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Autor Thema: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten  (Gelesen 1893 mal)

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Offline Winterphönix

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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #25 am: 1.08.2017 | 22:55 »
Nun steht die große Schlacht um Antiochia kurz bevor! Es wird also spannend. Ich bitte, den kleinen Fehler vom letzten Mal zu entschuldigen. Natürlich handelte es sich um eine Nachricht von Gottfried von Bouillon, den Anführer unseres Lagers, nicht um Gottfried von Toulouse, den verrückten Bettler. Zudem vergaß ich etwas zu erwähnen, was ihr beim Lesen aber sicherlich bemerkt habt: Wir haben eine neue Mitspielerin, die nun dauerhaft dabei ist. Ihr Charakter ist die Bettlerin Madeleine (ich hatte sie zunächst fälschlicherweise Madlen geschrieben), die in Zawra eine Gelehrte ist. Jetzt sollten alle Fehlerchen erklärt sein und es kann endlich losgehen.

Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/07/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-im.html


Die Gruppe steht auf dem Sklavenmarkt im Obsidianviertel. Madeleine, offenbar genervt von der Planlosigkeit ihrer neuen Gefährten, will wissen, was eigentlich deren Ziel ist und meint, man solle sich darauf konzentrieren. Natürlich will man Zawra verlassen, aber das, so glaubt man, sich zu erinnern, geht nur, nachdem man den Sultan getroffen hat. Madeleine hat noch von einigen anderen Wegen gehört, dem Traumland zu entkommen: Zunächst soll dies in einer Haschischhöhle im Obsidianviertel möglich sein, dann über einen Spiegel im Palast, in der Bibliothek soll es einen Ort geben und vor den Toren der Stadt soll es einen Wandsturm geben, der einen ebenfalls fortbringen kann. Leider, erinnert sich Lorentz, wurde es ja immer heißer, wenn man sich von der Stadt entfernt. Man braucht also die Fliegenden Teppiche des Sultans. Ein Teufelskreis...

Schließlich wendet man sich an einen Sklavenhändler, dessen Preise man sich jedoch nicht leisten kann. Von 111 Dinaren - ja, Dinare, er weiß schließlich, wo die Gruppe herkäme - aufwärts kosten sie, je nach Alter. Dafür kann man Sklaven überall mit hinnehmen außer auf den Basar und zum Palast nur als Geschenk für den Sultan. Es entbrennt eine Diskussion mit dem Händler, als man nach einem Sklaven fragt, der sich in der Stadt auskennt. Warum man da keinen Stadtführer nähme? Und als man den Begriff der Verwirrten Zeitreisenden erwähnt, spricht der Mann gar nicht mehr mit der Gruppe. Man sollte dringend herausfinden, was dies bedeutet.

So beschließt die Gruppe, dass sie Geld verdienen muss, um sich mumifizierte Körperteile zu kaufen, damit man auf dem nächtlichen Basar Andreas' Namen zurückkaufen kann. Zudem erzählt Madeleine, dass man wohl vom Observatorium aus die Sonnenuhr sehen könne, allerdings ist dieses bei Tag geschlossen und bei Nacht schwer bewacht. Auf dem Weg zum Basar verläuft sich die Gruppe allerdings und kommt von dem normal aussehenden Bereich des Obsidianviertels wieder in einen düsteren, schiefen Teil. Als man sich umdreht, um zurückzugehen, ist da eine Mauer. Schlägt man dagegen, spürt man allerdings, dass diese aus Sand ist und nur wie eine Mauer aussieht. Otto schlägt wütend dagegen und seine Hand wird eingesogen. Als er sie herauszieht, besteht sie ebenfalls aus Sand und Lorentz will die "Dämonenhand" sogleich abschlagen. Nun will man wieder einen Ausgang herzaubern, ist sich aufgrund der Dunkelheit jedoch nicht sicher, ob es Tag oder Nacht ist und welches Geschlecht gerade träumen darf. In einem Geistesblitz zieht der Krieger sein Buch hervor und schlägt es auf. Die Regelnder Nacht können immerhin nur am Tage gelesen werden. Und tatsächlich, er kann eine weitere Seite entziffern.

Schließlich findet man zu einem großen Torbogen, in dem ein neues Rätsel aufflammt.

Vom Tode gezeugt,
durch Leben geboren;
Auf ewig glänzend,
im Feuer verloren.


Die Gruppe rätselt und vergisst dabei leider den dritten Satz. Bei der ersten falschen Antwort, Holzkohle, rumpeln die Gebäude und die Gruppe sinkt leicht in den Boden ein. Auch rauchendes Öl ist keine akzeptable Antwort, man versinkt weiter. Kohle, Kerze und Papier bringen die fünf Personen schließlich zum vollständigen Versinken, während sie noch diskutieren, wie der dritte Satz lautete und dass sie es sich vielleicht systematisch merken sollten, jeder einen Satz.

Aus den Sekunden des Fallens durch die Dunkelheit kehrt man zurück in die Kapelle, wo Berengar überlegt, wie er den Gläubigen vermittelt, dass sie sich in ihrem Hunger zurückhalten sollen. "Wir sind die Geprüften", meint er schließlich und will die Charaktere schon als Auserwählte hinstellen, was diese jedoch ablehnen. Auf Ottos Frage nach den Vermummten Gestalten erklärt Berengar: "Das waren Priester." Die Gruppe mag dies nicht so ganz glauben und fragt nach der Vermummung. "Manche von uns sind etwas mehr... geprüft als andere", rückt der Bischof schließlich heraus. Während er die Predigt vorbereitet, suchen noch einmal alle nach dem Geheimgang, finden jedoch nichts. Otto stellt die These auf, dass dieser nur nachts auffindbar sei, das kennt man ja bereits aus Zawra. Madeleine ist ganz wild darauf, Anna zu suchen und Marie würde ihr auch helfen, da überzeugt der Mönch beide jedoch, dass das Mädchen auch sonst immer zurückgekehrt ist. Während nun Andreas und Lorentz nun ein Pferd schlachten gehen, um ihren Hunger zu stillen, schnitzt Marie ein neues Kreuz für Otto. Als die Frauen zu den Männern zurückkehren, sind diese über und über mit Pferdeblut bekleckert, Andreas frisst an einer rohen Keule, während Lorentz genüsslich das Gehirn schlürft.

Otto betet derweil in der Kapelle und bittet den Herrn um ein Zeichen, woraufhin er etwas Nasenbluten bekommt, das in Form eines Kreuzes auf den Altar tropft. Er bedankt sich, muss es nun aber erstmal noch interpretieren. Nun setzt man sich zum Essen zusammen und speist auch diejenigen, die hungrig um die Kirche lagern. Dabei ertönt lauter Schlachtenlärm von Richtung Antiochia. Der Angriff hat anscheinend begonnen. Als Bruder Richard zur Gruppe stößt, wollen die "Geprüften" natürlich wissen, warum sie nicht mit dabei sind, Marie kann sie jedoch beruhigen, immerhin sind sie eine Art Geheimwaffe, die nicht leichtfertig weggeworfen werden kann. Sie werden dann in der Stadt Angst und Schrecken verbreiten. Nach dem Essen schenkt Marie Otto nun auch das Kreuz als Widergutmachung für das alte, welches er wegen dem Vorfall im Brunnen zerbrochen hatte. Richard erklärt ihnen nun, dass sie in Zawra einen Gelehrten namens Johannes Oxitis finden sollen, welcher eine große Bibliothek besitzt und vermutlich im Palast des Sultans eingekerkert ist. Madeleine ist verwirrt, dass Richard Zawra sagt. Otto meint daraufhin: "Das ist manchmal so. Bruder Richard? Antiochia, Zawra, Antiochia. Wie oft habe ich Antiochia gesagt?" Der andere ist sichtlich verwirrt, deshalb winkt Otto einfach ab. Jedenfalls soll die Gruppe später bei der Suche helfen, Madeleine ist jedoch extrem verzweifelt und will unter keinen Umständen nach Antiochia. Mit harten Worten bringt Bruder Richard sie zum Schweigen. Außerdem, meint die Gruppe, sei Anna ganz sicher dort.

Wieder umschließt Dunkelheit die Gruppe Finsternis und man hat das Gefühl des Fallens. Dann ist man am Boden, die Frauen sind in einem Käfig, die Männer in einem anderen. Man trägt nur noch Lumpen, schlechter als das, was selbst die Bettler tragen. Die Fähigkeiten des Träumens und des Wissens um die Traumwelt kann man hier nur sehr schwer anwenden und wenn, dann kann dies große Schmerzen und schlimmeres verursachen. Verärgert und verängstigt tritt Otto gegen die Gitterstäbe und bleibt mit dem Fuß dazwischen stecken. Marie versucht, eine Vision zu erhalten, wie sie hier wieder herauskommen. Sie sieht, wie ein Wächter zweimal hereinkommt und nach dem zweiten Mal ein Schlüssel am Boden liegt. Eigentlich will sie es jemandem neben sich zuflüstern, aber da sie noch völlig neben sich steht, flüstert sie in den Raum hinein, dass sie sich den Schlüssel holen müssen, bevor die anderen es tun. "Die will uns hintergehen", murmelt Lorentz.

Fazit
Wir wussten, dass es irgendwann soweit kommen würde, dass wir im Kerker landen. Und ehrlich gesagt hätte ich das Rätsel auch nicht gewusst, wenn wir uns an die dritte Zeile erinnert hätten. Die Antwort war übrigens Diamant.
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Offline Winterphönix

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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #26 am: 4.08.2017 | 18:23 »
Orignialberucht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/08/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-im.html


Schritte ertönen und ein großer Mann schreitet auf die Gruppe zu. Er trägt einen Schleier vor dem Gesicht und an der Seite einen großen, schweren Schlüsselbund. Die Gruppe rüttelt an den Gitterstäben und fleht und fragt, herausgelassen zu werden. Als Madleen fragt, was sie tun dafür müssen, zieht der Mann seinen Schleier herunter und enthüllt seinen zungenlosen Mund. "Wir müssen schweigen?", fragt sie und der Mann nickt. Dann geht er wieder.

Die Männer tasten den Boden ab, da sie dort jedoch nichts finden, meint Otto, er wolle die Decke absuchen, also hilft Andreas ihm hoch. Doch auch die Decke ist absolut glatt. Während dort drüben also gesucht wird, entdeckt Madleen in ihrer Zelle eine schattenhafte Gestalt, die nur sie sehen kann. Sie beginnt zu zittern und zu schreien und je mehr sie bangt, desto kleiner wird die Gestalt, die nun allerdings auf sie zugekrochen kommt. Marie schafft es nicht, Madeleine zu beruhigen, dafür sehen nun auch Otto und Lorentz die Gestalt und weisen sie auf das Wesen hin. Otto spricht es an: "Bist du Mater Lacrimatum oder eines ihrer Kinder?" Und die Schattengestalt antwortet zischeln: "Beides, mein Kind."

Die Gruppe erwacht nach einem Alptraum in der Kapelle. Draußen ist es bereits dunkel geworden und der Schlachtenlärm ist noch immer zu hören. Auch Bruder Richard erwacht und übergibt sich. Berengar dagegen meint, er hatte eine Vision: Er und die Gruppe seien in Antiochia gewesen und hätten eine Grotte gefunden. Man beginnt also, sich vorzubereiten, sucht seine Waffen zusammen, Lorentz holt sich noch einen Schild. Dann geht es los in die belagerte Stadt.

Schon ist man zurück im Kerker. Das Gespräch mit Mater Lacrimatum ist nicht sonderlich ergiebig. Auf die Frage, was sie mit den Sünden der Menschen will, fragt sie nur, was man denn mit Sünden machen kann. Beichten, begehen, vergessen, usw. ist die Antwort. "Wie du siehst, kann man vieles damit machen. Ich will alles tun." Dann erfährt man noch, dass Le Rouge eine Art Avatar von ihr war, sie ist aber nicht wütend, dass wir diesen zerstört haben. Schließlich hört man erneut Schritte und der Wächter schaut noch einmal nach der Gruppe, danach ist Mater Lacrimatum auch verschwunden. Dafür liegt nun plötzlich, wie prophezeit, ein Schlüssel genau zwischen den Zellen. Madeleine reicht Marie eine Schlinge, die sie aus ihrer Kleidung gemacht hat. Damit kann Marie den Schlüssel zu sich heranziehen, allerdings fällt den Männern auf, dass es ein Silberschlüssel ist. Da man nun glaubt, wer einen Silberschlüssel berührt, wird zum Sklaven, will Marie ihn natürlich nicht berühren, also bietet Lorentz sich an. Marie wirft den Schlüssel an der Schlinge hinüber, doch leider außer Sichtweite. Tastend findet der Ritter ihn dennoch wieder und steckt ihn ins Schloss.

Je mehr es bekommt, desto hungriger wird es.
Hat es aber alles gefressen, dann stirbt es.


Das Rätsel erklingt und Madeleine antwortet sogleich "Feuer". Der Schlüssel klickt, doch die Tür öffnet sich nicht. Dafür kehrt der Wächter zurück, schüttelt den Kopf und nimmt den Schlüssel wieder an sich. Marie erlebt nun den zweiten Teil der Vision und sieht, wie der Wächter mit einer Schattengestalt spricht, wie sie quasi wetten, ob die Gruppe darauf hereinfällt. Hätten sie den Schlüssel nicht benutzt, hätte der Wärter sie freigelassen. Nun weiß man nicht mehr, was man tun soll, also versucht man erst, zu schweigen und legt sich schließlich schlafen. Nur einer bleibt wach und sieht, wie sich die Schlafenden in Embryonalstellung kauern, manchmal aufstehen und wieder hinfallen und dabei winseln wie geschlagene Welpen. Als er dies nach dem Aufwachen erzählt, meint Madeleine, sie habe gehört, dass gefallene Bürger der Stadt zu Hunden werden. Marie hält dies für Unsinn, da die Hunde sehr gut behandelt werden.

Wieder liegt plötzlich ein Schlüssel zwischen den Zellen. Eine schattenhafte Gestalt hat ihn dort hingelegt, vielleicht die Mater. Lorentz nimmt den Schlüssel an sich, steckt ihn jedoch nicht ins Schloss. Aus der Dunkelheit hört man nun hochwertige Stiefel auf die Zellen zukommen.

Zurück in der Realität durchquert die Gruppe zusammen mit den anderen Geprüften die Tore Antiochias. Drinnen herrscht Chaos. Viele der Hungrigen fallen über die Verletzten her und auch Madeleine versucht, einen zu fressen. Lorentz hält sie glücklicherweise auf und die anderen verarzten einige der Verwundeten. Dafür wachsen nun auch Madeleine Klauenhände und eine ihrer Hände wird sogar etwas größer und haariger als die andere. Lorentz Gesicht verzerrt sich etwas mehr zur Wolfsschnauze und Andreas wachsen Wolfsohren.

Auf dem Weg durch die Stadt trifft man auf eine Frau, deren 5jähriger Sohn Johann aus Furcht davongelaufen ist. Sie bittet die Gruppe, nach ihm zu suchen. Man sagt zu, die Augen offen zu halten, allerdings ist die oberste Priorität, in den oberen Teil der Stadt zu gelangen, wo sich der Palast und die Grotten befinden. Den Rest des gesegneten Trupps hat man längst verloren, als man an einen Turm kommt, in dem sich einige Heiden mit Bögen verschanzen. Um sie zu umgehen, bricht Lorentz in ein Haus ein, aus dem er Tür und Tisch entwendet, während eine Frau um ihr Leben fleht. Sie und ihre Kinder werden komplett ignoriert. Lorentz hebt seinen Schild und rennt am Turm vorbei in die nächste Gasse, dann folgen Madeleine, Otto und Marie unter dem Tisch. Als am Ende Andreas unter der Tür folgt, schießen die Männer im Turm schon gar nicht mehr.

In der Gasse liegt ein Toter, der jedoch keinen Hunger bei der Gruppe weckt. Er scheint zu Lebzeiten krank gewesen zu sein und ist wohl schon länger tot. Dafür hört man nun etwas in der Dunkelheit umherschleichen, ein Hund vielleicht...

Im Kerker hört die Gruppe jemanden sprechen, der die Neuen begutachten möchte. Der Wesir, so befürchtet man sogleich. Allerdings hört man dann, er habe noch andere Gäste, zu denen er zuerst geht. Scheinbar ist es jemand Wichtiges. Otto und Andreas tasten erneut die Wand ab und spüren plötzlich feine Linien, darin, obwohl sie nichts sehen. Andreas sucht etwas, um sich zu schneiden und die Linien mit seinem Blut sicher zu machen. Auch Otto hat diesen Gedanken, allerdings geht er wesentlich rabiater vor: Er haut seinen Kopf gegen die Wand. Die Zellen erbeben dabei und die Fünf fallen zu Boden.

Sofort ist man zurück in Antiochia, wo Otto tatsächlich am Kopf blutet und die anderen wirklich hingefallen sind. Man steht wieder auf und sieht dann einen Wolfsmenschen in der Nähe stehen. Ein Gefühl von Zugehörigkeit macht sich breit. Otto glaubt schon, es sei der Schimmelwolf, fällt auf die Knie und ruft: "Heil dir, Nagob! Befehle mir!" Dann stürmt das Wesen auf sie zu. Lorentz stellt sich mit erhobenem Schild schützend vor seine Gefährten. Marie, die bereits befürchtet, es könne der Gelehrte sein, dem sie die Kette geschenkt hatten, ruft: "Buji Beg?"

Und dann sind alle wieder im Kerker. Vor ihnen steht Buji Beg und grinst fast höhnisch. Er öffnet den Mund und setzt an, etwas zu sagen.

Fazit
Das mit der irreleitenden bzw. zweigeteilten Vision war schon fies. Klar, wir hätten auch so drauf kommen können, dass es eine Falle ist, aber manchmal hofft man ja doch noch, dass der SL so nett ist... Was es nun mit dem zweiten Schlüssel auf sich hat, wissen wir nicht. Er war auch glaube ich später gar nicht mehr in unserem Besitz. Generell haben wir nichts mehr in unserem Besitz. Ich hoffe, wir bekommen die Sachen später zurück, da das Ei der Zauberkunst und das Zweite Leben schon sehr wichtige Items sind - auch wenn wir noch immer nicht wissen, was es mit dem Ei auf sich hat.

Spaßig war die Szene, als der gelehrte Otto meinte, sich den Kopf blutig hauen zu wollen, während der Bettler Andreas die deutlich klügere Idee hatte, um die Linien mit Blut sichtbar zu machen. Leider hat es uns auch gezeigt, dass die Erlebnisse in der Traumwelt immer realere Auswirkungen haben, weshalb wir uns eigentlich beeilen sollten, einen Ausweg zu finden.

Die Runde hat viel Spaß gemacht und ging ziemlich schnell vorbei. Und natürlich ist man mal wieder in beiden Welten bei besonders interessanten Szenen. Ich denke, es ist sehr gut, dass wir jetzt beiden Orten wieder gleich viel Spielzeit einräumen statt mal auf die eine oder andere zu fokussieren. So ist man immer bei beiden voll dabei und egal, in welche man wechselt, es wird nie langweilig. Außerdem hat uns der SL mit dem NSC Sklavenhändler unsere eigene Dummheit aufgezeigt, als er uns fragte, warum wir nicht einen neuen Fremdenführer aufsuchen. Tja, wir sind halt verwirrte Zeitr- äh, Spieler.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #27 am: 9.08.2017 | 19:08 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/08/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die.html


Der Wolfsteufel rennt auf die Gruppe zu. Madeleine rennt ängstlich davon, Otto und Marie erkennen in dem Wesen Anna, welche sich freut, bekannte Gesichter zu sehen, doch Andreas und Lorentz sind so im Angriffsmodus, dass sie auf den Wolf zustürmen.

Im Kerker von Zawra steht die Gruppe nun dem höhnisch grinsenden Buji Beg gegenbüber, dessen Name wohl nicht wirklich Buji Beg ist. Auf die Frage, ob er eine Mater oder ihr Avatar sei, fragt er nur: "Habe ich etwa Brüste?" "Le Rouge hatte auch keine." "Habt ihr nachgesehen?" Er gibt keine klaren Antworten auf seinen Namen und der Verdacht kommt auf, er könne der Wesir sein, allerdings stimmt das Äußere nun überhaupt nicht mit den Münzen der Nacht überein. Buji Beg spricht mit verschiedenen Stimmen von Bekannten der Gruppe und Wahrheit und Zeit scheinen für ihn eher dehnbare Begriffe zu sein. Er will auf jeden Fall ein Spiel mit der Gruppe spielen. Verliert diese, werden ihre Seelen in Flaschen gesperrt, gewinnt sie, erhalten alle ihre Besitztümer und Freiheit zurück. Das Spiel hat drei Phasen, für jede hat man 24 Stunden Zeit: Zuerst müssen drei Rätsel gelöst werden. Anschließend muss man den Bettlerkönig finden. Und drittens -

Mit Mühe kann der Mönch den Ritter zurückhalten, doch Andreas stürzt sich mit seinem Speer auf Anna, die im Angesicht der Bedrohung ebenfalls zum Angriff übergeht und den Metzger verletzt. Als sich die Lage endlich beruhigt, verwandelt sich das Kind auch wieder zurück. Gemeinsam folgt man dem schweren, köstlichen Geruch von Blut nach Norden zum Hospital. Von dort erklingt Kampfeslärm und unterwegs hört man das Geräusch von merkwürdigen Hunden oder Wölfen, man weiß es nicht genau. In einem Haus bedrohen zwei Franzosen einige Frauen und Kinder, die wohl keine Vorräte mehr zu haben scheinen. Als die beiden Männer den Schlächter und das berüchtigte Wolfskind erkennen, weichen sie zurück und überlassen der Gruppe die "Beute". Die Frauen sind dankbar, haben jedoch wirklich nichts mehr. Als man einen Soldatentrupp näherkommen hört, lässt man sich von den Frauen in einem kleinen Keller verstecken. Problemlos hält man in Stille aus und beruhigt auch die Kinder. Die Gruppe hört mit an, wie etwas über die Soldaten herfällt, man hört Schreie, brechende Knochen und das Geräusch, wenn etwas gefressen wird.

Die dritte Aufgabe, fährt Buji Beg fort, ist das zu tun, was der Sultan am Liebsten hat bzw. mag. Da die Gruppe dies jedoch nicht weiß, muss sie es zusätzlich zuerst noch herausfinden. Aus dem vorigen Gespräch geht jedoch hervor, dass es sich um ein besonderes Spiel handeln könnte. Dann verschwindet er. Otto schmiert etwas Blut aus seiner Kopfwunde an die Wand, wo er die feinen Linien entdeckt hat. Sofort flammt ein Rätsel auf:

Loch an Loch
und hält doch.


Kurz wird überlegt, die Antwort dann aber schnell gefunden: Es ist ein Netz bzw. eine Kette. Sowie die Worte gesprochen wurden, fängt es an, nach Schokolade zu duften. Nun ist Andreas an der Reihe, seinen blutigen Finger über die Linien zu reiben. Erneut flammt ein Rätsel auf, gerade flüchtig genug, um es zu lesen, bevor sich die Worte in Luft auflösen.

Es kommt vom Leben,
hat kein Leben
und muss doch Leben tragen.


Dieses Mal tut sich die Gruppe schwer. Die ersten Assoziationen sind Bett und Stuhl, doch bei beiden Antworten geschieht nichts. Auch das Seil ist es nicht. Da Madeleine wie in der wachen Welt verschwunden ist - Buji Beg fragte Marie, ob sie sicher sei, dass da jemals jemand mit ihr in der Zelle gewesen wäre - hat die Gruppe nur noch eine Antwort. Da fällt Otto ein, dass auch etwas aus Leder gemeint sein könnte. Man schwankt zwischen Schuh und Sattel, doch da nicht alle sich sicher sind, ob ein Schuh einen wirklich trägt, nimmt man Sattel, was wohl auch richtig ist. Nun sucht Marie in ihrer Zelle nach Linien.

Als man sich endlich aus dem Keller des Hauses wagt, findet man auf den Straßen Antiochias 12 tote Seldschuken, augenscheinlich von Wolfsteufeln getötet und gefressen. Die Angreifer rochen sehr dreckig, scheinen sich aber in der Stadt auszukennen. Während die anderen sich etwas an den Resten der Toten sättigen, will Anna lieber lebendes Fleisch. Sie zählt sogar die Kinder ab und nun, da sie wohl länger nichts gegessen hat, beginnt sie zu würgen, ihre Knochen scheinen sich zu verformen und ihre Augen sind blutunterlaufen. Auf dem weiteren Weg bemerkt die Gruppe bald, dass sie verfolgt wird. Da die Person nicht aggressiv zu sein scheint, lässt man dies erst einmal zu und gelangt in die Nähe eines Marktes, wo es nach Früchten riecht. In einer Gasse hört man jedoch ein Würgen. Nun geht Lorentz doch nachsehen, wer denn der Fremde ist.

Im Kerker muss Marie sich zunächst überwinden, sich in den Finger zu beißen und ihr Blut an die Wand zu schmieren, wo sie ebenfalls feine Rillen gefunden hat. Ein neues Rätsel flammt auf:

Was gehört einem Menschen,
das die Anderen viel öfter verwenden
als er selbst?


Auch hier ist die Antwort schnell klar: Der eigene Name. Kaum ist die Lösung ausgesprochen, fallen die Gitterstäbe beider Zellen einfach um. Die Gruppe läuft durch die Dunkelheit, einen scheinbar endlosen Gang entlang, rechts und links überall weitere, leere Zellen. Erst nach einer Weile entdeckt man, dass es unterschiedliche Platten auf dem Boden gibt, einige davon sind mit 3en markiert. Läuft man auf diesen, verursacht man keine Geräusche und tatsächlich findet man bald eine Treppe, die nach unten führt. Sie führt ins Obsidianviertel, wo wieder einmal alles verzerrt und ungerade zu sein scheint. Während man eine scheinbar nicht enden wollende Gasse entlanggeht, sieht jeder die anderen an merkwürdigen Positionen: An den Wänden laufen, rückwärtsgehend, versetzt usw. Dann kommt man wieder zur Treppe zurück, die die Gruppe einzusaugen droht. Marie erträumt sich ein Seil und sowie die Gruppe dieses ergreift, stoppt der Sog.

Marie versucht nun, sich einen Weg heraus zu erträumen, ein Loch in den Wänden, doch das klappt nicht. Also ruft sie eine Vision herbei. Die Männer graben derweil im Boden und stoßen auf allerlei seltsame Dinge: Schmiedewerkzeuge, Würfel aus verschiedenen Materialien und eine merkwürdige Öllampe mit Katzen drauf. Derweil bekommt Lorentz heftige Hüftschmerzen und Buchstaben schälen sich aus seiner Hüfte. Er vermag sie jedoch nicht zu lesen. Maries Vision offenbart, dass sie an den Wänden laufen müssen. Sobald man dies tut, normalisiert sich die Sicht. Otto geht schließlich einen Schritt weiter und springt in den Himmel hinein, Marie tut es ihm ohne zu zögern gleich, da sie eine ähnliche Idee hatte, die anderen beiden folgen nach kurzem Zögern. Ohne einen Laut verschwindet einer nach dem anderen...

In Antiochia stößt man in der Gasse auf Henri, der ebenfalls Anzeichen des Wolfsteufelfluches zeigt. Er ist der Gruppe gefolgt, weil ihm die anderen zu wild waren und er in ihnen eher einen Schutz und eine Ablenkung für Feinde sieht. Als sich erneut bewaffnete Gegner nähern, ziehen er und Marie sich zurück, während die anderen die Männer, die im Dunkeln kaum sehen können, rasch dezimieren. Anna frisst sich endlich satt und wirkt nun auch wieder deutlich gesünder. Nun offenbart auch Lorentz Henri sein entstelltes Gesicht, worauf dieser panisch fliehen will, doch der Ritter packt ihn und schleudert ihn davon. Marie kann den Händler gerade noch beruhigen.

Etwas weiter trifft man schließlich wieder auf die Haupttruppe der Geprüften, allerdings sind diese wild am Plündern und Morden und selbst Bischof Berengar scheint erneut dem Blutrausch verfallen zu sein. Sein schwerer Umhang ist über und über in Blut getränkt und er rezitiert nonstop Bibelzitate. Otto ist völlig außer sich, bahnt sich einen Weg zu ihm und schreit dabei: "Bischof! Du Hurenbock! Wer hat Euch ins Hirn geschissen? Wir sollen der Prüfung widerstehen, nicht sie zelebrieren!" Lorentz unterbindet derweil halbwegs erfolgreich die sinnlose Ermordung weiterer Frauen und Kinder. Anna sieht ehrfurchtsvoll zum Bischof auf, der sich wieder im recht sieht in seinen Ansichten. Daraufhin greift Otto ihn an.

Angenehme Gerüche von Vanille und Schokolade liegen in der Luft. Die Gruppe befindet sich wieder in Zawra, in einem schier unendlichen Thronsaal. Nur einige Fackeln erleuchten die Säulen und einen riesigen Thron, um den ein Käfig gebaut wurde. Man kann weder Wände noch eine Decke sehen. Durch einiges angestrengtes Überlegen fällt der Gruppe nun nach und nach ein: Der Bettlerkönig Khulud hatte ein besonderes Erkennungszeichen, eine Öllampe, die mit violetter Flamme brennt. Derjenige, der die Lampe findet und entzündet, kann der neue Bettlerkönig werden. Alle Augen richten sich erwartungsvoll auf Andreas, der seine gerade erst gefundene Lampe hervorzieht und diese entfacht.

Als Otto den Bischof angreift, packt Anna gewaltsam das Bein des Mönchs und hält ihn so von der Attacke ab. Gemeinsam mit Marie kann Otto Berengar langsam wieder zur Vernunft bringen und als dieser bemerkt, was er getan hat, fließen Tränen über sein blutverschmiertes Gesicht.

Die Öllampe entzündet mit violetter Flamme und alle Fackeln im Thronsaal nehmen ebenfalls diese Farbe an. Leider macht die Lampe noch keinen neuen König aus. Erst muss sich der Anwärter mit Hilfe seines neuen Hofstaats beim Haushofmeister des früheren Bettlerkönigs bewähren. Diesen ruft man durch das Reiben der Lampe herbei. Aus der Dunkelheit erklingen Schritte und eine bekannte Stimme sagt: "Ah, Khulud, ein Erbe, endlich!"

Fazit
Eine wunderbar dynamische Runde mit vielen Sprüngen. Vielleicht wäre ein Fokus auf Antiochia, um diesen Teil abzuschließen, besser gewesen, aber auch so kam wieder ein interessanter Plot zustande, den ich nicht missen wollte.

Da der Bettlerkönig seit langer Zeit als verschollen gilt, wollten wir schon versuchen, in der Zeit zurückzureisen, um ihn in der Vergangenheit aufzusuchen. Dass Andreas die Lampe gefunden hat, war wahrhaftig ein geiler Zufall. Die Zufallstabellen in dem Buch sind wirklich sehr lustig.

Bei dem zweiten Rätsel sind wir nur dank SL-Gnade durchgekommen. Die offizielle Antwort wäre Schuh gewesen, aber Sattel machte für ihn auch noch genug Sinn. Für ihn war Schuh nur naheliegender, da dieser einen quasi durchs Leben trägt. Wir haben es allerdings etwas wörtlicher genommen, weshalb es auch ok war.

Und in Antiochia spitzt sich die Lage zu, da die Hälfte der Gruppe nur noch frisches Fleisch essen kann, tote Körper verursachen ihnen Übelkeit und sättigen sie nicht länger.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #28 am: 26.08.2017 | 08:16 »
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Aber wirklich, was für eine Runde dieses Mal. Da glaubt man, alles läuft ausnahmsweise mal gut und dann das... aber lest besser selbst. Übrigens teste ich hier mal etwas aus: Zur besseren Unterscheidung der Antiochia- und Zawra-Parts mache ich Zawra mal in einer anderen Farbe. Sagt mir gerne Bescheid, wie ihr das findet.



Madeleine taumelt völlig aufgelöst aus einer Gasse Antiochias, während Lorentz gerade ein paar der aggressiven Geprüften von weiterem Morden abhält. Von den etwa 30 Personen auf dem Platz ist die Hälfte verwundet oder anderweitig nicht mehr kampffähig, also trommelt Marie sie zusammen, um sie etwas weiter im Süden ausruhen zu lassen und sie zu verarzten. Gerade, als sie dabei ist, hört man, wie sich ein Trupp Krieger von Norden aus nähert. Bevor jedoch der Angriff von Lorentz organisiert werden kann, ertönt ein lautes Krachen in der Nähe. Viele Leute werfen sich zu Boden, andere flüchten in die umstehenden Häuser. Ein Teil einer Statue ist in eine nahe Wand gekracht. Anscheinend werden die Geprüften mit Katapulten beschossen.

Im Thronsaal des Bettlerkönigs schreitet Savaric aus der Dunkelheit. Er führt die verwirrte Madeleine neben sich her und trägt fürstliche Kleidung. Feierlich erklärt er, ein König brauche schließlich eine Königin. Während die anderen versuchen, sich wie ein anständiger Hofstaat zu benehmen, redet Lorentz mal wieder dummes Zeug, was den Haushofmeister etwas verwirrt. Marie versucht Schadensbegrenzung zu betreiben, indem sie erklärt, seine körperlichen Attribute seien eben stärker ausgeprägt als seine geistigen, woraufhin Savaric einen anerkennenden Blick in Richtung von Lorentz' Geschlecht wirft und verstehend nickt. Dann erklärt er, die Gruppe müsse ein Rätsel lösen nach den Regeln der Obsidianfürsten. Schaffe man dies, dürfe man bei den Fürsten vorsprechen und sich vor ihnen beweisen. Schaffe man es nicht, schulde man jedem von ihnen einen Gefallen. Bei diesen Regeln gibt es keine zeitliche Begrenzung, allerdings sollte die Gruppe sich nicht zu lange im Thronsaal aufhalten, solange Andreas noch nicht König ist, da sonst die drei Fürsten ihnen Lebensenergie entziehen.

Einem jeden Edelstein
Gebe ich noch hell'ren Schein.
Wer mich aber hat verloren,
Der wird rot bis an die Ohren,
Oder er erblasst vor Schrecken
Und bleibt in der Rede stecken.

Der Plan, dass sich jeder eine Zeile merken soll, geht natürlich total in die Hose. Nicht alle haben verstanden, wo eine Zeile endet, sodass einige sich einen längeren Teil merken als andere und so einmal wieder die vorletzte Zeile vollkommen vergessen wird, nur das "erblasst" merkt man sich. Verzweifelt rätselt man herum und versucht es mit "Atem". Zwei der Fackeln gehen daraufhin aus und Savaric schüttelt amüsiert den Kopf. Etwas verzweifelt wird überlegt, es könne ja auch Glanz sein, was natürlich so gar nicht passt. Erneut erlöschen zwei Fackeln und der Haushofmeister wirkt immer weniger amüsiert. Nun wird fieberhaft überlegt. Begriffe wie Schönheit, Krone oder Schmuck kommen zur Sprache und Ottos Erklärung zur Krone passt wohl am besten: Immerhin könnte das Rotwerden auch eine Hinrichtung durch Köpfen meinen. Lorentz ist eher für Schönheit, aber Marie setzt sich mit Krone durch, da sie und die anderen die Erklärung logischer finden. Kaum hat sie die Worte gesprochen, erlöschen alle Fackeln im Saal.


Ein weiterer Teil einer Statue wird nun mitten auf die Meute geworfen, die noch etwas kopflos auf dem Platz umherirrt. Während Marie nun mit den Verletzten zurück nach Süden zieht, um Schutz zu suchen und sie zu pflegen, ruft Lorentz ein paar der noch kampffähigen Männer zusammen und will sich den Angreifern entgegenstellen. Andreas wird von den umherfliegenden Gesteinsstücken am Kopf getroffen und geht bewusstlos zu Boden. Die anderen halten ihn für tot und lassen ihn liegen. Erst, als sie weg sind, beginnt Henri, ihm Fleisch in den Mund zu stopfen, um ihn zu wecken und zu stärken.

Der Haushofmeister ist sehr zufrieden. Das Rätsel wurde gelöst und so kann er die Gruppe endlich losschicken, um ihre Aufgabe zu erfüllen, um neuer Bettlerkönig und Hofstaat zu werden. Sie müssen alle drei Fürsten des Obsidianviertels aufsuchen und sich vor ihnen beweisen. Die Lampe bringt die Fünf mittels Reiben zu ihnen und auch an jeden anderen Ort in Zawra, an dem sie bereits waren. Kurz wird überlegt, was man über die Fürsten weiß. Es sind der Unsterbliche Meister des Goldes, die Verschleierte Herrin des Flüsterns und der Blinde Meister der Klingen. Marie erwirkt eine Vision, um zu sehen, welche Aufgaben sie erwarten. Leider kann sie nur zwei der Fürsten sehen: Der Meister des Goldes scheint einer der sprechenden Hundewesen zu sein. Um ihn herum stehen Särge und liegen Leichenteile herum. Er möchte ganz besonderes Fleisch haben, vielleicht ein Neugeborenes oder Teile eines Adligen. Die Herrin des Flüsterns wiederum steht in einem Raum voller Schleier. Sie tauscht Geheimnisse gegen Geheimnisse aus Zawra, die sie noch nicht kennt.

Es kommt zur Diskussion, wohin man zuerst gehen soll. Lorentz meint, man könne ja dem Meister des Goldes Maries Arm geben, was dieser selbstverständlich widerstrebt. Schließlich entscheidet man sich für den Meister der Klingen, da Lorentz dessen Aufgabe für die einfachste hält. Andreas reibt also an der Lampe und schon steht man auf einem hohen Turm, an dessen Rand hunderte verschiedener Waffen liegen. In der Mitte sitzt ein verschleierter Mann, der zunächst nicht auf uns reagiert. Nach kurzem Überlegen weiß man jedoch, dass Andreas sich und seinen zukünftigen Hofstaat vorstellen muss. Dies tut er auch sehr holprig. Anschließend begrüßt der Meister die Gruppe ebenfalls und erklärt die Aufgabe: Einer von ihnen muss sich an eine Wand stellen und "muss Vertrauen in meine Klinge haben". Bedeutet, er wirft mit Wurfmessern und man darf sich nicht bewegen. Andreas verhaut es gleich beim ersten Versuch, also tritt Madeleine für ihn an und schafft sogar zwei Runden. Dann scheidet jedoch auch sie aus. Die anderen sind sich nicht sicher, ob sie der Herausforderung gewachsen sind, da schlägt der Meister der Klingen ein Duell vor. Natürlich nimmt Lorentz die Herausforderung an und schnappt sich einen Krummsäbel, während der Meister ihm mit bloßen Händen entgegentritt. Schafft Lorentz es, drei Hieben auszuweichen oder einen Treffer zu landen, hat die Gruppe die Prüfung bestanden. Zu spät bemerkt Marie, dass sie das Duell ablehnen hätten sollen, da man dem Meister nicht gewachsen ist - dies hätte ihm als Erklärung genügt. Stattdessen schlägt sich Lorentz gut und landet tatsächlich einen Treffer. "Nun gut, Ihr habt bestanden, aber nicht meine Wertschätzung." Als die Gruppe nun ein wenig mit ihm plaudert, erfährt man, dass der Meister Zawra verlassen will und die Charaktere ihn mitnehmen sollen, wenn sie einen Weg finden.

Während des Gesprächs entdeckt Lorentz, dass er wieder aus seinem Buch lesen kann. Dieses Mal geht es um die Regeln des Hafenviertels:

Das Silbenfeilschen ist außer Kraft gesetzt.

Die Schiffspassage kann nicht mit Münzen gezahlt werden, nur mit einem Gefallen oder einem Schmuckstück aus dem Palast des Sultans.

Jegliche Kampfhandlung steht unter Kerkerstrafe.

Wer beim Diebstahl erwischt wird, dem werden beide Hände abgeschlagen.

Strafen können entgangen werden, wenn man sich zu 3x3 Jahren der Arbeit auf dem Schwarzen Schiff verpflichtet.

Der Hafenmeister allein vermag zu sagen, wohin ein Schiff fährt.


Als man daraufhin den Meister nach dem Schiff fragt, erzählt dieser, dies sei ein Piratenschiff, welches nur bei Neumond nach Zawra kommt und dessen Besatzung willenlos ist. Bevor die Gruppe geht, erfährt Marie außerdem, dass der Sultan Geschichten sehr mag. Vielleicht ist es das, was die Gruppe tun soll...


In Antiochia geht derweil ein Hagel brennender Pfeile auf die von Lorentz geführten Krieger nieder...

Fazit
Beim Rätsel haben wir mal wieder ziemlich verkackt. Eigentlich war die richtige Antwort "Die Fassung", aber Ottos Erklärung hat den SL ziemlich überzeugt. Ich selbst wäre sicherlich nicht auf die richtige Antwort gekommen, weil ich das mit dem hellen Schein nicht in Verbindung mit einer Fassung gebracht hätte. Auf der anderen Seite ist eine Krone ja auch eine Art Fassung... Dieses Teekesselchen hat mich allerdings zu sehr verwirrt. Ottos Spieler hat zwar daran gedacht, die Antwort aber nicht ausgesprochen.

Nun war dieser Teil bis jetzt eher die Einleitung. Wir haben sehr zielgerichtet gehandelt und sind gut vorangekommen. Der richtige Blödsinn (von uns Spielern herbeigeführt) geht jetzt erst los. Vielleicht könnt ihr ja anhand des Titels erraten, was wir getrieben haben...
« Letzte Änderung: 29.09.2017 | 22:35 von Winterphönix »
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #29 am: 9.09.2017 | 07:28 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten.html


Andreas und Otto, die nach einigen Wirrungen wieder zueinander gefunden haben, machen sich gemeinsam auf den Weg zurück ins Lager. Da hören sie aus Osten und Westen Soldaten näherkommen. Die Stimmen verraten sie als Syrer und Aramäer. Aus dem Süden dagegen hört man leise Gebet, also schleichen die beiden Männer mehr schlecht als recht dorthin.

Lorentz führt den Verletzten, Guisebert, derweil weiter. Als der Ritter Anna riecht, versucht er, dem Geruch zu folgen, doch bald überlagern andere Gerüche wie verbranntes Fleisch und Asche ihre Fährte und er gibt die Suche auf. So beschließen die beiden, nun tatsächlich umzukehren, da niemand von den anderen mehr in ihrer Nähe ist und sie zu zweit nicht viel ausrichten können. Da ertönt ein lauter Schrei, der sich anhört wie von jemandem, der aus großer Höhe herunterfällt. Sie können die Richtung allerdings nicht ausmachen.

Marie und Bruder Richard haben sich glücklicherweise noch nicht allzu weit vom Lager entfernt, als der Mönch meint, es wäre vielleicht doch etwas gefährlich ganz allein zu gehen. Marie stimmt ihm zu und sie kehren um. Vielleicht können sie später mehr Leute zusammentrommeln.

Madeleine derweil, verlassen und verzweifelt, fällt auf die Knie und betet inbrünstig zu den Müttern. Diese mögen ihr den Weg weisen und ein Zeichen schicken. "Ich preise eure Grausamkeit!" Tatsächlich liegt plötzlich Anna vor ihr, zusammengekauert und tief schlafend.

Da sich die beiden Männer umzingelt wähnen, verstecken sich Andreas und Otto halbwegs, als auch sie plötzlich den Schrei hören. Und sie erkennen ganz eindeutig: Da wurde eine Person mit einem Katapult in die Luft befördert. Noch während sie sich über diese Grausamkeit ekeln, bemerken sie, wie etwas Humanoides schnüffelnd über den Boden kriecht.

Kaum hat Madeleine das schlafende Kind auf den Arm genommen, bricht in der Nähe eine Mauer zusammen. Dahinter sieht sie einen Lichtschein wie von Feuer, auf das sie zugeht.

Lorentz und Guisebert machen sich vorsichtig auf den Rückweg und sind dem Lager schon recht nahe, als sie feindliche Truppen hören. Aus einer Seitengasse erklingt zudem ein Winseln, von dem Lorentz vermutet, es stamme wohl von einem der ihren. Er beschließt jedoch, besser nicht nachzusehen und die beiden ziehen weiter.

Als Marie zurückkehrt, sind weitere Verwundete und Erschöpfte eingetroffen. Da diverse Gerüchte kursieren, debattieren die Kreuzritter heftig untereinander, ob sie sich zurückziehen oder einen Vorstoß wagen sollten. Aber Marie hört auch Geschichten darüber, dass Lorentz und der Schlächter tot sein sollen. Ein Mann hat sich sogar Gedärme umgehängt und behauptet fest, es seien die "Insignien vom Heiligen Otto! - Äh, er wird bestimmt heiliggesprochen."

Andreas erkennt die Kreatur, die ihnen folgt, als Mensch. Dieser riecht nach Wolfsteufel und nach Tafuren. Es ist ein Jugendlicher, der die beiden eindringlich beobachtet. Otto versucht ihn zunächst mit Gesten und Steinen auf Distanz zu halten, woraufhin der Bursche nur knurrt. Da er ihnen nichts tut, gehen sie einfach weiter und er folgt ihnen.

Madeleine ist auf das Feuer zugegangen, welches sich als Lagerstelle herausstellt. Sie ist verlassen und hier und dort sieht sie alte Blutspritzer. Irgendwo liegt eine Feldflasche, in der altes, fast geronnenes Blut ist. Aus einem Haufen von Speeren nimmt sie sich einen, ehe sie noch ein Buch findet, welches sie ebenfalls mitnimmt. Einer der Blutspritzer, erkennt sie, sieht wie ein Pfeil aus, dem sie nun folgt, es könne ja ein Zeichen der Mütter sein.

Nun spricht Otto den Jugendlichen auf Arabisch an. Dies scheint ihn kurz zu irritieren und dann sehr wütend zu machen. Er greift die beiden Männer an, die sich ihm entgegenstürzten. Der Kampf dauert nicht lange, Beide schlagen und beißen auf denselben Arm des Angreifers ein. Der scheint zwar keinen Schmerz zu spüren, ist aber sichtlich irritiert, dass er den Arm nicht mehr bewegen kann. Winselnd bleibt er am Boden und die anderen beiden lassen ihn in Ruhe und gehen weiter. Er folgt ihnen nicht mehr.

Lorentz kommt endlich beim Lager an, wo man sich sehr freut, ihn lebend wiederzusehen. Er wird sogleich überschwemmt mit Geschichten darüber, wie es beim Palast aussieht. Als er dann aber hört, dass jemand angeblich die Gedärme Ottos trägt, schüchtert er diesen ein und zwingt ihn, diese zu essen. Als der Mann würgend daran herumzulutschen beginnt, erkennt der Ritter seinen Irrtum - der Mann ist gar kein Geprüfter, daher entschuldigt er sich, entreißt ihm die Gedärme und wirft sie ins Feuer. Als nächstes möchte er Andreas' Leiche bergen, wofür er gut 14 Leute zusammentrommeln kann. Gemeinsam mit diesen und Marie geht er zurück zu jenem Platz, an dem sie sich getrennt hatten. Hier treffen sie allerdings einen recht lebendigen Andreas und einen ebenso lebendigen Otto, den Marie schonmal darauf vorbereitet, wie die Leute aktuell von ihm denken. Und dann hört man Reiter näherkommen. Ein- oder zweidutzend. Schnell wird eine Barrikade errichtet und man kehrt zum Lager zurück, wo dann auch Madeleine zu der Gruppe stößt. Wie eine Kriegsgöttin kommt sie auf die anderen zu, ehe man erkennt, was sie da auf dem Arm trägt...

In Zawra schleichen die Männer hinter dem Greis her durch eine sehr schmale Gasse, die immer schmaler zu werden scheint. Der alte erklärt, ein Händler wolle sie kennenlernen. Ein Händler, der genau wie der Alte seinen Namen verkauft hat. Schließlich kommen sie in einer Schmiede an, die aber eher wie eine Tarnung wirkt. Ein Mann kommt ihnen entgegen. Er sieht aus wie Buji Beg, trägt aber eher schlichte Kleidung und scheint die Gruppe auch nicht zu erkennen. Anscheinend hat er dieses Aussehen nicht wissentlich angenommen oder benutzt es einfach so zur Tarnung. Er erklärt, es gäbe eine Möglichkeit, die ihnen vielleicht ihre Namen wiederbringt. Dazu müssten sie allerdings einbrechen und ein Gefäß entwenden. In dieses müssten sie das Blut von 3 Namenlosen geben. Allerdings ist die Methode nicht ganz gesichert und mehr Einzelheiten könne er Andreas erst geben, wenn dieser einwillige. Er bekäme selbstverständlich auch eine Gegenleistung für seine Hilfe.

Marie und Madeleine stehen derweil in einem wunderschönen Garten. Die Mütter sind nirgendwo zu sehen. Hohe Hecken formen eine Art Labyrinth und von allen Seiten hört man Kinderlachen. Beim Nachdenken fällt den Frauen ein: Das hier ist vermutlich der Garten der Stille, der Palastgarten! Und hier dürfen sich nur die Frauen des Sultans und seine Kinder aufhalten...

Madeleine trägt nicht Anna auf dem Arm, wie sie glaubt, sondern eine verkohlte Kinderleiche. Als sie dann auch noch erklärt, die Mütter hätten ihr Anna gebracht und sie hierher zurückgeführt, wollen einige sie natürlich sofort verbrennen, doch Marie hält sie davon ab. Die Frau sei von all der Gewalt nur verwirrt und würde sich wieder beruhigen. Zunächst redet man Madeleine also gut zu und sagt ihr die Wahrheit noch nicht. Sie reicht Otto das Buch, welches jedoch leer ist. Das Leder fühlt sich allerdings merkwürdig an und bei genauerem Hinsehen erkennt der Mönch, dass es sich um die Haut gleich mehrerer Menschen handelt! Dann versucht er, Madeleine davon zu überzeugen, Anna in eine Ecke zu legen und schlafen zu lassen, doch sie weigert sich. Anna sei ein Geschenk der Mütter! "Das ist nicht Anna auf deinem Arm, das ist eine Kinderleiche!", fährt Otto sie schließlich an und in diesem Augenblick erkennt die Bettlerin ebenfalls die Wahrheit. Weinend bricht sie zusammen und hört in ihren Gedanken leise eine Stimme, die sich wie ihre eigene anhört, aber gewiss die einer der Mütter ist: "Du hast diese Prüfung leider nicht bestanden. Doch keine Sorge, es werden noch andere kommen." Nun hört man aus einer anderen Richtung Reiter näherkommen und irgendetwas schleicht durch die Dunkelheit.


Fazit
Nun, zumindest in einer Welt haben wir wieder zueinander gefunden. In der zweiten sieht es leider so aus, als ob es noch ein Weilchen dauern könnte. Viele möglicherweise interessante Geheimnisse sind in Antiochia leider ungelöst geblieben, viele mögliche Verbündete zurückgelassen. Aber gut, wir haben uns auch darauf konzentriert, endlich wieder zusammenzufinden und wie man sieht hat dies bereits die Hälfte der Spielzeit in Anspruch genommen.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #30 am: 12.09.2017 | 07:13 »
Orginalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten_5.html


Im Palastgarten beginnt Madeleine darüber zu philosophieren, dass die Mütter sie hierher in Schwierigkeiten gebracht hätten und wie wundervoll dies doch sei. Marie kann ihre Begeisterung nicht nachvollziehen und meint, Madeleine müsse deren bösen Einflüsterungen widerstehen. "Aber überleg doch, die Mütter haben Macht hier und in der echten Welt!" Und dann beginnt Madeleine zu erklären, seit wann es den Glauben an Gott gäbe und in welchen griechischen Schriften etwas anderes stünde und so weiter. Für Marie ist dies alles ketzerisches Gewäsch. Sie sieht sich um und entdeckt überall in Pflanzen und Steinen kleine Kindergesichter, die sich jedoch nicht bewegen. Da anscheinend keine Gefahr von ihnen ausgeht, ruft sie eine Prophezeiung herbei, wie sie aus dem Garten entkommen und die anderen wiederfinden. Sie sieht, wie sie und Madeleine, jede einen purpurnen Apfel in der Hand, in einen Brunnen springen. Als sie dies Madeleine mitteilt, fragt diese nur, ob es sich nicht vielleicht um selbsterfüllende Prophezeiungen handelt. Marie ist das Geschwätz irgendwie zu hoch und blockt es daher mit Schweigen ab. Madeleine klettert auf einen Baum, um nach den Äpfeln oder dem Brunnen Ausschau zu halten, doch sie sieht nur den Garten, der bis zum Horizont zu reichen scheint.

Die Männer verhandeln derweil, was sie für ihre Mithilfe als Gegenleistung bekommen. Die beiden Namenlosen bieten an, ihnen die Wege zu nennen, auf denen sie Zawra verlassen können. Als jedoch Otto nachfragt, ob sie ihnen auch helfen können, das Durch-die-Zeit-Springen zu unterbinden, bitten sie um Verzeihung und brechen das Gespräch regelrecht ab. Verwirrten zeitreisenden könnten sie nicht helfen. Man könne sie aber noch dorthin bringen, wo sie wollten und dann würde man sich wohl nie wiedersehen.

Die Frauen verlassen sich auf Kismet und ziehen los, in der Hoffnung, die purpurnen Äpfel zu finden. Tatsächlich kommen sie problemlos zu einem Baum, welcher Äpfel in den verschiedensten Farben führt, allerdings keine in Purpur. Marie erinnert sich an eine Geschichte, nach der nur eine einzige Konkubine des Sultans die Äpfel berühren durfte. Pflückt man außerdem zu viele, geschieht etwas Schlimmes mit dem Baum, was wohl schon einmal geschehen ist. Noch während sie überlegen, hören sie ein Geräusch näherkommen und verstecken sich rasch. Ein weißer Hund trottet vorbei und sieht sich um. Sein scheußliches Gesicht sieht aus wie das eines Kindes mit grausigen Zähnen. Der Hund entdeckt sie nicht und zieht wieder von dannen, doch die Frauen sind so voller Angst, dass sie nicht wagen, sich zu bewegen, bis es dunkel geworden ist. Es ist kalt und Raureif überzieht die Äpfel, die nun alle blau sind.

Nach einigem Hin und Her einigt man sich darauf, zum Basar zu gehen. Dort hält Andreas Ausschau nach einer möglichst reich aussehenden Person. Tatsächlich hat er Glück und stiehlt einen Schriftrollenbehälter. Darin steckt eine Art Stadtkarte, die allerdings keinen Maßstab hat. Darauf ist Zawra in Kreisen abgebildet. Ganz innen im Kreis ist der Basar, darum herum das Händlerviertel. So geht es weiter, wobei einige Viertel nicht beschriftet sind und es auch keine richtigen Einzelheiten gibt. Ganz außen liegt zumindest der Hafen. Als Andreas sich etwas auf die Karte konzentriert, erscheint in ihrer Mitte ein kleiner Stern, der sich bewegt, wenn sich Andreas bewegt.

Otto handelt in dieser Zeit mit einem Händler. Dieser bietet ihm eine Pfeife aus Elfenbein an, deren Klänge angeblich Tiere kontrollieren können, nur keine Hunde des Sultans. Einst habe sich dieses Artefakt im Besitz des Sultans selbst befunden, er habe es jedoch großzügig seinem Volk zur Verfügung gestellt. Während der Verhandlung mischt sich immer wieder Lorentz ein und versucht durch Geringschätzung des Gegenstandes dessen Preis zu senken. Otto dagegen fährt genau die umgekehrte Taktik, indem er dem Händler Abu schmeichelt. Leider ist der Preis trotzdem viel zu hoch und so verabschieden sich die Männer und überlegen, was sie nun tun sollen. Weitere Ablenkungen wie die Suche der Sonnenuhr wollen sie vermeiden. Daher überlegen sie, ob sie entweder die Frauen suchen oder gleich zum unsterblichen Meister des Goldes gehen.

Madeleine erwacht schließlich aus ihrer Starre und pflückt einen der Äpfel, der sich in ihrer Hand gelb verfärbt und herrlich nach Zitrone duftet. Sie beißt hinein. Der Bissen erfüllt sie mit einem wohligen, erfrischenden Gefühl. All ihre Wunden und Erschöpfungen fallen von ihr ab und ihre Augen verfärben sich gelb. Nun traut sich auch Marie. Ihr Apfel hat eine diamantene Oberfläche und ist völlig geruchslos. Auch als sie hineinbeißt schmeckt er nach nichts. Da sie keine andere Möglichkeit haben, träumen sie ihre Äpfel einfach purpur, auch wenn das Zaubern hier nur den Haremsdamen erlaubt ist. Wieder verlassen sie sich auf Kismet und finden den gesuchten Brunnen. Madeleine zögert anfangs etwas, ergreift dann aber Maries Hand. gemeinsam springen sie in den Brunnen.


Die Reiter, die näherkommen, entpuppen sich als die eigenen Leute. Es sind Wilhelm von Gascogne und einige verletzte Gefolgsmänner. Auch sie zeigen Anzeichen des Wolfsteufelfluches. Auf ihrem Weg zum Lager stießen sie auf eine Barrikade, weswegen sie einen Umweg nehmen mussten und einige Männer verloren. Natürlich meint Lorentz schulternzuckend, dass es ihre Barrikade war. Wilhelm ist verärgert, berichtet dann aber weiter vom Palast. Die letzten Widerständler würden sich dort verschanzen. Man müsse sich einfach neu formieren und am nächsten Morgen angreifen.

Gerade wollen die drei Männer sich auf den Weg machen, da stehen die Frauen wieder neben ihnen. Die Äpfel sind verschwunden. Um keine weitere Zeit zu vergeuden, nutzt man die Lampe, um zurück in den Thronsaal zu kommen und von dort aus zum Meister des Goldes. Man findet sich in einer Art Grab wieder, das sehr an die Höhle der Sünden erinnert. Überall liegen verschiedenste Schätze angehäuft und Särge zieren die Wände. Es gibt nur eine dicke, steinerne Tür, auf der etwas geschrieben steht. Als Lorentz sie berührt, flimmern kurz Worte auf:

Wer es macht, der sagt es nicht.
Wer es nimmt, der kennt es nicht.
Wer es kennt, der will es nicht.


Kurz denkt die Gruppe, es sei wieder das Sarg-Rätsel, doch dieses klingt dann doch etwas anders. Die erste Antwort, die richtig erscheint, ist Gift, doch beim Aussprechen des Wortes erscheint nur ein Strich auf der Tür. Das war wohl doch nicht die richtige Lösung. Es wird weitergerätselt, vor allem, da man sich mal wieder über den genauen Wortlaut nicht mehr sicher ist. Tod, rät man, doch auch das ist falsch. Geheimnis ebenso. Die Zeit verrinnt, doch so wirklich fällt niemandem mehr etwas ein, bis Lorentz plötzlich freudig ruft, es könne ja Falschgeld sein. Und tatsächlich, der Stein rollt zur Seite.

Da der Gruppe einfällt, dass der Meister des Goldes Schmuck sehr schätzt, träumt Otto sich seine Haut mit Blattgold überzogen. Dann geht man hinein. Auf einem Thron sitzt eine übermäßig von Schmuck behangene Wolfsgestalt, vor ihm knien zwei vermummte Gestalten, die denen ähneln, die die Männer vorhin verfolgt haben. Als Andreas dem Meister den Korb, indem sich ein Schrumpfkopf befindet, wie man mittlerweile weiß, als Gastgeschenk überreicht, tritt eine der vermummten Gestalten vor, um diesen anzunehmen. Sie stinkt furchtbar nach Verwesung und Marie wird fast ohnmächtig davon. Der Meister des Goldes ist sehr verzückt von dem Geschenk und bricht immer wieder kleine Stücke heraus, die er genüsslich verspeist. "Hervorragend! Gut abgestanden!" Dann erklärt er ihnen ihre Aufgabe, um seine Anerkennung zu verdienen: Sie müssen ihm ein Relikt von hohem Wert bringen.

Andreas zögert zunächst, überreicht ihm dann aber die seltsame Stadtkarte. Zunächst ist der Meister erbost, was für eine Kinderkritzelei das denn sei. Daraufhin fragt Andreas: "Sehr Ihr nicht den kleinen Stern?" Der Obsidianfürst zögert, blickt genauer hin und fragt dann erstaunt: "Warum ist hier mein Versteck drauf?" "Die Karte zeigt an, wo sich der Besitzer befindet." "Oh, da führt das also hin... und das liegt dort, aha!", murmelt der Fürst nun. Dann wendet er sich an die Gruppe und erklärt, sie hätten seine Anerkennung verdient und ihm einen großen Dienst erwiesen. Wann immer sie Artefakte bräuchten, er könne sie ihnen besorgen. Bevor sie gehen, richtet Marie noch eine Frage an ihn: Was denn der Sultan am liebten täte oder möge. "Oh, das ist einfach. Ihr kommt sicher auch noch in den Genuss. Er mag -"


Fazit
Was haben wir uns wieder für schöne Probleme eingebrockt! Madeleine ist quasi zu den Müttern übergelaufen, die beiden Frauen haben ziemlich schwere Verbrechen begangen und wir haben ein Artefakt weggegeben, das uns richtig nützlich hätte sein können! Leider hat Ottos Spieler vergessen, dass wir uns darauf geeinigt haben, unsere Zeitreiseprobleme nicht mehr zu erwähnen, sodass auch die Möglichkeit, Andreas' Namen wiederzubekommen erstmal verpufft ist. Aber ich glaube, wir könnten langsam versuchen, ob wir das mit der Traumfähigkeit in den Griff bekommen können. Der ursprüngliche Buji Beg erwähnte ja etwas, das wir nur mehr üben müssen und ich glaube, seitdem durften wir Dreaming einmal steigern.

Ansonsten sind wir natürlich mal wieder fast an dem Rätsel gescheitert. Es kam allerdings auch sehr spät am Abend und wir waren ein wenig unkonzentriert.

Insgesamt war auch die Verteilung der Antiochia- und Zawra-Anteile sehr schön gemacht. Zuerst lag der Fokus auf der Wachen Welt und als wir dort wieder zusammen waren, verschob sich der Fokus auf Zawra.

Der Abbruch der Runde mitten im Satz haben wir übrigens einem der Mitspieler zu verdanken, der unserem SL handwedelnd Zeichen gab, jetzt unbedingt aufzuhören. Später meinte der SL, er hätte ja eigentlich eine viel schönere Stelle für den Cliffhanger nehmen wollen, aber wenn wir es so haben wollen, bitte.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #31 am: 16.09.2017 | 08:04 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die.html


Ein neuer Tag bricht an in Antiochia. Es herrscht bereits geschäftiges Treiben und die Lager werden nun endlich von vor der Stadt in die Stadt verlegt. Antiochia ist eingenommen, nur das Palastviertel leistet noch Widerstand. Großer Hunger plagt die Gruppe und so plant man, sich einmal umzusehen. Bevor es jedoch losgeht, stapft Lorentz in bester Schlächter-Manier auf den nächstbesten Kerl zu, der Essen hat und bedroht ihn, damit ihm dieser etwas abgibt. Der Mann stopft es jedoch schnell in sich hinein, damit Lorentz ihm ja nichts wegnehmen kann. Guisebert teilt jedoch nur zu gerne sein Mahl mit dem Ritter.

Dann zieht man los, auch mit dem Plan, das Pferd zu schlachten, welches Lorentz ganz zu Beginn des Abenteuers erbeutet hat. Zunächst sucht man den Marktplatz auf, der jedoch vollkommen leergefegt ist. Dann kommt die Gruppe an ein Haus, welches von außen verriegelt wurde. Die Person drinnen bittet sie, sie in Ruhe zu lassen. Als ein paar Wachen vorbeikommen, fragt man nach, wer denn dort drin sei. Es ist anscheinend das Haus von Firuz, dem Verräter, der die Stadttore geöffnet hat. Er wurde auf eigenen Wunsch hin eingemauert. Den Sinn hinterfragt niemand weiter.

In einem anderen Haus ganz in der Nähe erschnüffeln die Männer einige Rationen, die sie untereinander aufteilen. Als Savaric seine Bekannten entdeckt, kommt er natürlich näher. Andreas schenkt ihm eine seiner Rationen, die der Raubritter freudig und dankend annimmt. Man beschließt, dass man ziemlich dreckig ist und dem Badehaus einen Besuch abstatten sollte. Auf dem Weg dorthin hört man jedoch eine altbekannte Stimme vor sich hinbrabbeln. Es ist Peter Bartholomäus, der Seher. Er sitzt in der Sonne und redet nur noch wirres Zeug. Sein Geruch verrät, dass er ebenfalls geprüft ist, doch sein Äußeres verrät es noch nicht. Allerdings fehlt ihm ein Arm. Da der Mann von den Leuten sehr verehrt wird, nimmt man ihn mit. Das Badehaus ist allerdings völlig verdreckt. Schmutz und Leichen wurden ins Wasser geworfen, sodass es weder zum Trinken, noch als Badequelle taugt. Man beschließt also, die Kirche aufzusuchen und Bischof Berengar zur Suche nach der Grotte, die er in seiner Vision gesehen hat, zu animieren.

"Der Sultan mag Geschichten, die nur für ihn bestimmt sind. Einzigartige Geschichten. Natürlich gibt er auch einige Vorgaben dazu", erklärt der unsterbliche Meister des Goldes. Man bedankt sich. Otto erträumt Andreas noch einmal schlauer, damit dieser seine merkwürdige andere Schriftrolle endlich lesen kann. Anschließend leiden zwar beide unter Kopfschmerzen, aber zumindest lernt Andreas ein paar neue Dinge.

Nun betritt man mithilfe der Lampe die Kammern der Herrin des Flüsterns. Hier gilt, dass man nur flüstern darf und niemals lauter sprechen darf als sie selbst. Der Raum ist in ein diffuses, dunkles Licht getaucht und jedes Wort, das man spricht, hallt unendlich wider. Auch andere Wörter und Sätze, die vielleicht vor langer Zeit einmal hier gesprochen wurden, hört man immer und immer wieder. Überall hängen Schleier von der Decke, die man zwar berühren, jedoch nicht zur Seite schieben darf. Lorentz und Marie sind von dem Hall so verstört, dass sie sich zunächst nicht regen können. Eine positive Geschichte von Otto beruhigt die beiden einigermaßen wieder. Dann lauschen alle genau dem Flüstern und hören die Stimme von Anna, welche den Weg zu weisen scheint. An einer Kreuzung dringen jedoch bösartige Einflüsterungen auf die Gruppe ein. "Wirf dich zu Boden!" "Bring dich um!" "Töte den Bärtigen!" "Es hat keinen Sinn, kehr um!" Und viele ähnliche Dinge erschüttern den Willen der Charaktere. Marie wirft sich winselnd zu Boden, Andreas beißt sich selbst und Lorentz versucht, Otto hinterrücks zu erwürgen. Doch erneut kann Otto alle wieder zur Vernunft bringen, nur Marie rührt sich nicht. Also wirft Lorentz sie sich über die Schulter und trägt sie.

Schließlich kommt man in einen großen Raum ohne Schleierlabyrinth. Auf einem Thron hinter einem Schleier sitzt eine Person, wohl die Obsidianfürstin. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass sie sich nicht bewegt, weder beim Sprechen, noch sonst irgendwann. Flüsternd bittet sie alle, sich vorzustellen, was auch allen außer der noch immer irritierten Marie gelingt. Die Frau stottert nur vor sich hin. Dann stellt die Fürstin der Gruppe ein Rätsel:

Auf Vieren steh' ich,
Hab einen Rücken,
Und wer's grad mag,
Der darf mich drücken.


Man überlegt kurz leise, doch die sinnvollste Antwort ist der Stuhl. Dies erweist sich auch als richtig und man erfährt, dass man auch nur eine Antwortmöglichkeit hatte. Ein kleiner Ups-Moment für die Gruppe, die ja begonnen hatte, immer mehr zu überlegen, wie die Regeln in einzelnen Orten sind. Nun jedenfalls muss man der Herrin des Flüsterns ein Geheimnis verraten, welches sie noch nicht kennt. Man berichtet ihr also das, was man von Al'Kadim gehört hat: Wenn man ein Rätsel, welches man an diesem Tag zum ersten Mal gehört hat, in einer Vollmondnacht im Obsidianviertel rückwärts spricht, kann man beim nächsten Rätsel selbst bestimmen, nach welchen Regeln das nächste Rätsel sein soll. Die Fürstin ist zufrieden und dankt der Gruppe. Sie könne ihnen auch das sagen, was die Gruppe am meisten wissen will: Wie man Zawra verlässt.


Auf dem Weg zur Kirche kommt man an einigen Soldaten dabei, die gerade ein Haus anzünden, in dem sich wohl einige Araber verbarrikadiert haben. Lorentz findet das nicht sonderlich gut und versucht, die Männer davon abzuhalten. Sie haben jedoch ihre Befehle und auch Otto weist darauf hin, dass es ihr gutes Recht ist. Die Stadt hat sich nicht ergeben, also wird sie nicht geschont. Trotzdem versucht der Ritter weiterhin, einen Kampf zu provozieren, während die anderen ihn zurückzuhalten versuchen. Schließlich ziehen beide Gruppen ihrer Wege, doch Lorentz droht noch immer, die Männer sollten sich nicht noch einmal vor ihm blicken lassen. Unterwegs entbrennt dann ein leises Streitgespräch, bei dem sich Lorentz und Otto gegenseitig mit Kindsmörder und Zweifler an der Kirche beschimpfen.

Als man bei der Kirche ankommt, ist diese verschlossen und einige Wachen stehen davor. Berengar ist wohl bei Johannes Oxitis, dem Patriarchen der Stadt. Er wird wohl erst am Abend zurück sein und will dann eine Mitternachtsmesse halten. Die Gruppe bekommt etwas zu trinken und übergibt den verwirrten Bartholomäus in die Obhut der Wachen. Savaric lässt man ebenfalls zurück, damit dieser seine Ausrüstung säubern kann. Marie, die auch von einem gefangengenommenen Gelehrten gehört hat, fragt nach dessen Namen.

Der Preis für diese Information ist allerdings der Kopf eines der Obsidianfürsten. "Wir kommen darauf zurück", meint Otto, dann begibt man sich wieder in den Thronsaal. Dieser ist nun erhellt und der Käfig um den Thron ist verschwunden. Der Haushofmeister bringt ihm eine dreieckige Krone aus rauchig schwarzem Material. Als er sie sich aufsetzt, verwandelt sie sich in eine einfache Kopfbedeckung, einen schlichten Turban, doch die Krone scheint noch ein wenig durch. Leider ist Andreas noch kein vollwertiger Bettlerkönig. Er muss erst drei Tage überleben, dann stehen ihm alle Fähigkeiten zur Verfügung. Zudem weiß man nun auch, dass der Sultan und der Wesir die Obsidianfürsten eher als Bedrohung empfinden, da diese Macht über Geheimnisse der Stadt haben und aus dem Untergrund agieren. Auf Andreas' Handfläche bildet sich eine Art Münzabdruck, allerdings noch nicht vollständig.

Nun, da auch diese Aufgabe bestanden ist, will man sich der letzten Prüfung stellen. Mittlerweile weiß man schließlich, dass man eine Geschichte erzählen muss. Die Frage ist nur, ob man dies tatsächlich vor dem Sultan tun muss oder einfach nur so. Mit der Lampe wünscht man sich also zurück in den Kerker.


Fazit
Während in Zawra alles einigermaßen läuft, haben wir in Antiochia aktuell kein ganz klares Ziel. Jedenfalls keines, welches wir aktuell erreichen können. Sicherlich gäbe es etwas zu entdecken oder zu tun, aber unser Hauptziel können wir wohl erst nach der Mitternachtsmesse angehen.

Die Herrin des Flüsterns bzw. ihr Labyrinth hat uns aber ziemlich zugesetzt. Das hätte ganz schön nach Hinten losgehen und ein paar Charaktere das Leben kosten können. Die Aussicht auf eine verlässliche Information bezüglich Zawra verlassen ist allerdings auch nicht schlecht, nur die Bedingung ist ziemlich... schwierig....
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #32 am: 19.09.2017 | 17:17 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die_13.html

Und ich habe eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Informationen verfasst. Wer sich also eine Übersicht machen möchte, kann dies hier tun: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten_15.html



Der Wachmann überlegt und meint dann: "Ich glaube, der hieß Begbuji oder so." Marie bedankt sich, dann geht man zum Haus der Gelehrsamkeit, einer Bibliothek. Diese ist mittlerweile jedoch recht leer. Viele Bücher wurden verbrannt, andere geplündert. Die Männer von Clemens dem Geldschneider sollen viele Schriften mitgenommen haben. Also geht man dorthin, wo Clemens gerade seine Waren verkauft. Kurz davor trifft man auf Henri und einige seiner Kameraden, die wohl etwas Fleisch bei Clemens erworben haben. Lorentz nimmt ihnen einige Rationen ab, immerhin schulde uns Henri ja noch etwas. Dafür lädt er ihn aber auch zum Mitessen ein, wenn das Pferd später geschlachtet wird.

Clemens verkauft gerade Fleisch an die hungrigen Kreuzfahrer. Um zu ihm durchzudringen, steigt Lorentz auf sein Pferd und versucht, durch die Menge hindurchzureiten, allerdings scheut das Pferd. Otto kämpft sich einfach so durch, als Lorentz die Leute erschreckt und dann zu Clemens vorprescht. Marie und Andreas folgen ihm einfach, ebenso wie Otto, der sich gerade noch in Sicherheit bringen kann. Clemens hat vier Leibwächter, einfache Männer, wie der Ritter schnell erkennt, keine große Gefahr. Die Menge derweil erkennt Marie und fleht sie an, etwas zu tun, damit die Preise sinken. Der Geldschneider ist alles andere als erfreut über den Auftritt der Gruppe, besonders nach Ottos Ausraster im Heerlager. Otto fragt jedoch nach den Büchern, die Clemens besitzt, doch der will horrende Preise dafür haben, auch wenn er nicht wirklich weiß, was er da genau verkauft. Die Menge empört sich derweil darüber, dass der Geistliche Geld für Papier zahlt. Der Mönch handelt schließlich aus, dass er für 5 Dinar pro Tag die Schriften lesen darf. Dann geht er in den Raum, wo diese gelagert liegen und beginnt, sie sich anzusehen. Marie, Lorentz und Andreas versuchen derweil, Clemens dazu zu bewegen, die 15 Dinar für eine Ration auf 5 zu senken, da so mehr Menschen versorgt werden können. Maries Diplomatie scheitert leider, doch die beiden Männer wirken einschüchternd genug, um das Vorhaben durchzusetzen.

Anschließend begibt man sich zu einem Brunnen, um sich endlich zu waschen. Dort hört die Gruppe etwas über die Tafuren, die sich in den bergigen Teilen der Stadt niedergelassen haben. Sie sammeln sich anscheinend bei Charonion, einer hohen Felsfigur, welche Charon darstellt. In diesem Moment stößt Bruder Richard zu ihnen.

Man steht in einem prächtigen Saal voller Wohlgerüche. Überall sieht man 66 oder 99 Diener und Dienerinnen und vor ihnen befindet sich ein leicht korpulenter, aber durchaus gutaussehender Mann. Es ist der Sultan und seine Stimme ist so angenehm, dass man sich wünscht, er möge nie aufhören zu sprechen. Die Gruppe ist vollkommen von ihm eingenommen und überwältigt von all der Pracht, sodass niemand auch nur ein Wort herausbekommt - außer Lorentz, der immer wieder stammelt: "Aber wir haben uns doch in den Kerker gewünscht." Da man nichts sagt, wirkt der Sultan nun doch etwas verärgert und man fürchtet sich, als er beschreibt, worum es in der Geschichte gehen soll: Sie beginnt in einer Folterkammer, der Held ist ein Fischer und er hat im Wahnsinn seinen eigenen Bruder getötet.

Die Gruppe fasst sich und beginnt zu erzählen, immer einer nach dem anderen. Otto beginnt: Der Mann im Kerker ist Hassan, ein Fischer. Er hat seinen älteren Bruder getötet, um das Fischerboot seines Vaters für sich zu haben. Nach einer Weile des Erzählens fragt der Sultan an Lorentz gewandt: "Aber war es nicht so, dass es nicht sein einziger Bruder war?" Und Lorentz erzählt von dem jüngeren Bruder, welcher der Foltermeister ist. Der Vater der drei, ebenfalls ein Fischer, war kürzlich gestorben und hatte den Söhnen sein Fischerboot vermacht. Jeder sollte an einem anderen Tag damit ausfahren, doch Hassan hatte das nicht gewusst und geglaubt, nur einer von ihnen könne das Fischerboot erben. Daher hatte er seinen Bruder erschlagen. Dabei habe der Vater doch gewollt, dass jeder seiner Söhne gut heirate und wiederum drei Söhne bekäme, die ebenfalls das Fischerhandwerk erlernten. "Aber war es nicht so, dass keiner von ihnen einen Sohn hatte?" Ja, der eine habe nur Töchter gehabt und die Ehefrau des Jüngsten sei im Kindbett verstorben, sodass sich das Herz des Bruders versteinert hatte und er Foltermeister geworden sei. Nun wendet sich der Sultan an Marie: "Aber war es nicht so, dass Hassan nicht die einzige Person im Kerker war?" So berichtet Marie davon, wie auch eine junge Frau im Kerker sitzt, deren Stimme so lieblich ist, dass sie allein vermochte, das kalte Herz des Foltermeisters zu erwärmen. "Aber war es nicht so, dass ihre Strafe das Herausschneiden der Zunge war?" Ja, berichtet Andreas, denn sie hatte etwas gestohlen und gegessen, was für den König des Landes bestimmt war. Dies sei ein magischer Fisch gewesen, den der Vater der drei Söhne einst gefangen und im violetten Salz aus den Himalayabergen eingelegt hatte. "Aber war es nicht so, dass es in Wirklichkeit gar kein Fisch war?", fragt der Sultan nach. Lorentz meint zuerst, doch, es sei ein Fisch gewesen, woraufhin der Sultan seine Frage noch einmal etwas eindringlicher stellt. Der Krieger gibt nach und erzählt, es sei ein Frosch gewesen, doch der Fischer, ein Mann von einfachem Geiste, habe dies nicht erkannt. Andreas erzählt nun stockend weiter, es sei zudem ein singender Frosch gewesen - als er noch lebte. Und er könne Wünsche erfüllen. Der erste Wunsch des Sultans, so erzählt Otto, sei gewesen, zum Sultan zu werden. "Wie egoistisch!", wirft der Sultan ein. "Aber so konnte er dem Volk am besten Wohlstand sichern. Er tat es also für seine Untertanen", erklärt Otto. Und Hassan würde seine Tat mittlerweile auch zutiefst bereuen, schlägt er den Bogen zurück. Lorentz beendet schließlich die Geschichte mit dem zweiten Wunsch des Sultans: Der erschlagene Bruder ersteht wieder auf und die drei versöhnten sich. Bis zu ihrem Lebensende fuhren sie, wie der Vater es gewollt hatte, mit dem Fischerboot hinaus.

Die Szenerie verändert sich schlagartig, man ist wieder im Kerker und ein Klatschen ist zu hören. Er meint, wir hätten die Aufgaben gelöst. Das Geschichtenerzählen müssten wir aber nochmal üben. Endlich dürfen sich alle ihre Ausrüstung zurücknehmen und den Kerker verlassen. Man geht auf den Basar, um sich einen neuen Fremdenführer zu suchen, wie es empfohlen wurde. Vorher erzählt Otto, der von der Kritik des Kerkermeisters angefressen ist, jedoch die Geschichte von Hassan und dem singenden Frosch, welche beim Volk hervorragend ankommt und sich wie ein Lauffeuer verbreitet.

Beim Fremdenführer fragt man nach der Sonnenuhr, doch um die zu finden braucht man wohl Kismet und muss ein Freund der Zeit sein, wie Otto es ist. Er müsse dies jedoch erst üben. Das ginge am besten in einer Stresssituation. Also schlägt Lorentz Otto in den Magen. In diesem Moment dreht sich jedoch die Zeit zurück und Lorentz tritt zu, Otto kann dieses Mal jedoch ausweichen. Der Krieger erinnert sich an nichts, während die anderen den Zeitrücklauf mitansehen konnten und völlig fasziniert sind. Nun soll das Kismet erhöht werden. Dazu muss man den Turm der Mysterien aufsuchen, den man nur einmal in seinem Leben aufsuchen darf. Man soll dort jede Menge seltsamer Dinge sehen und am Ende erhalte man die Antwort auf eine Frage.


Bruder Richard fragt nach dem verschollenen Bartholomäus, woraufhin Marie ihn beruhigt, den habe man zur Kirche gebracht. Lorentz erzählt daraufhin, Otto sei bei Clemens und lese dort in diversen Schriften. Also geht man dorthin. Der Platz, der zuvor voller Menschen war, ist nun leergefegt und nur noch zwei von Clemens' Wachen stehen dort herum. Man drängt, Otto sehen zu dürfen und wird auch nach kurzem Widerstand durchgelassen. Otto hat ein paar interessante Dinge herausgefunden. So hat wohl Sankt Babylas dem Caesar selbst verboten, seine Kapelle zu betreten, solange dieser sich nicht von seinen Sünden gereinigt hat. Der Herrscher ließ ihn daraufhin in Ketten legen und er wurde auch in diesen Ketten beigesetzt. Sein Leichnam wurde mehrfach an andere Orte gebracht, bis er schließlich in Antiochia landete, irgendwo bei einer Statue des Charon. Da die Gruppe das Buch für interessant hält, überlegt man, wie man es mitnehmen könne. Stehlen wollen die beiden Mönche natürlich nicht, doch der einfache Andreas "kauft" es quasi einem der Wachen für zwei Rationen ab, worüber Bruder Richard nur den Kopf schüttelt.

Da es nur noch wenige Stunden bis zur Mitternachtsmesse sind, beschließt die Gruppe, zumindest den Weg dorthin schon einmal auszukundschaften. Bei der Statue sieht man jede Menge Tafuren, die wohl gerade jemanden ermorden. Man hört das Brechen eines Rückgrades. Dann nehmen die Wilden die Witterung auf und stürzen sich auf die Gruppe.

Fazit
Ich kann leider die Geschichte und das Drumherum schriftlich niemals so wiedergeben, wie es sich angefühlt hat. Ich denke, wir hatten alle ziemlich Schiss, als wir uns auf einmal wirklich etwas ausdenken mussten. Und dass dann quasi zufällig vom Meister ausgewählt wurde, wer drankommt, hat es nicht besser gemacht. Es hat allerdings auch ziemlich Spaß gemacht. Besonders gut wurde es, als aus dem Fisch plötzlich ein Frosch wurde und dann aus dem Frosch auch noch ein singender! Natürlich nur zu Lebzeiten! An der Stelle haben wir einfach nur gelacht, weil es so absurd und komisch war. Und dann, als Otto angefressen auf dem Markt die Geschichte noch einmal erzählt, würfelt er auch noch eine 4x10 auf sein Geschichtenerzählen. Nur um das mal zu verdeutlichen: Mit 8 Würfeln 4x dieselbe Zahl (irgendeine) zu würfeln, hat eine Wahrscheinlichkeit von 5% und die 10 ist das beste Ergebnis, was man bekommen kann! Es war absolut grandios!

Ich kann fast gar nicht über irgendetwas anderes nachdenken, weil das einfach der absolute Höhepunkt der Runde war. Und auch, wenn man eigentlich bei Cthulhu ernst bleiben sollte, in diesem Falle war es einfach zu genial.

Ansonsten müssen wir jetzt noch irgendwie prüfen, ob die Dinge, die wir während der drei Prüfungen getan haben, nur Illusion waren oder ob Andreas tatsächlich Bettlerkönig wird und wir ihn nun 3 Tage lang am Leben halten müssen. Einen davon verbringen wir ja ohnehin in der Bibliothek.

Und in Antiochia wird es nun spannend, der erste Kampf seit Längerem steht an und danach geht es hoffentlich bald in die Katakomben. Das Rätsel um die Geheimtür in der Kapelle haben wir ja leider nicht gelöst und werden wohl auch keine Gelegenheit dazu haben, da bald das feindliche Heer vor den Stadttoren stehen wird. Und es gibt Buji Beg anscheinend wirklich. Mal sehen, ob wir noch mit ihm sprechen können und ob er uns überhaupt erkennt.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #33 am: 22.09.2017 | 17:24 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die_18.html


Die Gruppe steht wieder auf dem Basar. Otto und Marie bemerken schnell, dass sie in einigem Abstand von drei Hunden umkreist werden und irgendwo steht eine verhüllte Gestalt und beobachtet sie zusätzlich. Am Himmel stehen seltsamerweise 4 Sonnen und alle Leute sprechen merkwürdige Akzente, die man nicht versteht. Auch die Gegenstände, die von Händlern feilgeboten werden, wirken merkwürdig verdreht. Als Otto einen davon erwerben will, kann er die scheinbare Fantasiesprache des Händlers nicht verstehen und bietet ihm drei Dirham an, Als er ihm diese gibt, grinst der Händler nur, gibt ihm aber den Gegenstand nicht. Otto, der durch die Legende vom singenden Frosch einiges an Geld gemacht hat, stört sich jedoch nicht daran. Marie drängt darauf, zum Hafen oder Handwerkerviertel zu gehen, da man dort die Zeit kontrollieren darf. Die anderen wollen jedoch erst zur Bibliothek. Bevor man sich dorthin auf den Weg macht, stiehlt Andreas jedoch ein rohes Ei aus dem Beutel eines Passanten.

Bei der Bibliothek der fünf Türme angekommen, ist plötzlich alles wieder normal. Es gibt nur zwei Sonnen und die Leute sprechen wieder normal. Auch Habibi, der neue Fremdenführer, wartet bereits und grüßt die Gruppe erfreut.


Sechs Tafuren stürzen sich auf die Gruppe, die keine andere Möglichkeit sieht, als sich mit Klauen und Zähnen zu verteidigen. Lorentz hat keine Schwierigkeiten, sie niederzustrecken, während die anderen heftig einstecken. Nach dem Kampf überkommt Andreas der Hunger und er labt sich am Fleisch der Besiegten. Daraufhin schließen sich seine Wunden und seine Muskeln schwellen an, Lorentz dagegen wachsen nun ebenfalls Klauen.

Jetzt, wo man Ruhe hat und sich erst einmal verarztet, erzählt Otto vom Sinn der Charon-Statue: Einst suchte eine Seuche die Bevölkerung heim und ein Mann namens Leios ließ Charonion errichten, um sie davor zu schützen. Tatsächlich half der Bau gegen die Seuche. Als man gehen will, taucht Madeleine noch ihre Hand in Blut und hinterlässt damit einen Abdruck auf der Statue.

Die Gestalt in der Kutte beobachtet die Gruppe noch immer und zum ersten Mal sieht man auch Hunde bei der Bibliothek. Vor der Bibliothek hört man plötzlich eine Art Heulen, aber so merkwürdig und außerweltlich, dass es an den Nerven der Gruppe zehrt. Es sind erneut die Hunde von Tindalos, ein weiterer Reisezyklus ist verstrichen und sie kommen näher. Als Madeleine fragt, was die Hunde von Tindalos sind, rastet Lorentz aus und greift sie an. Zum Glück nur mit seinen Fäusten, aber sofort beginnen die Gelehrten in der Nähe nach den Wachen zu rufen. Bevor Marie also Habibi fragen kann, wie genau man sein Kismet im Turm der Mysterien erhöht, ist auch dieser geflohen. Rasch eilt man zur Bibliothek und begehrt Einlass. Jeder muss zunächst beantworten, was ein Mysterium ist und selbst Madeleine "Eines von deinen Kindern", wird akzeptiert. Die Stadtwache bekommt sie beinahe zu fassen, doch dann entschlüpft auch sie in die Bibliothek.

Nachdem man Madeleine fortgezerrt hat, zieht sich Marie erst einmal um, da ihre Kleidung vom Kampf ziemlich in Fetzen hängt. Anschließend macht man sich auf den Weg zur Mitternachtsmesse. Auf dem Weg dorthin trifft die Gruppe auf Savaric, dem Madeleine Tafurenfleisch anbietet, es ihm aber nicht sagt. Lorentz warnt ihn, es nicht zu essen, doch Savaric, gierig wie er ist, steckt es sich trotzdem in den Mund. "Das ist Tafurenfleisch", erklärt der Ritter und der andere spuckt es sofort aus. "Garstiges Biest!", brummt der Raubritter zu Madeleine. Als nächstes trifft man auf Henri, dem Lorentz eine der Rationen gibt, die man zuvor gefunden hatte. Savaric verlangt daraufhin auch etwas und bekommt auch eine weitere Ration.

In der Kirche versammeln sich etwa 30 bis 50 Geprüfte. Andreas geht vorsichtshalber einmal um die Kirche herum. Es gibt nur einen weiteren Ausgang, der so wie der Haupteingang bewacht wird. In der Kirche selbst stinkt es nach Stall. Die Männer befürchten, es könne eine Falle sein und bleiben deshalb direkt beim Eingang stehen. Jedoch passiert zunächst nichts dergleichen. Bischof Berengar hetzt nur gegen die Muselmanen und kommt dann zu seiner blutigen Schlussfolgerung: Den Geprüften wird erst vergeben, wenn sie alle von ihnen ausgelöscht haben. Die meisten Anwesenden sind Feuer und Flamme, nur wenige, so wie die Gruppe und Savaric, stimmen dieser Einstellung nicht zu. Dann verteilt Berengar Fleisch und Blut. Lorentz will dem Einhalt gebieten, doch einer der Fanatiker schreit, er gäbe sogar seinen Arm her, damit die anderen sich daran stärken mögen. Sofort kommt eine Wache zu ihm und schlägt ihm den Arm ab, den er dann verzweifelt dem Schlächter geben will, damit dieser noch stärker werden kann. Lorentz versucht dabei erfolglos, die Menge zu beruhigen oder einzuschüchtern. Madeleine hört derweil erneut die Einflüsterungen der Mütter und will unbedingt bleiben, um an dem unheiligen Abendmahl teilzunehmen. Marie, Andreas und Otto verlassen die Kirche, während Lorentz mühevoll Madeleine hinauszerrt. Die reißt sich jedoch bei der erstbesten Gelegenheit wieder los und versucht, erneut in die Kirche zu gelangen. Lorentz schlägt ihr jedoch die Tür vor der Nase zu. Neben der Gruppe sind auch Savaric, Guisebert und zwei weitere Männer hinausgegangen.

Im Raum ist es dunkel. Es gibt keine Wände, in der Ferne sind lediglich Spiegelungen der Charaktere zu sehen. Diese zeigen sie allerdings nicht, wie sie sind, sondern mit deutlich mehr Wolfsmerkmalen und sehr verzerrt. Lorentz jammert: "Das bin ich nicht!" Woraufhin eine ferne Stimme erklingt: "Aber was bist du dann?"

Fazit
Bis hierhin lief es recht gut, abgesehen von dem Chaos, was wir mal wieder angerichtet haben. Lorentz dreht bei jeder Gelegenheit ab, da er im Bereich des Übernatürlichen zu viele Failed Marks hat und deshalb automatisch durchdreht. Madeleine ist schwierig in der Gruppe zu halten, da sie eigentlich die Mütter anbeten und mit den fanatischen Geprüften mitgehen will. Und Andreas ist in Zawra demnächst Ziel vieler Attentate, wie wir befürchten. Noch ist nichts Schlimmes passiert, aber das ist womöglich nur die Ruhe vor dem Sturm.

Was die Hunde von Tindalos angeht, glaube ich fast, dass sich unser SL verplappert hat. Die Sache mit dem Reisezyklus, der anscheinend etwas mit den Tierchen zu tun hat, ist uns nämlich ziemlich rätselhaft und wir hatten vorher auch noch nie irgendetwas von einem Reisezyklus gehört. Wird wohl Zeit, dass mein Charakter sein Mythoswissen wieder anschmeißt. Denn irgendetwas scheint daran ja wichtig zu sein...
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #34 am: 27.09.2017 | 06:42 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die_20.html


Nachdem sich alle halbwegs beruhigt haben, geht jeder auf sein Spiegelbild zu und berührt es. Daraufhin verschwinden die Spiegelungen und es wird stockdunkel im Raum. Um sich zu orientieren, verlassen sich die Charaktere auf Kismet, woraufhin ein Licht aus einer Öffnung im Boden dringt. Das Loch ist etwa 1m breit, man kann jedoch nicht sehen, was darunter liegt. Otto greift hinein und spürt seinen Arm nicht mehr. Als er ihn herauszieht, ist der Arm nicht mehr da, man sieht das ruhe Fleisch, doch kein Blut läuft heraus. Er und Marie sind dadurch so verängstigt, dass sie vor dem Licht zurückweichen. Ohne weiter nachzudenken springen Madeleine und Lorentz in das Licht. Andreas bugsiert Otto hinein, scheitert aber dann an Marie, die sich erfolgreich gegen ihn stemmt. Da er keine Lust hat, sich länger mit der Adligen auseinanderzusetzen, springt er selbst ins Licht. Marie, nun verlassen in dem leeren Raum, kommt langsam wieder zu sich und folgt ihren Kameraden.

Die Gruppe fällt durch ein helles Licht. Niemand sieht den anderen, doch man hört sich aus weiter Ferne. Aus dem Licht formen sich Buchstaben und schließlich Wörter.

Wenn man es nicht hat, dann ist man nicht.
Rückwärts beschränkt es nur die Sicht.


Aus den Wörtern im Licht kommt außerdem der Hinweis, dass das Rätsel anders ist und es nicht nur ein Wort sein muss. Man ruft sich Überlegungen zu, wie Erinnerungen oder Körper, dann beschließt Otto, es mit Erinnerungen zu versuchen. Sein Fall beschleunigt sich daraufhin und er ist nicht mehr in der Lage, mit den anderen zu kommunizieren. Auch der nächste Versuch, das Spiegelbild, erweist sich als falsch. Die Fallenden spüren, wie sie schwächer werden und an Lebenskraft verlieren. Schließlich wirft jemand die Überlegung Leben ein, woraufhin Andreas bemert, dass dies rückwärts Nebel hieße. Er ruft dies und sofort endet der Fall.

Man steht unbeschadet, doch immer noch schwach, in einem Raum mit einem Brunnen, in dem sich eine Flüssigkeit befindet, die an Quecksilber erinnert. Madeleine, Otto und Lorentz erblicken darin einen Teil des Marktplatzes. Die Stadtwache patroulliert dort. Auf dem Dach eines Standes sind Fußabdrücke, so, als sei dort jemand hinuntergesprungen oder eine unsichtbare Person stünde dort. Dies fällt jedoch nur Lorentz auf. Andreas und Marie dagegen sehen einen hohen Turm, aus dem Holzbalken ragen, an denen man sich wohl entlangschwingen müsste. Otto wirft einen Dirham in den Brunnen, doch dieser bleibt auf der Oberfläche liegen. Er nimmt ihn sich wieder. Als er daraufhin seine wieder erschienene Hand hineintaucht, wird er in den Brunnen gesogen.

Da er völlig unvorbereitet war, stürzt er, woraufhin die Stadtwache in schnappt und aus dem Bild zerrt. Nun versucht Lorentz sein Glück. Er will in das merkwürdige Fass springen, welches neben dem Stand steht. Er springt also in den Brunnen, landet halbwegs elegant auf dem Dach des Standes und verschwindet dann im Fass. Dieses ist tiefer als erwartet und er kann die Oberfläche nicht durchbrechen. Trotz des Gefühls der Atemnot droht er nicht zu ertrinken.

Nun versucht Madeleine ihr Glück. Sie springt und landet elegant auf dem Rand des Fasses. Die Leute um sie herum applaudieren. Im Fass sieht sie etliche Personen, die abwechselnd aufblitzen und ihm nicht entkommen können. Sie steigt vom Fass und wirft es um. Daraufhin erscheinen nun auch Andreas und Marie auf dem Basar und sehen noch, wie aus dem Fass erst Lorentz, dann Otto und dann scheinbar hundert andere Personen herauskommen, die wohl alle seit Jahren oder gar Jahrzehnten darin gefangen waren.

Otto entdeckt einen weiteren Brunnen, der abgedeckt ist. Der Deckel ist jedoch eine Tür, welche er öffnet. Darunter liegt nur Schwärze. Er lässt einen Stein fallen, doch hört ihn nicht aufkommen, also springt er hinein, gefolgt von den anderen. Dann stehen alle wieder vor der Bibliothel, es ist Nacht und das Kismet aller ist gestiegen. Nun will man auf den Basar, um Andreas' Namen zurückzukaufen, als Lorentz jedoch einfällt, dass Dinge, die nachts auf dem Basar verkauft wurden, nicht weiterverkauft werden dürfen. Als man auf dem Basar ankommt, sind dort ungewöhnlich viele Lichter. Es scheint eine Art Fest stattzufinden. Und dann bewegt sich etwas Großes zwischen den Ständen...


Nun nimmt sich Otto Madeleine an, die immer wieder betont, sie müsse dem Willen der Matres gerecht werden. Er versucht, sie etwas zu beruhigen und fragt sie nach den Gründen, aus denen sie sich den Müttern zugewendet hat. Dabei unterbricht ihn Lorentz immer wieder. Madeleine ist wohl der Meinung, es gäbe keinen Gott, da Gott ihr nie irgendetwas gegeben hätte. Die Mütter aber haben ganz offensichtlich Macht. Daraufhin fragt Otto sie, was die Mütter ihr denn gegeben oder versprochen hätten und dass sie nicht auf deren Einflüsterungen hören sollte. Schließlich schweigt die Bettlerin nur noch.

Um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden, zieht man schließlich mit den vier anderen los zur Charon-Statue, um dort nach der Höhle zu suchen, in der man die Leiche von Babylas finden könnte. Tatsächlich gelingt es durch die gesteigerten Sinne recht zügig, eine interessante Höhle ausfindig zu machen. Neben Tafuren und dem Geruch des Wolfsteufels lässt sich nämlich auch ganz leicht Annas Geruch entdecken. Man muss jedoch erst einen Vorsprung hinaufklettern. Oben stehen vier Tafuren in tranceartigem Zustand, die durch ein Schnipsen erwachen. Trotzdem greifen sie nicht an, sondern versperren lediglich den Höhleneingang. Nach einem kurzen Kampf sind sie aber ausgeschaltet und man dringt tiefer in die Höhle vor. In den Kammern findet man etliche christliche Symbole und es geht immer tiefer in den Berg hinein. Annas Geruch wird bald schwächer, sie war anscheinend schon in der vorigen Nacht hier, ist aber wieder umgekehrt. In den tieferen Kammern wurden die christlichen Symbole zerstört und aus der Ferne hört man ein Krachen und Scheppern.

Schließlich gelangt die Gruppe an eine Steintreppe, die ebenfalls leicht zerstört wirkt. Entweder wurde etwas Schweres heruntergeworfen oder hinaufgezogen. Unten scheint der Wolfsteufel zu wüten, an den Seiten sind Särge in die Wand eingelassen. Die Gruppe macht keinen Hehl aus ihrer Anwesenheit und durchsucht die Särge laut. Unten wird es still. Als die Gruppe etwas tiefer nach unten geht, steht dort ein Wolfsteufel. Nicht nur irgendeiner, sondern der Schimmelwolf. Sein verfaulter Kiefer hängt nur noch an Fetzen und fällt dann klappernd zu Boden. Mit widerlicher, dröhnender Stimme fragt die Kreatur, in deren Augen Erkennen zu sehen ist: "Und? Wie war es in der Höhle der Sünden?"

Fazit
Es war schon sehr lustig, als wir vor dem Brunnen standen. Jeder von uns musste würfeln und jedes Ergebnis hätte wohl ein anderes Bild gebracht. Und was würfeln wir? 3. 3. 3. 10. 10. Schlimm war es ja nicht, immerhin hat es uns geholfen, das Problem zu lösen, aber es hätte mich schon interessiert, was die anderen Optionen gewesen wären.

Auch sehr schön war das Gespräch mit Madeleine, die sich einfach allem verweigert hat. Schönes Charakterspiel, leider macht dies es der Gruppe aber auch schwerer, zu rechtfertigen, warum wir sie mitnehmen, da vereinzelt schon "Hexenverbrennung" gerufen wird. Aber vielleicht kann Otto sie ja noch bekehren.

Spannend wird es auf jeden Fall, immerhin wurden unsere Charaktere nun endlich mit dem Schimmelwolf konfrontiert und was auch immer auf dem nächtlichen Basar passiert, wird sicherlich auch nicht ganz ungefährlich sein.

Leider muss ich sagen, dass wir in letzter Zeit wieder ziemlich albern geworden sind und es dieses Mal wieder einen Höhepunkt erreichte. So kommt leider keine Spannung oder Gefühl von Bedrohung auf und das vermisse ich doch sehr, immerhin spielen wir doch Cthulhu. Vor allem bei den Bedrohungen, denen wir nun gegenüberstehen.
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Offline Winterphönix

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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #35 am: 29.09.2017 | 22:33 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten_26.html


Der Schimmelwolf spricht Griechisch, sodass Otto und Lorentz für die anderen übersetzen müssen. Das Wesen will unbedingt wissen, wie es in der Höhle der Sünden war und schon ist man vor dem geistigen Auge zurück in der dunklen Grotte. Tantalos, wie sich der Schimmelwolf nun vorgestellt hat, hockt oben auf der Felsnadel und blickt auf die Gruppe herab. Dann meint er, sie sollten endlich unsere wahren Sünden preisgeben, nicht diese Dinge, die sie bei der Beichte vorgeschoben haben. "Dass wir Menschenfleisch gegessen haben?" "JA UND IHR HABT ES GENOSSEN!", donnert Tantalos.

Auf dem nächtlichen Basar bemerkt man rasch, dass sich die Kreaturen eher von Andreas fernhalten, einige nicken ihm auch anerkennend zu. Bei vielen Ständen finden sich merkwürdige Gebilde wie lange Metallstäbe, die seltsam riechen, Dinge, die ihre Farbe verändern. Insgesamt liegt ein dichter Nebel auf dem Basar. Madeleine geht los, um sich etwas zu kaufen, das aussieht wie ein großes Sternenrohr. Lorentz, der unbedingt einen der Metallstäbe haben will, geht zu einem Stand, doch dort ist kein Händler zu sehen. Also legt er einen seiner Schuhe dorthin und nimmt sich das Rohr, das ungewöhnlich schwer ist. Als er sich vom Stand entfernt, folgen ihm ein paar der Wolfswesen und kriechende Gedärme, welche abartige Geräusche von sich geben. Otto und Andreas sind derweil bei einem Stand mit Schriftrollen angekommen und greifen gleichzeitig nach demselben Buch. Dieses ist voller merkwürdiger astronomischer Zeichen und Zahlen. Madeleine versucht sich mit einem Händler zu verständigen und schreibt in Ermangelung der gleichen Sprache auf, dass sie ihre Ängste vor dem Übernatürlichen gegen das Sternenrohr tauschen möchte. Das Wesen, das mehr Arme hat als normal ist, reicht ihr die Hand und sie schlägt ein, der Handel ist besiegelt. Marie macht sich unterdessen auf die Suche nach etwas wie den Djinntränen, mit denen sie die Sprache der Kreaturen verstehen kann. Eine wunderschöne Orchidee fängt ihren Blick ein, doch wieder ist kein Händler am Stand und die junge Frau ist erst einmal ratlos. Das Buch, welches Otto und Andreas gefunden haben, scheint eines zu sein, welches die Zukunft vorhersagen soll, allerdings ist es in einem komplizierten Code geschrieben.

Erneut fragt Tantalos nach den Sünden der Gruppe. Madeleine, völlig überwältigt, wimmert: "Meine Existenz." Darüber ist der Schimmelwolf recht erfreut, beschuldigt aber weiterhin die anderen, sie würden etwas verbergen. In einer Art Spiegelung sieht man Madeleine, wie sie unter einem Apfelbaum schläft, sie hat wohl ihre Pflicht vernachlässigt. Dann ändert sich das Bild, sie erwacht und sucht nach jemandem, ruft und ist völlig außer sich. An einer Mühle findet sie im Wasser den toten Körper eines Kindes, auf das sie wohl aufpassen sollte.

Nun offenbart Tantalos seinen Plan: Nur das Fleisch des größten Sünders konnte seinen Hunger für 1000 Jahre sättigen, deshalb will er Judas wiederbeleben, um ihn erneut zu verspeisen. Und dazu muss er das Ritual des kochenden Blutes durchführen... Um dann schließlich seinen Sohn Pelops zurückzuholen. Die Gruppe versucht, ihm das auszureden, doch Tantalos hört nicht wirklich hin. Erst, als Anna erwähnt wird, blitzt kurz Trauer in seinen Augen auf. Es sei die einzige Tochter, die er noch hatte. Madeleine fragt, ob die Mütter sie ihm nicht wiederbringen könnten. Die Mütter, so erzählt der Schimmelwolf, wollen, dass er leidet. Sie haben ihm die Judasklinge gezeigt und dann versteckt, damit er noch mehr leidet, denn sie ernähren sich von diesen negativen Emotionen. Anna sei schon lange tot. Die Gruppe habe eine Leiche mit sich herumgeschleppt und mit Fleisch vollgestopft. Er habe es ihr eigenhändig aus dem Körper ziehen müssen, da sie beinahe geplatzt sei. Otto fragt Tantalos, ob es vielleicht möglich wäre, in einer anderen, der Traumwelt, ein Gegenmittel zu finden. Tantalos schüttelt den Kopf, die Matres gewährten ihm keinen Schlaf. Daher bietet Otto an, dass sie danach suchen könnten in Zawra.

Es ist Tag auf dem Basar, doch die Stände, an denen man zuvor war, sind noch da. Während Otto und Madeleine sich in ein Streitgespräch versticken, ob und wie sie Tantalos helfen oder unterstützen und auf wessen Seite sie nun stehen, wendet sich Marie an den Händler, der nun am Stand zu finden ist. Für die Orchidee, von der er auch nicht weiß, was sie tut, möchte er einen Kuss, ein Stück ihres Schleiers und drei Dirham. Sie verhandelt zumindest das Stück Schleier weg, immerhin gehört sich das nicht und der Kuss ist ja schon etwas Besonderes. Als sie sich die Blume ins Haar steckt, wird diese Blau und Maries Kismet wird schwächer. Und dann steht plötzlich Lorenzo da.

Fazit
Anscheinend habe ich bei den Visionen damals ein bisschen was falsch verstanden. Ich dachte nämlich, der Schimmelwolf wäre der Totengott und der Mensch, der vor ihn getreten ist, wäre Tantalos gewesen. Vielleicht war das aber auch tatsächlich so und Tantalos ist erst danach zu dem Wolf geworden. Und hatte nicht Judas sich in einen Wolf verwandelt und einen Legionär gefressen? Oder war das in Wahrheit ganz anders, haben wir gesehen, wie Tantalos Judas gefressen hat? Alles ziemlich verwirrend.

Interessant wird aber auch, was wir eigentlich gekauft haben. Wir dachten vermutlich alle, dass die merkwürdig riechenden Metallstäbe Pistolen sind, weswegen Lorentz' Spieler sich auch eines gekauft hat, aber nach der Beschreibung, dass es viel schwerer ist, als es aussieht, bin ich mir da nicht mehr so sicher.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #36 am: 2.10.2017 | 07:29 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/09/cthulhu-das-heer-der-verfluchten_27.html


Lorenzo scheint sich teilweise an die Gruppe zu erinnern. Auch, dass Lorentz ihn in die falsche Richtung geschickt hat. Er wolle doch zur Bibliothek. Madeleine hakt nach und erfährt, dass der Mann Bücher über den menschlichen Geist schreibt. Während die anderen versuchen, ein bisschen mehr aus ihm herauszubekommen und dabei schnell merken, dass sich seine Erinnerungen nach kurzer Zeit zurücksetzen und er sich erneut vorstellt, wirft Lorentz ihm entgegen, er sei tot. Marie versucht, dies abzumildern und erklärt, es sei alles nur ein Traum, woraufhin Lorenzo jammert: "Warum habe ich dann immer denselben Alptraum mit denselben schrecklichen Personen?" Madeleine schreibt ihm Anweisungen auf, mit deren Hilfe er das Weiße Schiff finden kann, dann geht Lorenzo verwirrt weg.

Andreas möchte derweil das Buch kaufen, welches ihn und Otto angelockt hat. Ein Gefallen ist ihm als Bezahlung allerdings etwas zu heikel, deshalb zeigt er die Spieluhr, die er vor einiger Zeit erbeutet hatte. Der Händler wird sofort sehr aufgeregt und möchte das gute Stück unbedingt haben. Nach einigem Drohen seitens Lorentz erklärt er, der Wesir habe seine Spieluhr verloren und diese passe recht gut auf die Beschreibung. Daraufhin will Andreas sie natürlich nicht wegtauschen und lässt sich das Buch für ein paar Stunden zurücklegen. Marie erwirkt derweil eine Vision, was sie mit der Blume tun soll. Sie sieht, wie jeder der Gruppe eine Blüte davon isst, dann erklingen furchtbare Schreie. Aus der Menschenmenge kommt eine alte Frau auf die Gruppe zu, eine der Matres. Und einer der Männer hat noch einmal kurz Sicht auf Lorenzo, der sich kurz umblickt und dabei das Gesicht einer Mater hat.


Tantalos fragt nach, wie die Gruppe es schafft, in die Traumwelt zu gelangen. Sie seien gerade dort gewesen, antwortet Otto, doch der Wolf glaubt ihm nicht. "Vielleicht, so schließt der Mönch, ist Zawra ja auch nur eine Illusion der Mütter." Vom Eingang her kommt eine Gruppe von mindestens 20 Personen näher, fast alles Geprüfte. Bischof Berengar führt sie an und ruft nach dem Sündenbischof. Bald steht die Gruppe zwischen Tantalos und den Geprüften, zusammen mit Savaric, Guisebert und einem weiteren Mann, der sie begleitet hat. Der vierte ist lange vor Betritt der Höhle geflohen. Kurz scheint es, als habe Guisebert die Gestalt eines kleinen, blinden Mädchens, dann ist jedoch alles wieder normal.

Viele der Geprüften haben mittlerweile deutliche Wolfsmerkmale. Berengar fordert von Tantalos die Judasklinge. Tantalos' Zeit sei um, er würde nun seinen Platz einnehmen. Die Gruppe hört etwas hinter Berengar, doch als man ihn warnt, glaubt er es nicht. Tantalos scheint sich nicht einschüchtern zu lassen. Er stapft auf den Bischof zu, schiebt ihn zur Seite und geht. Ein taktischer Rückzug im Angesicht einer Übermacht. Nun befiehlt Berengar, die Suche nach der Judasklinge fortzusetzen.

Die Gruppe eilt los, um die Sonnenuhr zu suchen, hat jedoch keinen Erfolg. Dann dreht sich plötzlich die Zeit zurück: Die Sonnen laufen rückwärts und es ist wieder Nacht auf dem Basar. Nun, mit der Blume im Haar, erkennt Marie, dass sich die Kreaturen hier mittels Emotionen unterhalten - negativen Emotionen wie Hass und Mordlust. Andreas entdeckt, dass die Spieluhr vier drehbare Beine hat, die wohl in allen möglichen Kombinationen miteinander gedreht werden können. Lorentz hört aus seinem seltsamen Rohr eine Kinderstimme rufen: "Hilf mir! Befreie mich!" Im Rohr sieht er aber nichts. Otto entdeckt an einem Stand seltsame Metallplatten in Signalfarben: Rote, blaue und gelbe hauptsächlich, auf denen merkwürdigste Symbole gemalt sind. Andreas dreht an einem Bein der Spieluhr. Zuerst erklingt eine sehr schöne Melodie.

Aufgeregte Schreie und Rufe erklingen, dann kommt Anna auf allen Vieren um die Ecke gerannt und schmiegt sich an Madeleine. In diesem Moment fragt Otto, wann Madeleine das letzte Mal glücklich war. Als sie damals Anstellung fand, antwortet sie. Otto erklärt daraufhin, dass Anna vermutlich zu ihr kommt, weil sie sehr leidet und die Mütter sich ja davon nähren.

Plötzlich schreit jemand, er habe die Klinge des Babylas gefunden. Marie, die als erste der Gruppe zur Stelle ist, fragt natürlich, ob die Leiche in Ketten gelegen hätte, woraufhin Otto sie schilt. "Darum vertraut man Weibsvolk keine Geheimnisse an!" Die junge Frau versteht gar nicht, was er hat. Tatsächlich gibt es keine Ketten, nun wird aber gezielt nach welchen gesucht. Kurz darauf finden auch einige einen mit Ketten verschlossenen Sarg, der Leiche darin fehlt jedoch der Kopf. Es scheint die Leiche eines jugendlichen Mädchens gewesen zu sein. Und der deformierte Schädel aus dem Lager würde genau passen. Und sie wurde im Sarg verbrannt, überall sind noch die Rußspuren sichtbar. Marie wird ganz panisch und stammelt nur noch von Dämonen und dass sie den Sarg schnell wieder verschließen müssen, Berengar sieht es dagegen nicht so eng. Er ist völlig mit der Suche nach der Klinge beschäftigt.

Otto nimmt die Gruppe etwas beiseite und erklärt, dass sie nicht zwingend nach einem strahlenden Schwert suchen. Babylas war kein Krieger, möglicherweise hatte er nur einen Dolch. Oder, da er sehr früh gelebt hat, einen Speer oder ein Bronzeschwert, auf jeden Fall eine eher verwitterte Klinge. Man geht nun so tief in die Höhlen, wie es geht und sieht sich dann in einer Sackgasse um. Dort findet man tatsächlich gut verborgen ein schiefes Kreuz an der Wand. Als Otto die Fackel daran hält, verblasst es. Lorentz fürchtet sich so sehr vor dem scheinbar magischen Effekt, dass er panisch aufschreit. Das wiederum verängstigt die ohnehin angespannten geprüften weiter vorne in der der Höhle. Man hört einige Schreie und dann, wie sie davonrennen. Dies nun wieder bringt Lorentz zurück in die Realität und er verharrt völlig verwundert.

Mit voller Wucht rammt Andreas die Wand ein, an der sich das Symbol befand. Von weiter vorne hört man weitere Rufe. Die Gruppe kriecht durch die Öffnung und findet sich in einer kleinen Kammer wieder. Sechs Särge stehen hier, alle mit Kreuzen übersäht. Nur einer von ihnen ist jedoch mit einem schiefen Kreuz versehen. Als die Männer den Deckel zur Seite schieben, finden sie ein in Ketten gelegtes Skelett mit einem nadelförmigen Kurzschwert. Die Knochen wirken eher eckig als rund, aber weder Marie noch Otto wissen, worauf das hindeuten könnte.

Otto betet kurz und bittet Sankt Babylas um Vergebung, aber er müsse sich die Klinge ausleihen. Vom Eingang der Höhle hört man nun Kampfeslärm. Anscheinend greifen die Tafuren die Geprüften an. Lorentz tritt vorsichtshalber wieder in den größeren Raum vor der Kammer, um die Gruppe notfalls zu verteidigen.

Otto greift nach dem Schwert. Sofort beginnt die Klinge rot zu erstrahlen und wirft ein unheimliches, rotes Licht in die Kammer. Sie brennt sich dabei in Ottos Fleisch, doch der scheint den Schmerz gar nicht zu bemerken.

Plötzlich schwenkt die Melodie in einen Alarmton um. Sofort richten sich die Blicke etlicher Kreaturen auf die Gruppe. "Opfer. 5 Opfer." "Macht das aus!", drängt Marie. "Zu spät", grollt eine Stimme aus dem Nebel.

Fazit
In Antiochia läuft es scheinbar ganz gut. Zumindest haben wir die gesuchte Klinge gefunden, jetzt müssen wir nur noch die Quelle Daphnes finden, um sie darin zu reinigen. Achja, die anstürmenden Tafuren könnten noch etwas problematisch werden, das hat unser letzter "glohreicher" Kampf ja bereits bewiesen.

Zawra wird nur aktuell noch etwas problematischer, immerhin ist dort nun eine Horde hasserfüllter Kreaturen der Nacht hinter uns her. Vielleicht der perfekte Zeitpunkt für Marie, um die Blüten der Blume an die anderen auszuteilen? Die Schreie müssen ja nicht die ihrer Gefährten gewesen sein...

Insgesamt hat es einigermaßen Spaß gemacht, auch wenn ich nicht das Gefühl hatte, dass wir wirklich weit vorangekommen sind. Diese Runde bestand nunmal aus sehr viel Reden und Basar-Shopping, das uns - einmal wieder! - total in Bedrängnis gebracht hat. Übrigens vermuten wir, dass die Blechgebilde auf dem Basar Straßenschilder sind. Die Beschreibung hörte sich seeeehr danach an.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #37 am: 9.10.2017 | 08:17 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/10/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die_4.html


Die Gruppe verlässt die kleine Grabkammer. Der Kampfeslärm ist mittlerweile verstummt und man will nachsehen, wer gewonnen hat. Leider verläuft man sich trotz Madeleines Zeichen an den Wänden und findet erst zurück, als alle ihre Nasen bemühen und dem Geruch des frisch vergossenen Blutes folgen. Tatsächlich haben die Geprüften gewonnen und laben sich gerade an den toten Tafuren. Otto und Madeleine können ihre Blutgier bei diesem Anblick ebenfalls nicht länger zügeln und stürzen sich ebenfalls auf die Toten. Bei den anderen Geprüften sieht man, wie sich immer mehr zu Tieren entwickeln, ihnen Fell sprießt und ihre Wunden in Minutenschnelle verheilen.

Berengar fordert die Klinge von Otto, doch der hört ihm gar nicht zu. Zu sehr ist der Mönch mit Fressen beschäftigt. Marie beruhigt den Bischof ein wenig, er solle doch Otto erst einmal speisen lassen. Madeleine dagegen scheint eine Art Erkenntnis zu haben, während sie frisst. Langsam setzt sie sich ganz sittsam auf und wischt sich mit einem Tuch den Mund ab. Im Augenblick scheint dies aber nur Lorentz aufzufallen.

Als Otto fertig gegessen hat, weigert er sich, dem Bischof die Klinge zu geben. Er sei schließlich erwählt worden. Er und Lorentz drohen dem Geistlichen mehrmals, der zunächst diplomatisch bleibt. Die anderen Geprüften sind eher schockiert, dass Otto es wagt, sich gegen einen so hohen Mann der Kirche aufzulehnen. Schließlich kommt es aber doch zum Kampf, bei dem sich Savaric und Guisebert zurückziehen, Madeleine sich auf die Seite des Bischofs stellt und Marie und Andreas einfach nur versuchen, zu entkommen. Schnell zeigt sich, dass die Geprüften einfach zu viele sind, dann jedoch nimmt der Kampf eine überraschende Wendung. Aus der Wunde eines Geprüften tritt schwarzgrünes Blut, welches extrem stinkt und alle dermaßen beim Kampf behindert, dass dieser zum Erliegen kommt.

Berengar nutzt die Chance und ruft erneut zum Frieden auf, woraufhin Otto ihm die Klinge entgegenschleudert. Eigentlich wollte er den Bischof damit treffen, was aber nicht geklappt hat. Sie fällt zu Boden und ein anderer Geprüfter nimmt sie auf und bringt sie Berengar. Als der Bischof die Klinge an sich nimmt, scheint sie etwas heller zu leuchten als bei Otto und zudem noch Wärme auszustrahlen. Madeleine soll die anderen überwachen, während sie nach den Schriften des Sankt Babylas suchen sollen. Madeleine wirft sich dem Bischof zu Füßen und klammert sich an sein Bein, um Versuch, eine Rüstung unter seiner Robe zu ertasten. Dabei fragt sie ihn, ob er seine Visionen und Befehle von den Müttern bekäme. Er ist zunächst verwirrt und meint, er bekäme Visionen von Gott und der Mutter Maria. Madeleine verliert das Interesse an ihm, als merkt, dass er nicht zum Gefolge der Matres gehört. Daher versucht sie ihn in eine Falle zu locken, nämlich in das Grab, welches sie gefunden haben. Leider schickt der Bischof nur zwei seiner Leute mit.

So kehrt die Gruppe wieder zurück zum Grab. Die zwei Geprüften, die nun dabei sind, sind sehr erstaunt, da sie zuvor beim Durchsuchen nichts gefunden haben und auch angeben, kein Symbol gesehen zu haben. Als man den kleinen Raum noch einmal durchsucht, entdeckt man unter Babylas Sarg eine Treppe nach unten. Dort befindet sich ein Raum voller Schriftrollen, an der Wand hängt eine teilweise zerstörte Steinplatte. Während Lorentz, Madeleine und Andreas mit einem der Männer schnell wieder in den Sarg-Raum zurückkehren, da sie keine weiteren Geheimgänge finden, vertiefen sich Otto und Marie in die Schriften. Marie findet zwei arabische Bücher: Das Ghayaht al Hakim, das Ziel der Weisen, welches die Gruppe in Zawra kaufen wollte und das Kitab al Hasalik, das Buch der Wege, in dem immer wieder das Ayn al Hamba erwähnt wird, das rote Auge. Otto dagegen liest ein wenig über die Geschichte von Babylas. Besonders interessant ist ein Eintrag über den Bau der Charon-Statue. Es gab nämlich gar keine Seuche, vor der es ursprünglich schützen sollte. Vielmehr brach diese an dem Tag aus, an dem mit dem Bau der Figur begonnen wurde und Tantalos und seine Männer heilten die Kranken. Er und seine Männer scheinen aber einen fremden Glauben gehabt zu haben: "Wie die Kainiten glauben sie an die Erlösung durch Sünde und Opfer." Vor allem aber glaubten sie wohl, dass Judas der Messias gewesen sei, nicht Jesus. Schließlich warf man Tantalos und seine Anhänger jedoch aus der Stadt.

Oben findet man in den anderen Särgen nur weitere, in Ketten gelegte Leichen. Lorentz nutzt die Chance und erschlägt den Geprüften, als dieser den Bischof über den Fund unterrichten will. Derweil entdeckt Otto auch noch, verborgen in verschiedenen Schriften, einen Teil der Anleitung für das Ritual des kochenden Blutes. Da der Bischof diese nicht erhalten soll, steckt er sie ein. Dann legen sich einige Mitglieder der Gruppe schlafen, woraufhin Lorentz auch den anderen Geprüften umbringt. Er versteckt die Leichen, dann verlässt die Gruppe das Grab und verbirgt den Eingang wieder, sodass der Bischof ihn hoffentlich nicht wiederfindet.

Fazit
Es war etwas ungewohnt, dass wir bis jetzt noch nicht in Zawra waren. Aber dafür sind wir in der Antiochia-Story gut vorangeschritten. Die Idee, den Bischof zu stürzen, war natürlich sehr von dem Wahnsinn, der uns langsam befällt, geprägt und von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es waren einfach zu viele Gegner.

Interessant sind nun wieder die Schriften, die wir gefunden haben. Hoffentlich werden wir genug Zeit haben, uns ein wenig mit ihnen zu beschäftigen.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #38 am: 20.10.2017 | 09:13 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/10/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-die.html


Madeleine beginnt plötzlich sehr gehoben zu sprechen und bewegt sich auch eher wie eine Edeldame, was Lorentz nun endlich anspricht. Sie wirkt verwirrt oder tut so, als wüsse sie nicht, was er meint. Als Otto sie nach ihrem Namen fragt, antwortet sie: "Madeleine von Metz." Alle starren sie an. "Äh, aus Metz, aus Metz!", korrigiert sie sich, doch zu spät. Längst ist klar, dass sie sich irgendwie verändert hat. Allerdings weigert sie sich, darüber zu sprechen und geht einfach weg.

Zurück in Antiochia legt man sich schlafen. Am nächsten Tag ist es sehr unruhig in Antiochia. Kerboga ist mit seinem Heer eingetroffen und belagert nun die Stadt, es ist extrem heiß und die Menschen sind hungrig und verzweifelt. Otto vertieft sich noch einmal in die Schriften, die er mitgenommen hat, während die anderen dem Gerücht nachgehen, Peter Bartholomäus sei auf dem Marktplatz und liege betend in der Sonne. Madeleine hingegen zieht allein umher und gibt einem hungrigen Bettler ein Stück Tafurenfleisch. Gleich darauf fühlt sie sich furchtbar schlecht wegen dieser unmenschlichen Tat, rennt in eine Gasse und übergibt sich.

Auf dem Marktplatz liegt tatsächlich der blinde Mann in der Sonne, den Arm ausgestreckt wie bei einem Kreuz und betet unablässig. Seine Haut ist längst gerötet, doch er regt sich nicht. Im Schatten der umstehenden Gebäude haben sich etliche Gläubige versammelt und warten auf eine Vision des Sehers. Andreas nimmt sich ein paar Besen und Laken und baut damit einen Sonnenschutz über dem Mann auf. Einige rufen, die Gruppe würde Bartholomäus stören, doch da der Schlächter dabei ist, traut sich niemand, etwas zu unternehmen. Madeleine sieht in dieser Zeit, wie ein paar Leute kommen und ihr Erbrochenes in einen Eimer schaufeln. Sie versuchen, sie nicht anzusehen dabei, doch die Bettlerin ignoriert sie ebenfalls. Dann sieht sie Anna und folgt ihr bis zum Marktplatz, wo das Mädchen verschwindet.

Plötzlich geht ein Rucken durch Bartholomäus' Körper. Die Gruppe hilft ihm, sich aufzurichten, als er schreit, der Apostel Andreas sei ihm erschienen. Dieser sei nun der Schutzheilige dieses Kreuzzuges, denn er zeigte ihm, wo ein heiliges Relikt verborgen sei: Die heilige Lanze! Er und alle Anwensenden machen sich auf den Weg zur Sankt Peterskirche, wo Berengar sie erfreut begrüßt. Auch Otto, der den Tumult gehört hat, gesellt sich nun zu der Gruppe. Er tritt Berengar sehr skeptisch gegenüber, doch der scheint sich nicht an die Ereignisse der vergangenen Nacht zu erinnern. Auch zwei seiner Schergen, die mit anwesend waren, erzählen, dass sie nach der Messe in der Kirche geblieben sind. Madeleine versucht, ihn auf das Ritual des kochenden Blutes anzusprechen, doch der Bischof scheint nicht zu verstehen, was das ist und predigt daher freudig darüber, dass Antiochia eingenommen wurde. Dass sie Menschenfleisch verzehrt haben, daran erinnert er sich, aber alles andere ist wie ausgelöscht. Der Gruppe schwant Böses: Berengar wurde entweder durch eine Mutter ausgetauscht oder die Sinne aller wurden manipuliert, sodass sie sich nicht erinnern können. Es ist wie in Zawra, wo die Leute bei Tag und Nacht komplett unterschiedlich sind.

Alle durchsuchen die Kirche, doch niemand findet etwas. Otto vermutet bereits, dass man morgen die Klinge von Babylas als die Speerspitze der heiligen Lanze präsentieren wird - quasi die Speerspitze des Glaubens. Nachdem die meisten Suchenden aufgegeben haben und abgezogen sind, erfährt die Gruppe, dass Wilhelm von Gascogne, Le Rouges Nachfolger, seit der Nacht verschwunden ist. Man befürchtet, er könne die Klinge bei sich tragen. Zunächst jedoch beichten Madeleine und Otto. Madeleine berichtet Bischof Berengar teilweise von Zawra und den Müttern. Otto dagegen beichtet Bruder Richard all die schrecklichen Geschehnisse mit dem Menschenfleisch und schließt ab mit: "Und der Bischof ist noch viel schlimmer." Eigentlich will er den Mann damit nur warnen, doch Bruder Richard ist viel zu angeekelt und rennt vollkommen aufgelöst davon.

Marie arrangiert anschließend, dass Berengar ihnen ein Gespräch mit Buji Beg organisiert, der Mann ist schließlich sehr gelehrt und sein Wissen nützlich. Dann macht man sich auf den Weg, Wilhelm zu suchen. Man vermutet, er ist der neue Manipulator, der neue Avatar der Mütter. Schnell erfährt man, dass er am frühen Morgen die Stadt verlassen wollte, also fragt man den Torwächter. Der erzählt, dass Wilhelm mit 10 Gefolgsleuten da war, er ihn aber nicht nach draußen gelassen hat. Das wäre schließlich Hochverrat und Wilhelm konnte ihm auch nicht sagen, was seine Gründe waren. Die Klinge hatte er aber wohl nicht bei sich. Vermutlich ist er jetzt im Palast, also bricht die Gruppe dorthin auf. Nach einigen Minuten kommt ihnen ein aufgeregter Bote entgegen.


Fazit
Okay, okay, die Erklärung! Quasi seit einer der ersten Runden wirft immer mal wieder einer der Spieler, wenn unsere Gruppe zu einer besonderen Mission aufbricht oder etwas besonderes tut, ein: "Wir sind schließlich die Speerspitze des Glaubens!" Ich weiß gar nicht mehr, wie er darauf gekommen ist, jedenfalls kommt der Spruch mindestens einmal in jeder Spielrunde. Und dann ging es dieses Mal um die heilige Lanze, worauf der Ausruf natürlich richtig gut passt. Ist also eher ein Insider, aber ich wollte es einfach mal erzählen.

Um ehrlich zu sein, war ich gar nicht mehr so überrascht, dass wir dieses Mal nicht in Zawra waren. Nachdem bereits in der ersten Hälfte nichts davon kam, hatte ich mir das schon fast gedacht. Ich fand es auch okay, so sind wir immerhin mal gut vorangekommen im Plot. In Zawra werden wir vermutlich eh bald sterben, wenn uns die Viecher erwischen. Außer, Otto schafft es, die Zeit zurückzudrehen, die Fähigkeit dazu hat er ja. Aber kümmern wir uns nicht um Zawra. Viel wichtiger ist, dass uns endlich aufgefallen ist, dass der Bischof zwei Persönlichkeiten zu haben scheint! Der SL hatte vermutlich eine innere Facepalm, dass wir das nicht schon früher bemerkt haben. Das stellt uns allerdings vor noch größere Probleme und der flüchtige Wilhelm ist auch so eine Sache... sehr verdächtig! Aber möglicherweise auch nur eine falsche Fährte, wer weiß.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #39 am: 25.10.2017 | 21:32 »
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Die Gruppe ist umringt von merkwürdigsten, unheimlichen Kreaturen. Lorentz ergreift panisch die Flucht und Andreas und Otto folgen ihm. Die Frauen schaffen es jedoch nicht, sich aus dem Kreis der Monstren zu retten und stehen nun verängstigt da. Ihnen kommt der Gedanke, dass ein Älteres Zeichen sie beschützen könnte, doch sie haben keine Zeit, eines anzufertigen. Otto, nun weit genug von den Angreifern entfernt, will sich durchs Träumen in einen Drachen verwandeln. Es scheint zunächst auch zu funktionieren: Seine Haut wird ledrig und steif, er bekommt ein Maul und Klauen. Andreas bemerkt jedoch auch, dass der Geschichtenerzähler zu schrumpfen beginnt, während ihm noch Flügel wachsen, die allerdings keine Lederhaut zwischen ihren Fingern haben. Er packt den mittlerweile faustgroßen Otto und steckt sich das fauchende Etwas in die Tasche. Marie versucht derweil erfolglos, eine Barriere aus Wind zu erträumen, die sie schützt, doch es klappt nicht. Madeleine erschafft dann glücklicherweise eine durchsichtige Eierschale, welche die Kreaturen jedoch nur kurz abhalten wird. Nicht lang genug, um das Zeichen zu malen. Und dann dreht sich die Zeit wieder zurück.

Der aufgeregte Bote bringt der Gruppe ein Schreiben und warnt sie, sie sollten verschwinden. Sie stünden unter Anklage, mit dem Feind kooperiert zu haben. Angeblich soll Buji Beg ihre Namen erkannt und sie genau beschrieben haben. Otto bedankt sich und nimmt die anderen dann zur Seite. Statt zu fliehen will man hingehen und "die Wahrheit" erzählen: Dass der Gelehrte ihnen im Traum erschienen sei und vermutlich ein Dämon sei oder ein Hexer. Damit die potentiellen Feinde jedoch die wichtigen Schriften nicht in die Hände bekommen, teilen die drei Männer sie unter sich auf und wollen sie verstecken. Madeleine will zwar helfen, doch die anderen sind streng dagegen. "Du erzählst schließlich auch jedem, dass du die Mütter anbetest!" Marie soll aufpassen, dass sie nicht wegläuft, dann gehen die Männer los, jeder in eine andere Richtung. Madeleine versucht zwar, in ein Haus gegenüber zu gehen, doch Marie hält sie davon ab, bis die Männer zurückkehren. Lorentz kehrt als Letzter zurück. Er hat zunächst die Schriftrollen verbrannt und dann ein wenig im Kitab al Hasalik gestöbert. Dies fand er, obwohl er wenig davon versteht, recht wichtig und wollte es zunächst im Badehaus verstecken, wo allerdings zu viel los war, da das Gebäude gerade gereinigt und ausgebessert wurde.

Man macht sich also auf den Weg zum Palast und schnappt dabei etliche Gerüchte auf: Konstantinopel sei gefallen und die Heerführer seien sich uneins darüber, wer sich um welche Regierungsgeschäfte kümmern solle. Zu allem Überfluss gab es ein Ultimatum von Seiten Kerbogas, nach denen man drei Tage habe, sich zu ergeben.

Plötzlich eilt ein weiterer Bote auf die Gruppe zu und händigt ihnen eine Einladung in den Palast aus. Man dürfe mit Buji Beg sprechen. Lorentz vermutet sogleich eine Falle und Madeleine will gar nicht erst hingehen, doch Otto überzeugt sie, dass es ihre beste Möglichkeit ist. Also geht man weiter und wird problemlos in den Palastbereich eingelassen. Hier riecht es kaum nach Geprüften und eine Wache führt die Gruppe in ein Nebenhaus.

Man befindet sich wieder in der Situation, kurz bevor Andreas an der Spieluhr gedreht hat. Dieses Mal lässt er es bleiben. Dafür kommen drei Frauen auf die Gruppe zu: Ein Mädchen, eine Frau mittleren Alters und eine Greisin. Madeleine fällt auf die Knie und preist die Mütter augenblicklich. Die anderen sind eher zurückhaltend, hören sich jedoch an, was die Frauen zu sagen haben. Diese fragen die einzelnen Personen der Gruppe, was deren größter Wunsch sei. Madeleine schießt sofort los: "Euch zu dienen!" "Das kannst du tun, indem du den anderen hilfst", antwortet eine der Mütter. Marie und Otto wollen ganz klar aus Zawra entkommen. Dann wenden sie sich an Lorentz und Andreas. Andreas hadert mit sich, Lorentz überlegt etwas, dann meint er: "Ich will Gott näher sein." Andreas dagegen lügt, er sei wunschlos glücklich und weigert sich, einen Wunsch zu äußern. "Nun gut." Dann klatschen die Mütter synchron in die Hände.

In dem Raum findet die Grupp neben den Wachen zwei Mönche, die Schriften sortieren und hinter Gittern einen angeketteten Buji Beg. Auch Bischof Berengar ist anwesend. Als Buji Beg die Gruppe sieht, wirkt er erfreut und grüßt, doch Otto weist ihn harsch zurück und nennt ihn einen Traumdämon. Der Gelehrte ist sichtlich verwirrt. Berengar hat nur wenig Zeit zum Verweilen. Er erklärt nur, Buji Beg solle bald hingerichtet werden, da er ketzerische Schriften besitzt, dann muss er zu einer Konferenz mit den Heerführern. Während dieser Unterhaltung nutzt Madeleine die Ablenkung und steckt ein paar Schriftrollen ein, die ihr interessant erscheinen.

Nachdem Berengar gegangen ist, beginnt Otto auf hochgestochenem Arabisch zu sprechen, damit die Mönche der Unterhaltung nicht folgen können. Er erklärt, er habe diese Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen, um das eigene Gesicht zu wahren. Im Gespräch erfährt man, dass unsere Erinnerungen an Zawra abweichen: Er meint, die Gruppe habe ihn vor der Stadtwache gerettet, an den Vorfall mit dem Rätsel kann er sich dagegen nicht erinnern. Die anderen setzen ihm ein wenig zu und überzeugen ihn davon, dass Zawra Auswirkungen auf die Realität hat. Daraufhin bricht er völlig aufgelöst in Tränen auf: "Nein, das darf nicht sein! Das rote Auge darf nicht hier erscheinen!" Auf Nachfrage rückt er mit der Sprache heraus: Das Rote Auge ist ein Komet, dessen Erscheinen mit großem Unheil gleichgesetzt wird.

Die Gruppe findet sich vor dem Palast wieder, auch Buji Beg ist bei ihnen. In einiger Entfernung stehen jene Wächter, die Marie bereits in einer früheren Vision gesehen hat: Teils Maschine, Teils Holzkonstrukt und teils Mensch. Beim Anblick der menschlichen Körperteile, die an die Kolosse angebracht sind, wird Marie übel und sie muss sich übergeben. Als sie sich etwas beruhigt hat, achtet sie nur noch darauf, die Dinger nicht anzusehen, als man vor diese tritt, um sich den 3+3 Rätseln zu stellen.

Was ist größer als Gott
und bösartiger als die Dschinn?
Die Armen haben es!
Die Glücklichen brauchen es!
Und wenn du es isst, stirbst du!


Dieses ist schnell gelöst, es ist natürlich das Nichts. Beim zweiten Rätsel bekommt die Gruppe jedoch arge Probleme. Es ist sehr lang und durch die Verwirrung bekommen nicht alle ihren Teil richtig mit. Wieder fehlen wichtige Passagen, die zur Lösung hätten beitragen können.

Man kann es nicht sehen, kann's nicht aufstöbern,
kann es nicht fressen und kann's nicht hören,
es liegt hinter den Sternen und unterm Gestein,
rieselt in alle Höhlen hinein,
kommt zuerst und folgt auch zuletzt,
löscht alles Leben, bis keiner mehr schwätzt.


All ihre Antworten sind falsch und am Ende wendet man sich an Buji Beg. Der meint: "Ah, ihr wart so dicht an der Lösung! Aber ich helfe doch gerne."


Buji Beg erzählt weinend über Manesh, denjenigen, der jenen Platz baute, an dem Abdul al Hazret getötet wurde. Dieser Platz habe eine besondere Bedeutung. Aber was besonders wichtig ist, ist, dass die Gruppe ein Älteres Zeichen lernt, um sich zu schützen.

Der Buji Beg der Traumwelt nennt die Antwort: Dunkelheit. Sogleich tritt der nächste Torwächter hervor und stellt das nächste Rätsel:

Ein einziges Mal nur bedürfen wir seiner,
doch selber entlohnt hat ihn noch keiner.


Kurz wird überlegt, doch die Antwort scheint recht klar zu sein: Der Tod. Darauf folgt das nächste Rätsel.

Ich bin vom Feuer selbst geboren
und doch ins Dunkel tief gebannt.
Vernichtung ist mir zugeschworen,
ich weiche ohne Widerstand.
Man reißt von meinem Sitz mich nieder,
vertilgend die verhasste Spur.
Es ist umsonst. - Oh glaub es nur,
denn mit dem Feuer komm ich wieder.


Dank eines neuen, ausgeklügelteren Systems des Zuteilens bekommt die Gruppe dieses Mal das Rätsel fast vollständig mit, nur der Satz mit dem Niederreißen fehlt zur Hälfte. Zuerst denkt man an Lava, doch diese Antwort ist falsch. Asche hält man selbst nicht für richtig, da man es mit Vernichtung und den Flammen selbst in Verbindung bringt. Schließlich versucht man es mit Rauch, was sich als richtig erweist. Der vorletzte Torwächter stellt sein Rätsel.

Je länger es bereits dauert,
umso kürzer wird es.


Dies ist wiederum sehr einfach: Das Leben ist die Antwort. Und so kommt man tatsächlich beim letzten Rätsel an, welches noch einmal eine interessante Herausforderung ist.

Ich bin listig, ruchlos und voll Macht
und am Ende herrsche ich in voller Pracht!


Die Gruppe rätselt. Das hört sich nach dem Wesir an, der ja am Ende des Tages, also in der Nacht herrscht und dem eher negative Attribute zugeschrieben werden. Tatsächlich entpuppt sich die Antwort als falsch. Der Sultan, so denkt man, kann nicht gemeint sein, er wird ja als gütig beschrieben. So denkt man erst einmal an Tiere wie Schlangen oder Löwen, doch auch hiermit hat man keinen Erfolg. Lorentz ist schließlich mutig und antwortet doch Der Sultan, während Marie nur hofft, dass dies nicht als Beleidigung aufgefasst wird. Die Antwort ist jedoch richtig, die Torwächter treten zur Seite und die Tore des Palastes öffnen sich. Bei einem kurzen Gespräch, bevor man eintritt, stellt die Gruppe fest, dass Buji Beg sich nicht an die Namen seiner Familie erinnert, welche in Antiochia kürzlich umgekommen sind.


Unter Tränen nennt Buji Beg den Namen der Kreatur, vor der es sich zu schützen gilt: Gro'oth der Vollstrecker, Überbringer der Lieder des Untergangs. Kurz fragt Lorentz den völlig am Boden zerstörten Mann, wie seine Tochter hieß, doch bevor er antworten kann, erklärt Otto, Buji Beg müsse konvertieren, damit man sein Leben retten könne. Das trifft ihn sehr hart und er bricht in Tränen aus, kann erst einmal gar nichts sagen. Schließlich wird er aber überredet und Otto lässt sich Weihwasser bringen und tauft ihn auf den Namen Benedict.

Dann ist die Besuchszeit um und man bittet um ein Gespräch mit dem Patriarchen. Da es bereits spät ist, ist dieser natürlich nicht mehr zu sprechen und so sucht man sich ein Haus zum Ruhen. Madeleine offenbart die gestohlenen Schriften. Aus einer davon geht hervor, dass Tantalos wohl umherzog, Sünder tötete und ihre Herzen verzehrte, weshalb man ihm den Namen Sündenfresser gab.

Zum Abend gehen Andreas und Lorentz Ratten jagen, während Madeleine loszieht und nach einer einsamen, leidenden Person sucht. Sie findet dabei ein Kind, welches ganz alleine ist... Die beiden Männer kehren mit sieben Ratten zurück, Madeleine mit mehreren großen Rationen gegrilltem Fleisches. Otto hat derweil eine weitere Schrift studiert und herausgefunden, dass die Geprüften zu Ghulen werden und dass nur eine Waffe, welche von Charon, Nagob, Anubias, oder wie sonst der Unterweltherrscher noch genannt wird, selbst geschmiedet wurde, diesen auch verletzten kann - sprich: Wir brauchen die Klinge von Sankt Babylas.

Als die Gruppe sich am nächsten Morgen auf den Weg zur Zitadelle macht, gehen weitere Gerüchte um. Einige Leute wurden getötet, weil sie versucht haben, Antiochia zu verlassen, um sich dem Ultimatum des Belagerers Kerboga zu fügen: Sich ergeben, konvertieren und dann für den Heerführer kämpfen. Auch scheint Bohemund die Alleinherrschaft über Antiochia haben zu wollen, was die anderen Heerführer nicht gutheißen. Ebenfalls beunruhigend sind jedoch Berichte über eine rote Sternschnuppe, die am Nachthimmel zu sehen war...

Am Palast angekommen wird die Gruppe jedoch nicht durchgelassen. Man erfährt lediglich, dass Buji Beg in den Palast geholt wurde, um dort Schriften zu übersetzen. Da allerdings eine wichtige militärische Besprechung stattfindet, hat aktuell sonst niemand Zugang. Auch der Bischof war in dieser Nacht dort, statt in der Kirche, in der Otto probeweise übernachtet hat. Eine veränderte Persönlichkeit konnte er dabei aber weder an sich, noch an den anderen feststellen, welche dort genächtigt haben. Es scheint also nicht an der Kirche selbst zu liegen.

Da man an dieser Stelle nicht weiterkommt, beschließt die Gruppe, die Schriften, die man versteckt hat, zu studieren. Und so machen sich alle auf, ihre Verstecke wiederzufinden. Otto und Lorentz kommen gut klar, Andreas allerdings findet seines nicht wieder und zieht dabei die Aufmerksamkeit der Hungrigen auf sich, die glauben, er habe Essen versteckt...


Fazit

Aufgrund allgemeiner Unkonzentriertheit haben wir leider früher Schluss gemacht. Trotzdem haben wir gut was erreicht, abgesehen davon, dass wir Buji Beg fast in den Wahnsinn getrieben haben. Vor allem in Zawra wurden wir einfach mit der größten Hürde konfrontiert, die wir bisher stets erfolgreich gemieden haben. Mit dem Lösen der Rätsel wird es nun richtig ernst und eine neue Geschichtenerzählerrunde steht an. Ob wir über den Palast aus Zawra entkommen können, steht allerdings noch in den Sternen. Da die Mütter uns jedoch auf genau diesen Wunsch hin dorthin gebracht haben, wird es wohl so sein.
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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #40 am: 30.10.2017 | 20:24 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/10/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-der.html


Die Tore des Palastes öffnen sich und die Gruppe tritt hindurch. Man geht durch einen weitläufigen Garten hinein in einen hell erleuchteten Gang. Buji Beg ist ganz aufgeregt und im Gespräch mit ihm erfahren die anderen, dass es wohl im Palast immer Tag ist und dass sie dem Sultan ein Geschenk überreichen müssen. Leichte Panik macht sich breit und Lorentz beginnt, den Gelehrten anzufeinden, weil dieser nicht sagen will, was für ein Buch er dem Herrscher zu schenken gedenkt.

Dann ist man wieder in Antiochia, wo nun eine Menge Planung und Recherche ansteht. Vor allem will man die Quellen von Daphne suchen, Silla nach Wilhelm befragen und kurz kommt man auf die Idee, das Charonion zu zerstören. Dieses ist allerdings mittlerweile zu einer Pilgerstätte geworden, einem christlichen Wahrzeichen und es niederzureißen würde eine harte Strafe nach sich ziehen.

Die Gruppe zieht für die nächsten drei Tage ins Südviertel, wo einst Daphne lag. Hier findet man vier Quellen, die allerdings keine besondere Wirkung haben. In dieser Zeit erhält man weder eine Audienz im Palast und erfährt nichts über Buji Beg oder Berengar. Auch bleiben neue Träume über Zawra aus, man träumt lediglich immer wieder von den Fragen, durch die man Einlass in den Palast erhalten hat. Schließlich sucht man Silla auf, die sich in einer zerstörten Villa niedergelassen hat. Für eine ganze Menge Geld erzählt sie, dass Wilhelm die Stadt mit etwa 10 Gefolgsmännern vor 4 Tagen verließ. Er soll von den Heerführern selbst beauftragt worden sein, eine Höhle zu finden - möglicherweise jene, die die Gruppe zum Einsturz gebracht hat, doch das scheint wenig Sinn zu machen. Was auch immer er tut, die Gruppe wird ihn auf keinen Fall mehr einholen können. Dafür erfährt man noch, dass die Heerführer selbst nun endlich der Prophezeiung des Peter Bartholomäus Gehör schenken und an diesem Abend zu einer Mitternachtsmesse die Kirche aufsuchen wollen. Natürlich kommen gleich wieder die düstersten Gedanken auf: Eine Falle, der Bischof will die Gläubigen womöglich alle töten für das Ritual.

Später setzt man sich noch einmal zusammen und geht verschiedene Schriften durch. Dabei beginnt Madeleine zu erzählen, dass Gott selbst Judas aufgetragen habe, Jesus zu verraten, woraufhin sie sich eine Schelle von Otto fängt. Der Mönch rügt sie scharf für diesen Frevel. Dann überlegt man, wie wohl der Ablauf der Ereignisse um die Klinge des Babylas war. Anscheinend hat ja Charon diese für Tantalos geschmiedet. Dieser streifte dann umher, tötete Sünder und fraß ihre Herzen. Irgendwann kam er nach Antiochia, wo er am Bau der Charon-Statue und der Heilung der Kranken beteiligt war. Vermutlich gehörte er aber auch den Judasjüngern an und wurde schließlich aus der Stadt gejagt. Trotzdem war er noch immer oder wieder in Antiochia, als Babylas Bischof wurde und die Judasjünger auslöschte. Hier wechselte wohl auch die Klinge ihren Besitzer. Beim Lesen und Zusammenfügen dieser Geschichte liest man zudem auch, dass für das Ritual des kochenden Blutes irgendeine Grabbeigabe benötigt. Allerdings ist unklar, um was genau es sich handelt. Zudem findet man heraus, dass es eine Höhle geben muss, die mittig zwischen Daphne und Antiochia liegt - vermutlich jene Höhle, zu der nun Wilhelm unterwegs ist. Lorentz glaubt außerdem, dass die Gruppe in der Höhle der Sünden einen schlimmen Fehler begangen hat: Die Augen, welche in die Decke eingehauen waren, sollten anscheinend das Böse in der Höhle halten...

Streift man durch die Stadt, bietet sich ein eher düsteres, hoffnungsloses Bild. Man findet kaum noch Tiere, höchstens mal mit viel Glück eine ausgemergelte Ratte. Die Kreuzfahrer sammeln Leder und kochen es aus, um den Sud zu trinken und auf dem Leder zu kauen. Waffen sind zur neuen Währung geworden, viele Leute tragen sehr viele Waffen bei sich, um ihren Reichtum zu zeigen. Und immer häufiger sieht man Menschen, denen ein Arm fehlt... Immer wieder versuchen Leute, mit Wasser zu handeln und einmal wird sogar ein Brunnen zugeschüttet - entweder von Verrätern oder von jenen, die die Wasserpreise hochtreiben wollen. Eine kleine Gruppe von Fanatikern, die sich "Jünger des Bartholomäus" nennt, wiederholt dessen Versuche, sich in die Sonne zu legen, um Visionen zu erlangen. Viele von ihnen sind deshalb schon ziemlich verbrannt, andere stehen nach einem solchen Versuch auch nicht mehr auf.

Einmal beschließt Otto, vor dem Charonion zu predigen. Als er dort ankommt, fühlt sich die Statue seltsam vertraut an, fast so, als habe er selbst daran mitgearbeitet. Trotzdem hält er eine flammende Rede über die Herkunft dieses Ortes und viele der Kranken, die hier Zuflucht gesucht haben, verlassen den Ort hoffnungslos. Madeleine geht unterdessen wieder auf Kinderjagd und deckt sich auch mit zweien ein. Als sie mit dem gebratenen Fleisch zu den anderen zurückkehrt, ist Lorentz natürlich skeptisch und bedrängt die Bettlerin. Diese gibt zu, dass sie Sterbende getötet hat, was sie nicht als verwerflich ansieht, da sie sie ja von ihrem Leid erlöst hat. Lorentz dagegen sieht das ganz anders und ist kurz davor, sein Schwert zu ziehen, brüllt sie dann aber nur an. Doch die Diskussion kommt zu keinem Ergebnis. Auch Ottos Versuche, Madeleine zu belehren, dass man kein Menschenfleisch essen sollte, wirken nicht.

Die Gruppe schreitet voran, vorbei an den Konstrukten, die überall im Gang als Wachen aufgestellt sind. Man tritt durch den goldenen Schleier - und steht wieder in den Zellen des Kerkers.


Fazit
Dieser Teil zog sich sehr lange und war sehr zäh, da er vollgefüllt war mit Recherchearbeit. Zum Glück haben wir die schon so gut es ging zusammengefasst, aber es hat sich trotzdem sehr furchtbar angefühlt. Und wirklich viel weiter scheinen wir auch nicht gekommen zu sein. Wilhelm ist außer Reichweite und der große, historische Plot um die heilige Lanze läuft unbeeinflussbar nebenher weiter. Dieser Teil der Runde hat sich wirklich so angefühlt, als hätten wir keinen Einfluss auf den Verlauf des Szenarios.
Besucht mich doch mal auf meinem Rollenspiel-Blog http://black-oracle.blogspot.de/

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Re: [Cthulhu] Das Heer der Verfluchten
« Antwort #41 am: 13.11.2017 | 10:33 »
Originalbericht: http://black-oracle.blogspot.de/2017/10/cthulhu-das-heer-der-verfluchten-der_20.html


Die Dunkelheit des Kerkers umfängt die Gruppe. Vor der Zelle steht ein breit grinsender Buji Beg - oder jemand, der so aussieht wie er. "Habt ihr wirklich geglaubt, ich lasse euch draußen rumlaufen und ein paar Aufgaben erledigen?", höhnt er und erfreut sich an der Naivität der Gruppe. Otto versucht verzweifelt, die Zeit zurückzudrehen, was jedoch nicht klappt. "Ein netter Versuch", kommentiert der vermutliche Wesir. "Habt ihr wirklich geglaubt, ich lasse euch frei?" "Ja, wir sind Träumer", meint Lorentz.

Sobald diese Worte gesprochen sind, steht die Gruppe wieder im Gang, nur dieses Mal ohne Buji Beg. Natürlich sind nun alle verunsichert, ob das wieder nur eine Illusion ist. Madeleine weiß noch, dass hier im Palast der Freude keine bösen Gefühle und Worte sein dürfen, also provoziert sie einen Angriff von Lorentz und sagt: "Und sie haben mir sehr gut geschmeckt!" Als der Ritter daraufhin seine Waffe zieht, drehen sich die Körper der Konstrukte in seine Richtung. Marie sieht derweil in einer Vision, dass sie tatsächlich in den Thronsaal gelangen, wenn sie durch den Vorhang gehen. Sie könnten jedoch auch durch die Fenster springen, dann käme aber jeder an einem anderen Ort heraus. Und so gehen alle nach und nach durch den goldenen Schleier.


Otto untersucht das Fleisch eingehender und erkennt schockiert, dass es sich um das Fleisch von Kindern handelt. Trotzdem will er Madeleine eine Chance geben und fragt ganz neutral, wen sie denn getötet habe. Die Bettlerin weicht seinen Fragen jedoch aus und meint sogar: "Ich kann es ja gerne beichten, aber bereuen tue ich es nicht." Das ist für Otto das Zeichen, dass sie verloren ist und er befiehlt Lorentz: "Töte sie." Der Ritter zieht schon sein Schwert, hält dann aber inne und fragt tatsächlich einmal nach: "Warum?" "Es ist Kinderfleisch!" Mit einem schnellen Hieb trennt er der Frau den Arm ab, welche daraufhin bewusstlos zu Boden sinkt. Grünes Blut fließt aus der Wunde, die sich jedoch in wenigen Sekunden wieder schließt. Lorentz schlägt ihr daraufhin den Kopf ab, zerrt ihre Überreste zum nächsten Feuer und verbrennt sie, um ganz sicher zu gehen.

Nachdem dieser Schock überwunden ist, macht man sich auf den Weg zur Kapelle. Diese wurde jedoch abgesperrt, sodass nur die Heerführer hineinkönnen. Auf dem Platz davor und den Dächern der nahen Häuser haben sich die Gläubigen versammelt und warten nun voller Hoffnung auf das Spektakel, hoffen, dass die Speerspitze gefunden wird. Nach einer Weile tritt der Bischof vor. Er trägt eine Maske und Samthandschuhe, sodass man die vermutlich starken Veränderungen seiner Erscheinung in Richtung Wolf bzw. Ghul nicht sehen kann. Bartholomäus steht neben ihm und wirkt eher wie ein Schoßhündchen, das gar nicht dort sein will. Ganz offensichtlich wurde er gezwungen, hier mitzuspielen. Kurz wird eine Rede gehalten, dann ziehen sich die hohen Herren in die Kapelle zurück.

Es dauert mehr als eine Stunde, in der die Menge bangt und wartet. Die Gruppe horcht und schnuppert, ob drinnen gerade ein Blutbad angerichtet wird, doch offensichtlich sucht man wirklich nur. Die ersten Wartenden gehen langsam, als sich das Tor öffnet und der erste der Heerführer mutlos heraustritt. Nach und nach folgen die anderen. Dann tritt Berengar vor und erklärt, der Glaube sei nicht stark genug. Man müsse beten und Opfer darbringen. Was er damit genau meint, bleibt offen. Jedenfalls wirkt er niedergeschlagen, in Wahrheit jedoch triumphiert er innerlich.

Also beginnt die Menge zu beten und plötzlich wirkt Bartholomäus so, als habe er erneut eine Vision. Brabbelnd stürmt er in die Kirche, nur um kurz darauf mit einer rot leuchtenden Klinge wieder herauszukommen. Er sieht sich kurz um und überreicht dann das Schwert - ähm, die Speerspitze, meine ich - Raimund von Aguilers. Als dieser die Klinge ergreift, erlischt das rote Licht und der Bischof ruft, Raimund sei auserwählt. "Ja, auserwählt, den Ausfall anzuführen und zu sterben", brummt Otto auf dem Dach eines Hauses, wo die Gruppe das Geschehen verfolgt hat. Dann erhebt er sich und die anderen folgen ihm. Sie haben Tantalos ganz in der Nähe gewittert und gehen ihn nun suchen. Gerade, als sie fast da sind, ruft jemand: "Seht! Was ist das?" Da sie von unten nichts sehen können, hebt Lorentz Otto kurzerhand hoch.

Tatsächlich steht man nun im Thronsaal in all seiner Pracht. Auch Madeleine ist da. Auf ihren Tod in der wachen Welt meint sie nur: "Sie könne es verstehen, die andere habe es eben nicht geschafft, ihnen zu dienen." Lorentz fragt nach und tatsächlich scheint die Traum-Madeleine, die Gelehrte, sich als andere Person wahrzunehmen und sich von der Bettlerin abzugrenzen.

Dann aber spricht der Sultan. Er möchte - wie erwartet - eine Geschichte hören und Otto verspricht ihm eine gar großartige Geschichte. Kurz überlegt man, dass man ja die eigene Geschichte, den Kreuzzug nacherzählen könnte. Und dann gibt der Sultan vor, worum es gehen soll: Die Geschichte beginnt in der Wüste und der Held ist ein verirrter Kreuzritter, der unglücklich verliebt ist. Otto schaut Marie durchdringend, fast entschuldigend an und auch sie weiß, dass diese Geschichte eventuell unangenehm für sie werden könnte. Doch zunächst beginnt die Geschichte recht harmlos:

Der Kreuzritter hatte die Stadt Antiochia belagert und war nun zu einem Handelsposten aufgebrochen, um Vorräte zu holen. Doch dort hatte er nur Tod und Zerstörung vorgefunden. Auf dem Rückweg rettete er einen Händler, der ihm daraufhin einen Schlauch reinsten, vermutlich gar heiligen Wassers aus den heiligen Quellen schenkte. Und dieses wollte er nun seiner Angebeteten schenken.

An dieser Stelle darf Lorentz selbst weitererzählen, der auf die Frage über die Sache mit der unglücklichen Liebe beginnt, zu erröten und furchtbar zu stottern. Für Marie eine Erleichterung, denn damit hat sich der Ritter zum Mittelpunkt der Geschichte gemacht und sie selbst ist erstmal sicher.

Der Kreuzritter Lorentz stammte zwar aus gutem Hause, aber... nun, er... er war nunmal der jüngste Sohn und... nunja, ähm, er, deshalb hatte er keine... keine Erfahrung... in der Liebe. So stottert Lorentz. Schließlich schaffte er es aber, ins Lager zurückzukehren, ohne das kostbare Gut selbst auszutrinken. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und trat vor seine Angebetete, in der Hoffnung, sie heiraten zu können. Seine Liebste jedoch war zu jenem Zeitpunkt erst 12 Jahre alt und dazu verlobt. Die junge Anna war trotzdem sehr entzückt, jedoch hin und hergerissen. Immerhin war ihr Verlobter - ebenfalls erst 12 - von Stand und der Knappe ihres Vaters, des Heerführers Gottfried. Dagegen Lorentz versprach ihr bedingungslose Liebe, sein Leben und seine Ehre. Und so beschloss das junge, aber doch schon durchtriebene Weibsbild, die beiden Männer gegeneinander auszuspielen, um herauszufinden, wer der bessere Partner sei.

Selbstverständlich prangerte ihr Verlobter Lorentz daraufhin bei Gottfried an, welcher den Antrag als Verrat deutete und Lorentz hinrichten lassen wollte. Da das so gar nicht nach Plan lief, überlegte Anna, wie sie beide Männer haben könnte. Sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter, die ihr auf dem Sterbebett ein Gebet beigebracht hatte, mit dem man drei Mütter herbeirufen konnte, welche in der Lage seien, Wünsche zu erfüllen. Und so rief Anna die drei Mütter herbei. Um ihr Ziel zu erreichen müsse Anna ihre Seele aufteilen, dann könne sie den einen Mann in der wachen und den anderen in der Traumwelt ehelichen. Das naive Kind willigte ein, doch als Lorentz davon erfuhr, fürchtete er um ihr Seelenheil, da er die Mütter für Dämonen hielt. Um seine Angebetete zu retten, würden sie seinen Kopf durch einen Hundekopf ersetzen, denn wahre Liebe würde auch diese Widrigkeit überstehen. Bei dieser Forderung erkannte Lorentz, dass die Mütter Hexen waren und er spaltete sie mit seinem Schwert entzwei. Die Klinge nämlich war von Charub selbst gesegnet worden. Doch ob und wie nun die zwei Verliebten zueinander fanden, das ist eine andere Geschichte.

Der Sultan mag die Geschichte. Sie sei teilweise bekannt, aber doch irgendwie anders. Es gefällt ihm und er willigt ein, jedem der Gruppe einen Wunsch zu erfüllen. Nacheinander wünschen sich alle, Zawra zu verlassen, nur Madeleine wünscht sich den Tod. Der Sultan ist irritiert und fragt nach. "Ich habe den Auftrag, diesen zu dienen, doch da mein Körper in der wachen Welt tot ist, kann ich diese Aufgabe nicht länger erfüllen." Da schlägt der Sultan vor, sie könne sich ja wünschen, sich in der wachen Welt materialisieren zu können. Und so wünscht sie sich dies.



Ein alter Mann haucht sein Leben aus und ein junges Mädchen erwacht unter einem Baum an einem Fluss. Sie blickt auf und schaut in ihr Spiegelbild.

Fazit

Diese Geschichtenerzählungen sind immer sehr spannend und es kommt oft jede Menge Unsinn heraus. Dieses Mal war es zum Glück nicht so irre wie mit dem singenden Frosch, aber die Konstellationen waren durchaus erheiternd. Großes Lob an den Spieler von Lorentz, der hier wunderbar den peinlich berührten, schüchternen Lorentz gespielt hat!

Nun ist natürlich noch immer die Frage, ob wir wirklich beim Sultan waren oder wieder alles nur eine Illusion war. Das scheint sowieso das Steckenpferd unseres SL zu sein, wenn man sich an unsere Unknown Armies Kampagne erinnert, bei der nonstop die Realität nicht so richtig echt war. Bzw. das war in beiden Kampagnen so. Und es wurde ja bereits vorher über Anna schon einmal angedeutet. Daher bin ich davon nicht so sonderlich schockiert. Die Frage ist nun eher, ob wir wirklich noch im Kerker sind oder tatsächlich frei.

Was es mit dem letzten Satz auf sich hat, weiß ich ehrlich gesagt selber nicht. Das ist in etwa O-Ton vom SL und wird wohl erst nächstes Mal aufgeklärt. Vermutlich ist aber das Mädchen die neue Persönlichkeit bzw. der neue Körper von Madeleine.
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