die sind zu acht!"
Anderer Gurk : " Du hast Recht: Wir sind verloren! Rennt um euer Leben!"