Autor Thema: Was sind die Besonderheiten der verschiedenen Settings für euch?  (Gelesen 4941 mal)

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Offline General Kong

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Noch ein Nachtrag zu Hammerfilm-Horror und Wahnsinn: Kommt da nicht vor. Zumindest nicht im Sinne eines Lovecraft'schen "Ich habe das wahre Wesen der Welt verstanden - blblblblblblbl .."

Der eine oder die andere NSC mag da vielleicht vor Angst vorm Grafen Kula durchdrehen oder durch die unsagbare Folter in Schloss Grausam das Besteck zur Seite legen und nur noch aus dem Hundenapf fressen, aber die Protagonisten scheißen sich bestenfalls mal kurz ins Hemd und stürzen sich dann
a) auf den Feind oder
b) in die Flucht (zum Verstärkung holen, Weihwasser besorgen, Leute warnen usw.).

Den Verstand verlieren die nicht. Höchstens der Zuschauer, den einige Plots ... Auweiha!

Jja, ich habe da ne Box voll von.)

Kommze mich prollich, krisse Moffakette am Schmecken!

Online nobody@home

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Ach, Wahnsinn wird sowieso ganz allgemein überbewertet. Wenn ich bei "biederem Vampir-Horror" schon keinen Stabi-Check machen muß, obwohl im Original-Dracula auch beispielsweise Jonathan Harker nach seiner Flucht aus dem Schloß des Grafen erst mal einen Nervenzusammenbruch erleidet, die Crew der Demeter vor ihrem Ableben einiges durchmachen muß, und die diesbezügliche Heilanstalt Dr. Sewards mitsamt eines bestimmten Patienten dort ebenfalls ihre plotrelevante Rolle spielt...dann kann ich dasselbe Argument genausogut auch gleich gegen Lovecrafts "kosmischen Horror" ins Feld führen, der in Sachen Streßbewältigung und geistige Gesundheit ja auch keine großartig anderen Stilmittel verwendet als Stoker und andere Horrorschreiberlinge vor ihm. Und damit sind wir noch lange nicht mal bei der Frage angekommen, wie man fiktive Geistesstörungen am besten so aufarbeitet und einsetzt, daß man realen Leuten mit echten Problemen in dieser Richtung damit nicht fahrlässig mal eben mit beiden Füßen auf den großen Zeh tritt...

Vielleicht hat's ja doch seine guten Gründe, daß D&D seine beispielsweise bei AD&D1 meinem Verständnis nach durchaus noch offiziellen Sonderregeln eigens für verschiedene Arten geistiger Störungen im Lauf der Editionen zunehmend bis hin zu deren komplettem Verschwinden zusammengestrichen hat. ;)

Online D. Athair

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"Gothic Horror" finde ich für Ravenloft immer noch ne unpassende Bezeichnung.
Mit der klassischen Schauerliteratur des Gothic Novels oder deren literarisch hochwertigeren Vorbilder (vgl. M.R. James, S. LeFanu oder auch E.T.A. Hoffmann) haben die Sachen nix zu tun.

Von dem Werbe-Label hatte man sich spätestens mit dem Erscheinen von V:tM verabschieden sollen.

Ich finds immer schade, wenn Settings oder Spiele unter ihren Möglichkeiten bleiben, weil sie falsche Erwartungen beim Publikum heraufbeschwören.
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"Gothic Horror" finde ich für Ravenloft immer noch ne unpassende Bezeichnung.
Mit der klassischen Schauerliteratur des Gothic Novels oder deren literarisch hochwertigeren Vorbilder (vgl. M.R. James, S. LeFanu oder auch E.T.A. Hoffmann) haben die Sachen nix zu tun.

Man orientiert sich da auch eher an Poe, Stoker und so weiter, und an den Hammer- und Universal Horrorfilmen orientiert - wobei ich die Formulierung auch nur für die Quellenbucher gelten lassen würde.

Ich gehe stark davon aus das man von der deutschen Romantik bei TSR wenig wußte ;)
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Offline Bildpunktlanze

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Ich auch mal Senf und dazu:

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[

Sehr schön beschrieben  :D

Bei mir ist es so dass ich beim Lesen der Roman immer zu Queen gehört habe. Another bites the Dust, Princes of the Universe; The Show must go on..Und die SSI PC Reihe gezockt habe..alle ist dann irgendwann amalgiert  8)[/list]
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Online D. Athair

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Ich gehe stark davon aus das man von der deutschen Romantik bei TSR wenig wußte ;)
Es scheint tatsächlich ne verbreitete US-Eigenheit zu sein maximal noch iro-britische Perspektiven (und in ganz seltenen Fällen noch australische oder neuseeländische) zu rezipieren und den "Rest" zu ignorieren. (Der Vorwurf des Selbstreferenzialismus, den Poe erhoben hatte, war ja auch ein Grund, warum er als Kritiker bei Schriftstellerkollegen eher unbeliebt war.)
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