Autor Thema: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?  (Gelesen 7527 mal)

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #150 am: 7.02.2018 | 17:57 »
Ich wundere mich über solche Aussagen immer. DSA 4 macht doch gegenüber dem Vorgänger noch mehr anders als DnD 4. Was gleich bleibt, ist die Inkohärenz.

Spielmechanisch vielleicht, aber konzeptionell hat sich nicht viel geändert.
"Wir machen alles wie früher, nur mit anderen Regeln" vs. "Wir schmeißen das ganze Spielkonzept um".
Und trotzdem war das kein leichter Übergang, weder bei DSA noch bei SR.

Das SR-Spezifische schmeiße ich dort in den Smalltalk-Thread.
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Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #151 am: 7.02.2018 | 18:56 »
Ich denke, mit „die Kunden wollen es so“ kann man es vereinfacht wiedergeben.
Die Vorstellungen, wie Rollenspiel abläuft“ der meisten Rollenspielrunden wurde in den 90ern geprägt.
Auch wenn etliche vielleicht später begonnen haben mögen, wurden sie dann wiederum von Leuten (auch Rollenspielautoren) inspiriert, deren Bild aus dieser Zeit stammt.
Und das Rollenspiel aus dieser Zeit funktioniert auch sehr sehr gut.
Und viele kommen auch aus dieser zeit wieder zum Rollenspiel zurück - aus nostalgischen Gründen.
Deswegen funktioniert dieses Spiel eben auch bei den meisten Kunden.
Und die Nachfrage bestimmt irgendwo auch das Angebot.

Was Du beschreibst, trifft sicherlich auf den deutschsprachigen Raum zu. In den USA gibt es mit Numenera und Fate durchaus Neuerungswellen, die wiederum Konzepte aus der Forge Mainstream-tauglich gemacht haben. Dazu kommt auch noch die Neo-OSR, die ironischerweise aus der Rückbesinnung auf D&D neues hervorbringt. Zwar nicht so innovativ wie im Eingangspost gefordert, aber immerhin.

Ich habe das Gefühl, die neueren Spielkonzepte aus den USA dringen in Deutschland nicht durch, da die heutigen Autoren tatsächlich in den 1990ern mit den damaligen Rollenspielen erwachsen wurden. Und ja, die Designs von damals haben damals funktioniert (wie sage ich es gern: "Wir waren jung, und wussten es nicht besser."). Heute graut es mir, wenn ich mich mit den Spielen von damals auseinandersetzen muss. Und ja, das tue ich sogar freiwillig, weil ich immer noch Designs aus den 1990ern leite. Aber schönes, rundes Spiel ist echt anders. Sei es AD&D 2nd, bei dem die Klasse und die Anfangsfähigkeiten alles waren (und THACO heute noch keiner versteht) oder WoD mit dem unglaublich sinnlosen Kampfsystem.

Heute ginge das runder. Aber der deutschsprachige Raum wirkt auf mich durch die DSA-Mauer wie abgeschnitten von der modernen Rollenspielpraxis. Würde sich DSA6 grundrevolutionieren, könnte man tatsächlich was bewegen. Aber was da rauskommt, wäre wohl weitweg vom gewohnten. So dass ein kommerzieller Erfolg fraglich wäre. Also bleibt es bei behutsamen Änderungen wie Schips, eindampfen der Sonderregeln etc wie DSA5 es geliefert hat. Und der wirtschaftliche Erfolg gibt Ulisses ja recht.

Genauso D&D5. Auch hier sehr konservative Rückschritte Richtung 1990er. Trotz "Inspiration" und verringerter Sterblichkeit. Aber auch hier: der kommerzielle Erfolg gibt WotC recht.

Ich bin gespannt, wie es mit dem anderen Platzhirsch aus den 1990ern läuft: Vampire 5. Da fürchte ich nämlich Dank Kenneth Hite riesige Innovationen, die das Spiel am Ende floppen lassen. (Übrigens: Vampire hat bereits in den 90er Jahren gefragt: was bedeutet es ein Mensch zu sein? Dazu brauche ich keine Roboter oder KI. Da reichen gute alte Vampire).
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Online Faras Damion

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #152 am: 7.02.2018 | 19:09 »
Ich bin gespannt, was sich "Warhammer 40k Wrath and Glory" traut.  :)
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Offline KhornedBeef

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #153 am: 7.02.2018 | 20:44 »
Ich bin gespannt, was sich "Warhammer 40k Wrath and Glory" traut.  :)
Nicht viel, wette ich, weil ich die Zielgruppe so einschätze, dass sie sich nicht für hippe Mechaniken interessieren, sonderm mehr dafür, dass die Regeln beim grimdarken nicht im Weg sind und es ordentlich Chaos. Bei Warhammer werd ja sogar ich zum Konservativen; )
Von Hite verspreche ich mir mehr, weil er ein Überzeuger ist. Wenn er selbst eine klare Vision hat, nimmt er dich mit.
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Offline YY

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #154 am: 7.02.2018 | 21:03 »
Ich habe das Gefühl, die neueren Spielkonzepte aus den USA dringen in Deutschland nicht durch

Fate hat sich doch gefühlt ganz gut etabliert.

Ansonsten kann ich den Tenor "Amerika ist da viel weiter" nicht so recht nachvollziehen.
Amerika spielt D&D und alles andere ist leises Nebengeräusch.
Da dürfte die Gesamtverteilung in Sachen Mainstream und Indie auch nicht viel anders aussehen als bei uns.
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #155 am: 8.02.2018 | 08:42 »
Nicht viel, wette ich, weil ich die Zielgruppe so einschätze, dass sie sich nicht für hippe Mechaniken interessieren, sonderm mehr dafür, dass die Regeln beim grimdarken nicht im Weg sind und es ordentlich Chaos. Bei Warhammer werd ja sogar ich zum Konservativen; )
Von Hite verspreche ich mir mehr, weil er ein Überzeuger ist. Wenn er selbst eine klare Vision hat, nimmt er dich mit.

Sie ändern das Würfelsystem! Von D100 auf D6-Pool. Mir fällt im Augenblick kein anders Rollenspiel ein, dass kommerziell erfolgreich die Würfelmechanik so krass geändert hat.

Mmh, welche haben das überhaupt getan?
WHF2 auf 3: D100 auf diese Symbolwürfel (war nicht erfolgreich (auch aus anderen Gründen), aber geholfen hat es wohl nicht)
DSA1 auf DSA2: D20 auf 3D20 (ist ewig her)
Star Wars: D6 auf D20 auf die Sonderwürfel (aber das waren verschiedenen Firmen)
Sonst welche?
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #156 am: 8.02.2018 | 08:46 »
Fate hat sich doch gefühlt ganz gut etabliert.
(...)

Als vorsichtigen Indikator, was tatsächlich in Deutschland gespielt wird, schaue ich mir gerne die aktiven Runden auf der Drachenzwinge an.
https://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=119513.0

Da ist Fate gut dabei. :)
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Offline CAA

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #157 am: 8.02.2018 | 08:51 »
Als vorsichtigen Indikator, was tatsächlich in Deutschland gespielt wird, schaue ich mir gerne die aktiven Runden auf der Drachenzwinge an.
https://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=119513.0

Da ist Fate gut dabei. :)

Wenn du gut dabei defenierst als "4 aktive Gruppen aus insgesamt 500"...

Offline KhornedBeef

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #158 am: 8.02.2018 | 08:52 »
Sie ändern das Würfelsystem! Von D100 auf D6-Pool. Mir fällt im Augenblick kein anders Rollenspiel ein, dass kommerziell erfolgreich die Würfelmechanik so krass geändert hat.

Mmh, welche haben das überhaupt getan?
WHF2 auf 3: D100 auf diese Symbolwürfel (war nicht erfolgreich (auch aus anderen Gründen), aber geholfen hat es wohl nicht)
DSA1 auf DSA2: D20 auf 3D20 (ist ewig her)
Star Wars: D6 auf D20 auf die Sonderwürfel (aber das waren verschiedenen Firmen)
Sonst welche?
Um...du meinst so wie jetzt bei 40k...verschiedene Firmen halt?   >;D
Der Einwand ist nicht falsch, aber die Situation ist speziell. Zum einen gibt es keinen laufendes Produkt (wie übrigens bei Star Wars), und es heißt auch nicht Dark Heresy 3. Es als neues Produkt zu platzieren nimmt einem Edition War etwas die Schärfe, und "überhaupt irgendein Spiel" zu haben ist auch gut.
Zum anderen war das Würfelsystem ein Überbleibsel aus WFRP2, und hat immer unter den Anforderung der titanengeschüttelten Zukunft geächzt, und alle wissen das. Das System ist reif für einen Wechsel.

Wenn du gut dabei defenierst als "4 aktive Gruppen aus insgesamt 500"...
Wo sind denn da 500 aktive Gruppen? Ich hab DSA4.1 kurz gezählt, knapp über 60, der Rest ist grob nochmal soviel, aber unter 100, würde ich schätzen (da kommt viel Luft in der Liste).
tsk tsk
Klar, 4 zu 60 spricht Bände, aberes läuft schonmal besser als alles andere, was kein Altsystem ist (so gut wie SaWo, GoT und AC zusammen  ;D  )
« Letzte Änderung: 8.02.2018 | 08:57 von KhornedBeef »
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Online Faras Damion

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #159 am: 8.02.2018 | 08:55 »
Wenn du gut dabei defenierst als "4 aktive Gruppen aus insgesamt 500"...

Fate schlägt damit D&D4 locker. ;)

Das es nicht in der DSA Liga spielt, ist klar. :)
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Offline Archoangel

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #160 am: 8.02.2018 | 09:15 »
Um...du meinst so wie jetzt bei 40k...verschiedene Firmen halt?   >;D
Der Einwand ist nicht falsch, aber die Situation ist speziell. Zum einen gibt es keinen laufendes Produkt (wie übrigens bei Star Wars), und es heißt auch nicht Dark Heresy 3. Es als neues Produkt zu platzieren nimmt einem Edition War etwas die Schärfe, und "überhaupt irgendein Spiel" zu haben ist auch gut.
Zum anderen war das Würfelsystem ein Überbleibsel aus WFRP2, und hat immer unter den Anforderung der titanengeschüttelten Zukunft geächzt, und alle wissen das. Das System ist reif für einen Wechsel.
Wo sind denn da 500 aktive Gruppen? Ich hab DSA4.1 kurz gezählt, knapp über 60, der Rest ist grob nochmal soviel, aber unter 100, würde ich schätzen (da kommt viel Luft in der Liste).
tsk tsk
Klar, 4 zu 60 spricht Bände, aberes läuft schonmal besser als alles andere, was kein Altsystem ist (so gut wie SaWo, GoT und AC zusammen  ;D  )

Da ich krank bin und nichts besseres zu tun habe ... aktive Gruppen:

DSA 4.1    65
DSA 5       10
PF            18
D&D         12
SpliMo      10
SR 4           5
SR 5         13
WoD         11
CoC           2
FATE           4
WH            5
AC             1
SW            1
GoT           1
SW            3
M&M          2
Ubi            1
Div.            3
Sonst.       22


Total        189

davon 4 FATE, also 4/189 = 2,1%.

Edit: zählt man die ???-Gruppe hinzu, die ja noch nicht ausgewertet sind (also ob ihrer Aktivität), so kommt man auf 6/412 = 1,4%.
« Letzte Änderung: 8.02.2018 | 09:32 von Archoangel »
4E Archoangel - Love me or leave me!

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Ideologie ist der Versuch, den Straßenzustand durch Aufstellung neuer Wegweiser zu verbessern.

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #161 am: 8.02.2018 | 09:20 »
(...) Das System ist reif für einen Wechsel.

Das behaupte ich ja auch immer für 3W20 und niemand hört auf mich. ^^'

Ich wüsste nicht, wie eine Abstimmung D100 gegen Pool bei den WH40k Leuten ausgegangen wäre. :)

Übrigens hat Star Wars D6 noch viele Fans in meinem Umfeld. Ist das tatsächlich so oder Filterblase?
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Offline KhornedBeef

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #162 am: 8.02.2018 | 09:28 »
Das behaupte ich ja auch immer für 3W20 und niemand hört auf mich. ^^'

Ich wüsste nicht, wie eine Abstimmung D100 gegen Pool bei den WH40k Leuten ausgegangen wäre. :)

Übrigens hat Star Wars D6 noch viele Fans in meinem Umfeld. Ist das tatsächlich so oder Filterblase?
Ne, ich habe hier im Forum auch den diffusen Eindruck, dass das beste System ever sein muss.
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #163 am: 8.02.2018 | 09:40 »
Ich habe SW D6 nur einmal gespielt und fand es nicht so überzeugend.  wtf?

Wie auch immer, ich hoffe wirklich, dass KhornedBeef recht hat und "Wrath and Glory" erfolgreich wird, funktionierende Regelmechaniken hat und viele tolle Produkte herauskommen. :)

Ganz anderes Thema, aber zum Threadtitel passend:
Wie erfolgreich ist eigentlich Shadowrun Anarchy?
Das ist der krasseste Bruch mit den bisherigen Käufer, den ich wahrgenommen habe. SR spielen doch viele Taktiker und Buttkicker. Und dann haben sie Erzählregeln rausgebracht. Das ist ganz schön krass.
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #164 am: 8.02.2018 | 10:47 »
Wie erfolgreich ist eigentlich Shadowrun Anarchy?
Das ist der krasseste Bruch mit den bisherigen Käufer, den ich wahrgenommen habe. SR spielen doch viele Taktiker und Buttkicker. Und dann haben sie Erzählregeln rausgebracht. Das ist ganz schön krass.

Wie viele Spieler sind denn vom Original-SR zu SR Anarchy gewechselt? Liegt das nicht i-wo im Promille-Bereich?
Lusor lusori lupus.

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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #165 am: 8.02.2018 | 14:18 »
Es als neues Produkt zu platzieren nimmt einem Edition War etwas die Schärfe, und "überhaupt irgendein Spiel" zu haben ist auch gut.

Das ist ja nun kein geschickter Schachzug, sondern einfach den Umständen geschuldet - für den "Editionswechsel" aber natürlich sehr günstig.

Wie erfolgreich ist eigentlich Shadowrun Anarchy?
Das ist der krasseste Bruch mit den bisherigen Käufer, den ich wahrgenommen habe. SR spielen doch viele Taktiker und Buttkicker. Und dann haben sie Erzählregeln rausgebracht. Das ist ganz schön krass.

Das ist keine neue Edition oder ein sonstiger Totalersatz, sondern ein paralleles Angebot. Es wird also mit nichts gebrochen und nichts über den Haufen geworfen.
Und es ist auch deswegen recht erfolgreich, weil es viele SR-Spieler gibt, die das Setting mögen, aber mit den Regeln nichts anfangen können; sei das, weil sie gar nicht die Zielgruppe sind oder "nur", weil das System nicht so wirklich rund läuft.

Ansonsten dürfte SR eines der meistkonvertierten Settings sein - und zwar in alle Richtungen. Sprich: viele der Unzufriedenen sind eh schon (halb) abgewandert, da ist der relativ große Erfolg von Anarchy um so beachtlicher.

Übrigens hat Star Wars D6 noch viele Fans in meinem Umfeld. Ist das tatsächlich so oder Filterblase?

Angesichts der spielmechanisch recht eigenwilligen Alternativen (FFG, SAGA) ist das für viele eben das beste "offizielle" Star Wars-Rollenspiel.
Bei den involvierten Zeiträumen aber sicher eine der großen Ausnahmen - jenseits von Teilen der OSR ist das einer der Spitzenreiter.
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #166 am: 9.02.2018 | 18:08 »
Ansonsten kann ich den Tenor "Amerika ist da viel weiter" nicht so recht nachvollziehen.
Amerika spielt D&D und alles andere ist leises Nebengeräusch.
Da dürfte die Gesamtverteilung in Sachen Mainstream und Indie auch nicht viel anders aussehen als bei uns.

In USA wird aktiver über alternative Wege rollenzuspielen diskutiert. Das mag auch daran liegen, dass 2% einfach absolut mehr Leute in USA als in  D sind. Und klar, Mainstream ist dort D&D und Pathfinder und OSR und dann kommt wohl Numenera. In der Indie Szene gab es viele Ideen, die in den letzten 5-8 Jahren in den Mainstream gewandert sind. Die Transportmittel dafür sind PbtA, Fate und Numenera. Klar, die teilweise radikalen Ideen sind verwässert worden, aber das ist eigentlich natürlich.

Was mir eher auffällt: während im deutschsprachigen Raum schwere Regelwerke wie DSA, Splittermond und Shadowrun beliebt sind, ist D&D (und OSR) im Kern deutlich leichtgewichtiger. Die einzigen Ausreißer waren da D&D 3 (und damit Pathfinder) und D&D 4.
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Re: Warum entwickelt sich P&P Rollenspiel kaum weiter?
« Antwort #167 am: 9.02.2018 | 18:26 »
Aktiver diskutiert wird da möglicherweise, unterm Strich kommt aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr viel (Neues) dabei rum.
Viele von den Spielen, die damals aus dem Forge-Umfeld kamen, waren mehr oder weniger das Abfallprodukt von Betrachtungen, die dann auch nur im Rahmen ihrer begrenzten praktischen Nützlichkeit in den Mainstream einfließen konnten/mussten. Ein Spiel tragen konnte das meiste davon nicht.

Aber mal so gefragt:
Welche radikalen Ideen siehst du denn in den letzten, sagen wir mal 10 Jahren?
Und was davon ist in welcher Form in den Mainstream eingesickert?
Vielleicht bin ich da zu betriebsblind, aber so richtig was Substantielles fällt mir da nicht ein.

Das einzig halbwegs Relevante wären die Gedanken hinter Fate, aber das hat nun auch schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel.
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